Auch kurze Momente können in langer Erinnerung bleiben, wie das heutige Gesicht eines spanischen Camperfahrers. Etwas mutig wählten wir eine direkte kurvige Route zum nächsten Spot an einem schönen Sandstrand.
Herrliche Frühlinszeit
wild in den Bergen
Villa in den Wolken
Echte Schneeberge
Steil geht es hinauf/hinunter
Anderes Dorf auf dem Weg
Bei der Hochfahrt vom Meer bis 1’100 m waren wir froh, dass alles gut verlief. Kurz nach dem Scheitelpunkt begegnete uns ein Camper aus Spanien. Sie warteten auf uns und die Frau fragte lebhaft, wie die weitere Fahrt wäre? Unsere Antwort, anspruchsvoll, aber okay und schön. Und wie ihre Fahrt bis hier hierher? Ohoooo…, sehr steil und teilweise schmal. Das verzerrte Gesicht des Mannes, seine rollenden Augen, die Hände die kurvten – unvergesslich, ein zweites Mal wird er es nicht machen.
Wir genossen in Ruhe die steileren Serpentinen nach unten und fanden einen schönen Platz etwas ausserhalb an einer riesigen Sandbucht mit Lagune. Hier konnten wir uns entspannen. Die vielen Hotels und Liegestühle??? – Gut, dass es erst Vorsaison ist und es wenige Touristen aus Europa, Russland und den arabischen Ländern hat.
Für unseren Einkauf fuhren wir in den nächsten grossen Touristenort Fethiye mit etwa 300’000 Einwohnern. Der Einkauf (ab 10 Uhr) war einfach, danach wurde es kritischer.
Kaktusse suchen das Licht
Besondere Ampel
wir parken hinter den Bussen
Die Altstadt an der Küste war trotz Einbahnverkehr von Autos überflutet. Die Strassen und Parkplätze konnten nicht mit dem Wachstum mithalten.
Weiter ausserhalb parkten wir trotz Parkverbot hinter den Bussen. Zu Fuss ging es an den Hafen und später zu einem feinen Mittagessen in einem Boutique-Hotel. Das ehemals vor 250 Jahren gebaute griechische Haus klebte an steilem Hang über 6 Etagen. Daher bot sich uns als einzige Gäste ein schöner Ausblick. Dank der Foto im Eingang lernten wir, dass Fethiye den Namen vom ersten türkischen Piloten erhielt.
Es war unser Ziel, unsere letzte Etappe auf der Seidenstrasse langsamer anzugehen, z.B. einen Monat in der Türkei zu geniessen. Aber vier Nächte am gleichen Ort zu verbringen, war für uns neu. Hier in Ödüleniz fanden wir ein schönes Bungalow-Camp direkt in einer Meereslagune, bei dem wir auch unter Pinien stehen konnten.
Im Moment wird alles vorbereitet für die kommende Saison. Aktuell waren wir zeitweise die einzigen Gäste und genossen diese Ruhe.
Lage von oben
viele Liegestühle warten auf Gäste
richtig zum entspannen
Neben Aufräumen, Reinigen hatten wir auch viel Zeit für Erholung, Spaziergänge und Ausflüge in die Nachbarstadt. Das Wetter spielte mit. Es war meist sonnig, aber immer noch etwas kühl. Das Blau auf den Fotos kann man kaum glauben, wenn man es nicht selbst erlebt hat.
Baumpflege
Englische Hochzeit
auf Drohnenflug
Dieser Ort ist als Hotspot für Hängegleiter bekannt. Dank einer Seilbahn kommen sie rasch auf 1’900 m Höhe. Wahnsinnig, wie viele hier flogen. Manchmal hatten wir bis 20 Hängegleiter gleichzeitig in der Luft gezählt. Das viele Landen am schmalen Steg wurde zur Herausforderung.
Am Morgen bevor alle mit ihren Hängegleitern losflogen, waren wir mit unserer Drohne unterwegs. Anbei einige Eindrücke.
Wir hatten uns entschieden, von der Küste in das Taurus-Gebirge zu fahren. Von weitem lächelten uns die Berge mit ihrer schönen, weissen Schneekappe zu.
Blick von der Küste
von unterwegs
verschiedenste Gipfel
Blick vom Gelände
auf Weiterfahrt
gab es noch mehr
Schnell stieg das Gelände bis auf 1’400 m Höhe an. Über mehrere kleine Pässe kamen wir in ein riesiges, fruchtbares Hochtal von Kibyra an. Hier auf einem Weg-Kreuz von Nord-Süd und Ost-West siedelten sich früh die Menschen an. Erst neueren Datums wurden auf diesem riesigen Hügel Ausgrabungen durchgeführt. Weit verstreut gab es grosse Stätten von den Griechen und Römern. Im Jahr 23 n. Chr. errichteten z.B. die Römer ein 200 m langes bergseitig gedecktes Stadion mit 10’000 Plätzen. Hier mussten Wagenrennen stattgefunden haben. Wer kann sich dies vorstellen?
Bilder der Arena
Unser Besuch
Weiter besuchten wir eine Theater-Arena für 8’000 Personen und eine damals überdeckte Musikarena – eindrücklich. Von den Sitzplätzen aus hatte man im Hintergrund eine fantastische Bergkulisse.
Weiter gab es einen langen zweistöckigen Bazar und selbstverständlich römische Bäder. So viele Tonröhren immer noch intakt, so exakt geformt und gebrannt – dies beeindruckt Martin sehr. Wie lange halten vergleichsweise unsere Materialien? Und die Steinarbeiten, so grosse Quader milimetergenau eingepasst und heutige Mauern, nur Bruchsteine mit viel Mörtel.
Nymphenbrunnen
Römische Bäder und Musikarena
Theaterarena
Immer noch nicht müde, spazierten wir in die Stadt. Hier ist vieles noch einfacher und auch günstiger als an der Küste. Wegen früherer Erdbeben gab es auch viele neue Häuser.
Attatürk: Glücklich ist der, der sagt, ich bin ein Türke.
Schlussendlich besuchten wir einen grossen Treffpunkt. Hier wurde an über 20 Tischen intensiv verschiedene Spiele gespielt, ohne viele Getränke und Essen. Wir assen zusammen eine türkische Pizza mit ihrer Wurst, hatten 4 übliche Tee’s, spendeten 3 Tees den alten Herren am Nachbartisch, welche friedlich ohne etwas „stundenlang“ am Tische plauderten. Weil es hier so schön warm war? Alles zusammen für 5.95 CHF.
Wir wollten an den Salda See. Vor 2.5 Mio. Jahren verschoben sich die drei Erdplatten und schufen auf 1’200 m ü. M. einen fast runden Talkessel mit einem 180 m tiefen See ohne Abfluss. Mikroben im Wasser verarbeiteten den Lehm zu weissem Kalk und daher wirkt das Weiss-Blau sehr intensiv (nach Tourguide wie in den Malediven).
Am frühen, kalten Morgen sah sich Martin mit der Drohne um.
Auf dieser Höhe können auch noch Reben wachsen.
Wir fanden ein schönes Restaurant und einen Übernachtungsplatz mit Ausblick, machten einen langen Strandspaziergang, was will man noch mehr?
wir fuhren um den See
Heiratsfotos machen andere
Essen mit Blick auf den See
Für Fotos sehr eindrücklich, aber uns nachdenklich stimmend, war das Dorf nahe dem See. Viele fast verfallende Häuser und alte Leute lebten noch hier. Mit 78 % leben die meisten (jungen) Türken in den Städten. Weltweit geht diese Entwicklung in diese Richtung. Ist dies wirklich die Verbesserung?
Wir bewegten uns in geschichtsträchtigen Gebiet (rote Punkte) und somit lernten wir laufend Neues dazu. Einige Ausgrabungen und Museen hatten wir besichtigt. Folgende Bilder stammten aus dem Museum von Burdur. Sie zeigen schöne Stücke aus einigen von uns besichtigten Ausgrabungen. Einfach eindrücklich, was vor 2’000 Jahren möglich war. Nicht zu vergleichen, wie „primitiv“ heute unterhalten und gebaut wird. Ist soviel handwerkliches Geschick verloren gegangen? Beispiele:
Ein Tag alter Holzsteg, bereits defekt
Trinkwasserstelle, Wasser läuft einfach immer
mit fachgerechtem Dach?
Auch Nachbildungen boten nicht die gleiche Qualität (13 tanzende Frauen)..
Nachbildung vor Ort
Original im Museum
Staunen wir deshalb, was früher mit viel einfacheren Mittel möglich wurde?
12 cm Venus in Ton
1.5 m Steinsäule
Grosse Skulpturen in Marmor
Und in welcher Grösse mit welchen Mitteln – z.B. tonnenschwere grüne Marmorsäulen aus Griechenland auf diese Hügel transportiert (1’500 m)?
Poseidon über 1m hoher Block
Grössenordnung der Füsse zu einer Figur
Zeus über 1m hoher Block
Wieviel Aufwand für den Ahnenkult und in lange Lebensdauer investiert wurde?
Deckel Sarcopharg 2 m laang
Wasserablauf mit Reinigungsdeckel
Sarkopharg >2 m lang
Münzherstellung
In den nächsten 2’000 Jahren, was wird man von uns bestaunen können?
Burdur ist eine grössere Stadt mit 30’000 Einwohnern und wir konnten endlich wieder einmal den riesigen Markt und ein gutes Restaurant geniessen.
Bei der Moschee ist auch der Markt
Wer will meine Kartofflen?
Wer will Käse probieren?
Restaurant für viele
Wir planen gerne unsere eigenen Wege. Manchmal ist es nicht so einfach, den „Richtigen“ zu finden. Gestern noch entschieden wir uns, weiter an den nächsten See zu fahren; heute auf der Fahrt spontan dagegen. Warum?
Burdur See
Schöne Lage
Erster Schnitt mit 7 Personen
Der Burdur See ist zwar gross, aber bereits relativ trocken. Auf unserem idyllischen Parkplatz am See wurde bis ein Uhr nachts herumgefahren und Lärm gemacht. Also wollten wir doch lieber in die Berge trotz kurvigen Bergstrassen.
Es hatte sich gelohnt. Die Griechen und Römer wussten einfach, wo es schön war! Ihre Stadt Sagalassos auf 1’500 m hatte einen traumhaften Ausblick und damals wahrscheinlich noch viel mehr Vegetation. Also in Ruhe über das riesige Gelände wandern, die Eindrücke wirken lassen und entspannen.
Das schönste an diesem Ausflug war die Übernachtung. Ganz allein mit fantastischem Ausblick. So etwas findet man nicht alle Tage!
Schon vor 2’000 Jahren wurde hier Marmor abgebaut und heute?
Von vielen Hügeln wird ein mehrfaches abgebaut. Schon von weitem sieht man die Narben in den Hügeln. Viele Fabriken, hunderte von Lastwagen zeugen von einem einträglichen Geschäft.
Viele Fabriken
Narben bleiben
Abbau
Kuhstall, Hintergrund Abbau
Marmorwerke hinter den Reben
Abraumhügel
Marmorblöcke
Marmorplatten
Bruchplatten
Wie entstand Marmor?
Kalk (Calcit und Dolomit, etc.) wurde unter Druck und Hitze zu Marmor.
Hier fanden wir immer noch viel kalkhaltiges Wasser, welches die Felsen weiss übertüncht. Direkt erlebten wir es in der Kaklic Felsenhöhle und später in Pamukkale.
Von dem schönen Sagalossos auf 1’900 m genossen wir die Fahrt über die Hügel retour an einfachen Gebäuden vorbei.
In den Ebenen fanden wir viele trockene Flüsse und auch wenig bis kein Wasser in den Seen. Dort wo bewässert wird, wächst vieles, auch Reben.
Unseren Zwischenhalt genossen wir an einem Ort, wo über alle Hügel Lavendel angebaut und in der Saison verkauft wurde.
So kamen wir nach dem Touristenort Pamukkale mit seinen Kalkfelsen. Wir waren glücklich, dass wir mitten im Dorf unseren Standplatz fanden. Zuerst ganz allein, am Ostersonntag mit sechs andern Fahrzeugen.
Viele Touristen kommen hierher. Es gibt drei Gründe, einerseits die griechisch/römischen Ausgrabungen von Hierapolis, zweitens die spannende Erfahrung zu Fuss über die nassen Kalkfelsen zu wandern und drittens der Ballonflug am frühen Morgen.
Röm. Theater
nasse Kalkfelsen
Ballonflug
Wir waren froh, dies mit genügend Zeit und in Ruhe zu erleben, nicht wie viele der Gruppen mit ihren getakteten Busfahrten. Am Morgen wanderten wir mit wenigen Personen über die Kalkfelsen hinauf. Dies war auch für uns ein neuartiges Erlebnis. Um die Verschmutzung zu reduzieren, muss man die Schuhe ausziehen und spürt somit direkt diese vielfältigen Kalkrippen und warmes sowie kaltes Kalkwasser – wunderbar!
Oben angekommen gab es einen herrlichen Ausblick und viele Touristen, welche nur von oben kommen.
Weiter oben auf dem Plateau findet man die antike Stadt mit Museum, Theater etc. In der Arena beobachteten wir das „Spektakel“ der Touristen.
Remus und Romulus
Sarcophag
Kaiser Aurelius
Über das weitläufige Gelände wanderten wir 9 km mit dem herrlichen Ausblick in die Schneeberge. Besonders beeindruckend waren für uns auch die vielen in den Felsen gehauene Wasserkanäle und der viele rote Mohn.
Für den ca. einstündigen Ballonflug zum Sonnenaufgang mussten die Leute um 6.30 bereit sein. Martin startete an zwei Morgen etwas später und konnte mit der Drohne sich viel freier und unbeschwerter in der Luft bewegen.