Unglaublich – Bootsfahrt bei Sonnenschein

Von den Bergen an die Westküste nach Strahan auf eine Bootsfahrt in die Wilderness.

Strahan oben mit Macquarie Harbor und unsere Bootsfahrt

In nur 1.5 h kamen wir von den Bergen ans Meer. An vielen Orten gibt es immer noch Minen, von Gold, Kupfer, Zinn etc. Nach den Blütezeiten bleibt oft Armut, Abraum und bestenfalls ein Museum zurück.

Strahan ist bekannt als regenreichster Ort in Tasmanien. Es soll hier 280 Tage im Jahr regnen. Regenreich können wir bestätigen. Bei der Ankunft war es noch schwül warm und trocken. Somit konnten wir diesen fast verlassenen Ferienort auskundschaften und auch Abends einen kurzen Spaziergang unternehmen. Dazwischen gab es stossweise intensiven Regen und anderntags regnete es fast ununterbrochen. Es bot uns Zeit kreativ zu wirken und intensiv zu arbeiten.

Wir hatten schon in Australien für diesen Freitag die Bootsfahrt reserviert und siehe da, es wurde ein sonniger Glückstag! Wahnsinn, nach soviel Regen bei Sonne aufzustehen und einen herrlichen Tag geniessen zu dürfen. Sogar die Delfine „tanzten“ für uns, anscheinend ein sehr seltenes Ereignis.

Mit einem neuen Hybridschiff und maximalem Komfort/Service sind wir ins UNESCO-Welterbe „Franklin Gordons Wild River NP“- Gebiet gefahren. Strahan liegt an einer riesigen Bucht mit ganz engem Zugang zum Meer. Diese Bucht wird vom Gorden River einem wasserreichen 170 km langen Fluss aus dem heutigem Nationalpark gespiesen.

Zuerst fuhren wir Richtung Meer. Erstaunlich zu Beginn des 19. JH. wurden über 2 km lange Steinmauern im Fluss errichtet. Ziel war eine Flussrinne für grössere Schiffe zu erhalten; indem das Wasser schneller fliesst und somit Sand etc. sich nicht mehr setzen konnte. Dafür wurden trotz grossem Risiko (keine Erfahrung) riesige Investitionen getätigt (ein Jahres-Bruttosozialprodukt für Tasmanien). Es funktionierte und somit war es eine Zeitlang der grösste Hafen Australiens (Export für Holz, Wolle, Gold, Kupfer etc).

Der 32 m breite Engpass zum Meer verursachte einigen Schiffen Probleme. Traurig auch die Story vom Leuchtturmwärter, der seine Frau und Kinder auf einem sinkendem Schiff hörte, aber pflichtgemäss den Leuchtturm nicht verliess.
In der Meeresbucht herrschen ideale Bedingungen für die Fischzucht. Oben gibt es über 2 m Süsswasser vom Fluss, unten kühles Meerwasser. So sind wir an vielen Fischfarmen vorbeigefahren.

Mit dem Hybridschiff sind wir elektrisch den Gordon River ins heutige Naturschutzgebiet – in die Wilderness – gefahren. Nachdem alle riesigen Bäume gefällt waren wurde dieses Gebiet 1982 zum Naturschutzgebiet erklärt. Ursprünglich sollte ein riesiger Staudamm errichtet werden, aber dank grossen Protesten wurde der Bau gerichtlich verboten.

Bei einem kurzen Rundgang durch den Regenwald genossen wir die wilde Natur.
Herrlich – die zwei Tage zuvor hatte es intensiv geregnet und es war windig kalt.

Bei der Rückfahrt gab es ein feines Mittagessen und eine Besichtigung von Sarah Island, der ältesten Gefangeneninsel. Die Lebensbedingungen um 1820 waren extrem hart. Dank dem idealen Schiffsholz – Huon Pine – wurden hier in kürzester Zeit 130 Boote mit Gefangenen gebaut und alle 3 Wochen eines gewassert. Das letzt gebaute Schiff kaperten die Gefangenen und erreichten damit Chile. Sie hofften auf Freiheit. Leider nicht lange.

Von diesem einzigartigen Holz Huon Pine, eine Eibenart, welches nur in Tasmanien wächst hatten wir einiges gelesen. Gaby erinnerte der Geruch an Desinfektionsmittel im Spital, da das Holz praktisch nicht verrottet und Insekten abtötet. Es wächst sehr langsam und braucht bis 500 Jahre bis es genutzt werden kann. Für den Schiffsbau ideal, wurde schon sehr früh viel gerodet und erst ab 1980 der Holzschlag komplett verboten. Heute darf nur noch Schwemmholz geerntet werden.

Martin genoss die uralte Sägerei (World oldest?) und die vielen wunderbar geformten Naturbretter. Am liebsten hätte er mehr als ein kleines mitgenommen. Gaby kaufte sich einen Apfel für den Kleiderkasten.

Naturholz geschnitzt mit Maugean skate – ein endemischer Tasmanischer Fisch