Ungewöhnlich warm

Wir verliessen Queenstown und fuhren an zwei Seen vorbei Richtung Westküste.

Am Morgen ist es noch grau, aber auch am Oster-Sonntag kann man einkaufen und danach geht es über einen Pass bis 1’000 m auf eine sonnige Seite. Uns wird erzählt, dass es normal um diese Zeit recht kalt und unfreundlich sein kann.

In Wanaka war am Vortag eine spektakuläre Airshow über dem See. Wir genossen lieber diesen Strand mit herrlichem Blick in die Berge. Das Wasser war echt blau und sehr sauber!

Weiter ging es um den See herum zum Lake Hawea, wo wir uns spontan entschieden zu Übernachten.

Für solchen Orte nehmen wir auch einen kurzen Umweg mit Naturstrasse in Kauf. Martin wollte auch im klaren Wasser schwimmen.

Mount Cook 3’724 m

Die Wettervorhersage hier ist nicht so genau, da das Wetter sehr rasch wechseln kann. Trotzdem beachteten wir, dass auf Ostersamstag die besten Voraussetzungen gemeldet wurden. Vorher wurde teilweise Regen, oben Schnee prognostiziert und es stimmte haargenau. Unsere Geduld hatte sich gelohnt. Wir erlebten einen einmaligen Flug zum Mount Cook, dem höchsten Berg in Neuseeland.

Alles klappte wie am Schnürchen und um neu Uhr flogen wir los, über den Nebel hinauf in den stahlblauen Himmel. Herrlich diese verzuckerten Berge. Abends beim Rückflug war bereits wieder viel Schnee geschmolzen.
80 Minuten flogen wir über unzählige Spitzen mit Sicht auf beide Seiten bis zum Meer. Hier schienen uns die Berge viel spitzer, schroffer, dafür waren die Flusstäler viel breiter. Bergsteigen muss hier viel schwieriger sein.

Gelandet wurde im Mount Cook Village auf 770 m. Der Pilot wechselte seine Aufgabe und fuhr den Bus. Wir zwei konnten wünschen wohin.
Ein Ehepaar aus Florida, das mit uns das siebenplätzige Flugzeug teilte, flog mit einem Helikopter wieder hinauf zu einem Gletscher zum Wandern im Eis. Sie waren überrascht wie viele Leute es hatte, bei Landungen bis zu 6 Helis nacheinander.

Nach einer Kaffeepause entschieden wir uns auf eine 3-4 stündige Wanderung hinauf ins Hooker Valley zum Gletscher. Es wurde zu einem Ostermarsch mit Hunderten von Wanderern. Klar es war Ostern und bestes Wetter. Zudem kommt man mit dem Auto einfach in dieses Bergdorf. Der Pilot konnte sich nicht erinnern, dass jemals so viele Autos auch der Strasse entlang parkierten. Wir hatten das Glück direkt vor Ort gefahren zu werden.

Die Wanderwege sind sehr gut ausgebaut und wir staunten mit welch einfachen Ausrüstungen viele Leute unterwegs sind. Kurze Hosen und Turnschuhe reichen bereits. Babies, Kinder, Jung und Alt von Japan, China, über Indien bis Europa und USA.

Drei Hängebrücken galt es zu überqueren (begrenzt auf 20 Personen). Uns wurde es sehr warm, war es doch recht intensiv bis hinauf zum Gletschersee, aber sicher der Mühe wert.

Nach einer kurzen Rast mit Verpflegung flogen wir Nachmittags retour und konnten es einfach geniessen, diese verschiedenen Blau’s!. Ein einmaliger Tag bis zum Sonnenuntergang!

Film über den Flug https://meeting-you.ch/flug-zum-mount-cook-film/

Einzigartige Landschaften

Wie vor drei Tagen am Meer oder heute in den Bergen kriegten wir nicht genug von dieser recht natürlichen Landschaft.

Nach dem schönen Morgenspaziergang bei den Seelöwen wollten wir noch nicht direkt in die Berge. Also fuhren wir weiter der Küste auf dieser Halbinsel von Dunedin entlang.

Unten am Fluss beobachteten wir, wie ein Maori Muscheln sammelte. Er kam zum „gwundrigen“ Martin und zeigte stolz, was er alles gefunden hatte. Er wollte mir 10 Stück überlassen. Zuerst zeigte er mir, wie man mit viel Kraft die frischen Muscheln öffnet und danach ausschlürft. Es schmeckte gut, aber noch eindrücklicher war die Freundschaft über den Nasenkontakt. Ganz herzlichen Dank.

Von Queenstown waren wir dem See entlang auf guter Strasse als Achterbahnfahrt (kurvig, hinauf/hinunter) bis Glenorchy und danach in ein breites Flusstal hinauf gefahren. Herrliche Bilder bei diesem Wetter.

Herbst in den Bergen?

Durch fruchtbare Täler wollten wir wieder in die Berge – mit frischem Schnee?

Auf der Ostseite hatte es seit 50 Jahren nie mehr so wenig geregnet. Daher waren die Felder gelb und wir wunderten uns, wie Kühe und Schafe ihr Futter fanden. Den ganzen Tag waren sie unermüdlich am Grasen. Wenn wir vorbeifuhren, glotzten Sie uns an oder rannten weg.

Daher wird an vielen Orten bewässert. Alexandra z.B. hat oberhalb einen riesigen Stausee. Daher ist es sehr fruchtbar, aktuell mit feinen Trauben, Aprikosen, Pfirsichen und Äpfeln.

Das Wetter ist wechselhaft, mal schön, mal windig und letzte Nacht war es sehr regnerisch. Daher sind die Berge neu verschneit – herrlich. Dies hatten wir gesucht.

Wir waren bis nach Queenstown gefahren. Dies ist ein grosser Touristenort in den Bergen am See, das „St. Moritz“ hier. Nur ist hier der Flughafen 10x grösser und es gibt Direktflüge auch von Australien. Es werden viele Aktivitäten angeboten, von Jet Ski … Shoppen, im Freien sitzen oder in Shorts spazieren, ginge ja noch, aber im See schwimmen war uns zu kalt. Dafür geniessen wir einen neuen Campingplatz, obwohl wir die super Einrichtungen nicht benötigen.

Morgenspaziergang

Nach einer ruhigen Nacht wollten wir auf einen kurzen Morgenspaziergang ans Meer.

Unbelastet, ohne grosse Kamera oder Fernglas war der Weg kurz an einen einsamen Strand. Wir waren die Ersten und genossen die Ruhe und diese Szenen am Meer.

Zuerst der Küste entlang nach links, danach immer noch mit Lust nach rechts und plötzlich erkannten wir einen, später 4 Seelöwen. Der eine lag erschöpft im Sand, der andere wackelte in seine Nähe und wälzte sich genüsslich viele Male im Sand.
Weiter weg suchte der Dritte Gesellschaft beim Vierten. Dieser hatte keine Lust, so kam er näher zu Eins und Zwei. Zu Dritt war es ihnen dann wohl.

6 Minuten Video

Glücklich im Castle?

Hier wird die Einwanderer-Geschichte sehr gepflegt, obwohl kaum 200 Jahre alt.

Wir genossen die Landschaft und das Meer, begegneten aber auch immer wieder ihrer Kultur und Geschichte. Sei es in einem Shop auf dem Lande, im Museum in Dunedin oder auf dem Schloss.

Uns gefiel der Caravan von 1948, den John Thompson selber gebaut und mit seiner Frau Alice 40 Jahre genutzt hatte. Aus Wissen von Flugzeug- und Schiffsbau fertigte er ein Holzgerippe und nutzte Aluminium für das Dach.

Dass ein Schloss nicht einfach glücklich macht, erlebten wir am Larnach Castle. Weit weg von Dunedin der „schottischen Stadt“ baute sich der „Banker“ William James Larnach 1870 ein Schloss oben auf der Halbinsel. Zwei seiner Frauen starben, die dritte junge Frau verliebte sich in seinen Sohn. Er trank viel, wurde Bankrott und schlussendlich aus dem Parlament suspendiert, wo er sich erhängte.

Nichts lebt ewig, auch nicht der Hirsch, wenn auch die Natur immer wieder ihren Weg findet und der Osterhase jedes Jahr überall gefeiert wird.

Southlands

Wir erlebten eine wilde Südküste und ihre Nutzung.

Es war Herbst und morgens wurde es erst gegen 8 Uhr hell. Meist mussten sich die Nebel noch lichten.

Wir verliessen unseren schönen Strand und folgten weiter der Küste bis an die Südspitze. Hier wurde es uns nie langweilig. Die Küste wechselte zwischen Sand- und Felsenküste und im Landesinnern ging es über hügelige Landwirtschaftszonen und wenige Naturwälder.

Wir staunten immer wieder über diese unendlich vielen Schafe. Meist scheu, beobachteten sie uns und rannten immer rasch weg. Wir erlebten, wie auf Pfiff vom Hirten die Hunde sie ans richtige Ort trieben. In Lastwagen auf drei Etagen eingepfercht werden sie in die Fabrik gefahren und Ihr Ende wollten wir nicht so nah erleben.

Dass es bereits 1863 Züge gab, welche auf Holzschienen fuhren (Tragräder oben und Führungsräder seitlich) war uns neu, weniger dass schon lange Menschen mit Auto und Wohnwagen unterwegs waren und es immer mehr werden.

Die vielen unterschiedlichen Küstenabschnitte, Flüsse und ihre Wege ins Meer begeisterten uns immer wieder. Fantasievolle Namen, wie Niagara-Fälle für kleine Stromschnellen oder die Campings meist hinter Hecken und Büschen versteckt, sind eher kritisch zu hinterfragen.

Dass wir den Weg, die Stops beliebig wählen und ohne Stress reisen können, ist echt schön. Dieses Mal stoppten wir länger bei der Holzgewinnung und Martin bewunderte den Maschinist, der lange Bäume schälte, dann genau zuschnitt und auf verschiedene Haufen sortierte. Als der Lastwagen kam, wechselte er die Maschine, hob an der Kette einfach schwups den Anhänger vom Lastwagen herunter und füllte im Nu diesen grossen Truck.

Ja, die Nutzung der Natur ist sehr intensiv. Die Gegensätze erlebten wir in den vielen zum Teil auch kleinen Naturparks oder auch in Touristenstops, wie der Leuchtturm am Nugget Point.

Aus den Bergen ans Meer!

Uns zog es wieder ans Meer um, die warmen Tage zu geniessen.

Der Ausflug an den Doubtful Sound war einmalig und der nächste bekannte Fjord, der Milford Sound wäre in 2h-Reichweite. Aber weiter in die Berge und danach wieder retour fahren? Nach verschiedenen Varianten entschieden wir uns, in den Süden an die Küste zu fahren.

Morgens stiegen noch Nebel auf, aber bald gab es wieder blauen Himmel.

Bei einem Zwischenhalt beobachtete Martin genau, wie das Gras eingebracht wurde. Mit grossen Fahrzeugen wurde ohne Unterbruch Gras zusammen getragen und zu Silohügeln verarbeitet. Jenny, Fahrerin eines der drei Lastwagen, beobachtete mich und lud mich zu einer spontanen Runde ein. Ihr Mann hat sich immer mit Ernten auch in USA und Australien auseinandergesetzt und danach sein Familienunternehmens als Service für Bauern gegründet. Da das Wetter wechselt, muss jetzt alles schnell gehen.

Hier wird sehr intensive Landwirtschaft mit vielen Schafen, Kühen und Holzgewinnung betrieben. Nur in den Nationalparks (Berge im Hintergrund) gibt es noch natürliche Wälder, sonst staunt man über den „Raubbau“. Gut ist, die meisten Flüsse haben noch natürliche Läufe und sauberes fliessendes Wasser.

Am Meer finden wir rasch wieder einen schönen Strand zum Verweilen. Sogar der Oldtimer fuhr der Sandküste entlang. Dies wäre hier auch mit unserem Wohnmobil möglich gewesen. Martin geniesst anstelle ein kurzes Bad im kühlen Meer und gemeinsam geniessen wir den Spaziergang auf die Affeninsel und genossen diese herrliche Natur.

Wunderbar – Doubtful Sound

Einmalig schönes Wetter verdoppelte unsere Freude am Ausflug an den Fjord.

Von unserem Standort geht es in 10 Min. zu Fuss noch im Dunkeln durch den Regenwald an den Bootssteg, danach folgt bei Sonnenaufgang eine einstündige Schifffahrt über den Manapourisee, eine Stunde mit dem Bus über den Berg an den Fjord, dann eine dreistündige Schifffahrt bis zur Meeresmündung und zurück und danach alles wieder retour.

Hier an dieser wilden Küste regnet es 7-9 m im Jahr, d.h. über 200 Tage. Sonnige Tage sind selten. Wir haben diesen Tag und einen Platz gefunden.

Die Neuseeländer sind pünktlich und im Schiffe lenken unübertroffen, dieses Mal gibt es auch eine Frau Kapitän. Der Nebel lichtet sich bald und die Sonne zeigt sich. Herrlich, dieser noch recht kühle Morgen.

Dieser See ist gross, tief und dank dem vielen Regen auch sehr interessant für die Stromproduktion. In den 80-er Jahren wurde mit einem ausländischen Aluminiumveredler ein Deal beschlossen. 85 % der Stromproduktion sollte zum halben örtlichen Preis abgeliefert werden. 180 m tief unter dem See wurden im Berg 7 Turbinen eingebaut und das Wasser durch Tunnels in den Meeres-Fjord geleitet. Heute nach Ergänzungen funktioniert das staatliche Werk für beide Seiten zufriedenstellend und bietet mit der Aluminiumhütte Arbeit für viele.

Mit Bussen ging es durch Regenwald über den Berg hinunter ans Meer. Diese Strasse wurde als Transportweg vom Meer zum Kraftwerk gebaut. Sie hat keine Verbindung zum allgemeinen Strassensystem und alles muss via Schiffe angeliefert werden.

Wir erlebten eine sehr eindrückliche Fahrt durch diesen langen Fjord. Diese vielen schroffen Felsen und überall diese Wasserfälle. Im Schiff war es schön geheizt. Wir hatten Strumpfhosen an, aber Schüller sind an kurze Hosen gewohnt.

Im äusseren Arm kam auch ein grosses Kreuzfahrtschiff mit bis 4’900 Passagieren entgegen.

Wir konnten Delfine und Seelöwen beobachten.

Draussen an der Meeresmündung wurde der Wellengang für die Schüler mit viel Geschrei begleitet.

Auch am Schluss noch nicht müde, wollte Martin den 600 – 700 jährigen Baumstamm aus der Nähe fotografieren. Was diese Ungetüm alles erlebt hat?

Alles in Allem ein sehr eindrücklicher Tag. Vielen Dank.