Fahrzeug abgeben und los

Irgendwie muss man ans fast Unmögliche glauben, aber wir geben unser Fahrzeug sauber ab und fliegen schon nach Auckland.

Ja, wir hatten viele Firmen angefragt, oft gab es kein Schiff (Rollon/Rolloff) das Container-Schiff wollte uns nicht mitnehmen, viele Ports in Asien sind schwierig für den „Import“ und die Kiwis, obwohl Camperfans, kennen die Prozesse zu wenig. Ja, wir wollten ja nur durchreisen, aber viele Länder anerkennen auch das carnet de passage nicht. Nach Abgabe unserer Papiere in Auckland in einer koreanischen Firma glauben wir, dass es möglich wird.

Von New Plymouth fuhren wir in einem Tag fast 400 km retour nach Taurunga. Zum Glück blieb der Regen aus und wir genossen die Fahrt. Die Mittagspause am schönen Lake Whakamaru nutzten wir bereits für erste Aufräumarbeiten.

Zum Sonnenuntergang genossen wir einen Spaziergang am Hafen, wo hoffentlich bald unser MG-Bobil verladen werden soll.

Vorerst gab es noch einiges zu tun, Aussenwäsche, Innenreinigung, aufräumen, packen, etc. fast wie bei einer Wohnungsübergabe. Aber alles klappt und wir fliegen los.

New Plymouth mit Vulkan

Wir fuhren bis zum Mount Taranaki, dem Vulkankrater mit New Plymouth am Meer, eine relativ wohlhabende Stadt, dank Oel- und Gasförderung und grossem Export-Hafen.

Von den Höhlen gab es eine längere Strecke über Land und danach der Westküste entlang. Wegen Vulkanen ist die Küste meist steil-schroff und der Sand schwarz. Da es schon länger geregnet hat ist alles schön grün und viele Blätter sind schon von den Laubbäumen gefallen.

Von den Hügeln sahen wir über dem Flusstal vom Waitoetoe-River riesige Nebelschwaden. Wer wohl die Wildsau gefressen hat?

Bei den three Sisters – drei Felsensäulen im Meer übernachteten wir. Schön, dass wir von hier den Vulkan sehen konnten, anderntags verhüllte er sich vor uns.

New Plymouth genossen wir nicht lange, bekamen wir doch die Bestätigung, dass eine Verschiffung nach Vietnam-Hanoi-Haiphong möglich würde..

So wollten wir eine schöne Fahrt retour geniessen. Da es intensiv regnete, entschieden wir uns nicht über die Berge mit Naturstrassen, sondern den ersten Teil gleich retour zu fahren. Bei einem Zwischenhalt am Bahnhof von Inglewood zeigte sich der Vulkan nicht wie auf dem Plakat sondern recht verhüllt.

Glühwürmchen?

In den Waitomo Höhlen besuchten wir die „Glühwürmchen“.

Der Waitamofluss fliesst durch Kalksteingebirge und hinterliess über die Jahrmillionen viele Höhlen. Wenige sind einfach zugänglich. Unsere wurde im 2003 neu eröffnet, nachdem der Staat mit dem Landeigentümer eine Lösung gefunden hatte. Über eine Spirale wandert man 18 m hinunter und geht bis 85 m hinunter zu einem Fluss, wo andere Touristen durch die Tunnel auf dem Gummiring durchschwimmen.

Es ist immer beeindruckend, was die Natur über 30 Mio. Jahre geschaffen hat.

Ziel waren die „Glühwürmchen“, welche im Dunkeln farbig leuchten. Es sind Larven von Fliegen die sich über lange leuchtende farbige Seidenfäden so Nahrung beschaffen. Nach der Verpuppung und Ausflug leben sie nur wenige Tage (ohne Nahrung); nach Begattung legen sie bis 200 Eier. Alles spielt sich nur in diesen dunkeln Höhlen ab.

Weiter an die Westküste

Wir nutzten die Zeit um weitere, uns unbekannte Gebiete zu besuchen. Ziel ist der 2’518 m hohe Mount Taranaki, ein ehemaliger Vulkan mit bekannter Surfküste.

von Thames nach New Plymouth

Wir fuhren südlich durch riesige flache Gebiete mit grosser Milchwirtschaft bis zum Zwischenstop in Morrinsville mit etwa 7’000 Einwohnern.

Als ob wir unterwegs nicht hunderte Kühe gesehen hätten, fanden wir 60 bemalte Plastikkühe (a la Zürich) im ganzen Dorf verteilt. Dass wir dabei auch die Schweiz und das Alphorn fanden, machte es noch lustiger.

Letzter Kauri-Baum?

Kommen wir der Verschiffung näher? Ist es unser letzter Kauribaum den wir besuchten?

Direkt von unserem Camping besuchten wir den 1’200 jährigen Kauribaum. Der Regenwald bietet immer wieder erstaunliche Einblicke.

So gut es uns auch hier gefällt, wir müssen uns intensiv um eine Verschiffung kümmern. Es gibt sehr viele Hindernisse zu überwinden.

Anderntags fuhren wir der Küste entlang bis Thames. Diese vielen Buchten.

Thames ist eine schöne Stadt am Ende der riesigen Meeresbucht und für Aucklander relativ schnell zum Wochenende zu erreichen. In diesem milden Meeresklima wachsen Bananen, Zitrusfrüchte etc.

Trotzdem möchten wir hier nicht Wurzeln schlagen. Wir beneiden die drei „Aussteiger“ an einer Ecke vom Camping nicht. Das einfache Zimmer zügeln geht jedoch rasch. Ein Chauffeur mit riesigem Lastwagen schaffte alles alleine.

Wir sitzen im Teich!

Nachts hatte es stark geregnet, Morgens wurde es noch stürmischer und intensiver. In Kürze entstanden Wasserlachen, der Strassenabfluss verstopfte und wir standen im Wasser. Gut dass es via Strässchen direkt ins Meer abfliessen konnte.

Uns konnte es nichts anhaben, wir hatten Strom, warm und alles blieb dicht.
Schnell nutzten die Möwen das Wasser zu einem frischen Bad, pluderten und pusteten. Später kam die Sonne und auch die Enten badeten – und wir sassen zufrieden Mitten im „Teich“ – etwas ganz Neues. Keine Panik – es trocknete schnell wieder ab bei herrlicher Sonne.

Ostküste hoch

Vom Paradies Bay fuhren wir weiter hoch zu schönen Küstenabschnitten.

Cook Beach

Wir genossen die kurze Strecke über Hügel und um eine riesige Meeresbucht nach Whitianga an den Cooks Beach. Dabei liessen wir den Hot Pool aus. Bei Ebbe könnte man am Strand Löcher in den Sand buddeln und sich in warmes aufsteigendes Wasser legen. Für uns war die Luft zu kalt. Ebenso eine Schifffahrt an die geschützte Küste mit der Cathedral Cove. Wir sind etwas erkältet und wollen lieber wieder rasch gesund werden.

So gaben wir uns zufrieden mit Rundgängen in dieser Feriendestination, die sehr ruhig war, da die Saison vorbei ist. Früher wurden die Steinhügel für die Speicherung genutzt. Die Kiwis legen heute viel Wert auf 1-3 Autos, ein Schiff (Traktor zum einwassern) und oft auch ein Wohnmobil. Dabei kann das Haus recht einfach bleiben. Lifestyle ist wichtig, obwohl viele über fehlendes Geld – Teuerung – klagen.

Viele vulkanische Felsenhügel ragen oft aus dem Meer, welche den Wellen getrotzt haben. Mit Kuaotunu und Matarangi waren wir auf Höhe von Coroandel, zwei schöne Küstenorte mit Sandstrand und grossen Buchten. Dabei werden die vielen Boote auf der ruhigen Flussseite ins Wasser gefahren. Für uns wirkt alles so friedlich, kaum vorstellbar, dass es so unruhig werden kann.

Von der Ostküste führte uns eine kurvige Fahrt mit herrlichem Lookout an die Westküste hinunter nach dem Ort Coromandel. Vor Covid gab es von hier eine gute Fährverbindung direkt nach Auckland.

Coromandel

Wir halten es selten lange an einem Ort aus, So nutzten wir die Zeit um die Halbinsel Coromandel zu besuchen.

Nach einer guten Autowäsche fuhren wir wieder nordwärts an die Meeresküste. Waihi wurde 1878 zur Goldgräberstadt. Zuerst starteten Mc Combie und Lee mit Pickel und Schaufel, aber das Gold ist im Quarz gefangen. So gaben sie nach einem Jahr auf. Der Dritte kaufte Stampfmaschinen, aber das Wasser reichte nicht lange für den Antrieb. So schlossen sich viele einer Mining Company an und konnten dank Geldgebern die grossen Investition stemmen. Um 1910 fiel der Goldpreis und die Firma entliess viele Mitarbeiter, welches zu einem langen Streik führte.

Ursprünglich wurde in bis 175 km langen Tunnels das Gold/Silber geschürft. Es mussten schreckliche Zustände herrschen, viel Staub, feucht, dunkel und die Pferde mussten bis ein Jahr in den Tunneln ausharren. Später baute man im Tagbau ab. Die Mine Martha ist bis 150 m tief und verfällt langsam. Aber man schürft weiter wieder im Untertagebau; der Silberverkauf deckt die Kosten und das wenige Gold dient als Profit.

Am Paradise Bay fanden wir am Meer einen Stellplatz. Schön dieser riesige Sandstrand mit den vulkanischen Inseln im Meer.

Hier gibt es schöne lange Küsten, aber wie überall wird alles überbaut. Soviel Zweitwohnungsbau und so viele Yachten? Die Stahlträger werden mit Holz geschützt und somit sollten die Häuser gegen Feuer und Erdbeben sicher sein.

Ein Haus gefällig?

Übrigens schon mal gehört, wie man mit Drohnen fischen geht? Da es eine recht flache Bucht war, hatte einer seine Angelschnur mit der Drohne weit hinaus ins Meer geflogen. Zum Fischen geben sie einfach alles.

Drohne flog weit hinaus, Klinkte Angelhaken aus und kam wieder zurück

Wir fuhren etwas weiter und genossen den Muttertag im ältesten Beach Club.