Brücke nach Griechenland

Wir fuhren dem Marmarameer nördlich entlang bis zur Brücke 1915 und danach westlich 120 km bis zur Grenze nach Griechenland.

Diese Brücke mit der „grössten“ Spannweite von 2023m nimmt Bezug auf die Hundertjahrfeier zur Gründung der Türkei von 1923. Sie wurde in einem Konsortium mit Südkorea in fünf Jahren gebaut und am 18.3. 2022 eröffnet (318 m Pylonen). Also mit viel Symbolik, wurden hier 1915 erste Schiffe der Briten und Franzosen versenkt und am 25.3. starteten die Alliierten einen Angriff auf Gallipoli.

Wir genossen diesen windigen Tag mit schönen Ausblicken.

Das Bauwerk ist insgesamt 5169 Meter lang und besteht aus einer 3869 Meter langen Hängebrücke in der Mitte und zwei 525 und 775 Meter langen Balkenbrücken als Rampen an den Seiten. Die Hängebrücke besitzt eine Spannweite von 2023 Metern zwischen den 318 Meter hohen Pylonen und jeweils 923 Metern außen. Der Fahrbahnträger der Brücke ist 36 Meter breit und bietet Platz für drei Fahrstreifen pro Richtung.

Wir waren früh dran und entschieden uns doch den Grenzübertritt zu wagen. Wegen zu langer Anwesenheit des Fahrzeugs (3 Mt. erlaubt, am Zoll unsere CH-Ausreise gemeldet) und „nicht bezahlter 6 CHF Autobahngebühr (es gab keine Zahlstelle) dauerte die Ausreise 2 h. Soviel Bürokratie???

Der Empfang in Griechenland war ganz anders und wir wollten uns in einem Hotel entspannen. Dies war eine gute Idee.

Was für ein Kulturwechsel

Uns überraschte der Kulturwechsel von der Türkei nach Griechenland. Noch ähnlichen Landschaften, aber andere Menschen, anderer Glauben bis andere Strassen, Läden (sogar Lidl) und viel sauberer. Hier fühlten wir uns rasch viel wohler und willkommener.

Blick von der Fähre auf Kalava

Vom Hotel in Alexandroupoli fuhren wir an den Vistonida See mit dem St. Nikolaus Kloster. Welche Ruhe, welcher Frieden und ein so ein freundlicher Mönch. Es machte richtig Freude auch ein Bild von Saint George zu kaufen.

Wir machten einen Zwischenhalt in der Altstadt von Xanthi am Berg und fuhren um die Seelagune nach Kavala. Vorher besichtigten wir ein Camping am Meer, das und nicht zusagte. Was nun? Spontan  und etwas unvorbereitet, entschieden wir uns mit der Fähre auf die Insel Thassos zu verschiffen. Ein guter Entscheid, wie sich später herausstellte.

Und das Beste, wir hatten mit Starlink endlich wieder problemlosen Empfang via Satelliten. Seit Neuseeland kämpften wir mit dem Internet, mal mehr mal weniger. Es brauchte immer wieder viel Geduld. Schön, dass auch auf das Internet ohne Einschränkungen zugegriffen werden kann.

Insel Thassos

Wir kamen relativ spät mit der Fähre auf der Insel Thassos an. Verschiedene Campingplätze waren auf der Karte eingetragen, aber sie hatten noch nicht geöffnet. Nach einer Fahrt durch sehr alte Olivenhaine kamen wir zu einem Beach, wo wir stehen konnten – einfach herrlich.

Am andern Morgen spazierten wir in die kleine Hafenstadt Prinou. Nach einigen Umfragen fanden wir gutes Wasser und alles war gut. Wir starteten unsere Rundreise um die Insel, assen fein griechisch in Thassos und landeten am Golden Beach mit feinem Sand.

Auch die Griechen feiern den 1. Mai, wir auf unsere Art.

Wunderbare Rundreise

Hier auf dieser Insel Thassos gefiel es uns sehr.  Und so planten wir eine  Rundreise um die Insel in vierTagen.

von Türkischer Grenze bis Thassos, Rundreise in orange.

Aktuell ist noch Vorsaison, aber bereits viele Bulgaren und Rumänen mit super Autos fuhren hierher! Auch sie geniessen die Wärme, viel Sonne, alles ist noch grün und dieses herrliche blaue Meer! An der Sonne war es warm, aber noch nicht heiss.  Im sauberen, klaren Wasser mit 16-18 °C  schwamm bisher nur Martin. Die Campings waren noch geschlossen und starten ab Mitte Mai. Dafür konnte man noch überall stehen bleiben und dies genossen wir sehr. Immer direkt am Meer ganz für uns.

Anbei einige Eindrücke.

Orthodoxe Mönche von der Insel mit Berg Athos kamen früh hierher und die bis 800 jährigen, eindrücklichen Olivenbäume werden immer noch gepflegt und tragen Früchte.

Bei derLagune von Giola Lagune oder das Auge der Aphrodite genossen wir auch die Sicht von oben.

 

Thassos bis Thessaloniki

Am Sonntag Morgen verschifften wir mit der Fähre von der  Insel Thassos retour auf das Festland. Herrlich, den Möwen bei ihren Flugkünsten zuzuschauen.

Nach einem Zwischenhalt am Meer fuhren wir weiter bis Thessaloniki. Hier galt es zwei Wasserhahnen, eine Pumpe, unsere Schuhe zu ersetzen und uns für den Flug nach Kreta vorzubereiten.

Insel Kreta – Mochlos

Terminlich günstig, flogen wir von Thessaloniki zu Gaby’s Freundin auf die Insel  Kreta. Am Flughafen nahmen wir ein nigelnagelneues Fahrzeug in Empfang und fuhren in fast zwei Stunden östlich nach Mochlos. Hier bekamen wir im „Adlerhorst“ ein wunderbares Appartement und konnten uns richtig auf eine Woche Ferien umstellen. Herrlich, jeden Morgen baden und Land und Leute mit Insidern kennen lernen.

Eine Woche Kreta

Wir erlebten eine wechselhafte Woche auf Kreta.  Das Wetter änderte sich sehr schnell, von kühl mit Böen bis zu sehr heiss mit Saharawind. Das griechische Wetter mit Sonne und blauem Meer fehlte zeitweise.

Trotzdem war es erholsam und abwechslungsreich. Wir fuhren auch der Küste nach und in die Berge. Anbei einige Eindrücke, inkl. Videos von oben.

auf Festland weiter

Die Abgabe des Fahrzeugs in Heraklion nach den ersten 500 km  und der Flug nach Thessaloniki verlief problemlos, ebenso der Wiederbezug  unseres MG-Bobils. Schön, wieder in der eigenen Stube mit allem Komfort zu sein.

Am andern Tag wurden die Vorderreifen ersetzt. Toll, wie der Familienbetrieb arbeitete.

Wegen regnerischer Wettervorhersage fuhren wir nicht mehr südlich auf die mittlere Halbinsel von Thessaloniki, sondern direkt um die grosse Stadt rund 300 km Richtung Peloponnes. Die Fahrt über grüne, bewaldete z.T. steile  bis 2’000 m hohe Berge erinnerte uns an den Tessin. Die Autobahn war super mit extrem vielen Tunnels. So kamen wir nach Ioannina am grossen Pamvotida See. Hier trafen wir einige Westschweizer.

Regen- = Museums-Tag

Bild aus 1820

Wie vorher prognostiziert, erwartete uns ein seltener, intensiver Regentag. Trotzdem genossen wir einen Spaziergang in die Stadt Ioannina mit ihrer osmanischen Altstadt, einer grossen Burg und einigen Museen.
Interessant war die Silbergewinnung und Veredlung, sowie der Einfluss vom General Ali Pascha. Er kam aus Albanien und dank Erfolg (& Grausamkeiten) mit bis 100’000 Soldaten gründete er ein eigenes „Reich“. Vernetzt mit Napoleon, Venedig und den Briten mit Zuzug von Europäischen Ingenieuren/Künstlern entstand viel Wissen und so baute er die Stadt zu einem erfolgreichen Knotenpunkt aus. Den Osmanen wurde er zu mächtig und daher später mit 82 Jahren geköpft.

Viele schöne Silberarbeiten entstanden im 18.-19. JH. und deren Bearbeitung wurde im Museum anschaulich erklärt. Einerseits das Prägen mit Stempeln  und schwärzen, andrerseits wurden aus feinen Drähten herrliche Gürtel, Broschen, etc. kreiert.
Dank Offenheit wurde die Christliche Kirche zugelassen und so entstanden auch schöne Bibelverzierungen und Ikonen mit Gold auf Holz.

Hierher fliegen die Schweizer (?) direkt zwei Mal in der Woche. Ist es wegen dem See, grünen Hügeln oder …? Es hat sehr viele Restaurants, Läden und Touristen. Unser Essen war super und günstig mit Salat, Hauptgang, feinem Rose, Minidessert, Kaffeelikör für 35 Euro! So genossen wir unseren Regentag am See mit Zürichsee-Feeling.

Bis zum Peloponnes

Nach der Insel Thassos waren wir 700 km durch grüne, hügelige Landschaften  bis zum Peloponnes gefahren. Im Unterschied zum viel südlicheren, trockenen Kreta auch noch etwas kühler.

Vor der letzten Etappe übernachteten wir in einer riesigen Meereslagune an einem früher wichtigen Hafen (Kriegszeiten Griechenland – Türkei). Hier hatte der Fluss eine mehrere km-lange Zunge gebildet, ideal für einen Leuchtturm. Wir genossen einen ruhigen Platz mit langem Spaziergang zum Leuchtturm.

Herrlich, am Sonntag Morgen, den Fischern aus nächster Nähe zuzuschauen, mit der Drohne die Lagune von oben entdecken und der Spaziergang in die intakte Natur.

Anbei einen Drohnen-Video von oben über dieses Naturschutzgebiet.