in die Berge

Über die grosse, lange Autobahn fuhren wir ins Landesinnere nach Tan Tan für Wasser und Diesel und rasch weiter nach Guelmim für Lebensmittel, welches wir bereits kannten. Uns zog es über Land und in die Berge Richtung Assa.

Dank Regen auf den Hügeln wurde es wieder schön grün. Hierher wurden mit grossen Lastwagen Schafe gekarrt, um das „unerwartete“ Gras zu nutzen.

So kamen wir rasch in die Steinwüste und genossen diese Weite und Abwechslung.

Ja und wir schliefen auf der Passhöhe – einfach schön.

Am anderen Morgen durften wir in Ruhe die Weiterfahrt geniessen.

Wolken vom Meer verdunsten in der Wüste
Dromedare unterwegs

So kamen wir rasch hinunter ins Tal nach Assa, einer Oasenstadt.

Dem Atlantik entlang

Uns stellte sich die Frage 7 h Küstenfahrt in den Süden bis Dhakla, dem bekannten Ferienort speziell für Surfer oder …?

der Küste entlang in den Süden bis fast Mauretanien???

Die Wetterprognose war weiterhin bewölkt und so entschieden wir uns dagegen. Alles kann man nie erkunden.

Wir wollten ein kurzes Stück der Küste nach unten, dann umkehren und in den Norden fahren. Der erste Zwischenstop galt einem Schiffswrack und dem Erholungsstrand von Laayoune. Was da alles in den Sand gebaut wird?

Danach folgte der riesige Industriehafen. Hier kommt das 100 km lange Förderband an und deponiert das Phosphat für die Verladung auf die Schiffe weit draussen im Meer. Martin glaubte nicht daran, dass dies funktioniert, doch in der Nähe konnten wir die Förderbänder hören und sehen. Eindrücklich!

und weit hinaus ins Meer zum Verladen

Weiter unten besuchten wir ein fast totes „Fischerdorf“. Dies entspricht keiner unserer Vorstellungen. Nach Statistik gibt es immer viele Bewohner. Für uns wirkt es eher leer und selten sieht man Menschen.

Die Küstenfahrt in den Norden war eher eintönig. Wir fühlten uns nicht so wohl, gab es doch alle 100-500 m (!!!) zwischen Strasse und Meer einen Militärposten. Eine Blechhütte, ein WC, einen Wassertank und evt. mit Hunden die Zeit verbringen? Also irgendwo parken schien nicht erwünscht.

Weiter im Landesinnern sahen wir Sanddünen und Martin konnte es nicht unterlassen, wenigstens eine zu erklimmen.

In Tarfaya einer Hafenstadt konnten wir am Strandparkplatz übernachten und genossen den Rundgang mit dem Museum über die Postfliegerei, wo auch Antoine Saint Exupéry zwei Jahre stationiert war.

Anderntags folgten wir weiter die Küste hinauf und stoppten beim ‎⁨Khenifiss National Park⁩, ⁨Akhfennir⁩, ⁨Laayoune-Boujdour-Sakia Al Hamra⁩, ⁨Marokko⁩. Dies ist eine riesige Meereslagune in einer felsigen Landschaft, ein wichtiger Spot für Camper. Interessant, ruhiges Wasser, etwas grün mit Übergang zur Wüste.

Wir fuhren weiter zum Devil Hole (Naila), wo das Meer den Felsen durchbrochen hatte. Hier hatte es eine riesige Felsenplattform, aber über Nacht parken ist nicht erlaubt.

Somit ging es  weiter an den Tan Tan Plage (El Quatia), wo wir wenigstens eine ruhige Ecke für uns fanden. Schade die Camper konzentrieren sich an wenigen Orten.

In der Westsahara bis Smara

Eine Grenze zur Westsahara erlebten wir nicht. Nach dem Rückzug der Spanier im 1976 besetzte Marokko dieses Gebiet obwohl sich die örtlichen Sahrauris wehrten. Interessant war die Westsahara wegen der langen Küste für Fischfang und dem weltweit grössten Phosphatabbau.
Heute ist es ruhig. Viele Marokkaner wurden rasch  in dieser Wüste angesiedelt und so wuchs z.B. die Wüstenstadt Smara in Kürze auf 57’000 (?) Einwohner, davon ⅓ Militär. Wovon die Leute leben, ist für uns rätselhaft.

Viel zu sehen gab es nicht und trotzdem wollten wir diese Entwicklung erleben. Eine ehemalige Klosterschule mit riesiger Bibliothek wurde bereits von den Franzosen zerstört. Mit etwas Glück konnten wir den Wiederaufbau mit den schwarzen Wüstensteinen besichtigen.

Etwas Ausserhalb besuchten wir ein Museum über Steinreliefzeichnungen und nutzten den schönen Parkplatz für unser Mittagessen. Für uns erstaunlich ist diese Weite in der Wüste und unsere Schwierigkeit, irgendwo zu pausieren. Die Strassen sind erhöht und Rastplätze gibt es nicht. In dieser Weite können wir uns nicht irgendwo „verstecken“ und bei Lokalen wollten wir nicht übernachten.

Somit mussten wir wieder ganz nach Westen an den Atlantik. Zwischendurch begleitete uns ein 100 km langes Förderband, welches das Phosphat über Land in den Hafen von Layounn befördert.

200 km Wüste

Von unserer schönen Oase fuhren wir 130 km bis Tan Tan, tankten Wasser und Diesel und danach ging es 200 km durch eine Stein- und Sandwüste. Die ersten 100 km  mit meist schnurgerader guter Teer-Strasse, praktisch ohne Verkehr.
Während  dieser Zeit kamen uns 20 Fahrzeuge entgegen, zwei überholten wir und ein Fahrzeug überholte uns – fast einsam durch die Wüste!

Nach dieser Zeit kam die erste Tankstelle. Auf einer Seitenstrasse parkten wir und genossen diese Weite und Ruhe während unserer Mittagspause. Schwierig zu beschreiben – bei 21 °C, blauem Himmel und schönem Wind!

Nach einer weiteren Stunde passierten wir zwei grosse Dromedarherden und kamen zu einer ehemaligen Karawanserei. Hier gab es nach dem Duschen ein richtiges Sonntagsessen – vieles ist dank unserem Wohnmobil auch in der Wüste möglich – Mega!!!

Auf zur südlichsten Oase

Die Wetteraussicht meldete wieder heftigen Regen und so wollten wir rasch weiter in den Süden. Das Schöne war – nach sieben trockenen Jahren erstmals wieder viel Regen – und somit war alles wunderbar grün. Auf google Maps war alles braun.

Spontan bei einem Kaffeestop wanderten wir durch ein Dorf. Der nette Herr zeigte uns voller Stolz seine tollen Wecker – wäre günstig zu haben.

Zielort war Guelmin, eine Kleinstadt im Landesinnern. Es hat ausserhalb ein grosses Einkaufshaus und Campings.
Martin wollte jedoch zuerst lieber in der Stadt auf den lokalen Markt, aber wo parken? Glücklich einen Hinterhof gefunden zu haben wanderten wir auf den nahen Frischmarkt (Souk) und stiessen auf einen freundlichen Marokkaner mit etwas Baslerdialekt.
So wurde das Einkaufen viel interessanter und bei Tee erfuhren wir, dass er im Tourismus arbeitet. Rasch wurden wir uns einig, in die nahe Oase Tighmert zu fahren und dort bei Maison Nomaden zu parken.
Wir erlebten zwei herrliche Tage. Es folgten Rundgänge durch die südlichste Oase Marokkos mit 700 Familien und 30 pensionierten Ausländern; ein Museumsbesuch und eine Wanderung an den Rand zu den Hügeln, wo Bananen gezüchtet werden. Wasser wird „einfach“ aus dem Boden gepumpt, solange es hat. Aus dem Garten von Bamal gab es Rettiche und frisch gepresstes Olivenöl. Er stammt aus einer Familie mit zwei Dutzend Kindern. Sein Vater hatte zwei Frauen und wurde 110 Jahre alt!

Am Samstag ist in der Stadt der grosse Souk mit vielen Tieren und riesigem Früchte-/Gemüseangebot. Dieses bunte Leben ist immer spannend.

Schöne Erinnerungen bleiben.

Die Wüste blüht

Unser nächstes Ziel war weg vom Regen und mehr Wärme.  Von Agadir fuhren wir weitere drei Stunden in den Süden ans Meer bei Mirleft. Es gab einen grossen, schönen Camping, vorwiegend mit Franzosen. Gut hier wollten wir für drei Tage entspannen.

Unverhofft kamen wir auch zu einer günstigen Reparatur unseres Fahrzeuges. Für wenig Geld wurden verschiedene Schäden repariert. Wirklich erstaunlich mit welch einfachen Mitteln drei Personen à ca. 5 h daran arbeiteten. Jetzt sehen wir wieder viel gepflegter aus.

Auch ein Spaziergang ans Meer und durch die aufblühende Wüste war ein schönes Erlebnis. Wenn es Wasser und Licht gibt  blüht alles wieder auf.

Weit in den Süden

Wir staunen über vieles Grün

Wir wussten, im Norden kann es noch kühl und regnerisch sein. Soviel Regen war jedoch auch für die Marokkaner neu. Analog in Spanien etc. sollte es die nächsten Tage wieder intensiv regnen und so entschieden wir uns, sofort weit hinunter in den warmen, trockeneren Süden zu fahren.

Am Morgen fuhren wir trocken los und kamen rasch in  einen intensiven Regen. 730 km mit über 8 h Fahrzeit bis Agadir bei meist starkem Regen wurde dank guten Autobahnen machbar! Gut auch, dass wir uns abwechseln können..
Direkt in der Stadt am Meer parkierten wir und entschädigten uns bei einem feinen Nachtessen. Französischer Einfluss mit Marokkanischer Küche zaubert feine Sachen auf den Tisch.

5h für die Überfahrt

Wegen schlechtem Wetter mussten die Fähren drei Tage pausieren. Somit entstand ein Stau. Wir konnten ein Ticket für Sonntag Morgen 8 Uhr buchen mit dem Hinweis, je nach Situation könne es viel länger (???) dauern – Inshallah.
Um 7.10 waren wir im Hafen und wurden in Kolonnen aufgereiht. Wie und wann wer dran kam, blieb uns ein Rätsel.
Doch tatsächlich kamen wir auf die Fähre um 11.15. Bis alle eingeladen wurden, dauerte es jedoch seine Zeit. Wohnwagen und Wohnmobile mit Anhänger mussten bis zuletzt warten und als einzige Rückwärts die recht steile Rampe hochfahren. Mit Auto-Überhang standen sie teilweise an der Rampe auf. Nächste Fähren warteten auf die Einfahrt und somit blieben zwei eingeplante Fahrzeuge trotz Diskussionen zurück. Insahlla – auf die nächste Fähre nach weiteren drei Stunden???

Uns empfing ein wolkenbehangenes, grünes, hügeliges Afrika. Doch zuerst kamen die verschiedenen Kontrollpunkte. Am Zoll staunten wir, wie alle PW’s alles Gepäck ausräumten. Galt dies auch für uns????
Nein, so freundlich und zuvorkommend  – wir waren in zehn Minuten durch. Welche Erleichterung!

Auch weit Gereiste machen Fehler und nehmen die falsche Kreiselabfahrt. Der junge Mann bei der Zahlungsstation lachte uns aus, weil wir zwei Male bei der gleichen Autobahn ausfuhren – diese Touristen!

Der geplante Campingplatz war gut, aber erst das ausgezeichnete Mittagessen weckte wieder unsere Geister. Mit einem Strandspaziergang am rauen Meer endete unser erster Tag in Afrika.