Stadthaus und Park

Wir genossen es, durch den Park in die Stadt zu wandern bei guten Temperaturen und starker Sonne. Adelaide wurde ohne Gefangene mit „ehrenwerten englischen Bürgern“ gegründet und die Demokratie bereits 1854 hochgehalten. Somit konnten die Aborigines zu Beginn mitbestimmen und die Frauen erhielten bereits im 1894 Stimmrecht!!!

Dank den tüchtigen Farmern und der Ausbeutung von Minen wurde hier rasch Reichtum möglich.

Die Gründung geht auf Colonel Light zurück, der im 1836 diesen Ort für Südaustralien bestimmte. Geboren in Penang Malaysia, von einem Engländer mit einer Malaysierin; mit sechs Jahren in die Schule nach England geschickt, erfolgreich in Sprachen und in der Armee, wurde als Explorer bestimmt und mit mehreren Schiffen losgeschickt. Dank seinem Kunststudium und den vielen Reisen in Europa hatte er viel Erfahrung und seine Skizze von der Stadt am Fluss zeugte von seinem Weitblick. Die Aufteilung in den Wohnteil Nordwärts und das Geschäftsviertel Südwärts des Flusses mit einem grossen, grünen Ring (heute Park, damals Wiesen für Kühe) blieb bis heute erhalten und ist weltweit einmalig.

Die Stadt wurde nach der Prinzessin Adelaide benannt, einer jungen Prinzessin von Sachsen, die den alten, englischen Prinz Williams von England, heiratete (später König Wilhelm IV). Obwohl sie nie hier war, wird sie dank Ihrer Grosszügigkeit, dem Engagement für Kinder und Ausbildung sehr verehrt.

Wir hatten das Glück, uns bei einem offiziellen Rundgang durch das Stadthaus, kurzfristig anzuschliessen. Der 93-jährige Glen konnte uns viele Geschichten und Stadtinternas erzählen. Aus dem Ballsaal wurde ein Musiksaal. Auch heute noch werden die diversen Räume für Regierungsgeschäfte und Empfänge genutzt, wie auch vom aktuellen Lord Mayor Martin!

Anschliessend schlenderten wir durch die schöne Stadt, besuchten eine von drei bekannten Universitäten und den grossen Botanic Garden.

Wer hat am Tag schon hunderte von Fledermäusen auf Dutzenden von Bäumen geschehen?

Farmersmarkt

Heute am Sonntag war direkt neben unserem Platz der grosse wöchentliche Farmersmarkt. Eine Halle mit Kleidern, Bildern, Keramik etc., andere mit jeglichem Food und draussen ein schöner Früchte-/Gemüsemarkt. Die kulturelle Vielfalt ist gross, von Swiss Bread, Italienische Würste bis chinesische Küche. Uns gefallen solche Situationen, wo Einheimische einkaufen und es geniessen. Alles ist sauber, die Menschen sind freundlich, ohne Stress und wir spüren viel Engagement.

Adelaide – Hauptstadt von South Australia

Von Port Augusta planten wir eigentlich noch einen Halt in Port Pirie. Aber es lief so gut und da Anderntags bereits Freitag war und wir Pneus und Frontscheibe wechseln wollten, fuhren wir durch bis Adelaide an eine schönen Stadt-Campingplatz.

Hier in der Nähe vom Meer wächst sehr viel Weizen und aktuell war Erntezeit.

Hier in dieser grossen Stadt gibt es wieder alles, was das Herz begehrt. Wir hatten schon recht viel Spass im Bunnings, einem riesigen Baumarkt. Was brauchen wir für Weihnachten???

Die Stadt behauptet, die einzige Stadt innerhalb eines grossen Parkrings zu sein.

Port Augusta

Von der Wüste in Coober Pedy bis nach Port Augusta ans Meer sind es 570 km. Es gibt lange Strecken durch die flache Wüste ohne Bäume.

Strasse und Eisenbahn kreuzen sich
Strasse und Eisenbahn kreuzen sich

Interessant war der Mittagshalt am Salzsee. Für uns war dieser „See“ schon riesig, aber auf der Karte (orange) kaum ersichtlich, erkannten wir diese riesigen Dimensionen weiterer Salzseegebiete.

Wir haben nach 5 Stunden Fahrt genug und zweigen kurz ab nach Woomera. Hier fanden Nukleartests statt und ab 1947 wurden Raketen in Kooperation von UK und Australien entwickelt und über der Wüste getestet. Australien brachte als vierte Nation Satelliten ins Weltall. Später kam auch die US-NASA für gewisse Zeit hierher und es lebten bis 3’000 Menschen in Woomera. Bei unserem Besuch war das Städtchen fast ausgestorben. Nur der Verkehr zu einer der grössten Gold-, Silber-, Kupfermine – Olympic Dam Mine – brachte eine gewisse Bewegung.
So konnten wir in Ruhe das Museum und die Ausstellungstücke studieren und danach in Ruhe übernachten.

Fast noch interessanter war Len Beadell , der in den 1960er Jahren gangbare „Strassen“ durch die Wüste suchte. Ohne Karten, GPS konnten andere dank seinen Wegzeichen sich durchschlagen. Heruntergefallene Raketenteile wurden aber auch erst in den 1990er Jahren gefunden.

Anderntags war es nicht mehr so weit bis Port Augusta. Langsam gab es wieder mehr Bäume und mehr Verkehr. Unser Ziel war Unterstützung für die ausgefallene Klimaanlage zu erhalten. Eigene Versuche zur Reparatur waren fehlgeschlagen.

Riesige Schafherden
Flinders Range Bergkuppen in der Nähe von Port Augusta

Viele Australier sind self made mens, welche immer am Umbauen/Basteln sind. Kommt es daher, weil viele Firmen überlastet sind und man wochenlang warten muss?
Mit viel Hartnäckigkeit schafften wir es in Port Augusta bei der siebten Firma, dass wenigstens ein Blick darauf geworfen wurde. Daraus wurde eine mehrstündige Suche und ein anderer Spezialist, der zuvor abgelehnt hatte, kam seinem Kollegen zu Hilfe. Lange Suche, einfache Ursache: Es war eine Steckverbindung hinter der Wand, welche sich durch Rüttelbewegungen löste. Wir sind froh, dass die Klimaanlage wieder funktioniert. Vielen Dank für das persönliche Engagement des Besitzers mit seinem Sohn.