Islamabad

Islamabad ist neue Regierungsstadt, gegründet in den 1960-er Jahren. Ideal mit sehr viel grün und gut mit Ringstrasse erschlossen bietet sie Diplomaten und der Regierungsmitgliedern viel Komfort. Das Wachstum von heute 2 Mio. Einwohnern ist sehr gross. Ob in 20 Jahren der Verkehr auch immer noch so schön fliesst?

Wir besichtigten die 6. grösste Moschee von Faisal aus Saudiarabien gestiftet. Sie wird ausser zu Festtagen nicht mehr genutzt, sondern dient eher dem Tourismus. Für uns war sie geschlossen, ebenso das nachfolgende Historische Museum. Montags sind auch hier die Museen zu.

Als Zentrum – Zeropoint – der Stadt dient das Pakistan National Monument auf einem Hügel mit Bildern aus der noch jungen Geschichte.

Pakistan wurde erst 1947 gegründet und hat mit 56 verschiedenen Kulturen sich noch nicht festigen können. Der aktuelle Minister ist aus dem reichsten Familienclan, wohnhaft in London. Die Armut und Korruption ist in Pakistan sehr gross.

Austausch mit pakistanischen Touristen

Wer viel Geld hat findet überall teure Shoppingcenter und feinen Cappuccino.

Durch ein enges Tal

Am dritten Tag fahren wir bis Islamabad. Wir müssen um 4 Uhr los. Eine Brücke über den grossen Indus wurde extra wegen uns für Bauarbeiten länger offen gehalten und erst danach gesperrt. Die Schäden wegen Überschwemmungen sind vielerorts sichtbar.

wir fahren über eine Notbrücke

Vorerst geht es in die Berge und durch lange Schluchten. Wir kommen erstaunlich flott voran. Beim hinunterfahren treffen wir auf einen riesigen „Alpabzug“ mit sicher tausend Schafen, dazu Ziegen, Esel, Kamele und sehr viele Einheimische. Eine tolle Überraschung. Im Konvoi vorbei fahren und filmen wird zur Herausforderung.

Die Sonne geht auf und wir sind wieder in einem breitem Flusstal auch mit grösseren Überschwemmungsschäden. Die Frauen sind verhüllt und tragen traditionelle Kleider. Die Kinder gehen Morgens zur Schule und die Schafe vom Dorf auf magere Weiden.

Verspätet kommen wir zum grossen Fluss mit der einzigen (Not-) Brücke. Nach kurzer Pause geht es bereits wieder weiter. Einzelne Strassen sind Schotterpisten und alle versuchen auf beiden Fahrbahnen den grössten Löchern auszuweichen. Tanken im Konvoi mit welcher Dieselqualität auch immer braucht viel Zeit.

Endlich ab hier gibt es eine super Autobahn mit sehr wenig Verkehr und für uns sehr günstig (3x 100 Rupien = 3x 40 Rp) für die nächsten 290 km. Wir sind müde, der Magen knurrt und da wir hier nicht mehr Konvoi fahren müssen entscheiden wir uns für eine Pause. Bei einer Ausfahrt werden wir angehalten, die Polizei ist dort und unserer Bitte kommen sie freundlich nach. Wir essen zu Mittag auf einer Autobahneinfahrt beschützt durch die Polizei. Unsere Reisebegleiter bekommen dies mit und holen uns ab auf einen geplanten Stopp 1 km weiter. Wir werden gut betreut!

Nach langer Fahrzeit plus einigen Pausen kommen wir endlich an, geniessen die Ruhe und unser erstes richtiges Essen seit 4 Uhr morgens!

Sicht auf Islamabad

Grenzwertig

Wir wussten, dass der kontrollierte Anfang – Sicherheit, wegen Unruhen – in Pakistan schwierig sein würde. Was es wirklich heisst, wissen wir erst danach.
Bereits der Grenzübergang brauchte mehr als einen Tag. Warum die Iraner zuerst alle Fahrzeuge versammeln, dann mit unseren 18 Fahrzeugen alles verstellt wird und wir zum Ausreisen noch alle 10 Finger scannen mussten?

Das Gewusel beim Eintritt in Pakistan – wer kommt zuerst daran? Fast eskalierte daraus eine Schlägerei. Beim Eindunkeln konnten wir vorerst einreisen und auf einem kontrollierten Platz übernachten. Anderntags ging es nochmals zurück um das Fahrzeug mit Carnet de Passage zu regeln. Gewisse Länder verlangen Sicherheiten, dass das Fahrzeug auch wieder ausgeführt wird. Ansonsten kann eine Tax vom mehrfachen des Fahrzeugwertes verlangt werden.

Danach ging es im Konvoi los. Mit bewaffneter Polizei/Militär fahren wir durch 200 km Wüste. Immer wieder gibt es ungeplante Pausen, Wechsel der Mannschaft und dann Tempo. Es hat wenig Verkehr, aber uns erstaunt, wieviele blaue Pickups hier Benzin/Diesel in einfachen Kunststofffässern schmuggeln! Trotzdem erreichen wir das erste Etappenziel nicht. Mit etwas Glück dürfen wir nach Bewilligung vom Gouverneur wirklich früher in einer umzäunten, stillgelegten Tankstelle übernachten.

wir verlassen den Grenzort
200 km Wüste – wir folgen alten Karawanenwegen und der Eisenbahn
Sanddüne und Berge im Hintergrund

Am nächsten Tag starten wir bereits um 6 Uhr und kommen erst um 22 Uhr nach 440 km an, auch hier wieder nach langen Diskussionen auf sehr kurzfristig bewilligten „Technikplatz“. Die Fahrt im Dunkeln wird zur „Kamikazefahrt“, da die Lastwagen richtig blenden, Töffs ohne Licht fahren und die Busse wie die wilden brettern. Hier gilt Linksfahren und wir beide müssen uns sehr konzentrieren. Viele Teilnehmer berichten von extrem gefährlichen Situationen.
Tausend Eindrücke und Situationen können nicht einfach verdaut werden.

es wird langsam dunkel und immer schwieriger

Der zweite Tag wird gekürzt, damit wir uns etwas regenerieren können. Wir fahren bis zu einem von der Regierung zur Verfügung gestellten Gästehaus.

Grün – wo es Wasser hat, wird es auch bewirtschaftet
Friedhof im Vordergrund – „Krokodil“ im Hintergrund