Wüste

Wüsten sind definiert über tiefen Niederschlag von unter 200 ml/a. Wir haben bisher gesehen: Sand-, Salz-, Kies-, Stein- oder Felswüsten.

Einfach mal 200 km durch eine Wüste ohne Abzweigung, Kreuzung oder Kreisel (gemäss Navigation) meist mit zweispurigen getrennte Strassen, ohne viel Verkehr bei bis 41 ° – wer kann sich das Vorstellen?
In den letzten zwei Tagen sind wir so über 600 km gefahren. Wer sich dies todlangweilig vorstellt, irrt sich. Wir sind überrascht über die Vielseitigkeit der Landschaft. Auch eine Steinwüste ist nie tot, bereits bei wenig Wasser entstehen grüne Oasen, Dörfer, Städte.

Flache Wüste Richtung Bam

Es gibt riesige flache Ebenen, aber auch Steigungen bis in farbige, z.T. schroffe Berge auf 2500 m ü.M.

Unser Fahrzeug ist bisher immer flott unterwegs und Innen trotz intensiver Sonne kühl. Wenn es sein muss, essen wir Mittags kurz im Fahrzeug. Auch in der Wüste geniessen wir Früchte, Gemüse und haben alles was man so braucht.
Billiger Diesel ist ein anderes Thema, aber so lange wie diese Trucks mussten wir nie warten.

Trucks aus Pakistan (?) kaufen hier viel günstigeren Diesel für 1 Rp/Liter

Kerman – Bam – Pakistan

Kerman ist eine „reiche“ Stadt im Südosten Irans. Es gibt viel Industrie, z.B. weltweit zweitgrösste Kupfermine, Autofabriken etc. Sehr bekannt sind die Pistazien und der grosse alte Basar.
Was das Importverbot angeht, sehen wir keine richtige Wirkung. Es gibt hier alles und verarmt oder verlottert ist das Land deswegen auch nicht. Was der Westen gesperrt hat holen die Chinesen nach, z.B. betreiben sie die Werke von VW, Peugeot, Volvo mit chinesischen Modellen weiter. Wieviel Know how sie dafür „gratis“ bekamen???
Neue europäische Autos sind einfach (teuer) erhältlich, darf doch jedermann ein Auto in Europa kaufen und importieren.

Für uns Touristen ist es komplizierter, da das Zahlungswesen mit Kreditkarten gesperrt ist. Die Iraner zahlen alles mit Ihren Karten, wir mit Bergen von Geldscheinen. Trotzdem geniessen wir das Treiben und den Einkauf im Basar. Wir bekommen vieles frischer und müssen nicht in teureren Shopping-Centern „anonym“ einkaufen.

Unser Weg Richtung Pakistan führt über Bam – bekannte Lehmstadt mit ihren Datteln und weiter nach Zahedan nahe der Grenze zu Pakistan.

Bam ist berühmt für feinste Datteln und die weltweit grösste Zitadelle aus 6 JH v. Ch.
2003 wurde vieles durch ein Erdbeben zerstört. Mit Hilfe der Franzosen wird vieles erneuert und restauriert.

Vom äusserem Burgring Richtung innerer Burg



Interessant, um nach Indien zu gelangen gibt es nur je einen Grenzübergang Iran-Pakistan und Pakistan – Indien. So fahren wir am nördlichsten Zipfel zu Pakistan über den offenen Grenzübergang. Ein kontrollierter Weg führt uns weiter entlang der Grenze zu Afghanistan. Wir freuen uns auf Islamabad und die darauffolgenden Gebiete im Himalaya.

zum Salzsee bis Kerman

Nach Früchte-/Wasser-Einkauf und Tanken (Zeitbedarf 1h) fahren wir von Shiraz los. Am ersten Salzsee gibt es eine Kaffeepause, nach 220 km am zweiten Salzsee dürfen wir im Naturschutzgebiet übernachten. Wir geniessen diese Weite und auch die Abkühlung Nachts.

über grosse Hochebenen durch die Berge bis 2500 m ü.M.

Selber planen wir einen Zwischenstop in Estabhan bei einem Wasserfall. Ja, es ist Freitag, also Sonntag für Moslems. Ja, hier ist es immer noch heiss und einfach viele Iraner geniessen ihr Picknick im Park, noch besser am Wasser, inkl. Grill. Dass wir im Gewusel für unser Fahrzeug einen Parkplatz (Pfeil) finden grenzt an ein Wunder – immer dank freundlicher Mithilfe.

Obwohl in Mittagszeit, wandert Martin den ganzen Berg hoch bis zur Quelle – herrlich frisches Wasser. Dabei werde ich von Mohsein begleitet.

Ein geeignetes Restaurant finden wir nicht und so folgen wir Mohsein auf seinem Moped, zuerst zu einem Take Away und danach – welche Überraschung Richtung Berge auf ein Feigenbaumfeld. Der Junggeselle, der gerne Gäste und Touristen empfangen möchte lädt uns in seine Hütte ein und danach zum Tee Aussen unter dem Feigenbaum. Einfach schön – vielen Dank.

Die Verständigung ist nicht einfach. So fährt er kurzfristig los und holt seine Nichte dazu. Es gibt einen herrlichen Austausch.
Spannend, in meinen Erinnerungen kamen so viele Feigenbäume vor und erst an diesem Tag gab es erste riesige Felder. Am Schluss sitzen wir unter einem Feigenbaum, pflücken die frischen Früchte und nehmen viele getrocknete mit!

mit neuer iranischer Tochter?

Shiraz – Stadt der Rosen und Künstler

Gestern Nachmittag auf einem Hotelparkplatz angekommen, hatten wir trotz 36° noch Lust für ein Nachtessen in der Stadt. Das Essen war fein gewürzt, vielseitig und mit freundlicher Bedienung auf schöner Dachterrasse. Für uns zu zweit, inkl. herausfordernder Taxifahrt 20 Min. hin und zurück für rund 15 CHF.

Busfahrt heute – Verkehr ist meist flüssig und funktioniert erstaunlich gut.
Diese Ruhe vom Chauffeur sollte man haben

Heute war Sightseeing im Eramgarten (Paradiesgarten), Spiegelschrein (Ali Ibn Hamzeh Holly Shrine), Zitadelle und Basar. Danach kurzes Einkaufen in super Shoppingcenter und Autopflege.

Hier gibt es andere Gesichter – Verkleidungen als Nomaden sind sehr beliebt.

Persepolis – Highlight of Iran

Auf der Fahrt nach Persepolis besuchen wir den ältesten Baum und den dicksten Kühlturm. Auch können wir bereits die Türklopfer richtig bedienen – rechts Ring für Frauen, links Stab für Männer (unterschiedlicher Ton). Klopfer-Anzahl – wieviele stehen vor der Türe,

Auf Einladung steigen wir auf das Dach und blicken über die Stadt Abarkooh

Die Fahrt führt über Hochebenen und Pässe bis 2500 m. Überall wo es etwas Wasser hat, ist es grün, ansonsten sehr trockene Stein- und Salzwüsten



Was der König Darius vor 2500 Jahren hier baute und parallel gleichzeitig in Sousa ist einfach gewaltig. Auch wenn vieles vor allem durch Alexander der Grosse zerstört wurde, kann man sich den prachtvollen Eingang, den Aufgang zum 100 Säulensaal, die riesigen Schatzlager, seinen Königs-Palast und sein Grabmal recht gut vorstellen. Die riesigen Quader wurden mit Blei fixiert und haben so alle Erdbeben überstanden. Die Dächer auf über 18 m hohen Säulen wurden von Zedernholz aus Libanon errichtet.
Nach Erzählung soll Alexander mit 3000 Kamelen die Schätze weg geschafft und danach alles in Brand gesetzt haben. Darius selber ist mit 34 Jahren erkrankt und gestorben. Erfolgreicher waren seine Vorfahren, aber 200 Jahre Krieg mit den Römern ermüdete das Volk.

Man sieht immer noch Teile aus der Zeltstadt, welche Schah Reza Palevi zu seiner Feier von 2500 Jahren Monarchie feierte. Auch diese sehr aufwendige Inszenierung wurde vom Volk nicht getragen und war ein Grund für seinen späteren Rücktritt.

Sicht von oben – vorne 100 Säulensaal
Aufgang zum Plateau – Delegationen von 28 Ländern/Völkern wurden hier empfangen

Wir reiten keine Kamele sondern bewegen uns schneller im Wohnmobil, als „Futter“ reichen Diesel, Gas, Wasser und manchmal zusätzlich Strom.

Yazd – die Wüstenstadt

Wir fahren morgens aus der Wüste nach Yazd.

herrliche Landschaften

Dort besichtigen wir auf eigene Faust die Schweigenden Türme. Die Zorastrier beerdigten Ihre Toten auf den Hügeln. Verbrennen und in Erde vergraben bot mehr Gefahr von Verschleppung von Krankheiten, als der Aasfras. Dies war hier 600 vor Christus bis in 1960-er Jahren möglich und ist heute nur noch in Indien erlaubt.

Vorne Verabschiedung von den Toten – dahinter zwei schweigende Türme

Besuch des Zorastriertempel mit ewigem Feuer – Fredy Mercury war Zorastrier

Wer steigt die Treppen hinunter zur Zisterne

Viel Wasser, Bäume und kühlende Türme erleichtern das Leben

Die herrliche Freitagsmosche mit schönen Kacheln besuche ich auch nach dem Nachtessen, um den Fortschritt des Aufbaus der mobilen Überdachung zu begutachten

Mosche und rechts Mausoleum vom König – des Stifters

über Nain nach Chak-Chak

Von Isfahan fahren wir intensive 320 km in die Wüste/Berge nach dem Zorastrier-Schrein Chak-Chak. Oft sehen wir alle 30 km (früher eine Tagesetappe) eine meist verfallene Karawanserei.

Wir kennen die hellen Teppiche von Nain – also machen wir hier einen individuellen Stopp. Wir staunen über viele alte Lehmhäuser die mehrfach umgebaute Mosche, eine verfallene Burg und Basar.

Dank Nachfragen lernen wir den Safran-men kennen und besuchen die neue Hosseini-Mosche und auch das feine Safran-Restaurant.

Abends kommen wir an den Stellplatz unterhalb des Schreins an. Es gibt einen Abendspaziergang hoch zum Schrein mit 600-jährigen Baum und Feuertempel im Fels.

Ich lerne wieder drei Perserpaare kennen und werde mit Sirous zur Verpflegung am Boden eingeladen. Es gibt immer wieder schöne Kontakte.

Drei Nächte in Isfahan

In Isfahan können wir mitten in der Stadt auf einem kleinen Fussballplatz übernachten. Es ist Nachts sehr ruhig und unser Tisch steht auf feinen kühlen Rasenteppich.

besonderer Platz in Fussdistanz zur Altstadt, Basar etc.

Am ersten Abend genossen wir ein feines gemeinsames Nachtessen und spazierten dann zur bekannten 30 Bogen Brücke. Kollegen zeigten Fotos vom März, wo es noch viel Wasser hatte und sich das Licht darin spiegelte.

Am andern Tag besuchten wir den Empfangs-Palast (Hascht-Behest-Palast) und den weltweit bekannten zweitgrössten Platz (Naqsch-e-Dschahan-Platz). Isfahan bietet sehr viel auf gehobenem Niveau. Nach unserem Tee wurde ich auch zu der Herrenrunde mit Gedichte und herrlichen Diskussionen eingeladen. Auch das Mittagessen auf dem Teppich wird in bester Erinnerung bleiben.

Heute war eine armenische Kirche dran, viel farbiger und iranisch angepasst. Der König bot im 17 JH. Armeniern ein separates Quartier an und verbriefte Ihnen das Land. Die Armenier waren sehr gute Handwerker, Bauleute und Goldschmiede und somit herzlich willkommen.

Persönlich genossen wir einen Haarschnitt, Gaby zudem Pedi- und Manicure, selbstverständlich immer wieder mit vielen schönen Kontakten. Das mir bereits bekannte „Märchenhotel“ Abassi gehörte auch zum Programm, sowie ein Musikmuseum mit Konzert von jungen Musikern.

Nachts nochmals auf den schönen Platz und in den Basar mit dieser Lebendigkeit für einen wunderbaren Abschluss.

alle sind friedlich und geniessen einen schönen Abend

nach Kaschan und in die Wüste

Es geht weiter Richtung Isfahan. Zuerst fahren wir zu einer Tankstelle und wieder einmal verpassen die richtigen Abgänge. Organic-Maps funktioniert auch offline, manchmal etwas verzögert und bei den vielen Abfahrten und U-Turns braucht es echte Konzentration. Aber mit etwas Geduld findet man immer zum Ziel.

In Kaschan besuchen wir den Fin-Garten. Es ist erstaunlich, welche Wasserspiele vor über 4 Jahrhunderten bereits möglich waren. Auch heute noch ein Genuss diese Parks bringen eine echte Abkühlung.

Danach machten wir einen Abstecher mit Übernachtung in der Wüste. Es wurde eine tolle Runde bei einer Geburtstagsfeier – nicht alltäglich!
Im Unterschied zu unseren früheren Wüstenübernachtungen haben wir allen Komfort und geniessen die kurze Nacht, nach duschen im eigenen Bett..

vor Sonnenaufgang

Golan Palast – Basar – shoppen

Zum Glück fahren wir mit dem Bus in die Altstadt. Hier sind nur noch Fahrzeuge mit besonderer Bewilligung zugelassen. Eine Chance für Mopeds als Transportmittel.

Golan Palast

Der Golan Palast war erster Palast der Safawidenkönige aus 16. JH. Durch herrliche Parkanlagen kommt man in riesige Empfangssäle mit vielen Spiegeln, Leuchtern, Porzellan, Möbeln und Bildern aus aller Welt.

Dieser Raum Richtung Garten ist mir. in Erinnerung geblieben

Das Treiben im Basar gehört einfach dazu, wie auch ein feines Mittagessen und der Einkauf. Dieses Mal nach einer Stunde Busfahrt in den Norden, extrem schön mit allem was das Herz begehrt. Importrestriktionen???

Der Verkehr in dieser 20 Mio. Stadt ist erstaunlich flüssig. Trotzdem bewundere ich die Ruhe dieses Buschauffeurs – Nachahmenswert.