In der Westsahara

Eine Grenze zur Westsahara erlebten wir nicht. Nach dem Rückzug der Spanier im 1976 besetzte Marokko dieses Gebiet obwohl sich die örtlichen Sahrauris wehrten. Interessant war die Westsahara wegen der langen Küste für Fischfang und dem weltweit grössten Phosphatabbau.
Heute ist es ruhig. Viele Marokkaner wurden rasch  in dieser Wüste angesiedelt und so wuchs z.B. die Wüstenstadt Smara in Kürze auf 57’000 (?) Einwohner, davon ⅓ Militär. Wovon die Leute leben, ist für uns rätselhaft.

Viel zu sehen gab es nicht und trotzdem wollten wir diese Entwicklung erleben. Eine ehemalige Klosterschule mit riesiger Bibliothek wurde bereits von den Franzosen zerstört. Mit etwas Glück konnten wir den Wiederaufbau mit den schwarzen Wüstensteinen besichtigen.

Etwas Ausserhalb besuchten wir ein Museum über Steinreliefzeichnungen und nutzten den schönen Parkplatz für unser Mittagessen. Für uns erstaunlich ist diese Weite in der Wüste und unsere Schwierigkeit, irgendwo zu pausieren. Die Strassen sind erhöht und Rastplätze gibt es nicht. In dieser Weite können wir uns nicht irgendwo „verstecken“ und bei Lokalen wollten wir nicht übernachten.

Somit mussten wir wieder ganz nach Westen an den Atlantik. Zwischendurch begleitete uns ein 100 km langes Förderband, welches das Phosphat über Land in den Hafen von Layounn befördert.

200 km Wüste

Von unserer schönen Oase fuhren wir 130 km bis Tan Tan, tankten Wasser und Diesel und danach ging es 200 km durch eine Stein- und Sandwüste. Die ersten 100 km  mit meist schnurgerader guter Teer-Strasse, praktisch ohne Verkehr.
Während  dieser Zeit kamen uns 20 Fahrzeuge entgegen, zwei überholten wir und ein Fahrzeug überholte uns – fast einsam durch die Wüste!

Nach dieser Zeit kam die erste Tankstelle. Auf einer Seitenstrasse parkten wir und genossen diese Weite und Ruhe während unserer Mittagspause. Schwierig zu beschreiben – bei 21 °C, blauem Himmel und schönem Wind!

Nach einer weiteren Stunde passierten wir zwei grosse Dromedarherden und kamen zu einer ehemaligen Karawanserei. Hier gab es nach dem Duschen ein richtiges Sonntagsessen – vieles ist dank unserem Wohnmobil auch in der Wüste möglich – Mega!!!

Auf zur südlichsten Oase

Die Wetteraussicht meldete wieder heftigen Regen und so wollten wir rasch weiter in den Süden. Das Schöne war – nach sieben trockenen Jahren erstmals wieder viel Regen – und somit war alles wunderbar grün. Auf google Maps war alles braun.

Spontan bei einem Kaffeestop wanderten wir durch ein Dorf. Der nette Herr zeigte uns voller Stolz seine tollen Wecker – wäre günstig zu haben.

Zielort war Guelmin, eine Kleinstadt im Landesinnern. Es hat ausserhalb ein grosses Einkaufshaus und Campings.
Martin wollte jedoch zuerst lieber in der Stadt auf den lokalen Markt, aber wo parken? Glücklich einen Hinterhof gefunden zu haben wanderten wir auf den nahen Frischmarkt (Souk) und stiessen auf einen freundlichen Marokkaner mit etwas Baslerdialekt.
So wurde das Einkaufen viel interessanter und bei Tee erfuhren wir, dass er im Tourismus arbeitet. Rasch wurden wir uns einig, in die nahe Oase Tighmert zu fahren und dort bei Maison Nomaden zu parken.
Wir erlebten zwei herrliche Tage. Es folgten Rundgänge durch die südlichste Oase Marokkos mit 700 Familien und 30 pensionierten Ausländern; ein Museumsbesuch und eine Wanderung an den Rand zu den Hügeln, wo Bananen gezüchtet werden. Wasser wird „einfach“ aus dem Boden gepumpt, solange es hat. Aus dem Garten von Bamal gab es Rettiche und frisch gepresstes Olivenöl. Er stammt aus einer Familie mit zwei Dutzend Kindern. Sein Vater hatte zwei Frauen und wurde 110 Jahre alt!

Am Samstag ist in der Stadt der grosse Souk mit vielen Tieren und riesigem Früchte-/Gemüseangebot. Dieses bunte Leben ist immer spannend.

Schöne Erinnerungen bleiben.

Die Wüste blüht

Unser nächstes Ziel war weg vom Regen und mehr Wärme.  Von Agadir fuhren wir weitere drei Stunden in den Süden ans Meer bei Mirleft. Es gab einen grossen, schönen Camping, vorwiegend mit Franzosen. Gut hier wollten wir für drei Tage entspannen.

Unverhofft kamen wir auch zu einer günstigen Reparatur unseres Fahrzeuges. Für wenig Geld wurden verschiedene Schäden repariert. Wirklich erstaunlich mit welch einfachen Mitteln drei Personen à ca. 5 h daran arbeiteten. Jetzt sehen wir wieder viel gepflegter aus.

Auch ein Spaziergang ans Meer und durch die aufblühende Wüste war ein schönes Erlebnis. Wenn es Wasser und Licht gibt  blüht alles wieder auf.

Weit in den Süden

Wir staunen über vieles Grün

Wir wussten, im Norden kann es noch kühl und regnerisch sein. Soviel Regen war jedoch auch für die Marokkaner neu. Analog in Spanien etc. sollte es die nächsten Tage wieder intensiv regnen und so entschieden wir uns, sofort weit hinunter in den warmen, trockeneren Süden zu fahren.

Am Morgen fuhren wir trocken los und kamen rasch in  einen intensiven Regen. 730 km mit über 8 h Fahrzeit bis Agadir bei meist starkem Regen wurde dank guten Autobahnen machbar! Gut auch, dass wir uns abwechseln können..
Direkt in der Stadt am Meer parkierten wir und entschädigten uns bei einem feinen Nachtessen. Französischer Einfluss mit Marokkanischer Küche zaubert feine Sachen auf den Tisch.

5h für die Überfahrt

Wegen schlechtem Wetter mussten die Fähren drei Tage pausieren. Somit entstand ein Stau. Wir konnten ein Ticket für Sonntag Morgen 8 Uhr buchen mit dem Hinweis, je nach Situation könne es viel länger (???) dauern – Inshallah.
Um 7.10 waren wir im Hafen und wurden in Kolonnen aufgereiht. Wie und wann wer dran kam, blieb uns ein Rätsel.
Doch tatsächlich kamen wir auf die Fähre um 11.15. Bis alle eingeladen wurden, dauerte es jedoch seine Zeit. Wohnwagen und Wohnmobile mit Anhänger mussten bis zuletzt warten und als einzige Rückwärts die recht steile Rampe hochfahren. Mit Auto-Überhang standen sie teilweise an der Rampe auf. Nächste Fähren warteten auf die Einfahrt und somit blieben zwei eingeplante Fahrzeuge trotz Diskussionen zurück. Insahlla – auf die nächste Fähre nach weiteren drei Stunden???

Uns empfing ein wolkenbehangenes, grünes, hügeliges Afrika. Doch zuerst kamen die verschiedenen Kontrollpunkte. Am Zoll staunten wir, wie alle PW’s alles Gepäck ausräumten. Galt dies auch für uns????
Nein, so freundlich und zuvorkommend  – wir waren in zehn Minuten durch. Welche Erleichterung!

Auch weit Gereiste machen Fehler und nehmen die falsche Kreiselabfahrt. Der junge Mann bei der Zahlungsstation lachte uns aus, weil wir zwei Male bei der gleichen Autobahn ausfuhren – diese Touristen!

Der geplante Campingplatz war gut, aber erst das ausgezeichnete Mittagessen weckte wieder unsere Geister. Mit einem Strandspaziergang am rauen Meer endete unser erster Tag in Afrika.

2’200 km bis Marokko

In vier Tagesetappen à gut 500 km reisten wir an die Südspitze Spaniens. Trotz kleinen Ereignissen lief alles gut. Nach den 7 Monaten Unterbruch mussten wir uns aber wieder richtig eingewöhnen.

Alles war wieder eingepackt, verstaut und so fuhren wir am ersten Tag um 8 Uhr bei kaltem, regnerischen Wetter los in die Provence bis Valence.
Nach ChatGPT wird je südlicher, der Diesel immer billiger. Aber bereits vor Genf blinkte unsere Tankwarnanzeige. Nur noch durch die Stadt, die Tunnels, über die Grenze (?) und schon kamen wir wieder in die Berge. Aber wo waren die Tankstellen??? Irgendwie schafften wir es bis zu einer Ausfahrt an eine gute Tankstelle und füllten 94 Liter – mehr als die angegebene Tankgrösse?!
Der erste Stellplatz war ein Sumpf, der zweite, neue Stellplatz an der breiten Rhône gefiel uns viel besser. Nachts trommelte starker Regen auf unser Dach.

Am zweiten Tag wurde es bald heller und bis 23 °C warm – welche Wohltat. Wir fuhren durch fruchtbare Gebiete, wo z.T. auch die Reben im Wasser standen und verabschiedeten uns von Frankreichs schönen Autobahnen mit entsprechenden Preis. Unsere Mautbox funktionierte und auf der letzten Etappe wurden 96 Euro verrechnet.

In Spanien zeigten sich von Ferne die Schneeberge der Pyrenäen. Bis um Barcelona verlief alles gut. Wegen einem kleinen Erdrutsch wurde die Autobahn von drei auf eine Spur reduziert, welches zu einem halbstündigen Stau führte. Diese vielen Lastwagen!
Wie schön,  vor Tarragona ans Meer zu kommen, sich entspannen und gut übernachten zu können.

Am dritten Tag gab es wieder eine lange Fahrt bis vor Cartagena. So eine intensive Landwirtschaft, von vielen Citrus- bis zu bereits blühenden Mandelplantagen – Spanien pur.

viele Plantagen

Hier am Binnenmeer wird mit viel Wind um die Wette geskatet und gesurft. Herrlich bei warmer Lufttemperatur zuzuschauen, wie ein Dutzend Junge und Alte im 14 °C Wasser um die Wette surfen.
Viel besser als sich um die übervollen Stellplätze aufzuregen. Wieviele Camper es hier gab – unglaublich. Trotzdem fanden wir einen freien Parkplatz an einem Park.

Video über Freude am Skitesurfen

Am vierten Tag wollten wir bis vor Gibraltar fahren und am nächsten Tag diesen Affenfelsen besichtigen. Bei Sonnenaufgang  gab es einen kurzen Spaziergang ans Meer und dann ging es wieder los.

Eine lange Fahrt mit viel böigem Wind stand uns bevor: Mehr oder weniger der Küste entlang in den Bergen hinauf und hinunter.

Viele Plantagen
Viele Plantagen
Mandelbäume
und neue Plantagen
und unendlich viele Gewächshäuser

Oben Schneeberge und unten viele weisse Gewächshäuser. Wir fragen uns, wie der Hirsch seinen Weg durch die Plastikwelt findet?

Rechtzeitig kamen wir vor Gibraltar an und fanden einen Campingplatz. Wir erkundigten uns über einen Ausflug nach Gibraltar. Der Ausblick auf den intensiv bewohnten Affenfelsen genügte und so entschieden wir uns möglichst rasch nach Marokko zu verschiffen.

Es galt das Fahrzeug für die Verschiffung klar zu machen (Gas, Wasser, Diesel, Adblue, Vorräte, etc.). Da die Fährschiffe wegen den Winden drei Tage nicht fuhren, gab es Kolonnen und wir buchten auf den andern Morgen. So konnten wir uns in Algeciras etwas umsehen und einen schönen Platz finden mit Sicht auf den Affenfelsen von der anderen Seite. Besser können wir es uns nicht wünschen.

Marokko

Endlich ist es wieder soweit. Wir fahren für zwei Monate in die Wärme nach Marokko. Das Fahrzeug ist beladen, die Reise  geplant, was uns alles wirklich erwartet, werden wir sehen und wieder festhalten.

Geplante Reise durch Marokko

Grönland – aus Sicht von Markus Bühler

Aktuell findet in Zürich bis Ende Juni eine schöne Ausstellung über Grönland statt – Am Rande der Welt.
Markus Bühler war bereits im 1997 im hohen Norden und letztes Jahr wieder mit seinem Sohn.   Spannend, sein einstündiger Film darüber.

Wir selber waren auf unserer Nord-West-Passage nicht in Qaanaaq, aber hatten Aleq persönlich kennen gelernt. Wir haben  in unseren Videos Musik von ihm eingefügt. Am Beispiel 4 Tage Grönland oder weitere Filme.