Von Afrika nach Europa

Wir fuhren weiter der Mittelmeerküste hoch bis zur Verschiffung bei Tanger Med.

oben ‎⁨Tétouan⁩, ganz rechts spanische Enklave Ceuta

Die Küstenstrasse war herrlich.
Von ‎⁨Tétouan⁩, der letzten grösseren Stadt Marokkos blieben unterschiedliche Erinnerungen. Über den grossen Fluss gab es nur zwei Brücken und eine wurde (wegen Bauarbeiten) gesperrt. Dies ergab stundenlange Staus und viel Chaos. Marokkaner konnten auch auf der Gegenspur fahren, alle überholen und irgendwie wieder einquetschen.

Früh fuhren wir los, wollten wir doch die Fähre um 10.30 erreichen.

Vorerst ging es an der schwierigen, bewachten Küstenstrasse (Flüchtlinge nach Europa) entlang und dann in die felsigen Berge.

Halbinsel ist Ceuta – span. Enklave. Dahinter erkennt man das Festland Spanien
Über Bergstrassen mit Blick Richtung Marokko

Der Hafen von Tanger Med. ist riesig. Es gibt 6 Terminals, eines alleine für die Verschiffung der in Marokko produzierten Renaults.

Renault Terminal
Container Terminal

Die Kontrollen benötigten zwei Stunden und nach einer einstündigen Verzögerung fuhren wir los.

Nach einer sonnigen Überfahrt kamen wir nach Algeciras. Dort galt es wieder Gas zu tanken, das Fahrzeug zu waschen, uns an bekannter Küste zu erholen und die Weiterreise zu planen.

„Unser“ Stand mit Blick nach Gibraltar

Viele Erinnerungen von der zweimonatigen Marokko-Reise bleiben.

Screenshot

Sonn(en)tag am Mittelmeer

Wir folgten dem Fluss Wadi Laou und einem Nationalpark entlang bis zum Mittelmeer.

Uns erwartete eine herrliche Fahrt durch Berge/Hügel und Schlucht.

Unterwegs fanden wir einen guten Wasserbrunnen. Wir mussten nicht 180 Liter Wasser aus dem Brunnen hochziehen (!!!), sondern konnten nur den Schlauch an einen Wasserhahn anschliessen. Daneben pflügte der Bauer mit zwei Pferden in Ruhe sein Feld.

Auf dem fast 10 km langer Kieselstrand konnte man entlang wandern bis zur Flussmündung. Schwimmer sahen wir nur einen, aber den Sonntag Abendspaziergang genossen viele.

am Flussdelta

„Blaue“ Bergstadt Chefchauone

Voller Unternehmungslust fuhren wir ostwärts Richtung Mittelmeer.

Unterwegs sahen wir einen grossen ländlichen Samstags-Markt. Es galt umzukehren und über eine kleine Brücke ins „Getümmel“. Irgendwie parken geht immer. Hier hatte es nicht nur viele Leute, Händler, PW’s und Pickups, sondern auch noch viele Esel und Pferde als Transportmittel.

Was es alles braucht für das Leben? Auch mit Lautsprechern wurden Waren gepriesen. An drei Orten wurden die lebendigen Hühner vor Ort geschlachtet, gerupft und ausgenommen. Wir wollten keines!

Weiter ging es bis zur bekannten Touristenstadt Chefchauone wegen ihren blauen Häusern. Über Serpentinen kletterten wir bis 700 m zu einem idealen Campingplatz. Unsere Überraschung war, dass bereits um die Mittagszeit der Zugang begrenzt wurde, da weitere 30 Fahrzeuge von Reisegruppen erwartet wurden. Wegen Ostern sind viele Spanier, Franzosen, Niederländer hier.

Unglaublich, wie viele Geschäfte mit Souvenirs , Restaurants, aber aktuell auch viele Gäste. Die Lage auf dem Hügel ist eindrücklich.

Camping

Wir kamen langsam ans Ende unserer Marokko-Reise. Schöne Temperaturen, blauen Himmel und Sonne wollten wir jedoch noch geniessen (zu Hause war es nass und kalt).
Auf der Fahrt von Fez erlebten wir grüne Hügel. Dank dem vielen Regen war es unüblich grün und fruchtbar. Leider litten die Strassen und trotz grossen Bauarbeiten gab es immer noch viele Löcher, Gräben.

Im Camping nahe Ouazzane gefiel es uns. Direkt am sauberen Riesenpool zu parken war zu selten. Schwimmen, spazieren und den Wüstenstaub entfernen war inbegriffen.

Fez, die erste Königsstadt

Marrakesh, Rabat (Standort für heutigen König), Meknes und Fez gelten als die vier Königsstädte. Uns gefiel davon Fez am Besten.

Blick auf die Altstadt, einem Teil der Stadt mit 1 Mio. Einwohnern.

Die heutige Altstadt von Fez stammt aus dem 12. JH. Es gibt 9’000 enge (Sack-) Gassen/Wege, 300 Moscheen und bis 800 religiöse Gebäude. Es ist eine der komplexesten und grössten autofreien Altstadt.  Man kann sich sehr einfach bis zur Erschöpfung darin verlaufen . Dank einem Freund lernten wir Youness kennen und kamen somit in kürzester Zeit durch viele Gassen zu allen Schönheiten in Fez.

Ein Teil unserer Weg-Aufzeichnungen.

Idris I, ein Nachkomme von Muhammad floh nach einem verlorenem Kampf in der Nähe von Mekka über Nordafrika und gründete 788  Marokko. Sein Sohn Idris II siedelte auf der andern Flussseite und so entstand die Stadt Fez 808 und wurde das religiöse Zentrum Nordafrikas. Auch heute noch wird die Religion anders gelebt als in den arabischen Staaten (andere Moscheen, liberaler zu Frauen etc.).

Muslime von Andalusien und Tunesien siedelten sich früh an und brachten das Handwerk, Architektur und Wissen ein.
1492  (Alhambra Decree) gab es auch eine grosse Zuwanderung von Juden aus Spanien, welche neue Handelskontakte, Goldschmiede, Ärzte, Diplomaten und einen eigenen Stadtteil Mellah einbrachten. Bis zur Gründung von Israel lebten bis 20’000 Juden meist in gutem Einvernehmen hier.

Es gibt auch viele Berber, welche vom Land in die Stadt zogen. In vielen Geschäften begegneten uns diese tüchtigen Händler, aber auch in der Gerberei und bei andern einfachen Arbeiten.

Dank diesem vielseitigem Mix war für uns Fez so bunt, lebendig und bot grosse Kultur und handwerkliche Gegenstände. Es wurden zwei sehr intensive Tage.

Der spezielle Abschluss war ein ganz feines Nachtessen bei Youness und seiner Familie. Ganz herzlichen Dank!
Er ist ein guter Guide und betreut auch grössere Camper-Touren.

Königsstadt Meknes

Am Sonntag fuhren wir von Casablanca nach Meknes, unserer dritten Königsstadt.
Nach dem Frühstück ging es los. Hier war Einkaufen auch am Sonntag im riesigen Carrefour möglich.

Universität von Casablanca
Picknick am Sonntag

In Meknes konnten wir direkt vor der Altstadt parkieren und losmarschieren. Hier wurde mit Unesco-Geldern viel erneuert. Ohne jegliche Zugänglichkeit zum Palast ging es den langen Mauern entlang.

Erschöpft entschieden wir uns für einen Tee. Danach folgte ein Nachtessen.

Endlich, Abends wurde es richtig lebendig – herrlich.

auf dem grossen Platz

Wir konnten gut schlafen. Morgens wollten wir in Ruhe durch die Altstadt und gewannen einen  ganz anderem Eindruck.

Casablanca – Rabat

Via Autobahn fuhren wir nach Casablanca und übernachteten in einem Hotel.

An der Küste wurde Regen vorausgesagt und in der drei Mio. Stadt zu parken war schwierig. So buchten wir mitten in der Stadt ein Hotel und konnten direkt davor parken.

Zu Fuss ging es zum Bahnhof, dem Hafen und Meer entlang zur riesigen Mosche mit einem 320 m Turm.

Von da suchten wir einen Weg durch die Altstadt. Glücklich wurden wir dabei nicht. Es war eng, schmutzig und gefährlich wegen den vielen Mopeds. Schön, dass es Nachmittags sonnig wurde und wir uns erholen konnten..

Am andern Tag nahmen wir einen Zug nach Rabat: 1.5 h Fahrt kosteten  in der ersten Klasse 7 CHF/Person.

Den besten Eindruck hinterliess ein schönes altes Hotel beim Mittagessen und am späteren Nachmittag die vielen Stadtbesucher am Frühlingsanfang.

von Safi der Küste hoch bis El Jadida

Wir fuhren auf der Küstenstrasse hoch und genossen den Ausblick auf das rauhe Meer.

Mit Zwischenstopps kamen wir nach Oualidia, einem Küsten-Feriendorf an einer schönen Lagune.
Vor Abschluss des Ramadan gehört sich ein Besuch der Gräber.

 

Den sonnigen Tag konnten wir richtig geniessen und dann ging es weiter hoch bis El Jaidida. Trotz vielen Feldern sieht es eher einfach aus. Viele Esel, viele Miniherden, z.B. eine Person bewacht drei Kühe etc.

El Jadida hat zwei riesige Hafenanlagen für Phosphatexport. Hier stinkt’s! Zur Stromerzeugung gibt es grosse Kohlekraftwerke.

Bereits im 15. JH. bauten die Portugiesen eine riesige Burganlage im Viereck am idealen Hafen. 2m dicke Mauern und Wassergräben, mit vielen Kanonen sicherten 200 Jahre ihre Hoheit.
Auch heute noch steht die Burg und innerhalb gibt es  enge Gassen mit alten Häusern.

Es ist Ende des Ramadans. Herrlich so viele Menschen sind am Einkaufen, neue Kleider, Süssigkeiten und die Frauen wollen ein Hennatatu auf ihren Händen. Bringen die vielen Marienkäfer auf der Burg allen Glück oder sind es die Küken?

Wieder gemeinsam unterwegs

Gaby war pünktlich aus der Schweiz retour und die Frage war Ostwärts in die Berge, wie ursprünglich geplant oder Westwärts an die Küste.

Dank viel Sonne entschieden uns für Safi, eine Hafenstadt mit Fischerei, Phosphatexport und bekannt für seine Töpferei.

Im Landesinnern wird Phosphat und Gips abgebaut.

Safi hat eine Medina – Altstadt. Wegen Ramadan ist hier wenig los. Dafür geniessen wir unseren Camping mit Sonne und verschiedenen Tieren.

 

Schön wenn alles klappt

Bild aus einer Galerie in Marrakesh

Vieles nehmen wir nicht  als selbstverständlich und  immer wieder müssen wir weiter dazu lernen.

Wir hatten bereits vieles erlebt und doch – einige aktuelle Beispiele:
1.) Im Hotel konnte ich Aussen den Zimmerschlüssel nicht entfernen und Innen abschliessen. Daher bat ich um Hilfe. Abends um 21 Uhr kam der Servicemann und versuchte es mit Spray, aber was war das Problem?
Den Schlüssel entfernt man waagrecht und nicht senkrecht!

2.) Nach dem Einkaufen am Samstag sah ich, dass das rechte Vorderrad Luft verliert. Warum wieso? Reicht es noch zum Bricolore oder ?
Besser zur nächst möglichen Tankstelle fahren. An manchen gab es auch Services. Ja, und nach kurzer Zeit demontierte ein Junge das Rad, seifte es ein und nirgendwo entwich Luft.
Evt. beim Ventil? Ja genau. Am Vortag hatte ich eine Luftdruckkontrolle gemacht. Ist vielleicht ein Sandkorn eingedrungen? Einfaches Auswechseln des inneren Ventils und diese halbe Stunde für den ganzen Service kostete 2 CHF.

3.) Marokko hat keine LPG-Tankstellen. Somit hofften wir mit unseren zwei Flaschen auszukommen. Ganz sparsam waren wir: Möglichst elektrisch kochen, nicht zu heiss duschen, nicht unnötig heizen etc. Doch der Kühlschrank lebt meist von Gas und so zeigten die Zeiger auf das baldige Ende.

Also entstand Handlungszwang. Was ist wirklich möglich? In Nepal füllten sie unsere Flaschen etwas, indem sie die lokale, schwere Flasche in 2 m Höhe festbanden und via Schlauch das Gas auf unsere ausgebaute Flasche fliessen liessen.
Nach diversen Umfragen und Internet entschied Martin:
Eine Lösung muss jetzt her.

Er nahm auch eine stündige Fahrt am Samstag mit viel Verkehr durch die Stadt in Kauf, um in einem Bricolore (Do it) diese Teile zu kaufen. Erst beim zweiten Geschäft wurde er fündig.  Auf dem Rückweg und einem schrecklichem Verkehrschaos fand er nach einigem Suchen einen Verkäufer (Ramadan)  und zahlte für eine grosse Flasche plus Füllung für 11 CHF!
Und tatsächlich am Sonntag Morgen auf dem Flughafenparkplatz schafften wir den Einbau und haben wieder genügend Gas – herrlich!!!

4.) Unsere kleine Nespressomaschine begann zu spuken. Am Morgen schrieb Martin an Gaby, kannst du nicht eine neue Maschine mitbringen? Und Abends war sie schon da.  Mit vielen Schokoladen. Einfach toll.

Danke, dass wir immer wieder Glück haben!