Von Bad Wildbad fuhren wir via Freudenstadt zu einem Besuch in der Nähe von Rottweil.
Aussicht vom Dreifaltigkeitsberg, als Wasserscheide von Donau und Neckar
Freudenstadt liegt tief im Schwarzwald und musste trotzdem nach dem 2. Weltkrieg mehrheitlich im alten Stil mit seinem riesigen Platz wieder aufgebaut werden.
Rottweil ist eine mit 2’000 Jahren älteste Zähringer Stadt von Baden-Württemberg mit Turm, alten Häusern und grossen Kirchen. Bekannt ist ihr Narrensprung am Nordtor.
Die drei Kirchen zeugen von grossem Wohlstand dank dem mittelalterlichem Handel.
Hauptkirche
Maria blickt genau
ehemalige Klosterkirche
mit Deckengemälde
Ganz neu wurde eine 606 m lange Hängebrücke über den Neckar eingeweiht und der Aussichtsturm mit einer Plattform auf 232 m. Viel umgebaut wird für die Landes-Gartenschau 2028.
Auf dem Nachhauseweg von Aachen hielten wir beim grossen Pionier der Gebäudeautomation – unserem BAC-man. Auch mit 80 Jahren hatte er sein Haus zu einem Smart-Building mit tiefstem Energieverbrauch weiterentwickelt – Eindrücklich!!!
Da es immer wärmer wurde, wollten wir die Zeit im kühlen Schwarzwald geniessen und stoppten im Kurort Bad Wildbad. Schon die Könige gastierten hier und erholten sich im Thermalwasser.
Rechtzeitig kamen wir zur Geburtstagsfeier von Gaby’s Schwester Beate in Lontzen an.
Schön, auch immer wieder Erinnerungen auszutauschen. Herzlichen Dank.
Auf unseren privaten Besuchen entdeckten wir Deutschland neu als ländlich und mit ihrer langen Geschichte. Am Laacher Vulkansee lebten bereits die Römer und später die Dominikaner Mönche und nutzten verschiedenes Vulkangestein.
Unsere Fahrt war kurz und abwechslungsreich bis nach Nördlingen, der besterhaltenen mittelalterlichen rund ummauerten Stadt.
Zuerst wollten wir zur Harburg, der ältesten und best erhaltenen Burg Bayerns. Aus einem kurz geplanten Besuch wurden fünf Stunden mit einer abenteuerlichen Zufahrt durch die Altstadt hoch zum bereis vollen Parkplatz. Glücklicherweise wurden Graswiesen als zusätzliche PP gemäht. Beim hochgehen wurde uns bewusst, dass aktuell ein Mittelalterfest statt fand – toll.
Wir waren früh und es wurde noch eingerichtet, bezw. die Zelte und Stände langsam wieder geöffnet. So nahmen wir zuerst an einer spannenden Führung durch die Burg aus 12. JH. teil.
Das mittelalterliche Fest war riesig. Über vier Tage waren hier viele Interessierte zusammengekommen. Was es nicht alles zu sehen gab!
Bereits etwas erschöpft kamen wir nach Nördlingen und was gab es hier – die älteste und grösste Mess, durchgeführt seit 800 Jahren. Eine riesige Chilbi mit riesigen Bierzelten, „selbstverständlich viel besser als das Münchner Oktoberfest“. Ja die Würste, das Bier und das neue 55 m hohe Riesenrad gehörten dazu.
Am andern Tag besuchten wir die Altstadt und lernten einiges über einen Meteoriten. Vor 15 Mio. Jahren schlug ein kosmischer Körper einen 25 km Krater im Durchmesser und 4’500 m tief ein. Innert 10 Minuten füllte es sich dank Ablagerungen. Daraus bildete sich ein spezielles kalkartiges Gestein.
Wir fuhren weiter nördlich bis an die Donau in Donauwörth.
Hier am Zusammenfluss von der Wörnitz in die Donau endete die Römische Strasse Via Claudia Augusta und seit 2021 führt über die Friedensbrücke der Internationale Friedensweg bis nach Jerusalem.
an der Donau
Jerusalem Way
Hier feierten sie das Fischerstechen auf der Wörlitz. Männer in Nauen kämpften gegeneinander, bis einer ins Wasser plumpste..
Fischerstechen
Städtchen
Kaserne aus dem 17. JH.
Klosterkirchen gehören zur romantischen Strasse, wo wir auch diesmal schön übernachten konnten.
Uns gefiel das Käthe Kruse Puppen-Museum in Erinnerung auch an ihre Fabrik in Bad Kösen. So eine interessante und tüchtige Frau in schwierigen Zeiten!
In Spanien wurde mit diesem Puppenzimmer gespielt
Diese fruchtbare Donaugegend bietet aber auch feine frische Spargeln.
Von Landsberg fuhren wir nördlich zum Thermalbad Wörishofen und weiter nach Friedberg-Augsburg.
Eine so grosse Bäder- und Saunalandschaft hatten wir noch nicht erlebt. In Wörishofen wirkte der Pfarrer Kneip. Ob bereits im 18. JH. so viel Nackedei erlaubt war mit Männlein und Weiblein zusammen? Ob dies das versprochene Paradies ist, bezweifeln wir. Aber das warme Wasser und die Massage tat uns sehr gut.
Bilder aus Prospekt
unten links Familienbad (in Renovation),
Rechts Nacktbereich,
Mitte Bäderlandschaft
Anderntags fuhren wir in die Nähe von Augsburg, nach der Wallfahrtskirche Friedberg. Hier konnten wir auch übernachten. Schön, wenn man alleine Eindrücke in der Rokoko-Kloster-Kirche erleben darf.
Mit dem MG-Bobil wollten wir nicht in die Stadt, sondern lieber mit dem ÖV. Dies wurde recht abenteuerlich. Zu Fuss ging es zum Bahnhof Friedberg. Hier hielt jedoch kein Zug, da eine Überführung im Bau war. Glücklicherweise fanden wir einen netten Mann – ein DB-Lockführer, der versuchte, uns weiter zu helfen. Ja, auch für sie wäre es verwirrend, da nicht angeschrieben, aber irgendwann sollte uns ein Ersatzbus zur nächsten Station fahren. Tickets kaufen wäre wegen der Baustelle erst beim nächsten Bahnhofautomat möglich.
Der Bus kam spät und nach kurzer Fahrt wartete bei der nächsten Station der Zugführer, ein Kollege noch auf viele Zusteigende. Also alle hinein, auch ohne Tickets. Wir könnten es beim Schaffner kaufen, sofern einer komme.
Tatsächlich kam einer, aber jetzt ging es los. Man dürfe doch nicht ohne Billett in den Zug der bayrischen Regionalbahn einsteigen. Dies wäre … Aussteigen, Ausweis, Bahnhofpolizei …. Wir durchschritten den Zug bis nach vorne zum Zugführer, wo unser DB-Lockführer mit dem Kollegen plauderte. Er kam uns zu Hilfe, aber der Kontrolleur hatte auch für ihn kein Verständnis. Ohne Billett – auch ohne Automat – darf man nicht einsteigen (via Handy nicht möglich).
Am Hauptbahnhof wurden wir freundlich in Empfang genommen, Erklärungen hin und her und auch den zwei Herren fiel es schwer, uns weiter zum richtigen Ticket am Automaten zu helfen. Alles ist auch für sie so kompliziert! Wir konnten wieder lachen.
HB-Augsburg
Vielen Dank für die Unterstützung
Augsburg bleibt uns als Wasserstadt in Erinnerung. Bereits die Römer rasteten am Zufluss von der Wertach in die Lech auf ihrem langen Weg von der Adria bis zur Donau, der Via Claudia Augusta.
Als erste Stadt wurden im Frühmittelalter Kanäle für Brauchwasser aus der Lech und Trinkwasser aus Quellen vom Stadtwald durch die Stadt errichtet. Das viele Wasser ermöglichte später eine industrielle Entwicklung.
Römische Strasse
UNESCO-Weltkulturerbe
wird aktuell gefeiert
Für die Oberstadt wurden Türme errichtet, welche das Wasser mechanisch über mehrere Etagen hochpumpten.
Wir nahmen uns Zeit diese schöne Kleinstadt am Lech zu besichtigen. Die Handwerker sind bis in die Kathedrale vertreten und wir kamen auch an fünf richtigen Bäckereien vorbei. Mit dem Kanu über diese Stromschnellen?