Martins Bay – Maori

Wir fuhren südlich an einen herrlichen Küstenort mit super Maori-Museum.

Die Hauptstrasse (oben rot) ist wegen Erdrutschen gesperrt. Daher fuhren wir von Ahipara südlich über Hügel und mit Fähre bis nach Omapere in einer riesigen Meeresbucht.

Nach einem schönen Ausblick stiegen wir hinab und rasteten in der Martins Bay. Welch romantische Geschichte damit verbunden ist: 1827 strandete in dieser riesigen, aber flachen Bucht John Martin. Eine hübsche junge Maori rettete Martin schwimmend aus dem stürmischen Meer. Daraus entstand eine Ehe mit drei Kindern. Martin als Ingenieur baute darauf eine erste Signalanlage auf dem Felshügel, um die Schiffe bei Flut sicher in den Hafen zu bringen.

Den Besuch des Manea Footprint of Kupe -Museums verlegten wir auf den andern Morgen. Anstelle mit 200 anderen Besuchern, genossen wir einen persönlichen Rundgang und eine tolle 20 Min. Aufführung nur für uns zwei. Schade, durften wir von dieser Supershow, inkl. vibrierenden Stühlen und Sturmluft keine Bilder machen. Sie erzählte von Kupa aus Ost-Polynesien, der um 1320 Neuseeland entdeckte, später zurück reiste und so seinem Sohn mit vielen Einwohnern den Weg zur Auswanderung ermöglichte.
Uns wurde die noch recht gut erhaltene Kultur mit den verschiedenen Göttern besser verständlich. Vielen dank für die Führung von Arama. Ihr Vater ist auch bekannter Schnitzer vieler Figuren.

Intensiv – plus Kauri

Manches Mal können die Tage sehr intensiv werden. Morgens wanderten wir zum Cape Reinga, danach auf die Sanddünen, durch den Gum Digging Park und trotzdem noch einen Halt machen – beim Kauri – Now Open? Es war kurz vor Torschluss und danach fuhren wir weiter an den Shipwrek Bay.
Da kann es schon passieren, dass es Zeit braucht, die vielen Fotos zu bearbeiten und etwas darüber zu schreiben. Je länger wir warten, um so schwieriger wird es, da laufend Neues dazu kommt. Aber zur Erinnerung lohnt es sich.

Das Geld vom Staat (Entschädigungen) nutzten diese Maoris zur Investition in verschiedene Projekte. Eines ist dieses Kauri, ein grosses, recht unscheinbares, graues Gebäude am Strassenrand. Dass wir noch anhielten war ein Glücksfall.

Auf der anderen Strassenseite wurde ein riesiger Kauribaum aus dem Sumpf gebuddelt und die Einwohner entschieden, daraus eine einzigartige Baumtreppe zu bauen. So wurde ein Teil des gesamten Baumes auf einen grossen Betonsockel gehoben und in 500 h der Baum bearbeitet. Rund herum wurde ein sehr schönes Gebäude erstellt mit grosser Werkstatt, Café, Ausstellung und Verkauf.

Auch nach dem langen Tag mag der „alte Mann“ immer noch lächeln!

Gum digging

Auf der Rückfahrt setzten wir einen Schwerpunkt beim noch erhaltenem Harzfeld.

verschiedene Farben, Formen von Harz

Von den Dünen fuhren wir die gleiche Strasse auf dem schmalen Landstreifen retour. Immer wieder gab es schöne Ausblicke auf das Meer einmal nach links und rechts. Erst weiter unten wird die karge Landschaft wieder recht fruchtbar.

Wir wollten mehr erfahren über die intensive Harzgewinnung von den Kauribäumen. Etwas abgelegen von der Route gab es ein Museum mit einem Park, wo noch dutzende Gräben im Boden von der Harzgewinnung zeugten. Die riesigen Kauribäume schützten sich mit Harz von den Verletzungen aus Stürmen. Tsunamis rissen auch diese Bäume um und so verschwanden Bäume und Harz teilweise in mehreren Schichten im Sumpf.

Zuerst konnte man einfach die Harzknollen sammeln, danach liessen sie die Bäume bluten und schlussendlich wurde danach bis zu 12 m tief im Sumpf gegraben. Die Bilder (teilweise auch aus Kauri-Museum) zeugen von der schwierigen harten Arbeit.

Mit der ersten Schiffsladung von Harz wusste niemand was anzufangen und so wurde die gesamte Ladung in der Themse versenkt. Bald danach wurde die Verwendung für Holzlack, Schmuck, Linolium etc. erkannt und es gab einen Gumrush.

Sanddünen und Quellwasser

Bei Sonnenaufgang besuchten wir nochmals das Cape Reinga und fuhren danacb zu herrlichen Sanddünen.

Wir übernachteten unten am Meer an der Tapotupotu Bay. Während Morgens um sieben Uhr bereits sechs Personen fischten, fuhren wir die steile Gravelroad hinauf, um nochmals zum Leuchtturm hinunter zu wandern. Herrlich, ganz allein auf diesem nördlichsten Punkt von Neuseeland zu stehen und dem Zusammenprallen von zwei Ozeanen zuzuschauen.

Auf unserer weiteren Fahrt begegnete uns eine Herde frisch geschorener Schafe und bald danach kamen Dünen in Sichtweite. Wir haben schon verschiedenste Sanddünen auch am Meer erlebt, aber diese neben Quellwasser und grünen Hügeln sind für uns neu.

Ja, wohin wandern war unsere Frage – einfach mutig drauf los und hinauf bis zum Blick auf das Meer?!

Faszinierend diese unterschiedlichen Materialien und Formen, von Sand, Muscheln, Vulkansteinen bis zu festem Fels.

Cape Reinga – nördlichster Punkt

Vom südlichsten zum nördlichsten Punkt von Neuseeland sind es über 2’000 km.

Wir verliessen unseren schönen DOC-Campingplatz und fuhren die letzten 120 km bis an den nördlichsten Punkt.

Interessant, wie auch hier noch intensiv Wald- Landwirtschaft, Zitrus- Olivenplantagen gepflegt werden.

Unser Zwischenhalt war am Houhora Head, vis a vis dem von J. Cook benannten Mount Camel. Die Möwen landeten alle direkt vor uns im Gras, bis sie grössere Vögel wieder vertrieben.

Die Ratana-Kirche wurde anfangs 20. JH. gegründet. Ratana, ein Maori. hatte eine Vision und brachte den Maori das Christentum näher. Er kämpfte auch für das Land, das doch den Maori gehören würde.

Neben Symbolik gehört auch ein Tresor der seit 1855 etablierten T. Whiters & Son dazu.

Erst gegen das Kap kommt das natürliche Reservat. Es ist Lavagestein, das mit weissem Sand bis zu grossen Dünen bedeckt wurde.

Ein schöner Fussweg führte hinaus zum Leuchtturm. Dabei lernten wir Eva aus der Tschechei kennen, welche ganz allein eine ähnliche Reise durch ganz Neuseeland, aber mit Ihrem Fahrrad gemacht hatte. Sie erzählte auch, wie es nicht immer einfach war und sie mit sich kämpfen musste. Für den Kontakt mit uns und unsere Spaghetti (wieder einmal eine warme Mahlzeit) war sie sehr dankbar. Weiter wollte Sie heute noch 200 km (mit Autostop) an den Opua Hafen, wo sie ihren Freund und einen Segelkapitän treffen wollte, um sich allenfalls für einen Segeltörn bis zu den Pazifischen Inseln zu entscheiden (verdienen mit Arbeiten auf dem Schiff). Der Freund kam extra von der Südinsel, um sie kurz wiederzusehen.
Anschliessend nutzte ein indisches Paar, seit 25. Jahren in NZ, unsere Küche um ihr Curry aufzuwärmen, bevor sie wieder zurück fuhren. Ein weiterer Tag für Nachbarschaftshilfe.

Hier am Nordkap prallen der Südpazifik und die Tasmansee aufeinander. Herrlich, nicht nur normal am Felsen prallen hier die Wellen draussen im Meer aufeinander.

Helen und Sam – schöne Kontakte

Immer wieder treffen wir interessante Personen und erfahren viel über Ihr Leben.

Wer ist älter?

Schön, wenn am Morgen die Sonne wieder lacht und wir frohen Mutes weiter reisen können. Wir verliessen den schönen Strand, fuhren nochmals am St. Paul Rock vorbei und unternahmen eine Morgenwanderung auf eine Landzunge (Rangikapiti Pa) über teilweise steile, schmale Wege mit immer wieder neuen herrlichen Ausblicken. In diesem subtropischen Klima wachsen verschiedenste Planzen, Bäume und uns gefallen auch die „weissen Pinsel“ und Flechten.

Auf dem Ausblick trafen wir einen alten Mann – Sam – und kamen ins Gespräch über Land und Leute. Er kam mit zwei Jahren von Fidschi hierher, hatte viel in der Landwirtschaft gearbeitet und musste einen Tumor von seiner Wirbelsäule entfernen lassen.
Später stieg er nochmals zu uns hoch und wollte unbedingt ein Bild seines alten Fords Jahrgang 1930 zeigen. Schlussendlich landeten wir bei ihm zu Hause und er führte uns diesen noch fahrtüchtigen Ford vor. Auf der Ladebrücke den Benzinkanister mit Schlauch zum Motor verbinden , die Batterie anschliessen, vorne beim Motor den Anlasser starten und schon tuckerte der alte Motor los. Aktuell will er eine noch älteren Ford 1927 wieder flott machen, den er in der Nähe auf einem Bauernhof fand. Dieser rostete die letzten 20 Jahre vor sich hin und bekommt so ein neues Leben. Danach genossen wir ein gemeinsames Mittagessen in einem sehr bekannten Fisch & Chips Restaurant.

Weiter genossen wir dieses kleine Fischerdorf mit vielen kleinen Läden und besuchten auch eine Galerie, wo sieben Künstler ihre Werke zum Verkauf anboten. Wir staunen immer wieder über die vielen kreativen Werke, die dabei entstehen. Kunst ist hier sehr wichtig. Helen hatte einen Tag Dienst und so kamen wir ins Gespräch und konnten viel und herzlich Lachen. Sie lebt zurückgezogen im Busch, baut sich ihr Haus und macht ganz verschiedene Kunst, oft mit viel Humor. Es wurde richtig warm und persönlich.

Tauranga Bay

Direkt am rauschenden Meer stehen und einfach geniessen.

Warum weit fahren, wenn es hier so schön ist? Aktuell ist eine gute Zeit, die Saison geht zu Ende und wir bekamen überall ohne Voranmeldung einen guten Platz. Wir entschieden uns, zwei Nächte zu bleiben an diesem Beach mit rosigem Sand zu spazieren und kurz zu schwimmen.

Das unermüdliche Meer formt immer wieder neu.

St. Pauls Rock

Hier an der Küste gibt es viele steile Felsen, diesmal einen Vulkanhügel, den wir erklommen.

Dank einer kurzen Fährfahrt setzten wir auf der anderen Seite unsere Reise weiter nördlich fort. Hier gab es in kurzen Distanzen viel Abwechslung: Küste, steile Hügel, Plantagen für Zitrusfrüchte und Kiwis und sogar Austernzucht.

Wir besuchten eine Schokoladenfabrik, einen Schreiner für Kauriholz (ist heute geschützt) bis zum alten hölzigen Missions- und Stein-Handelsgebäude.

Ja, dieser St. Paul war gar nicht so einfach zu besteigen, zumal es am Vortag geregnet hatte und es recht rutschig war. Dafür gab es einen herrlichen 360 ° Rundblick über eine zerklüftete Insellandschaft.

Die gleichnamige Kapelle und Kirche unter dem steilen Berg.

Hell hole of the Pacific

Wir genossen den Bay of Islands, den ersten Anlaufpunkt von Kapitän James Cook im November 1769 und der ersten Siedlern ab 1820. Anbei Kartenausschnitt aus dem 18. JH. und heute. Erstaunlich diese Genauigkeit schon damals.

Russel, früher Kororāreka genannt, wurde von Kapitän James Cook für eine Woche besucht und erste Kartographien erstellt. Er wurde von den Maori zuerst bestaunt und mit Ehren begrüsst, gab aber rasch mit Pistolen und Kanonenschüssen seinen Tarif durch. Er stellte fest, dass hier eine grosse Bevölkerung von gutem Fischfang lebte und empfahl auch diesen Ort.

Danach folgten Walfang- und Robbenjäger, welche in kurzer Zeit alles bis fast zur Ausrottung erlegten.
Um 1814 folgten französische Missionare hierher, übersetzten und druckten eine Bibel in Maori, wurden jedoch später von den Engländern vertrieben.
Erste Siedler kamen um 1820. Versuche für Ordnung und Gesetze gab es bereits ab 1817, wurde aber lange nie durchgesetzt und daher war dieser Ort sehr beliebt für Alkohol, Spiele und Prostitution (Hell hole of the Pacific).
Die erste Kirche wurde um 1835 gebaut, welche immer noch erhalten ist. Auf deren Friedhof fanden wir einen Gedenkstein an die erste in Neuseeland 1816 geborene weisse Frau.

Heute lebt Russel von den Touristen, welche dieses schöne Dorf im viktorianischem Stil gerne besuchen. Uns gefiel es hier, aktuell ruhig, friedlich mit schönen Häusern am Meer und einer interessanten Geschichte.

An die Küste?

Neuseeland ist gesegnet mit wunderbaren Küstenabschnitten, aber die Zugänglichkeit leidet.

Vom Strand einige Kurven hoch fahren und schon ist man auf steilen Hügeln. Wir machten eine kleine Wanderung am Whale Bay. Schöne Natur und sauberes Meer.

Uns gefiel die Ostküste und wir konnten kaum genug bekommen. Schade, dass an der Küste fast kein kampieren mehr möglich ist. Nur dank den Geschichten die wir hörten, können wir es nachvollziehen.

Selfcontained war ein magisches Wort und sollte freie Plätze in der Natur ermöglichen. Die Idee war, dass man damit die Natur nicht belastet und alles wieder mitnimmt. Heute ist das Wort eher ein Fluch und die Anforderungen werden im nächsten Jahr geändert. Praktisch jedes Fahrzeug, auch PW’s, haben die Anforderungen dank einigen Kübeln erfüllt und einen blauen Kleber. Trotzdem gingen die Leute hinter die Büsche und die Sache litt. Als Konsequenz wurde an den meisten Orten kampieren verboten, was sehr schade ist. Da nützt unsere Selfcontained-Prüfung vom Experten mit über zwei Seiten Checkpunkten und Ausweis nicht weiter.

Dafür wurde hier die Nordküste mit Ferienhäusern zugepflastert und wenige Campings hinter Strassen und Hecken sind noch übrig. Ob so der Camping-Tourismus überlebt? Ich denke, das Problem ist erkannt und hoffentlich finden sie eine gute Lösung

Hartnäckig dran bleiben und immer wieder nachfragen hilft oft. Gestern dank dem Touristik-Informationscenter, heute vor Ort gab uns „Dave“ eine Spezialbewilligung und wir durften exklusiv am Helena Bay übernachten..

So zu Bett gehen und so am Morgen aufstehen.

Und jeden Tag an einem andern Ort mit Überraschungen.