Weiterreise – zurück in die Schweiz

Wir fliegen diesen Samstag nach Antalya, Türkei und nehmen unser Fahrzeug wieder in Empfang. Danach setzen wir unsere Reise etwas gemächlicher bis in die Schweiz fort. Vor den Sommerferien wollen wir zurück sein.

Antalya bis Griechenland
Griechenland Teil 1

Falls jemand Tipps für schöne Orte hat, bitte melden.

Rascher Wechsel

Die Schweiz verliessen wir bei kaltem, regnerischem Wetter. Der Flug verlief problemlos und rasch brachte uns ein Taxi zu unserem Fahrzeug nach Manavgat-Side. Toll, einfach „Fahrzeug öffnen, auspacken“ und schon fuhren wir los zum Einkaufen und vor dem Eindunkeln ins schöne Camping.
Warum hatte es so viele Leute!? – Aha letzter Tag des Ramadans – morgen ist die grosse Feier.

Abends schon etwas müde, funktionierte die Wasserpumpe einfach nicht. Das Wasser war aufgefüllt und Strom war da aber kein Wasser aus unsern Hähnen – Oho.
Am andern Morgen folgte ein  AHA – die Lösung – es gibt ja noch einen Schalter, um die Pumpe ein-/auszuschalten. Fröhliches Lachen – sind wir schon so alt? Für nächstes Mal machten wir eine Checkliste – Für den Neustart es gilt über 20 Punkte zu beachten.

Hier ist es wärmer, häufig wechseln sich Regen mit Sonne ab und erste Spaziergänge am Strand wurden möglich.
Wichtiger war jedoch, die Koffer sind ausgepackt und wir wieder eingerichtet. Ans kleinere Häuschen gewöhnen wir uns rasch wieder.

Side – an schönster Lage

Wir besuchten auf einer Landzunge das antike Side.  Herrlich am Meer gelegen gab es viele Ausgrabungen. Hier florierte einst eine Handelsstadt der Griechen und später die Römer mit bis 40’000 Einwohnern. Um 900 n. Chr. übersiedelte die Bevölkerung nach dem sicheren Antalya und erst im 19. JH. kehrten wieder Menschen aus Kreta hierher zurück. Daher blieben viele Ruinen, ein Römisches Amphitheater aus 2. JH. und verschiedene Tempel aus Marmor erhalten. Diese riesigen Marmorblöcke wurden mit Schiffen hierher geschleppt.

Gut war für uns, dass noch keine Hochsaison ist und wir in Ruhe herumschlendern konnten. Direkt mit Meerblick genossen wir ein feines Mahl.

Der Bayran hat Auswirkungen

Nach dem Ramadan wird drei Tage der Bayram als Fest mit Familie, Freunden gefeiert. Uns war dies vorher nicht bewusst. Wir hatten sogar mit der Mercedes-Garage einen Service-Termin am 1. April vereinbart. Daraus wurde unser Aprilscherz.

Gut hatte uns Namik darauf hingewiesen, als wir uns bei ihm und Marion für die sichere Fahrzeugaufbewahrung bedankten. So blieb uns nichts anderes als weiter in Manavgat auf einem schönen Campingplatz zu bleiben. Leider regnete es oft und so entspannten wir uns in unserem MG-Bobil.

Am ersten Werktag fuhren wir früh zum Flughafen und wollten die Verlängerung unseres Fahrzeugaufenthalts abholen. Nach zwei Stunden warten – am „Montag“ startet man nicht so früh – kam Bescheid,  Aufenthalts-Erlaubnis ist bis Ende April und einer Busse(?).

Erst um die Mittagszeit waren wir bei der Garage und der Service wurde erst auf den nächsten Tag versprochen. So fuhren wir weiter der Küste nach und erholten uns am rauhen Meer.

 

Altstadt von Antalya

Ein herrlicher Tag begrüsste uns und nach kurzem Spaziergang fuhren wir 40 km zurück nach Antalya.

Dass wir hier Schneeberge vom Taurus-Gebirge sehen würden, überraschte uns.

Zuerst galt es das Fahrzeug zu Mercedes zu bringen und die etwas chaotische Organisation zu verstehen.

Die Altstadt von Antalya war ursprünglich nicht auf unserem Programm, wurde jedoch eine Chance. Im  E-Smart wurden wir in die Altstadt an das bekannte Hadrianstor gefahren und unternahmen einen Tages-Ausflug durch die schöne Hafenstadt der 2.5 Mio. Metropole.

Schön herausgeputzte alte Strassen mit unendlich vielen Restaurants und Souvenierläden konnten wir bereits Morgens vor den vielen Besuchern durchstreifen.

Abends durften wir unser Fahrzeug mit fast allen erledigten Servicearbeiten wieder entgegennehmen. Ja, hartnäckig dran bleiben, vielfach wiederholen, lohnt sich. Alle haben sich echt engagiert. Vielen Dank.

Schöne Meeresküste

Wir genossen die Fahrt der Küste entlang, zuerst noch auf der Autobahn, später über eine schöne Küstenstrasse um die Berge herum. Sobald es flacher wurde, gab es sehr viele Treibhäuser und speziell Tomaten werden hier angebaut.

Die weissen Flächen sind Treibhäuser

Wir verbrachten hier eine Nacht am Hafen von Andriake, welcher schon früh als Umschlagplatz für Ägyptischen Weizen diente.  Hier werden viele Boote instand gehalten.

 

Auf den Spuren der Lykier

Anstelle der Grabstätte von Nikolaus in Myra  (für Orthodoxe Russen ein Muss) erklommen wir den nahen Hügel, wo sich schon vor Christus die Lykier aus Kreta ansiedelten. Hier gab es wilde Gebiete mit alten, verfallenen Ruinen, viel Natur auf vulkanischem Gestein. Die steilen Spitzen zu besteigen war jedoch fast nicht möglich. Martin versuchte verschiedene Aufstiege um einen schönen Ausblick zu erhalten und mit der Drohne los zu fliegen.

3 Min. YouTube-Video

Rechtzeitig vor einem kurzen Schauer waren wir wieder zurück und fuhren ein kurzes Stück weiter nach Kekova, einem kleinen Hafen vor vielen kleinen Inseln. Wir hatten Glück mit einem paradiesischem Minicamping und einem feinen Fischrestaurant am Hafen.

Hartnäckig versuchten wir den nächsten Aufstieg über kleine Pfade zu alten Gräbern der Lykier. Eindrücklich diese riesige Särge mit sehr schweren Deckeln, welche über 2’000 Jahre alt sind.

Vogel flieg!

Uns gefiel die steile Südküste mit blauem Meer und die Camping-Idylle. An diesem ruhigen Morgen genossen wir die Aussicht von oben mit der Drohne.
Weiter üben und damit besser werden ist das Ziel. Und was Gaby bereits für Musik mit künstlicher Intelligenz kreieren kann? Viel Spass – wir bleiben dran!

12 Min. YouTube Video

Hafenstadt Kas

Das schöne abgeschiedene Kerkova verliessen wir und fuhren  zum grösseren Touristenort Kas mit kleinen engen Gassen. Hier wurde das Parken zum Problem. Für einen kurzen Einkauf durften wir auf dem Busparkplatz abstellen. Auch fanden wir eine schöne Wäscherei, welche alles bis zum andern Morgen reinigte.

Aber wo übernachten? Enge steile Campings überzeugten uns nicht, wollten wir doch einen schönen Meerblick. So fuhren wir auf die recht überbaute Halbinsel hinaus. Aktuell war es noch sehr ruhig, da die Saison erst langsam beginnt. Nach einigen Anläufen fanden wir einen idealen Hotelparkplatz, wo wir auch stehen durften – herrlich, so stimmt es. Mit Blick nach  Griechenland.

Xhanthos

Nein, nicht schon wieder einen „alten Steinhaufen“.
Wir wollten eigentlich vorbeifahren. Aber irgendwie lockte uns dieses Xhanthos doch. Auf einem erhabenen Felshügel wurde sehr früh eine Stadt gebaut.  Schon der Parkplatz gefiel uns mit seiner Aussicht in die Talebene.

Nach feinen eigenen Spaghetti wurde aus einem kurzem Rundgang eine zweistündige Entdeckungstour inkl. einer Übernachtung. Unsere  Ehrfurcht ist gross, was bereits vor z.T.  800 BC von den Lykiern gebaut werden konnte. Diese Präzision bei der Steinbehauung, dieser Ahnenkult und diese schöne Lage waren beeindruckend.

In der Nähe vom Meer an einem Fluss gelegen wurde ein grosser Felshügel zur Kult- und Wohnstätte. Neben Theater, Tempel und Stadtmauern gab es auch viele Felsengräber, einfach in den Fels gehauen. Über die Lykier finden wir wenig Informationen. Sie hatten eine eigene Sprache und Schriftzeichen, waren demokratisch organisiert, lebten von der Landwirtschaft und dem Handel über das Meer. Erdbeben und die Eroberung der Perser 545 BC zerstörten vieles, welches später wieder aufgebaut wurde. Die Griechen kamen um 425 BC, später die Römer mit Theater, Thermen und Mosaiken und die Araber mit dem Islam. Xhanthos verfiel und die Engländer begannen im 19. JH. mit Ausgrabungen. Daher findet man die schönsten Stücke im Britisch Museum in London.

Eine Mauer diente zur Befestigung und über den ganzen Felsenhügel waren die Ahnengräber verteilt.

Aber auch die Vielfalt der Natur konnten wir geniessen.