Wir fuhren weiter nördlich bis an die Donau in Donauwörth.
Hier am Zusammenfluss von der Wörnitz in die Donau endete die Römische Strasse Via Claudia Augusta und seit 2021 führt über die Friedensbrücke der Internationale Friedensweg bis nach Jerusalem.
an der Donau
Jerusalem Way
Hier feierten sie das Fischerstechen auf der Wörlitz. Männer in Nauen kämpften gegeneinander, bis einer ins Wasser plumpste..
Fischerstechen
Städtchen
Kaserne aus dem 17. JH.
Klosterkirchen gehören zur romantischen Strasse, wo wir auch diesmal schön übernachten konnten.
Uns gefiel das Käthe Kruse Puppen-Museum in Erinnerung auch an ihre Fabrik in Bad Kösen. So eine interessante und tüchtige Frau in schwierigen Zeiten!
In Spanien wurde mit diesem Puppenzimmer gespielt
Diese fruchtbare Donaugegend bietet aber auch feine frische Spargeln.
Von Landsberg fuhren wir nördlich zum Thermalbad Wörishofen und weiter nach Friedberg-Augsburg.
Eine so grosse Bäder- und Saunalandschaft hatten wir noch nicht erlebt. In Wörishofen wirkte der Pfarrer Kneip. Ob bereits im 18. JH. so viel Nackedei erlaubt war mit Männlein und Weiblein zusammen? Ob dies das versprochene Paradies ist, bezweifeln wir. Aber das warme Wasser und die Massage tat uns sehr gut.
Bilder aus Prospekt
unten links Familienbad (in Renovation),
Rechts Nacktbereich,
Mitte Bäderlandschaft
Anderntags fuhren wir in die Nähe von Augsburg, nach der Wallfahrtskirche Friedberg. Hier konnten wir auch übernachten. Schön, wenn man alleine Eindrücke in der Rokoko-Kloster-Kirche erleben darf.
Mit dem MG-Bobil wollten wir nicht in die Stadt, sondern lieber mit dem ÖV. Dies wurde recht abenteuerlich. Zu Fuss ging es zum Bahnhof Friedberg. Hier hielt jedoch kein Zug, da eine Überführung im Bau war. Glücklicherweise fanden wir einen netten Mann – ein DB-Lockführer, der versuchte, uns weiter zu helfen. Ja, auch für sie wäre es verwirrend, da nicht angeschrieben, aber irgendwann sollte uns ein Ersatzbus zur nächsten Station fahren. Tickets kaufen wäre wegen der Baustelle erst beim nächsten Bahnhofautomat möglich.
Der Bus kam spät und nach kurzer Fahrt wartete bei der nächsten Station der Zugführer, ein Kollege noch auf viele Zusteigende. Also alle hinein, auch ohne Tickets. Wir könnten es beim Schaffner kaufen, sofern einer komme.
Tatsächlich kam einer, aber jetzt ging es los. Man dürfe doch nicht ohne Billett in den Zug der bayrischen Regionalbahn einsteigen. Dies wäre … Aussteigen, Ausweis, Bahnhofpolizei …. Wir durchschritten den Zug bis nach vorne zum Zugführer, wo unser DB-Lockführer mit dem Kollegen plauderte. Er kam uns zu Hilfe, aber der Kontrolleur hatte auch für ihn kein Verständnis. Ohne Billett – auch ohne Automat – darf man nicht einsteigen (via Handy nicht möglich).
Am Hauptbahnhof wurden wir freundlich in Empfang genommen, Erklärungen hin und her und auch den zwei Herren fiel es schwer, uns weiter zum richtigen Ticket am Automaten zu helfen. Alles ist auch für sie so kompliziert! Wir konnten wieder lachen.
HB-Augsburg
Vielen Dank für die Unterstützung
Augsburg bleibt uns als Wasserstadt in Erinnerung. Bereits die Römer rasteten am Zufluss von der Wertach in die Lech auf ihrem langen Weg von der Adria bis zur Donau, der Via Claudia Augusta.
Als erste Stadt wurden im Frühmittelalter Kanäle für Brauchwasser aus der Lech und Trinkwasser aus Quellen vom Stadtwald durch die Stadt errichtet. Das viele Wasser ermöglichte später eine industrielle Entwicklung.
Römische Strasse
UNESCO-Weltkulturerbe
wird aktuell gefeiert
Für die Oberstadt wurden Türme errichtet, welche das Wasser mechanisch über mehrere Etagen hochpumpten.
Wir nahmen uns Zeit diese schöne Kleinstadt am Lech zu besichtigen. Die Handwerker sind bis in die Kathedrale vertreten und wir kamen auch an fünf richtigen Bäckereien vorbei. Mit dem Kanu über diese Stromschnellen?
Als Ausgangspunkt in die Berge und für die Jagd kaufte König Maximillian den Linderhof. Sein Sohn Ludwig II. lebte oft hier und entwickelte es zu einem Mini-Versailles. Reisen um 1850 war immer noch schwierig und so wurde über Bücher, Gebäude (z.B. Marokkanisches Haus, Maurischer Kiosk) und Gegenstände (viele Skulpturen, Möbel, Tapeten, Vasen) die Welt in die Berge geholt.
kühlende Wasserkaskaden
Unter Elfenbeinleuchter lesen?
Rechts steile Wasserkaskaden. Links Park mit Wasserbecken.
Ursprünglich
mit neuem Park
Ludwig II. besuchte viel Orte
Hier auf einem winterlichen Ausflug
Der Bruder Otto war behindert. Ludwig II. litt viel unter Kopfschmerzen, lebte sehr einsam und starb mit 46 Jahren. Vorher wurde er vom Ministerrat wegen seinen vielen Schulden (Bauen) durch ein Arztgutachten (ohne direkten Kontakt) als verrückt erklärt. So musste sein Onkel in die Fussstapfen treten und über 20 Jahre die Schulden tilgen.
Wichtig war auch immer der Einfluss der Kirche mit dem Kloster Ettal. Dieses wurde mit staatlicher Unterstützung restauriert. Das ehemalige Internat ist geschlossen und aktuell funktionierte primär der Laden mit Bier und Schnapsbrennerei. Für uns ein schöner Ort zum Übernachten.
Für drei Wochen fahren wir über die Romantische Strasse durch D-Bayern und werden für Besuche mit unserem Wohnmobil weiter bis nach Aachen reisen.
Birnau am D-Bodensee mit Säntis im Hintergrund
Forggensee bei Füssen
Füssen mit Blick in die Berge
Unsere erste Station war das bekannte Füssen. Das berühmte, weisse Neuschwansteinschloss stand für uns nicht im Vordergrund, sondern das Städtchen und ihre Geschichte.
Füssen liegt an der Via Claudia Augusta, der Römischen Strasse von der Adria über die Alpen bis Donauwörth und einer West-Ostverbindung der Donausüdstrasse. Später zogen auch die Bayrischen Könige hierher an die Lech und genossen die Berge inkl. Herbstjagd.
Hier war die Wiege der Gambel- und Geigenzunft. Dank Eiben, Ahorn und Fichte entwickelte sich mit Einwanderern von Spanien eine riesige Zunft, welche später in alle Welt auswanderte.
Im 19. JH. brachte eine 100 m lange Seilerei dank der Wasserkraft neu Arbeit ins Tal. Unter welchen Bedingungen damals bis 3’200 Arbeiter-Innen arbeiten mussten?
Hier war die Grenze zu Österreich sehr nahe und wir zogen es vor, weiter in die Berge zu fahren bis auf 900 m zum Heiterwangsee, herrlich zum entspannen.
In drei Etappen fuhren wir vom Mittelmeer nach Hause – Châteauneuf du Pape – Dijon – Richterswil.
Wir wussten, dass sich das Wetter verschlechterte – es sollte kühl und regnerisch werden. So entschieden wir uns, am Sonntag der Rhone hinauf zu folgen und Châteauneuf du Pape zu besichtigen. Wegen einem Fest wurde parken sehr schwierig. Wir fanden zuoberst beim Château einen Platz und spazierten hinunter ins schöne Dorf. Weiter ging es zum nächsten Château zum exklusiven Mittagessen. Auf ihrem Parkplatz übernachteten wir und der nächtliche Sturm mit Regen konnte uns nichts anhaben.
die Rhone ist riesig
so viele Weingüter
Rundgang durch das Städtchen
Am nächsten Tag starteten wir im Regen und erst 400 km nördlich wurde es heller und trocken.
Ausserhalb Dijon gab es einen neuen Stellplatz und mit Taxi ging es in die Stadt. An diesem Montag waren viele Läden geschlossen. Die Stadt hat jedoch ihren Charme. Gerne kommen wir wieder.
immer an oder über die Rhone
hier bei Lyon
schönes Dijon
scharfer Senf aus Dijon
Mit immer teureren Diesel ging weiter es nach Hause (Krieg USA-Iran). Kostete er in Marokko noch 1 CHF, wurde es mit 2.50 CHF in der Schweiz teuer. Auch hier kam der Frühling und mit ersten Spargeln aus Deutschland und vielen Geschenken kamen wir wieder heil zu Hause an. Es galt auszupacken, zu reinigen und alles für eine nächste Reise vorzubereiten.
Von Lourdes fuhren wir den Pyrenäen entlang in die Provence und südlich in die Camargue ans Mittelmeer.
Die Pyrenäen haben noch SchneeBlick Richtung MittelmeerGruissan an Meeres-LagunenSchöner Strand am Mittelmeer
Weiter südlich von Narbonne liegt Gruissan und an einer Lagune genossen wir unsere Übernachtung.
Die Reben sind schon weit
Baum gibt uns Schatten
es ist 27 °C
Am andern Tag besichtigten wir diese Lagunen, Dämme, die Salzgewinnung und fuhren bis nach Saintes-Maries-de-la-Mer, welche Gaby bereits in jungen Jahren besuchte. Wie touristisch es inzwischen geworden ist?
Die heilige Sara wird vor allem von Zigeunern und Fahrenden mit einem grossem Fest im Mai verehrt.
Schön dieser lange Strand und Surfer, die das wilde Meer liebten.
Rasch fuhren wir bis nach Lourdes, der heiligen Stätte von Bernadette.
Unser erster Zwischenhalt nach Nordspanien war kurz nach der Grenze in Orthez, einer kleinen mittelalterlichen Stadt. Wir genossen dieses Flair und ein französisches Croissant.
Weiter folgten wir den Pyrenäen entlang bis nach Lourdes, wo wir den neuen Stellplatz mit herrlicher Aussicht auf Stadt und Berge genossen.
In die Stadt, zur Kathedrale und der Grotte der heiligen Bernadette gab es einen kurzen Spaziergang und so konnten wir am Tag und Nachts einen Besuch machen.
Sehr ergreifend war die nächtliche Prozession von Tausenden mit ihren Laternen. Viele Kranke auch im Rollstuhl pilgerten hierher und hofften auf eine Heilung von der heiligen Maria.
Wir fuhren nördlich nach Zamora und bis zur Atlantikküste bei Santander, folgten westlich der Küste bis zur Grenzstadt – Akartegi – zu Frankreich – eine für uns ganz herrliche Gegend.
Zamora am El Douro gelegen.über Bergautobahn bis 1’000 min Santander übernachtenRiesiger Strand in Akartegi
Grossstädte, wie Salamanca liessen wir bewusst aus und genossen kleinere, einfach begehbare Städte, wie Zamora, direkt am El Douro gelegen. Wir konnten direkt am Fluss parken und via alter Brücke in die Altstadt gelangen.
an Seen vorbei
Schneeberge in der Ferne
an Santander vorbei
nach Zagora
an den El Douro
mit Essen unter Bäumen
über die Brücke
in die Altstadt
viele Leute bummeln durch schöne Strassen
Bereits an der Atlantikküste genossen wir 27°C. Den schönen Küstenzipfel mit langen Sandstränden schafften wir auf einem 7.5 km Rundweg. Am Schluss ging es steil hinauf zur Universität auf dem Hügel und wieder hinunter zu unserem Platz. Die Rolltreppen fanden wir, doch einige waren ausser Funktion.
herrlicher Zipfel
mit langem Strand
und viel Fröhlichkeit
Blick über die Lagune
hinunter zu Fuss
Weiter ging es der Nordküste entlang mit Zwischenstopp bei einer Werft heute mehr Museum und Ausbildungsstätte und danach bis zur letzten spanischen Küstenstadt Akartegi an einer Lagune mit langer Mole und 100 m Distanz zu Frankreich. Gerne kommen wir wieder.