Glühwürmchen?

In den Waitomo Höhlen besuchten wir die „Glühwürmchen“.

Der Waitamofluss fliesst durch Kalksteingebirge und hinterliess über die Jahrmillionen viele Höhlen. Wenige sind einfach zugänglich. Unsere wurde im 2003 neu eröffnet, nachdem der Staat mit dem Landeigentümer eine Lösung gefunden hatte. Über eine Spirale wandert man 18 m hinunter und geht bis 85 m hinunter zu einem Fluss, wo andere Touristen durch die Tunnel auf dem Gummiring durchschwimmen.

Es ist immer beeindruckend, was die Natur über 30 Mio. Jahre geschaffen hat.

Ziel waren die „Glühwürmchen“, welche im Dunkeln farbig leuchten. Es sind Larven von Fliegen die sich über lange leuchtende farbige Seidenfäden so Nahrung beschaffen. Nach der Verpuppung und Ausflug leben sie nur wenige Tage (ohne Nahrung); nach Begattung legen sie bis 200 Eier. Alles spielt sich nur in diesen dunkeln Höhlen ab.

Weiter an die Westküste

Wir nutzten die Zeit um weitere, uns unbekannte Gebiete zu besuchen. Ziel ist der 2’518 m hohe Mount Taranaki, ein ehemaliger Vulkan mit bekannter Surfküste.

von Thames nach New Plymouth

Wir fuhren südlich durch riesige flache Gebiete mit grosser Milchwirtschaft bis zum Zwischenstop in Morrinsville mit etwa 7’000 Einwohnern.

Als ob wir unterwegs nicht hunderte Kühe gesehen hätten, fanden wir 60 bemalte Plastikkühe (a la Zürich) im ganzen Dorf verteilt. Dass wir dabei auch die Schweiz und das Alphorn fanden, machte es noch lustiger.

Letzter Kauri-Baum?

Kommen wir der Verschiffung näher? Ist es unser letzter Kauribaum den wir besuchten?

Direkt von unserem Camping besuchten wir den 1’200 jährigen Kauribaum. Der Regenwald bietet immer wieder erstaunliche Einblicke.

So gut es uns auch hier gefällt, wir müssen uns intensiv um eine Verschiffung kümmern. Es gibt sehr viele Hindernisse zu überwinden.

Anderntags fuhren wir der Küste entlang bis Thames. Diese vielen Buchten.

Thames ist eine schöne Stadt am Ende der riesigen Meeresbucht und für Aucklander relativ schnell zum Wochenende zu erreichen. In diesem milden Meeresklima wachsen Bananen, Zitrusfrüchte etc.

Trotzdem möchten wir hier nicht Wurzeln schlagen. Wir beneiden die drei „Aussteiger“ an einer Ecke vom Camping nicht. Das einfache Zimmer zügeln geht jedoch rasch. Ein Chauffeur mit riesigem Lastwagen schaffte alles alleine.

Wir sitzen im Teich!

Nachts hatte es stark geregnet, Morgens wurde es noch stürmischer und intensiver. In Kürze entstanden Wasserlachen, der Strassenabfluss verstopfte und wir standen im Wasser. Gut dass es via Strässchen direkt ins Meer abfliessen konnte.

Uns konnte es nichts anhaben, wir hatten Strom, warm und alles blieb dicht.
Schnell nutzten die Möwen das Wasser zu einem frischen Bad, pluderten und pusteten. Später kam die Sonne und auch die Enten badeten – und wir sassen zufrieden Mitten im „Teich“ – etwas ganz Neues. Keine Panik – es trocknete schnell wieder ab bei herrlicher Sonne.

Ostküste hoch

Vom Paradies Bay fuhren wir weiter hoch zu schönen Küstenabschnitten.

Cook Beach

Wir genossen die kurze Strecke über Hügel und um eine riesige Meeresbucht nach Whitianga an den Cooks Beach. Dabei liessen wir den Hot Pool aus. Bei Ebbe könnte man am Strand Löcher in den Sand buddeln und sich in warmes aufsteigendes Wasser legen. Für uns war die Luft zu kalt. Ebenso eine Schifffahrt an die geschützte Küste mit der Cathedral Cove. Wir sind etwas erkältet und wollen lieber wieder rasch gesund werden.

So gaben wir uns zufrieden mit Rundgängen in dieser Feriendestination, die sehr ruhig war, da die Saison vorbei ist. Früher wurden die Steinhügel für die Speicherung genutzt. Die Kiwis legen heute viel Wert auf 1-3 Autos, ein Schiff (Traktor zum einwassern) und oft auch ein Wohnmobil. Dabei kann das Haus recht einfach bleiben. Lifestyle ist wichtig, obwohl viele über fehlendes Geld – Teuerung – klagen.

Viele vulkanische Felsenhügel ragen oft aus dem Meer, welche den Wellen getrotzt haben. Mit Kuaotunu und Matarangi waren wir auf Höhe von Coroandel, zwei schöne Küstenorte mit Sandstrand und grossen Buchten. Dabei werden die vielen Boote auf der ruhigen Flussseite ins Wasser gefahren. Für uns wirkt alles so friedlich, kaum vorstellbar, dass es so unruhig werden kann.

Von der Ostküste führte uns eine kurvige Fahrt mit herrlichem Lookout an die Westküste hinunter nach dem Ort Coromandel. Vor Covid gab es von hier eine gute Fährverbindung direkt nach Auckland.

Coromandel

Wir halten es selten lange an einem Ort aus, So nutzten wir die Zeit um die Halbinsel Coromandel zu besuchen.

Nach einer guten Autowäsche fuhren wir wieder nordwärts an die Meeresküste. Waihi wurde 1878 zur Goldgräberstadt. Zuerst starteten Mc Combie und Lee mit Pickel und Schaufel, aber das Gold ist im Quarz gefangen. So gaben sie nach einem Jahr auf. Der Dritte kaufte Stampfmaschinen, aber das Wasser reichte nicht lange für den Antrieb. So schlossen sich viele einer Mining Company an und konnten dank Geldgebern die grossen Investition stemmen. Um 1910 fiel der Goldpreis und die Firma entliess viele Mitarbeiter, welches zu einem langen Streik führte.

Ursprünglich wurde in bis 175 km langen Tunnels das Gold/Silber geschürft. Es mussten schreckliche Zustände herrschen, viel Staub, feucht, dunkel und die Pferde mussten bis ein Jahr in den Tunneln ausharren. Später baute man im Tagbau ab. Die Mine Martha ist bis 150 m tief und verfällt langsam. Aber man schürft weiter wieder im Untertagebau; der Silberverkauf deckt die Kosten und das wenige Gold dient als Profit.

Am Paradise Bay fanden wir am Meer einen Stellplatz. Schön dieser riesige Sandstrand mit den vulkanischen Inseln im Meer.

Hier gibt es schöne lange Küsten, aber wie überall wird alles überbaut. Soviel Zweitwohnungsbau und so viele Yachten? Die Stahlträger werden mit Holz geschützt und somit sollten die Häuser gegen Feuer und Erdbeben sicher sein.

Ein Haus gefällig?

Übrigens schon mal gehört, wie man mit Drohnen fischen geht? Da es eine recht flache Bucht war, hatte einer seine Angelschnur mit der Drohne weit hinaus ins Meer geflogen. Zum Fischen geben sie einfach alles.

Drohne flog weit hinaus, Klinkte Angelhaken aus und kam wieder zurück

Wir fuhren etwas weiter und genossen den Muttertag im ältesten Beach Club.

Goldener Herbst

Wir genossen blauen Himmel, viel Sonne und den bunten, farbigen Herbst. Trotzdem …

So schnell es ging, verliessen wir wieder Auckland. Diese Stadt ist riesig und mit sehr viel Verkehr. Wie ziehen das Land und das freie Meer vor. So fuhren wir nach Tauranga, dem grössten und tiefsten Hafen von Neuseeland, wo extrem viele Container und Holz verladen wird.

Man staunt, wieviel Verkehr über diese schlechte Strasse auch über Hügel von Auckland bis Tauranga abgewickelt wird. Vorsicht war bei diesen meist hohen Tempi geboten.

Die Vielfalt dieser Stadt verblüfft, einerseits diese riesige Hafenindustrie und daneben das viele Freizeitangebot. So grosse Yachthäfen??? Wie klein diese riesigen Container aussehen???

Unser Ziel war es, endlich eine Gelegenheit zu finden, um unser Fahrzeug nach Asien zu verschiffen. Seit vielen Wochen arbeiten wir daran, es scheint jedoch, dass wir vom „Ende der Welt“ nicht mehr wegkommen. Die Schifffahrt hat eine ganz spezielle Kultur und ein ursprüngliches Angebot am 13.05. fiel buchstäblich ins Wasser. So besuchten wir einige Agenturen, in der Hoffnung, dass sie weiterhelfen können.

Zum zweiten Mal sind wir an diesem Camping mit seiner schönen Lage. Wenn man in der vordersten Reihe steht, hat man eine super Aussicht auf das Meer und staunt wieviele Spaziergänger, Jogger immer unterwegs sind. Wann die Arbeiten? Lifestyle ist hier eben wichtig.

Auch wir sind um diesen heiligen Mauao spaziert – eine wunderbare Wanderung.

Retour bis Auckland

In Etappen fuhren wir retour bis Auckland zum Autoservice.

Nicht im schönen alten Chevrolet sondern besser mit unserem Fahrzeug ging es weiter südlich zum grössten 160 jährigen Feigenbaum. Dabei hatten wir immer einen Camper im Genick. Wie es sich herausstellte, war dies ein Schweizer Ehepaar, welche uns kennen lernen wollten. Sie sind 3 Monate mit Mietauto in Neuseeland unterwegs. Wir freuen uns, Abraxas und Guido wieder zu treffen.

Eine Übernachtung in der Nähe von Helensville bot uns die Gelegenheit für ein Schwimmen im Thermalbad. Solche Entspannungen tun gut.

In Auckland galt es unser um ein Jahr verlängertes Carnet de Passage abzuholen, den Ausfall des Kühlschranks auf Funktion 12 Volt zu überprüfen. Hier wie auch in Australien sind alle zu beschäftigt und man sollte mehrere Wochen auf einen Termin warten. Dirk hatte schlussendlich mit uns verbarmen. Seit Indien fanden wir nie jemanden, der uns helfen konnte. Dass es nur eine Sicherung war, vermuteten wir, aber so versteckt auf einer Platine in einem Gehäuse, dass auch ein findiger Fachmann eine Stunde für den Ersatz brauchte! Als ehemaliger Deutscher, seit 14 Jahren glücklich in Neuseeland, schämte er sich für diese kundenunfreundliche deutsche Bauweise.

Weiter ging es zum Baumarkt und anderntags um 8 Uhr in zur Truck Garage. Vor drei Wochen fragten wir Les, den Inhaber, ob er uns einen Service machen könne. Es brauchte Abklärungen für die Ersatzteile – Sprinter Deutschland ist nicht Sprinter Neuseeland. Z. B. der Elektronikstecker funktioniert hier nicht – nur für Südasien. Dass es Mercedes nicht ermöglicht, weltweit Zugriffe zu erlauben?

Die Truck City ist ein echter Familienbetrieb und wir lernten Frau, Kinder und weitere Verwandtschaft aus ehemals Kroatien kennen. Das Truckbusiness scheint sehr hart und schmutzig zu sein. Für uns wurde die erste Grube neu weiss gestrichen. Welch ein Service – vielen Dank.

Kauri – Holz – Museum

Ein super Museum half uns zu verstehen, wie die Nutzung der Naturwälder zusammenhing.

Nach der sehr eindrücklichen Wanderung durch den Trounson-Kauri-Park fuhren wir südlich über abgelegene landwirtschaftliche Gebiete an einen See mit grossem Camping, für uns etwas kühl und einsam um diese Zeit.

Weiter im Kartoffelgebiet einkaufen (so viele Sorten!!!), feines indisches Essen und weiter nach Matakohe fahren, an einer riesigen Bucht, zu flach für die heutige Schifffahrt.

Hier wollten wir uns Zeit nehmen für den Besuch des während Covid erneuerten riesigen Museums. Die vielen Gegenstände und Bilder (über-)forderten uns, aber es ist sehr eindrücklich, was durch das Engagement von Wenigen, dank Beiträgen von Vielen und dem damaligen Fotografen alles möglich wurde.

Bereits ab 1814 wurde hier Gum (Harz) und Kauriholz gewonnen und innert 150 Jahren bis auf wenige kleine Orte alles abgeholzt. Das Holz wurde genutzt für den Schiffs- und Möbelbau und später für die Siedler, deren Häuser, Einkommen und Rodung für die Milchwirtschaft.

Bei den Waldrundgängen konnten wir diese riesigen Dimensionen nicht richtig einordnen. Hier wurden sie uns anschaulich dargestellt. Der grösste je gefundene Baum hatte einen Durchmesser von 8.5 m und lebte 3’500 Jahre. Wir selber erlebten solche Bäume mit 3.5 m Durchmesser noch lebend im Wald und fanden diese schon riesig. Unten links die Ringe verschieden grosser gefundener Bäume.

Unglaublich, mit welchen einfachen Mitteln und unter welchen Bedingungen die Bäume gefällt, zugeschnitten, transportiert und verarbeitet wurden.

Später gab es Motorsägen, die Eisenbahn und Lastwagen. Ab 1930 wurde aus der USA der erste Catarpillar eingesetzt, der 8 Teams und 112 Ochsen ersetzte.

Mit eigens entwickelten Winden konnten die Holzstämme auch aufwärts gezogen werden. Die vielen relativ flachen Flüsse wurden mit speziellen Wehren gestaut und danach das Holz mit der Flut hinunter geschwemmt.

Ziel war meist ein Hafen für das Umladen auf Schiffe für die Reise nach Australien und England.

Um den Transport zu erleichtern, wurden die Stämme aufgetrennt. Dass aber diese riesigen Stämme am Schluss für nur kleine Bretter, manchmal sogar als Brennholz genutzt wurden, ist aus heutiger Sicht schwer nachzuvollziehen.

Als Sohn eines Sägemeisters kannte Martin alle Prozesse bis zum Schleifen aus eigener Erfahrung.
Gut zu wissen, das ca. 1940 ein Vertrag unterzeichnet wurde, um die letzten Kauri-Wälder/-Bäume unter Schutz zu stellen. Danach wurden viele gut erhaltene, im Sumpf versunkene Bäume aus dem Boden geholt, welches neu auch verboten wurde. Somit steht (mit wenigen Ausnahmen) nur noch Schwemmholz für Liebhaber/Souvenirs zu Verfügung.

Herrliche Kauri-Wälder

Wir wanderten durch zwei verschiedene geschützte Kauri-Wälder – einfach beeindruckend diese Natur.

Im Waipoua Forest machten wir an zwei Stationen halt. Die meisten Besucher unternehmen den 5 Minuten Spaziergang zum Tane Mahuta – dem Lord of the forest. Die Bäume sind durch Pilzbefall gefährdet, also gilt es Schuhe zu desinfizieren und nur die guten Gehwege zu benutzen.

Interessant ist, dass junge Bäume viele kurze Äste haben. Wenn die Krone über dem normalen Wald wächst, wirft sie die unteren Äste ab und entwickelt eine grosse Baumkrone. Da es über die Jahrhunderte viele Stürme gab, sind viele Baumkronen recht zerzaust. Dafür hat der riesige astlose Stamm feingliedriges, leichtes Holz, das so beliebt ist. Jetzt können wir uns vorstellen, dass Maori so grosse, lange Schiffe aus einem Baum hauen konnten.

Die nächste Station war eine 50-minütige Wanderung durch herrlichen Regenwald bis zum Te Matua Ngahere – Father of the Forest. Seine Krone hat nach 3’000 Jahren bereits stark gelitten.

Unterwegs gab es viele weitere dicke Kauri-Bäume. Wir versuchten den Durchmesser und das Alter abzuschätzen, was bei diesen Riesen auf Distanz nicht einfach war.

Dank Bildern aus dem Museum werden die Dimensionen anschaulicher. Im mittleren Bild hatte ein Künstler die zwei Bäume zusammen exakt nach Dimension gemalt. Der Grössere ist 2’000 Jahre alt, der Rechte 3’000 Jahre. Was die alles schon erlebt haben?
Diese Gegend war seit 50 Mio. Jahren von Kauri-Bäumen bedeckt und sie wurden in den letzten 150 Jahren auf etwa 2 % dezimiert!

Anderntags besuchten wir den etwas weiter abgelegenen Trounson-Kauri-Park. Ganz allein genossen wir morgens nach kurzem Schauer diesen unbeschreiblich schönen Park. Wir kamen an mehr als 50 Riesen mit über einen Meter Durchmesser vorbei. Jeder individuell, anders und mit langer Geschichte. Hoffentlich haben diese Riesen noch ein langes Leben vor sich.