Wir folgten dem Fluss Wadi Laou und einem Nationalpark entlang bis zum Mittelmeer.
Uns erwartete eine herrliche Fahrt durch Berge/Hügel und Schlucht.
Unterwegs fanden wir einen guten Wasserbrunnen. Wir mussten nicht 180 Liter Wasser aus dem Brunnen hochziehen (!!!), sondern konnten nur den Schlauch an einen Wasserhahn anschliessen. Daneben pflügte der Bauer mit zwei Pferden in Ruhe sein Feld.
Wasserstelle
Bauer pflügt
am Mittelmeer
Auf dem fast 10 km langer Kieselstrand konnte man entlang wandern bis zur Flussmündung. Schwimmer sahen wir nur einen, aber den Sonntag Abendspaziergang genossen viele.
Voller Unternehmungslust fuhren wir ostwärts Richtung Mittelmeer.
Unterwegs sahen wir einen grossen ländlichen Samstags-Markt. Es galt umzukehren und über eine kleine Brücke ins „Getümmel“. Irgendwie parken geht immer. Hier hatte es nicht nur viele Leute, Händler, PW’s und Pickups, sondern auch noch viele Esel und Pferde als Transportmittel.
Autos und Esel
Letztere haben mehr Platz
es geht los
auch frische Fische
Salz
und Hüte
Feilschen um einen schönen Hahn
frisches Brot
unser Einkauf, keine 10 CHF
Was es alles braucht für das Leben? Auch mit Lautsprechern wurden Waren gepriesen. An drei Orten wurden die lebendigen Hühner vor Ort geschlachtet, gerupft und ausgenommen. Wir wollten keines!
Weiter ging es bis zur bekannten Touristenstadt Chefchauone wegen ihren blauen Häusern. Über Serpentinen kletterten wir bis 700 m zu einem idealen Campingplatz. Unsere Überraschung war, dass bereits um die Mittagszeit der Zugang begrenzt wurde, da weitere 30 Fahrzeuge von Reisegruppen erwartet wurden. Wegen Ostern sind viele Spanier, Franzosen, Niederländer hier.
höflich fragen hilft
viele kommen später
zu Fuss hinunter
erstaunlich – eng, viele Leute und es geht
Unglaublich, wie viele Geschäfte mit Souvenirs , Restaurants, aber aktuell auch viele Gäste. Die Lage auf dem Hügel ist eindrücklich.
Wir kamen langsam ans Ende unserer Marokko-Reise. Schöne Temperaturen, blauen Himmel und Sonne wollten wir jedoch noch geniessen (zu Hause war es nass und kalt).
Auf der Fahrt von Fez erlebten wir grüne Hügel. Dank dem vielen Regen war es unüblich grün und fruchtbar. Leider litten die Strassen und trotz grossen Bauarbeiten gab es immer noch viele Löcher, Gräben.
viele Olivenbäume
und Getreidefelder
mit Anbau
Bewässerung ist jetzt nicht nötig
einfaches pflügen
Flüsse
Überschwemmung
Fussballplatz mit Schafen
Im Camping nahe Ouazzane gefiel es uns. Direkt am sauberen Riesenpool zu parken war zu selten. Schwimmen, spazieren und den Wüstenstaub entfernen war inbegriffen.
Marrakesh, Rabat (Standort für heutigen König), Meknes und Fez gelten als die vier Königsstädte. Uns gefiel davon Fez am Besten.
Blick auf die Altstadt, einem Teil der Stadt mit 1 Mio. Einwohnern.
Die heutige Altstadt von Fez stammt aus dem 12. JH. Es gibt 9’000 enge (Sack-) Gassen/Wege, 300 Moscheen und bis 800 religiöse Gebäude. Es ist eine der komplexesten und grössten autofreien Altstadt. Man kann sich sehr einfach bis zur Erschöpfung darin verlaufen . Dank einem Freund lernten wir Youness kennen und kamen somit in kürzester Zeit durch viele Gassen zu allen Schönheiten in Fez.
Ein Teil unserer Weg-Aufzeichnungen.
Idris I, ein Nachkomme von Muhammad floh nach einem verlorenem Kampf in der Nähe von Mekka über Nordafrika und gründete 788 Marokko. Sein Sohn Idris II siedelte auf der andern Flussseite und so entstand die Stadt Fez 808 und wurde das religiöse Zentrum Nordafrikas. Auch heute noch wird die Religion anders gelebt als in den arabischen Staaten (andere Moscheen, liberaler zu Frauen etc.).
Sieben Tore zum Königspalalst
und keine wurde uns geöffnet
Muslime von Andalusien und Tunesien siedelten sich früh an und brachten das Handwerk, Architektur und Wissen ein.
1492 (Alhambra Decree) gab es auch eine grosse Zuwanderung von Juden aus Spanien, welche neue Handelskontakte, Goldschmiede, Ärzte, Diplomaten und einen eigenen Stadtteil Mellah einbrachten. Bis zur Gründung von Israel lebten bis 20’000 Juden meist in gutem Einvernehmen hier.
Rechte Strassenseite lebten die Juden
links die Berber/Araber
Jüdischer Friedhof
Es gibt auch viele Berber, welche vom Land in die Stadt zogen. In vielen Geschäften begegneten uns diese tüchtigen Händler, aber auch in der Gerberei und bei andern einfachen Arbeiten.
Alte Gerberei
gerben
färben
waschen
Dank diesem vielseitigem Mix war für uns Fez so bunt, lebendig und bot grosse Kultur und handwerkliche Gegenstände. Es wurden zwei sehr intensive Tage.
sehr altes Stadthaus
Uraltes Hamam
Ruheraum
Massageraum
Holzfeuerung Hamam
Bäckerei
Weberei
Keramik bis …
Schreinerei
Markt
Touristengasse
Moscheen
Jüdischer Friedhof
Sackgasse
Hauseingang
durch Gassen bis zur Erschöpfung
Burg
Park
bis Kunst
Der spezielle Abschluss war ein ganz feines Nachtessen bei Youness und seiner Familie. Ganz herzlichen Dank!
Er ist ein guter Guide und betreut auch grössere Camper-Touren.
Am Sonntag fuhren wir von Casablanca nach Meknes, unserer dritten Königsstadt.
Nach dem Frühstück ging es los. Hier war Einkaufen auch am Sonntag im riesigen Carrefour möglich.
Frühstück mit Ausblick
Einkaufen
schöne Brücke
Universität von CasablancaPicknick am Sonntag
es ist schön grün
In Meknes konnten wir direkt vor der Altstadt parkieren und losmarschieren. Hier wurde mit Unesco-Geldern viel erneuert. Ohne jegliche Zugänglichkeit zum Palast ging es den langen Mauern entlang.
Riesige Mauern um die Altstadt
und dem Golfgarten des Königs
ohne jede Zugänglichkeit
grosse Ausstellung geplant
Erschöpft entschieden wir uns für einen Tee. Danach folgte ein Nachtessen.
gut restauriert
alles erneuert
in Arbeit
Tee einschenken
Endlich, Abends wurde es richtig lebendig – herrlich.
auf dem grossen Platz
riesen Andrang
Musik
bis Reiten
Parkplatz Abends
Parkplatz Morgens
Wir konnten gut schlafen. Morgens wollten wir in Ruhe durch die Altstadt und gewannen einen ganz anderem Eindruck.
Via Autobahn fuhren wir nach Casablanca und übernachteten in einem Hotel.
An der Küste wurde Regen vorausgesagt und in der drei Mio. Stadt zu parken war schwierig. So buchten wir mitten in der Stadt ein Hotel und konnten direkt davor parken.
Zu Fuss ging es zum Bahnhof, dem Hafen und Meer entlang zur riesigen Mosche mit einem 320 m Turm.
Von da suchten wir einen Weg durch die Altstadt. Glücklich wurden wir dabei nicht. Es war eng, schmutzig und gefährlich wegen den vielen Mopeds. Schön, dass es Nachmittags sonnig wurde und wir uns erholen konnten..
Am andern Tag nahmen wir einen Zug nach Rabat: 1.5 h Fahrt kosteten in der ersten Klasse 7 CHF/Person.
Neuer Bahnhof
Normalzug
Bahnhof in Rabat
zu Fuss los in Rabat
unvollendete Moschee
Neues Hochhaus
Mausoleum von Muhammad V
eindrücklich von unten bis oben
gut bewacht
bis ins Mausoleum
Morgens viele Blumen, wenig Menschen
nicht eröffnetes Theater
„geschlossener Park“
am Hafen
Altstadt
schöne Allee
Den besten Eindruck hinterliess ein schönes altes Hotel beim Mittagessen und am späteren Nachmittag die vielen Stadtbesucher am Frühlingsanfang.
Wir fuhren auf der Küstenstrasse hoch und genossen den Ausblick auf das rauhe Meer.
Felsenküste
Felsen vor der Sandküste
Mit Zwischenstopps kamen wir nach Oualidia, einem Küsten-Feriendorf an einer schönen Lagune.
Vor Abschluss des Ramadan gehört sich ein Besuch der Gräber.
Felsenküste
Immer wieder erneuern
Kürbisernte
Schafherden
Frauen unterwegs
auf dem Friedhof
Den sonnigen Tag konnten wir richtig geniessen und dann ging es weiter hoch bis El Jaidida. Trotz vielen Feldern sieht es eher einfach aus. Viele Esel, viele Miniherden, z.B. eine Person bewacht drei Kühe etc.
Täglich Futter für Tiere holen
Salzgewinnung
Diverse Lagunen
El Jadida hat zwei riesige Hafenanlagen für Phosphatexport. Hier stinkt’s! Zur Stromerzeugung gibt es grosse Kohlekraftwerke.
Bereits im 15. JH. bauten die Portugiesen eine riesige Burganlage im Viereck am idealen Hafen. 2m dicke Mauern und Wassergräben, mit vielen Kanonen sicherten 200 Jahre ihre Hoheit.
Auch heute noch steht die Burg und innerhalb gibt es enge Gassen mit alten Häusern.
Es ist Ende des Ramadans. Herrlich so viele Menschen sind am Einkaufen, neue Kleider, Süssigkeiten und die Frauen wollen ein Hennatatu auf ihren Händen. Bringen die vielen Marienkäfer auf der Burg allen Glück oder sind es die Küken?
Vieles nehmen wir nicht als selbstverständlich und immer wieder müssen wir weiter dazu lernen.
Wir hatten bereits vieles erlebt und doch – einige aktuelle Beispiele:
1.) Im Hotel konnte ich Aussen den Zimmerschlüssel nicht entfernen und Innen abschliessen. Daher bat ich um Hilfe. Abends um 21 Uhr kam der Servicemann und versuchte es mit Spray, aber was war das Problem?
Den Schlüsselentfernt manwaagrecht und nicht senkrecht!
Schlüssel von früher beim Hotel
Luftdruck-Verlust
2.) Nach dem Einkaufen am Samstag sah ich, dass das rechte Vorderrad Luft verliert. Warum wieso? Reicht es noch zum Bricolore oder ?
Besser zur nächst möglichen Tankstelle fahren. An manchen gab es auch Services. Ja, und nach kurzer Zeit demontierte ein Junge das Rad, seifte es ein und nirgendwo entwich Luft.
Evt. beim Ventil? Ja genau. Am Vortag hatte ich eine Luftdruckkontrolle gemacht. Ist vielleicht ein Sandkorn eingedrungen? Einfaches Auswechseln des inneren Ventils und diese halbe Stunde für den ganzen Service kostete 2 CHF.
3.) Marokko hat keine LPG-Tankstellen. Somit hofften wir mit unseren zwei Flaschen auszukommen. Ganz sparsam waren wir: Möglichst elektrisch kochen, nicht zu heiss duschen, nicht unnötig heizen etc. Doch der Kühlschrank lebt meist von Gas und so zeigten die Zeiger auf das baldige Ende.
Also entstand Handlungszwang. Was ist wirklich möglich? In Nepal füllten sie unsere Flaschen etwas, indem sie die lokale, schwere Flasche in 2 m Höhe festbanden und via Schlauch das Gas auf unsere ausgebaute Flasche fliessen liessen.
Nach diversen Umfragen und Internet entschied Martin: Eine Lösung muss jetzt her.
Er nahm auch eine stündige Fahrt am Samstag mit viel Verkehr durch die Stadt in Kauf, um in einem Bricolore (Do it) diese Teile zu kaufen. Erst beim zweiten Geschäft wurde er fündig. Auf dem Rückweg und einem schrecklichem Verkehrschaos fand er nach einigem Suchen einen Verkäufer (Ramadan) und zahlte für eine grosse Flasche plus Füllung für 11 CHF!
Und tatsächlich am Sonntag Morgen auf dem Flughafenparkplatz schafften wir den Einbau und haben wieder genügend Gas – herrlich!!!
4.) Unsere kleine Nespressomaschine begann zu spuken. Am Morgen schrieb Martin an Gaby, kannst du nicht eine neue Maschine mitbringen? Und Abends war sie schon da. Mit vielen Schokoladen. Einfach toll.
Heute war ein wunderbarer Tag mit einer 240 km Fahrt von der Küste bis Marrakesh.
Der Morgen startete nach einem Spaziergang mit einem Frühstück draussen auf der Terrasse des Hotels bei herrlichem Blick auf die Bucht. Nach einigen stürmischen Tagen war es jetzt sehr sonnig und um 10 Uhr bereits über 20°C.
meine Terrasse
Ausblick
zum Pool
bin gestern hier geschwommen
Frische Eier
zum Frühstück
Zuerst ging es über grüne Hügel, vorbei an farbigen Wiesen, einfach schön.
Auf den ersten 100 km sah ich etwa 100 (hundert) Esel!!!
Sie sind selten in Gruppen, meistens einzeln frei/angebunden grasend am Strassenrand oder Männer sitzen drauf (gespreizt oder seitwärts).
Sogar vor der Mosche waren viele Esel angebunden, gibt es hier doch wenige Autos. Auf diesem ländlichen Abschnitt erlebte ich höchstens 20 Fahrzeuge, aber etwa 200 winkende Männer, Frauen und Kinder. Einfach schön – so ruhig, fröhlich und erholsam kann Autofahren richtig Freude machen.
Ich hatte Glück und fand einen guten Wasserbrunnen.
Da erlebte ich, wie ein alter Herr auf seinem Esel daher ritt und abstieg . Er nahm dem Esel sein Geschirr weg, dass er besser trinken konnte, tätschelte ihn und kontrollierte alles. Danach liess der Esel das eingeschirren zu und trabte mit seinem Herr wieder fröhlich weiter hinauf.
Trotz der Hitze trank der alte Herr nichts – es ist Ramadan!
„Alle“ halten sich daran. Wenn man die Leute fragt, sagen sie, ja es ist hart, aber okay.
Auf den nächsten 50 km kamen grössere Dörfer und auch das gibt es. Nach der Schule wollten mich einige Jungs stoppen, klopften auf das Fahrzeug und da sie nichts bekamen, schleuderte einer einem Stein nach. So wie man die „Esel“ wegschickt?
Das Fahrzeug wurde endlich wieder einmal gewaschen und im Abendverkehr erreichte ich Marrakesh. Vom Parkplatz bis in die Stadt konnte ich zu Fuss los. Wegen Ramadan öffnete die Mail erst wieder ab 21.30.
Danke – dies war ein sehr guter Tag.