Hampi – Reich der Affengötter

Wir fahren weiter 190 km südlich zum nächsten Highlight einem riesigen Tempelgelände über 20 km2. Einfach toll, wenn man direkt im Gelände übernachten und mit indischen Besuchern den Sonnenuntergang betrachten kann.

Die „heiligen“ Affen geben uns eine Vorführung ihrer Künste. Dank gewisser Bewachung turnen sie nur auf wenigen Fahrzeugen rum.

1.2 Min. Video

Nach zwei Nächten fahren wir wieder los.

Zwischenhalt für Einkauf, Geldbezug und Coiffeur für Martin (halbe Stunde 1.20 Fr.)


Hampi war im 16. JH. eine blühende Stadt an der Seidenstrasse mit bis zu 500’000 Einwohnern. Bereits im 9. JH. entstanden erste Tempel, im 15. JH. wurde von Moslems vieles zerstört.

„Wohnmobil“ für Hindu-Gott gezogen von Elefanten

Wir geniessen eine Flussfahrt in einer „Bambusschüssel“ an verschiedenen Tempeln vorbei..

Viele Inder und Schulklassen besuchen am Sonntag diese grösste Tempelanlage von Indien.

Badami – Höhlentempel

Wir fuhren wieder 300 km ostwärts bis Badami. Was man auf so einer Fahrt von 6.5 h alles erleben kann?
Zuerst fuhren wir dem Meer entlang mit Palmen, Flüssen und kleinen Fischerdörfern, dann durch eine fruchtbare Landschaft mit dunkler Erde und grossen bewirtschafteten Feldern (Reis, Baumwolle, Bananen …), weiter über steinige Hügel mit roter Erde. Hier wurde auch viel Zuckerrohr geerntet und mit geschmückten Traktoren gefeiert.

Die Strassen sind oft unruhig mit unerwarteten Löchern und beim Überholen muss man immer wieder aufpassen. Dazu kommen die vielen „Bumps“ zur Entschleunigung vor Schulen, Dörfern. Gaby’s “ Achtung“ kommt zum 100-te Male pro Tag. Wir haben etwa drei Unfälle gesehen, sogar ein Lastwagen mit einem Bus. Letztere sind immer am Gefährlichsten. Sicher ein halbes Dutzend Lastwagen, Dreiräder, etc. unterwegs mussten mindestens ein Rad wechseln.

An die vielen Kühe, Wasserbüffel, Geissen, Hunde, Ochsenkarren haben wir uns gewöhnt. Neu dazu kommen die wilden Affen und Schweine. So brav sind die Affen nicht und wir erleben, wie auf Tempelrundgang ein Affe einer Inderin die Handtasche klaut, auf einer Mauer verschwindet und schön alles auspackt sortiert (wegwirft oder isst).

Anderntags haben wir die Höhlentempel besucht. Bei angenehmen Temperaturen und wenigen Besuchern besichtigten wir über viele Treppen vier gut erhaltene Hindu-Tempel aus dem 6. JH. Die Höhlentempel werden in die Felsen geschlagen, während um den See weitere Tempel in jede Richtung N-S-O-W aufgebaut wurden.

Diese Kultur ist uns immer noch fremd und von diesen vielen 3.3 Mio. Göttern sind uns erst wenige Namen geblieben.

Mit Interesse haben wir die vielen waschenden Frauen um den See oder zu Hause beobachtet. Einfach mit Kernseife wird alles gewaschen und die Wäsche auf die Treppenstufen geschlagen und später auf den Steinen, auf Sand getrocknet. Erstaunlich ist, die Inderinnen sehen meist sehr sauber aus in ihren farbigen, oft goldgeprägten Saris.

Sieben Strandtage in Goa!!!

Herrlich, endlich ausruhen und geniessen! Goa ist der kleinste indische Bundesstaat direkt am Meer und war früher einmal eine Portugiesische Kolonie. Ist es darum wohlhabender, gepflegter? Hier finden wir auch vermehrt Touristen.

Wir haben das Glück in einem Golfressort direkt am Strand unter Bäumen zu parken. So nah am gepflegten Strand und ins saubere, warme Meer!!! Dazu den Komfort vom Hotelpool, Essen etc. (auch mit entsprechenden Preisen). Wir können es echt geniessen.

Herrliche Gegend auch für Spaziergänge.

Mumbai – Goa

Es sind anstrengende 630 km von Mumbai in den Süden. Einen Tag fuhren wir den National-Highway NH 66 (Route 66). Vielleicht wird dies einmal eine anständige Verbindung. Aber nach wenigen 100 Metern oder spätestens nach einigen Kilometern wird wieder gewechselt, gebaut, fehlt ein Stück und man fährt über unglaubliche Schotterpisten. Dabei gibt es wohl einfache Maschinen, aber z.B. der Schotter wird auf Kopf-Schalen von Frauen und Männern einzel aufgebracht.

Den zweiten und dritten Tag fuhren wir der Küste entlang. Hier sind es abwechslungsreiche bewaldete und hügelige Strecken. Wie auf Nebenstrassen fährt man die kurvigen Hügel hinauf und danach wieder hinunter, über lange Brücken und durch kleinste Dörfer. Nach jeweils 4-6 h ist man recht müde und froh, ohne ein Unfall anzukommen. Die Inder schenken einem beim Fahren nichts, ihre Nähe ist unglaublich und uns stört der viele Abfall und Dreck. So kann man die Natur nicht immer richtig geniessen.

Erstmals müssen wir auf eine Fähre, da die Brücke repariert wird. So einfach die Rampe hoch? Bei der kleinen Fähre schaffen wir (einige) es nicht (Überhang ist zu lang), aber beim zweiten Anlauf mit der grösseren Fähre, siehe da es geht – mit vielen „Ratschlägen“!

Und immer wieder interessante Begegnungen, wobei wir inzwischen nicht mehr jeden Fotowunsch erfüllen – alle möchten.

Wir geniessen das Meer an mehreren Orten, auch als Zwischenhalt.

Mumbai (Bombay)

In zwei Tagesetappen fahren wir nach Mumbai. Vor der 5 Mio. Stadt Pune machen wir den ersten Halt. Hier ist auch die Autoindustrie aktiv. Gut dass wir ausgeruht Morgens durch die Stadt fahren können. Soviel Verkehr über so viele Kilometer…! Unser Extraausflug um LPG-Gas nachzufüllen wird zum Flop. Nach Fahren mitten durch Stadt, Hauptbahnhof, Altstadt kommen wir wohl zur speziellen Tankstelle aber unser Autogas gibt es nicht. Dafür finden wir schöne Früchte und später Gemüse.

Unser Standort ist 70 km ausserhalb der 28 Mio. Einwohner Stadt. Herrlich grün und kleines fliessendes Wasser in einem *Ressort“ in der Nähe von einem See. Auch hier typisch Indien, von Supervilla über Hotels, Camping für 400 Personen bis zum einfachen Dorf, es gibt alles an diesem See.

Martin möchte lieber Ruhe geniessen. Anstelle 2.5 h nach Mumbai zu fahren, spaziert er an und um den nahegelegenen See.

Gaby fährt nach Mumbai und besichtigt wichtigste Sehenswürdigkeiten.

Tempel und Feste

Rasch reisen wir weiter. Die Inder feiern am Di. 8. Nov. bereits wieder ein Fest. Somit gilt es die Zugänge zu den 34 Höhlen von Ellora gleichentags nach der Fahrt zu besichtigen. Uns bleiben nur Zeit zum Tanken und für frische Früchte.
Wieviele Unterbrüche diese Betonstrasse hat und wie lange deren Fertigstellung noch dauert – niemand weiss es. Uns verbleibt ein Eiertanz über alle möglichen Löcher und Gräben.

Hindu- und Buddha-Tempel in verschiedensten Ausführungen in massiven Fels hineingeschlagen..

Buddha als Erlöser

Wir selber werden wie die Inder, auch wir feiern am Stellplatz beim Hotel – bereits 100 Tage in der Gruppe unterwegs. Was wir in dieser kurzen Zeit alles erlebten!!!

Ochsentour

An einem Sonntag eine solche „Ochsentour“?
Ja, so viele Ochsenwagen an einem Tag hatten wir noch nie erlebt. Es waren mehrere Dutzend an allen Orten und für jeglichen Zweck. Auf getrennten zweispurigen Autostrassen begegnen uns Ochsenkarren, in Dörfern, Feldern, sei es für das Einsammeln der Ernte, aktuell Baumwolle, Mais oder für alle möglichen Transporte bis zu Hausrats-Umzügen. Wenn nicht gerade unterwegs, stehen sie ausgespannt am Strassenrand und grasen genügsam was vor Ort vorhanden ist.

mit Hausrat unterwegs
Ochsen zum kneten/mischen
als Transportmittel jeglicher Art mit oder gegen unsere Fahrtrichtung


Aber auch wir hatten eine Ochsentour, 300 km in 6.5 h! Bei durchschnittlich 45 km/h und teilweise guten Autostrassen muss man viele Schotterpisten kunstvoll befahren um keine allzu grosse Schäden am Fahrzeug zu hinterlassen. Warum es so viele Unterbrüche der Strasse mit fehlenden Teilstücken gibt – einfach Indien.


Da die Ajantahöhlen am Montag geschlossen sind, hatten wir die Strecke bis 15 Uhr zu bewältigen und siehe da, alle schafften es. Der anschliessende Spaziergang vom View Point hinunter an den Fluss und hinauf zum Höhlenkloster tat richtig gut.

vom View Point steigen wir hinab zum Fluss und hinauf zu den Höhlen

Selbstverständlich waren wir nicht alleine. Manchmal kommen wir uns (oder sie uns?) wie die Affen vor – zu bestaunen, zu fotografieren – Hello, where are you from …. Can we make a picture …

Bereits ab 200 b.C. wurden die Höhlen für religiöse Zwecke genutzt, für Hindus, Jainismus, Buddhismus. Buddha war ein König und er suchte sein Glück in der Religion (1300 b.C.)..

Festungen und Hinterlassenschaften

Wir verlassen unser Hotel mit sauber gepflegtem, neu geschmückten Fahrzeug und wunderbar gewaschener/gebügelter Wäsche. Es geht durch flache fruchtbare Ebenen. Hier gibt es viele einfache Traktoren zum pflügen/eggen. Alle andern Arbeiten werden meist von Frauen in hockender Position auf den Feldern verrichtet.

Es braucht wache Sinne zum Fahren und zu beobachten.

Wir kommen auf ein Hochplateau an und finden hier die Affenbrotbäume (Baobab) wieder. Hierher kamen im 14. JH. mohamedanische Afghanen, welche grosse Befestigungsanlagen bauten. Lange konnten sie sich hier trotzdem nicht halten.

Wie haben damals die Leute gelebt, auch so einfach wie heute???

Indien – Tausend und eine Nacht

Auf unserer Reise durch die Dörfer Indiens kommen wir sehr nah an das wirkliche Leben. Die Armut und der viele Abfall tun einem weh. Für die Inder ist dies wahrscheinlich gar nicht so tragisch – es ist ihr Leben, ihr Glauben, das Karma und die Hoffnung auf die Zukunft geben genügend Kraft und Lebensenergie – und die spüren wir unaufhörlich.

Umso besser, wenn man auch die andere Seite Indiens kennenlernt. Da wird das Märchen vom indischen Prinzen auch heute noch Wirklichkeit. Wir übernachten in einem Traumhotel und alle Wünsche werden wahr. Es ist nur ein sehr kurzer Weg von der staubigen Strasse in einen riesigen, grünen Park am See, viel Wasser und einem riesigen Hotel – alles vom Feinsten und alles funktioniert Bestens.

Zimmer direkt zum Pool

Endlich einmal in sauberem Wasser schwimmen, ruhen, erholen – auch das ist Indien. Wir haben auch die Chance gepackt, unser Fahrzeug wieder einmal auf Vordermann zu bringen. Sechs Chauffeure in weissen Uniformen und ein Junge in blauem Overall kümmerten sich um unser Fahrzeug. Als ich selber zupackte und dem Junge mithalf, wurden auch einige Chauffeure aktiv. Nach drei Stunden ist das Fahrzeug wieder fast wie neu. Auch die Teerflecken konnten wir entfernen und mein Turban schmückt neu das Fahrzeug und unterstützt unser Glück – sorgt für gutes Karma. Wichtig war uns auch die Reinigung der Wassertanks, da nicht überall immer ganz sauberes Wasser für die Hygiene zur Verfügung steht. Gut dass wir auch separate Trinkwassertanks haben.

Jodhpur – Udaipur

In zwei Tagen fahren wir 280 km teilweise über einfache Strassen mit teilweise grossen Schlaglöchern.
Ziel war der grösste Jain-Tempel mit 420 Säulen, erbaut im 15 JH. mit herrlichen, immer noch gut erhaltenen Marmorarbeiten. Es gibt keine Götter; als Inkarnation werden die Figuren verehrt. Zur Begehung darf man kein Geld, Leder, Alkohol, Zigaretten dabei haben, da sie völlig vegetarisch leben.

Das Gelände wurde hügelig, grün und wir übernachten auf 900 m ü.M. schon fast alpartig.

War es die Luft in Jodhpur, die Enge bei der Palastbesichtigung oder das Mangolassi – die Hälfte von uns leidet plötzlich unter starken Magen-Darm-Problemen. Einige können nicht einmal weiterfahren. Bei uns fährt Gaby tapfer die erste Strecke, am zweiten Tag geht es Martin wieder besser. Neben dem Fahren gilt es auch immer wieder zu beobachten. Die Landschaft ist herrlich, die Dörfer weniger.

Frauen tragen „Gras“ für die Wasserbüffel
Frauen waschen im Wasser – Mann „kontrolliert“