5h für die Überfahrt

Wegen schlechtem Wetter mussten die Fähren drei Tage pausieren. Somit entstand ein Stau. Wir konnten ein Ticket für Sonntag Morgen 8 Uhr buchen mit dem Hinweis, je nach Situation könne es viel länger (???) dauern – Inshallah.
Um 7.10 waren wir im Hafen und wurden in Kolonnen aufgereiht. Wie und wann wer dran kam, blieb uns ein Rätsel.
Doch tatsächlich kamen wir auf die Fähre um 11.15. Bis alle eingeladen wurden, dauerte es jedoch seine Zeit. Wohnwagen und Wohnmobile mit Anhänger mussten bis zuletzt warten und als einzige Rückwärts die recht steile Rampe hochfahren. Mit Auto-Überhang standen sie teilweise an der Rampe auf. Nächste Fähren warteten auf die Einfahrt und somit blieben zwei eingeplante Fahrzeuge trotz Diskussionen zurück. Insahlla – auf die nächste Fähre nach weiteren drei Stunden???

Uns empfing ein wolkenbehangenes, grünes, hügeliges Afrika. Doch zuerst kamen die verschiedenen Kontrollpunkte. Am Zoll staunten wir, wie alle PW’s alles Gepäck ausräumten. Galt dies auch für uns????
Nein, so freundlich und zuvorkommend  – wir waren in zehn Minuten durch. Welche Erleichterung!

Auch weit Gereiste machen Fehler und nehmen die falsche Kreiselabfahrt. Der junge Mann bei der Zahlungsstation lachte uns aus, weil wir zwei Male bei der gleichen Autobahn ausfuhren – diese Touristen!

Der geplante Campingplatz war gut, aber erst das ausgezeichnete Mittagessen weckte wieder unsere Geister. Mit einem Strandspaziergang am rauen Meer endete unser erster Tag in Afrika.

2’200 km bis Marokko

In vier Tagesetappen à gut 500 km reisten wir an die Südspitze Spaniens. Trotz kleinen Ereignissen lief alles gut. Nach den 7 Monaten Unterbruch mussten wir uns aber wieder richtig eingewöhnen.

Alles war wieder eingepackt, verstaut und so fuhren wir am ersten Tag um 8 Uhr bei kaltem, regnerischen Wetter los in die Provence bis Valence.
Nach ChatGPT wird je südlicher, der Diesel immer billiger. Aber bereits vor Genf blinkte unsere Tankwarnanzeige. Nur noch durch die Stadt, die Tunnels, über die Grenze (?) und schon kamen wir wieder in die Berge. Aber wo waren die Tankstellen??? Irgendwie schafften wir es bis zu einer Ausfahrt an eine gute Tankstelle und füllten 94 Liter – mehr als die angegebene Tankgrösse?!
Der erste Stellplatz war ein Sumpf, der zweite, neue Stellplatz an der breiten Rhône gefiel uns viel besser. Nachts trommelte starker Regen auf unser Dach.

Am zweiten Tag wurde es bald heller und bis 23 °C warm – welche Wohltat. Wir fuhren durch fruchtbare Gebiete, wo z.T. auch die Reben im Wasser standen und verabschiedeten uns von Frankreichs schönen Autobahnen mit entsprechenden Preis. Unsere Mautbox funktionierte und auf der letzten Etappe wurden 96 Euro verrechnet.

In Spanien zeigten sich von Ferne die Schneeberge der Pyrenäen. Bis um Barcelona verlief alles gut. Wegen einem kleinen Erdrutsch wurde die Autobahn von drei auf eine Spur reduziert, welches zu einem halbstündigen Stau führte. Diese vielen Lastwagen!
Wie schön,  vor Tarragona ans Meer zu kommen, sich entspannen und gut übernachten zu können.

Am dritten Tag gab es wieder eine lange Fahrt bis vor Cartagena. So eine intensive Landwirtschaft, von vielen Citrus- bis zu bereits blühenden Mandelplantagen – Spanien pur.

viele Plantagen

Hier am Binnenmeer wird mit viel Wind um die Wette geskatet und gesurft. Herrlich bei warmer Lufttemperatur zuzuschauen, wie ein Dutzend Junge und Alte im 14 °C Wasser um die Wette surfen.
Viel besser als sich um die übervollen Stellplätze aufzuregen. Wieviele Camper es hier gab – unglaublich. Trotzdem fanden wir einen freien Parkplatz an einem Park.

Video über Freude am Skitesurfen

Am vierten Tag wollten wir bis vor Gibraltar fahren und am nächsten Tag diesen Affenfelsen besichtigen. Bei Sonnenaufgang  gab es einen kurzen Spaziergang ans Meer und dann ging es wieder los.

Eine lange Fahrt mit viel böigem Wind stand uns bevor: Mehr oder weniger der Küste entlang in den Bergen hinauf und hinunter.

Viele Plantagen
Viele Plantagen
Mandelbäume
und neue Plantagen
und unendlich viele Gewächshäuser

Oben Schneeberge und unten viele weisse Gewächshäuser. Wir fragen uns, wie der Hirsch seinen Weg durch die Plastikwelt findet?

Rechtzeitig kamen wir vor Gibraltar an und fanden einen Campingplatz. Wir erkundigten uns über einen Ausflug nach Gibraltar. Der Ausblick auf den intensiv bewohnten Affenfelsen genügte und so entschieden wir uns möglichst rasch nach Marokko zu verschiffen.

Es galt das Fahrzeug für die Verschiffung klar zu machen (Gas, Wasser, Diesel, Adblue, Vorräte, etc.). Da die Fährschiffe wegen den Winden drei Tage nicht fuhren, gab es Kolonnen und wir buchten auf den andern Morgen. So konnten wir uns in Algeciras etwas umsehen und einen schönen Platz finden mit Sicht auf den Affenfelsen von der anderen Seite. Besser können wir es uns nicht wünschen.

Marokko

Endlich ist es wieder soweit. Wir fahren für zwei Monate in die Wärme nach Marokko. Das Fahrzeug ist beladen, die Reise  geplant, was uns alles wirklich erwartet, werden wir sehen und wieder festhalten.

Geplante Reise durch Marokko

Grönland – aus Sicht von Markus Bühler

Aktuell findet in Zürich bis Ende Juni eine schöne Ausstellung über Grönland statt – Am Rande der Welt.
Markus Bühler war bereits im 1997 im hohen Norden und letztes Jahr wieder mit seinem Sohn.   Spannend, sein einstündiger Film darüber.

Wir selber waren auf unserer Nord-West-Passage nicht in Qaanaaq, aber hatten Aleq persönlich kennen gelernt. Wir haben  in unseren Videos Musik von ihm eingefügt. Am Beispiel 4 Tage Grönland oder weitere Filme.

Vancouver – schön und erholsam

Von Seattle reisten wir in 4 h mit einem Flixbus nach Vancouver. Der Grenzübertritt von der USA nach Kanada war problemlos. Nichts im Vergleich, was wir von Einheimischen hörten – viele Fragen, Handy-Durchsuchung bis zur Rückweisung. Hier gibt es eine bunte Durchmischung mit Einwanderern aus aller Welt, davon 30 % tüchtigen Chinesen.

Frühzeitig bezogen wir eine kleine Attika-Wohnung, genossen den Komfort, die Ruhe (neben einer Hochhaus-Baustelle) und begaben uns meist zu Fuss auf unsere Entdeckungen. Vancouver mit 2.5 Mio. Einwohnern ist eine gepflegte, lebendige Stadt mit viel Wasser und Grün.

Erst 1886  wegen Goldrausch gegründet, entwickelte sich aus einer kleinen Sägewerksiedlung mit der Zugsverbindung nach 3’800 km entferntem Toronto eine Stadt, heute mit grösstem Hafen in Nordamerika und hoher Lebensqualität.

Unsere schöne Reise geht zu Ende mit dem 9-stündigen Rückflug in dem neusten Airbus 350-900 von Edelweiss über 8’800 km. Es war erstaunlich erholsam.

Seattle – Grossstadt im Nordwesten der USA

Mit über 4 Mio. Einwohnern ist Seattle die grösste nördlichste Stadt mit eigener Kultur. Dank vielen Firmen mit ihren Hauptsitzen, wie Amazon mit 58’000 Angestellten, Boing mit zwei Riesenfabriken, Starbucks, UPC, Microsoft, Bill Gates Fundation etc. ist Seattle vergleichsweise reich und rühmt sich seiner Kreativität.

Von Nome in US-Alaska flogen wir mit Charterflugzeugen nach US-Seattle. Wir hatten Glück betrug unsere Wartezeit nur etwa 1h. Andere Gäste mit dem zweiten Flieger kamen erst Nachts um ein Uhr ins Bett.

Unser erster Spaziergang war zum Pike Place Market, der ursprünglich als „Genossenschaft“  für Direktverkäufer gegründet wurde. Nach so viel kahlen Küsten genossen wir speziell die bunten Farben, viele Blumen und den warmen Sonnenschein.

Schön, wenn man unverhofft auch wirkliche handwerkliche Künstler trifft und Zeit für den Austausch hat. Lee ist vor 40 Jahren eingewandert und hat seit Jahren besondere Steine gesammelt. Herrlich, was die Natur alles für uns zu entdecken hat.

Zur Weltausstellung 1962 wurde der elegante Space Needle mit 184 m errichtet. Für neun Uhr Morgens kauften wir ein Ticket. Leider überraschte uns der Nebel und wir konnten vor Ort auf den Nachmittag umbuchen. Dabei trafen wir 40 Personen von jung bis alt, welche den Turm in Feuerwehrausrüstung zur Erinnerung an den Tag 9/11 bestiegen hatten. Super Leistung über die vielen Treppen!

So begaben wir uns zuerst ins viel besuchte Chihuly Gardens und staunten über diese fantastische Glasskulpturen. Wahnsinnig diese Schaffenskraft!
Am ruhigen Morgen konnten wir diese vielen Eindrücke in Ruhe aufnehmen. Impulse von Indigenen und aus aller Welt wurden in riesige Skulpturen im umgesetzt.

Nach einer Erholungs- und Mitttagspause klarte es auf und so konnten wir die Aussicht vom Turm geniessen.

Spannend wurde auch der Ausflug zu Boing mit einer Werksbesichtigung. Diese Dimensionen mit weltweit grössten Gebäudehallen.

Seattle bietet sehr viele Möglichkeiten und auch ein Shopbesuch überraschte uns mit künstlerischen Elementen aus Millionen alten Versteinerungen.

MG – Nord-West-Passage mit Film

Eigene, direkte Erfahrungen bleiben länger, wenn man seine Fotos, Videos aufarbeitet.

Dieser Teil der Reise dauerte 20 Tage. Im Teil 1 (kritische Phase) gab es einige schöne Anlandungen.  Speziell bleiben uns die diversen Kontakte mit den Inuits und ihrer Geschichte.
Im Teil 2 nach Alaska durften wir nur in Nome anlanden. Dafür konnten wir einen Eisbär auf den Eisschollen eine lange Zeit aus der Nähe beobachten, wie er seine Robbe vertilgte.

Mehr in folgenden zwei Filmen. Viel Spass!

Teil 1 Grönland bis Cambridge Bay Dauer 32 Min.

Teil 2 Cambridge Bay bis Nome Alaska  Dauer 24 Min.

Alaska – Nome

Nach fünf Tagen auf dem Schiff endete unsere Nord-West-Passage in Nome, einer kleinen Stadt mit bis 4’000 Einwohnern. Berühmt in den 1890-er Jahren wegen dem Goldrausch und heute wegen den 1’500 km langen Schlittenrennen von Anchorage nach Nome.

Die Inuit lebten lange unbehelligt hier, bis die Walfänger, Goldgräber kamen.

Früh Morgens fuhren wir in den Hafen und bald konnten wir auschecken und das Städtchen besichtigen.

Auch heute noch wird Gold geschürft, aber nicht mehr in früherem Masse. Die Geschichte, Stürme und Feuersbrünste haben vieles verändert.

Roald Amundsen, ein Norweger benötigte für die erste Nord-West-Passage mit 6 Mann Besatzung 3 Jahre und erreichte Nome in 1906.  Er lernte viel von den Inuit und passte sich den extremen Situationen entsprechend an.
Dies im Gegensatz zu dem Engländer Sir John Franklin, der 1845 mit zwei grossen Expeditionsschiffen, 133 Männern, 3 Jahren Luxusverpflegung, 1’200 Büchern, Mahagonitischen und Silberbesteck startete, strandete und davon nur 4 Personen überlebten.

Uns ging es sehr gut. Wir hatten eine spannende Zeit auf dem Schiff, in Nome und flogen Nachmittags weiter nach Seattle.