Strandvergnügen

Wir fuhren weiter der Küste nach Norden und genossen herrliche Strände.

Wir übernachteten an zwei verschiedenen Orten am Meer. In Opotiki wären wir gerne länger geblieben, wunderbarer ruhiger Platz mit langem Strand.

Weiter oben wurde es bereits belebter. Offiziell waren Herbstferien und die Leute genossen den Strand und das schöne Wetter mit 22 °C. Auch ein Kreuzfahrtschiff von Sydney mit 3’000 Passagieren war in Tauranga angekommen.

Aber auch unsere Fahrt war schön. Wegen Lagunen und Felsen mussten wir teilweise weit ins Land hinein fahren.

Die Hobbies wie Kajak fahren oder fischen gehören immer dazu.

Ostküste hoch

Gemütlich in drei Etappen fuhren wir den Pazifik Highway die 500 km bis Gisborne.

Drohnenaufnahme von Laurie Winter mit MG-Bobil

Dannevirke war unsere erste Station. Hier spekulierte ein Däne und kaufte viel Land für seine Landsleute, welche jedoch nicht in so grosser Zahl hierher reisten. Ja, da musste wieder einmal der Staat helfen und Landparzellen zurückkaufen. Hier herrscht Landwirtschaft vor, d.h. viel und intensiv arbeiten.

Am Sonntag wollten wir zu einem „schönen“ Farmersmarket in Hastings. Die Lage war schön, das Angebot mit vielen Essständen eher enttäuschend. Aber die Stimmung ist immer interessant.

Napier ist eine Sommerferiendestination am Meer. Nach einem Erdbeben 1931 wurde die Stadt neu im Art Decostil aufgebaut.

Der nächste Tag war unsere Baustellenfahrt. Schon zu Beginn wurden wir auf Verzögerungen von 25 Minuten hingewiesen. Uns schockte dies nicht, wussten wir doch noch nicht, was es wirklich hiess: ein Dutzend teilweise km-lange Baustellen mit wechselndem Verkehr. Dass uns dabei sicher 50 Langholztransporter, ein Dutzend Tier- und Milchtransporter und sonst sehr viel Verkehr bei schmalen kurvigen Strassen erwartete kam danach. Die Kiwis fahren sehr rasch und wir lassen sie lieber vorbei flitzen.

Umso mehr genossen wir die Pause am Lake Tutira und Waikopiro. Dank Laurie haben wir auch Aufnahmen mit ihrer Drohne. Herrlich diese Spiegelungen.

Einfach eine lange eindrückliche Fahrt zwischen Meer und Bergen.

Wellington und Imigration

Etwas Ausserhalb genossen wir einen schönen Platz am Meer und fuhren mit dem Zug in die Stadt.

Immigration – rechts ab 1800, letztes Jahr auch 30’000

Einheimische Pensionierte können mit ihrer Goldcard ausserhalb Stosszeiten gratis Zug fahren. Sie empfahlen uns auch einmal den Zug zu probieren. Ja, eine Gelegenheit bot sich hier aus einem Vorort von Wellington. Nah von unserem Standplatz war der Bahnhof und beim Schaffner konnten wir eine Tageskarte lösen. Alles sauber und sehr gut organisiert. So kamen wir mitten in die Stadt, ohne Parkplatzsuche.

Mit der Internationalität und den grossen Ladenketten sinkt für uns ihre Attraktivität. Einige geschichtliche Häuser und danach besser ins Museum.

In Museum findet man immer wieder ihre Geschichte von früherer Besiedlung aus Polynesien und später der Immigration durch den Westen.

Hurra – China Visa!

Über die Rückreise machten wir uns verschiedene Gedanken.

Einige Mitglieder unserer Reisegruppe haben inzwischen ihr Fahrzeug bereits retour nach Deutschland (um Afrika herum) verschifft, andere wollen noch länger Australien, teilweise Neuseeland bereisen.
Unsere ersten Ideen waren nach Neuseeland im Winter (CH-Sommer) zurück an die heisse Westküste in Australien zu verschiffen, diesen Part zu geniessen und danach z.B. via Südafrika durch Afrika bis Marokko zurück zu fahren (orange).
Die aktuellste Idee ist, von Neuseeland nach Asien zu verschiffen (Thailand, Vietnam oder China) und danach via China – Tibet – Kirgisistan etc. nach Hause zu fahren (grün). Die Verschiffung ist offen, was wann wirklich möglich ist.

Idee über die China-Reiseroute

Eine erste Hürde ist geschafft, wir durften heute unser Visa im Chinesischen Konsulat von Christchurch abholen. Dies war auch der Grund, dass wir wieder dorthin fuhren. Vor drei Wochen machten wir einen Anlauf für ein Visa. Von uns wurde das Ausfüllen auf der Webseite verlangt und nach einer Kurzkontrolle würde der Antrag nach Abgabe des Passes geprüft. Ja, bereits beim Ausfüllen der vielen Fragen (Alle Angaben der Eltern, alle Arbeitgeber mit Datum und Adresse, Militärische Funktion etc.) kamen uns Zweifel auf. Eine Reiseroute (?) wurde verlangt, wobei nur schon die Städtenamen sehr unterschiedlich geschrieben werden.
Wir waren überfordert. Also los auf das Konsulat mit Bitte, um Unterstützung. Dies wurde zu einem wunderbaren Erlebnis. Auch für die Angestellten wurde es schwierig, alle Fragen in unserem nicht gewöhnlichen Falle zu beantworten. Schlussendlich waren mehrere Personen involviert, aber bei grossem Einsatz/ Eifer und grosser Herzlichkeit schafften wir es gemeinsam.

Auch heute wurden wir speziell empfangen und konnten ohne zu warten unsern Pass mit Visa entgegen nehmen.

Anderntags bei unserem Zwischenhalt in Amberley finden wir eine Tafel über einen Neuseeländer, der eine Freundschaft zwischen China und Neuseeland aufbaute – Rewi Alley, der 60 Jahre in China lebte.

Auf nach New Zealand?

Kurzfristig wurde es doch möglich, nach Neuseeland zu verschiffen. Wir wurden gefordert.

Plötzlich muss alles rasch gehen. Von Canberra nach Sydney sind es keine 300 km, welche wir in zwei Tagesetappen fahren wollen. Dies bot uns die Gelegenheit in Canberra noch alles zu waschen. Abends in Goulburn der ersten Stadt im Inland, früh mit Zugsverbindung, stellten wir fest, dass wir einen iPad im Waschsalon liegen liessen. Eine aufmerksame Dame brachte es auf die Polizeistation und rief uns an (dank Adressangaben).

Also nicht aufregen, wieder umkehren und am Sonntag morgen früh konnten wir den Zurückgebliebenen einfach abholen. Vielen Dank.

Alles verlief bestens und wir nahmen uns auch noch die Zeit den grossen chinesischen Buddhatempel zu besuchen. Er war voll von Besuchern, startet doch bald das neue Chinesische Jahr.

Wir besuchten den Hafen von Kembla und den Abgabeort für unser Fahrzeug. Auch entschieden wir uns im Outer Hafen zu übernachten, um am andern Morgen früh zur Abgabe bereit zu sein. Wollongong ist eine riesige Industriestadt mit Kohle und Stahlproduktion von 500’000 Einwohnern. Wieder am Meer entschädigte ein feines Mittagessen unsere intensiven Vorbereitungen mit Waschen, Reinigen und Vorbereitungen zur Verschiffung. Dazu kam die weitere Reiseplanung..

Nach Abgabe des Fahrzeugs ging es 70 km an den Flughafen, danach in die Stadt zur Abgabe des Carnet de Passage (Ein-/Ausfuhrbestätigung des Fahrzeugs). Nach einem Rundgang in Sydney wieder retour ins Hotel und endlich konnten wir uns auf die Weiterreise auf die Fidschi-Inseln freuen.

Australien Day

Wo wäre es am Besten den Nationalfeiertag zu erleben?
Natürlich in der Hauptstadt Australiens – Canberra.

Canberra – Bild aus National Capital Exhibition

Aus den Bergen fuhren wir direkt nach Canberra. Mitten in der Stadt gab es viel Platz für Camper – einfach ideal.

Aus der Notwendigkeit, die verschiedenen Staaten zusammenzuschliessen, entstand der Australische Bund 1901 mit der ersten Hauptstadt Melbourne. Aus der englischen Kronkolonie wurden sie um 1907 entlassen, vollständig effektiv um 1931.

Aus langen Diskussionen und Streitereien entstand 1911 der Konsens, die künftige Hauptstadt in New South Wales mindestens 100 km von Sydney entfernt zu gründen. In einem Architekturwettbewerb mit 130 Eingaben gewann 1912 das Ehepaar Marion und Walter Griffin aus Chicago, auch dank bildlichen Aquarellen von seiner Frau.

Die Umsetzung war nicht einfach und wurde wegen viel Bürokratie und Krisen verzögert. Endlich 1927 wurde von Melbourne ins provisorische Parlamentsgebäude umgezogen und damit Canberra die Hauptstadt.

Wir waren einfach erstaunt, dass wir mitten im Geschehen unbehelligt leben durften. Drei Tage wurde gefeiert und die vielen Autokolonnen suchten sich einen Platz, aber unser Camperplatz war kaum belegt. In wenigen Schritten waren wir mitten im Trubel und konnten uns jederzeit wieder zurückziehen. Jeden Abend gab es stündlich 3x 10 Minuten verschiedene Drohnenshows.
Dass auch die Aussies nicht wussten, wo die beste Sicht war, tröstete uns. Wir aber hatten die Chance, das nächste Mal besser zu stehen.

Am offiziellen Tag, gab es zuerst einen Fahnenauftritt mit Helikopter, danach erfolgten viele Kanonenschüsse, eine Ansprache und Happening mit vielen Ständen. Schön, wie frei und friedlich sich diese sehr verschiedenen Leute aus aller Welt verhielten.

Wir nutzten auch die Gelegenheit für den Besuch des Nationalmuseums. Andere waren schon in den 1950-er Jahren mit dem bekannten Holden und Wohnwagen unterwegs.

Eine Führung über Aborigines brachte weitere Erkenntnisse über ihr Leben. Erst jetzt sahen wir, dass sie bewusst keinen Mund malen – (Götter sind so mächtig, dass sie keine Sprache brauchen, mit Mund würde Regen nie aufhören). Ihre Vorfahren waren bereits vor 130’000 aus Afrika nach Asien und vor 50’000 Jahren nach Australien eingewandert.
Die Unterschiede der 200-700 verschiedenen Stämme waren riesig.

Draussen genossen viele den schönen freien Tag. Auch wir und die Schweizerfahne waren dabei.

Snow Hydro

Aus einer einfachen Idee, dem wasserreichsten Fluss – Murray River – zu folgen, entstand eine ganze Geschichte über die Nutzung der Wasserkraft aus den Snowy Mountains.

Viele Stationen besuchten wir

Vor Adelaide folgten wir dem Murray River ins Meer. Er ist mit 2’400 km der wasserreichste Fluss Australiens. Wir lernten, dass bereits im 19 Jh. das Wasser für die Landwirtschaft und den Bergbau so intensiv genutzt wurde, dass in trockenen Zeiten das Meer zurück ins Land floss und die Seen versalzte. Viele Massnahmen würden Verbesserungen bringen, wie z.B. Schleusen zum Meer.

Mehr unter https://meeting-you.ch/coorong-nationalpark/

Damals entstand die Idee mehr darüber zu erfahren und dem Fluss hinauf zur Quelle zu folgen. Wir versprachen uns in der Hochsaison weniger Touristen (stimmte, sie waren an der Küste) und eher grüne, kühlere Landschaften (stimmte, da es vorher unüblich viel geregnet hatte).

Auf Google Maps den vielen Schlangenlinien zu folgen und den Quellort zu finden, war eine echte Herausforderung. Verschiedene Zwischenpunkte anzufahren, schien hoffnungslos kompliziert. So folgten wir diesem interessanten Flusslauf und später seinen Zuflüssen.

Strassenweg um den Murray River in etwa zu folgen

Mit der Zeit erlebten wir den Murrumbeedge River, Tumut, Geehi und Snowy River, welche irgendwann in den in den Murray River fliesen. Immer mehr staunten wir, wie viele Stauseen es gibt, Total 16 Stück!

Langsam kriegten wir den Durchblick über die vielen Flüsse, Stauseen und Kraftwerke in Nationalparks!
Aber erst am Schluss verstanden wir, dass die vielen km-langen Tunnels mit Wasserleitungen dem ursprünglichen Ziel dienten, Wasser von den Bergen nicht ostwärts sondern westwärts in trockene Gebiete vom Murray und Murrumbeedge River umzuleiten und damit für Leben und Landwirtschaft zu dienen. Der Entscheid dafür fiel nach jahrelangen Diskussionen im 1949, gebaut wurde bis 1970 und aktuell gibt es ein neues Snowy 2.0 Projekt mit Kaverne über 800 m tief im Berg.

Kohlen-, heute vermehrt Gaskraftwerke und viele Solarfarmen ergänzen den Strommix.
Doch alle Wassermenge aus den Snowy Mountains würde nur gerade für 30 Tage Produktion reichen und insgesamt decken diese riesigen Bauwerke nur insgesamt 2 % des gesamten Strombedarfs für Australien.

Über Brücken

Unsere nächste Wanderung war mit drei Stunden kürzer und hatte drei Brücken.

Morgens fuhren wir in ein anderes Tal hinauf nach Guthega. Dies ist ein Miniskiort an einem Stausee. Dieses Mal war es ein richtiger, neu errichteter Wanderweg mit drei grossen Brücken und rund 30 Überbrückungen von vielen kleinen Bächen. Von überall floss hier Wasser in den Snowy River.

Ursprünglich dachten wir, dem Fluss entlang würde es sanft und einfach. So war es nicht, sondern man wanderte hinauf auf Hochebenen und wieder hinunter zu den Flüssen.

Aber es war herrlich, die richtige Länge bei angenehmen Temperaturen und höchstens ein Dutzend Wanderer waren unterwegs. Zum Abschluss gab es ein feines Mittagessen bei schönem Ausblick.

Auf eine Wanderung

Wir fuhren weiter in die Berge und unternahmen eine Wanderung auf gut 2’000 m.

Nach Thredbo Village gings dem Fluss entlang bis hinunter an den Stausee von Jindabyne. Unterwegs besuchten wir ein neues Resort. Von hier fährt im Winter ein Zug – Skitube – durch den Berg ins obere Tal. Auch hier hatten Schweizer Unternehmen bis zum Stadler mitgearbeitet. Wir spazierten zum Fluss und um den See herum, alles schön angelegt mit vielen Ferienhäusern.

Unten in Jindabyne am Stausee war es 30 °C. Somit machten wir schnell mit auffüllen und fuhren wieder in die Höhe in ein freies Camping am Snowy River. Gewisse Bodenwellen machten wir zu Fuss, aber die Aussies kennen mit ihren 4WD nichts.

Anderntags ging es früh auf den Charlotte Pass auf eine 13 km und 5 h Wanderung auf gut 2’000 m. Den wichtigsten Kosciuszko – höchster Berg – überliessen wir den Aussies. Wir wählten einen andern Weg, ohne Sessellift. Zuerst wanderten wir steil 100 m hinunter über drei Flüsse/Bäche, danach wieder steil über 400 m hoch.
Wir staunten über diese Wanderwege. Breit für 4WD-Auto geht es mit maximaler Steigung teilweise mit Betonsteinen belegt hinauf und hinunter. Dafür musste man über die Flüsse über die Steine hüpfen. Brücken gab es nicht.
Fast zuoberst stand auch wirklich ein Toyota Pickup, wobei man bei vielen grossen Buckeln die Spuren vom bösen Aufsetzen sah!!!