Von Landsberg fuhren wir nördlich zum Thermalbad Wörishofen und weiter nach Friedberg-Augsburg.
Eine so grosse Bäder- und Saunalandschaft hatten wir noch nicht erlebt. In Wörishofen wirkte der Pfarrer Kneip. Ob bereits im 18. JH. so viel Nackedei erlaubt war mit Männlein und Weiblein zusammen? Ob dies das versprochene Paradies ist, bezweifeln wir. Aber das warme Wasser und die Massage tat uns sehr gut.
Anderntags fuhren wir in die Nähe von Augsburg, nach der Wallfahrtskirche Friedberg. Hier konnten wir auch übernachten. Schön, wenn man alleine Eindrücke in der Rokoko-Kloster-Kirche erleben darf.
Mit dem MG-Bobil wollten wir nicht in die Stadt, sondern lieber mit dem ÖV. Dies wurde recht abenteuerlich. Zu Fuss ging es zum Bahnhof Friedberg. Hier hielt jedoch kein Zug, da eine Überführung im Bau war. Glücklicherweise fanden wir einen netten Mann – ein DB-Lockführer, der versuchte, uns weiter zu helfen. Ja, auch für sie wäre es verwirrend, da nicht angeschrieben, aber irgendwann sollte uns ein Ersatzbus zur nächsten Station fahren. Tickets kaufen wäre wegen der Baustelle erst beim nächsten Bahnhofautomat möglich.
Der Bus kam spät und nach kurzer Fahrt wartete bei der nächsten Station der Zugführer, ein Kollege noch auf viele Zusteigende. Also alle hinein, auch ohne Tickets. Wir könnten es beim Schaffner kaufen, sofern einer komme.
Tatsächlich kam einer, aber jetzt ging es los. Man dürfe doch nicht ohne Billett in den Zug der bayrischen Regionalbahn einsteigen. Dies wäre … Aussteigen, Ausweis, Bahnhofpolizei …. Wir durchschritten den Zug bis nach vorne zum Zugführer, wo unser DB-Lockführer mit dem Kollegen plauderte. Er kam uns zu Hilfe, aber der Kontrolleur hatte auch für ihn kein Verständnis. Ohne Billett – auch ohne Automat – darf man nicht einsteigen (via Handy nicht möglich).
Am Hauptbahnhof wurden wir freundlich in Empfang genommen, Erklärungen hin und her und auch den zwei Herren fiel es schwer, uns weiter zum richtigen Ticket am Automaten zu helfen. Alles ist auch für sie so kompliziert! Wir konnten wieder lachen.
Augsburg bleibt uns als Wasserstadt in Erinnerung. Bereits die Römer rasteten am Zufluss von der Wertach in die Lech auf ihrem langen Weg von der Adria bis zur Donau, der Via Claudia Augusta.
Als erste Stadt wurden im Frühmittelalter Kanäle für Brauchwasser aus der Lech und Trinkwasser aus Quellen vom Stadtwald durch die Stadt errichtet. Das viele Wasser ermöglichte später eine industrielle Entwicklung.
Für die Oberstadt wurden Türme errichtet, welche das Wasser mechanisch über mehrere Etagen hochpumpten.
