Alles hat ein Ende

Martin bekam fast nicht genug von dieser schönen, einfachen Meeresbucht. Aber das (Dusch-) Wasser und gewisse Lebensmittel gingen zu Ende.

Was tun? Etwas weiter oben gab es Unterkünfte und warum nicht einmal den Komfort eines Hotels ausprobieren?

Erstaunlich, es war der erste fast windstille Tag und wie aus dem Nichts kamen viele Surfer.

Somit wurde der Abschied einfacher und im Hotel war es sehr ruhig. Viele Investitionen werden durch  Franzosen mit Marokkanern getätigt und dieser Kulturmix tut sehr gut.

Nach einem Ausflug in die Hügel genoss ich eine ruhige Nacht.

Entspannung pur!

Hier in diesem kleinen Fischerdorf mit der schönen  Bucht war es echt erholsam.

Ich stand einfach auf einem Parkplatz mit herrlicher Sicht auf das Meer. Die Sonne sorgte für Strom, somit konnte ich einfach am nächsten Film arbeiten und dazwischen spazieren, bei Lust in kleinem Restaurant essen oder selber haushalten. Mit wie wenig kann man doch zufrieden sein!

Ein Fluss bildete eine natürliche Lagune und sickerte sich danach durch einen Stein-/Sandwall ins Meer.

Wegschauen ging diesmal nicht. Was bleibt aus unserem (Oel-Plastik-) Zeitalter zurück? Auch hier wächst langsam das Bewusstsein.

Essaouira – ans Meer

Während Gaby wegen GV-Frauenchor nach Hause hüpfte, fuhr Martin alleine Richtung Meer.

Zuerst galt es zu packen, einiges zu reinigen und vorzubereiten. Dazu war dieses Landcamping ideal.

Morgens früh fuhren wir retour nach Marrakesh an den Flughafen.

Jetzt galt es noch konzentrierter zu fahren und die Karten selber besser zu studieren. Fahrzeuge, Mopeds etc. kommen von allen Seiten.
In Etappen fuhr ich die fast 200 km bis Essaouira, einer herrlichen Stadt am Meer.

Blick nach Essaouira ohne Martin auf dem Kamel

Dank dem geschützten Hafen wurde dieses Gebiet schon sehr früh besiedelt. Im 15. JH. kamen die Portugiesen und begannen umgehend mit dem Bau der heute noch sichtbaren Befestigungen und der Hafenanlagen.
Im 17. JH. war hier der grösste Seehafen Marokkos. Bis 1910 gab es einen Anteil von 48 % Juden.
Nach dem Einkauf wollte Martin die Stadt besichtigen, aber wo parken? So viele Fahrzeuge und nirgends wollte man ein grosses Wohnmobil. Die Polizisten wollten mich aus der Stadt schicken, Hotels mit grossen, leeren Parkplätzen waren auch nicht flexibel genug und trotzdem wurde es möglich – direkt vor der Stadtmauer – ein grosser voller Parkplatz auch zum Übernachten.
So konnte man einmal mit Touristen am Nachmittag und am andern Morgen in Ruhe diese urtümliche Stadt erleben. Sogar zu einem Coiffeur reichte es.

Wie weiter? Über Googlemaps sucht man sich eine Gegend und fährt dorthin – diesmal an einen Sandstrand zwischen den Hügeln.
Eine schöne Fahrt Richtung Agadir führte durch grüne Hügel mit den stachligen Arganbäumen, eine der ältesten Baumarten.  Diese sind geschützt (Unesco) und das Oel ihrer Nüsse wird für Kosmetik und Küche verwendet.
Am Schluss landete ich in einem kleinen Fischerdorf und genoss auch frischen Dorsch. Herrlich so zu reisen.

Heller’s Garten

Der Österreicher André Heller, Schriftsteller, Musiker und Gestalter lebte einige Zeit in Marokko und errichtete ausserhalb Marrakesh einen grünen Park  mit verschiedenen Figuren. Wir wollten diesen besuchen und in ein anderes Camping auf der anderen Seite der Stadt.

Unsere Fahrt wurde etwas abenteuerlich. Zuerst fuhren wir Richtung Berge durch fruchtbare Täler.

Der Park, ab 2008 auf unbebauten Boden errichtet, ist wunderbar grün mit sehr vielen unterschiedlichen Planzen und Figuren. Auch die Umgebung ist sehr schön. Wahrscheinlich finden hier die Marokkaner Ruhe und Erholung.

Über recht ungewöhnliche Strassen kamen wir im Zick Zack zu unserem nächsten Stellplatz, auch ruhig und erholsam. Hier galt es für Gaby für die kurze Reise in die Schweiz zu packen und unser Fahrzeug von den Sandwüsten innen zu reinigen.

wo sind wir?

Marokko ist für uns anders als erwartet.
Meer, Wüste, Dünen, warm-heiss hatten wir es uns vorgestellt. Auch über den Atlas hatten wir gelesen. Aber mit so vielen Schneebergen, soviel grüne Wiesen – und kühl mit Regen???

Von Smail fuhren wir direkt über das Atlasgebirge mit dem Pass auf 2’260 m. Diese Strasse kann bei Schnee oder viel Regen (Steinrutschgefahr) gesperrt werden, was am nächsten Tag zu erwarten war. Somit besser los.

Wir übernachteten 25 km ausserhalb Marrakesh auf einem schönen Camping zwischen Oliven- und Orangenbäumen, aber einer schwierigen Zufahrt. Am nächsten Tag hatte es wirklich in den Bergen geschneit.

Warm eingepackt marschierten wir eine halbe Stunde über Land bis zu einer Bushaltestelle. Nach einer weiteren halbe Stunde kam ein  Bus (gemäss  Plan alle 12 Min.) und in 40 Min. waren wir in Marrakesh.
Beim Busterminal erwartete uns ein „Gewusel“ mit vielen Einheimischen. Zu Fuss ging es weiter in die Altstadt mit dem riesigen Basar und den vielen Touristen. Für  Museen musste man in Schlangen anstehen.

Alles weniger unser Ding. Aber hurra, wir fanden ein neu eröffnetes Restaurant in einem ehemaligen Palast, später Frauengefängnis. Herrlich diese Räume, Ruhe und das ausserordentliche Essen.

Frisch gestärkt genossen wir doch das Schlendern durch den Basar. Von Allem gibt es viel zu viel und von den gefährlichen Mopeds und Verkäufern konnten wir uns retten.

Mit Stadt-, danach Landtaxi kehrten wir rechtzeitig vor dem intensiven Regen zurück. Die Adresse von einer Visitenkarte lesen reichte den Fahrern nicht, nur die Geo-Koordinaten und unsere Tipps brachten uns retour.

zu Besuch bei Smail

Von unserem kühlen Bergtal ging es hinunter und über das Hochtal bis Ouarzazate, wo uns Smail, unser Schweizer Kontakt empfing.

Wir verabschiedeten uns von Ibrahim und fuhren hinunter. Eindrücklich wieviel Geschiebe die Flüsse über die Strasse tragen.

Bei den Affenfingern, einer langen Felswand mit rund geformten Felsen, gab es bereits den ersten Halt.

Weiter besuchten wir eine Kooperative für Rosenverarbeitung, danach eine Kasbah, eine Wohnburg und kochten unser Mittagessen an einem Stausee.

In Ouarzazate gab es ein Filmstudio, wo für verschiedene Filme Requisiten aufgestellt wurden. Dazu kamen Aufnahmen mit der nahen Wüste und den Bergen.

Über Land fuhren wir in ein kleines Dorf, in dem Smail aufgewachsen ist. Ursprünglich mit der Schweizerin Karin verheiratet begleitete er viele Touristen. Heute lebt er nahe dem Fluss auf einem kleinen Grundstück, wo er auch drei Touristenunterkünfte baut. Auf dem Rundgang zeigte er uns auch sein Grundstück mit Olivenbäumen und Alfa-Alfagras. Herzlichen Dank Smail für deine Gastfreundschaft.