Hochland von Zentralvietnam

Wir fuhren von Saigon, der heiss-schwülen Meeresgegend,  hinauf in die „Berge“ und übernachteten auf kühleren 1’400 m ü.M. Es blieb grün, fruchtbar und es hatte so viele Gärtnereien und viele neu gepflanzte Bäume.

Ein grosser Teil der Strasse war nur 2-4-spurig, wobei die parkierten Fahrzeuge und Motorräder viel Platz wegnehmen. In den Bergen ergaben sich somit lange Kolonnen und wir brauchten viel Geduld.

Uns überrascht dieses fortschrittliche (kommunistische) Land mit vielen Neubauten, guten Strassen und neben den vielen einfachen Verkaufslokalen der Strasse entlang mit riesigen Supermärkten vom Feinsten.

Mekongdelta

In zwei Stunden fuhren wir mit dem Bus ins fruchtbare Mekong-Flussdelta. Dieses ist riesig, der mehrarmige Fluss ist 2.5 km breit und hat viele grössere Inseln.  Bis ins effektive Meer sind es nochmals 35 km.

Ursprünglich Kambodschanisches Sumpf-/Mangrovengebiet errichtete ein Vietnamese um 1’000 n. Chr. erste Kanäle und schaffte damit fruchtbares Land. Immer mehr Vietnamesen kamen und konnten über zusätzliche Kanäle immer weiteres Land gewinnen. Später gab es hundertjährige Kriege bis zu einer Einigung zwischen Kambodscha und Vietnam. Das Land ist so fruchtbar, dass neu mit gentechnischem Reis bis vier Reis-Ernten pro Jahr eingefahren werden können. Dazu gibt es viele Kokos- und Bananenbäume. Hier ist das Leben sehr einfach – die Natur bietet alles, einfache Häuser werden am Wasser gebaut. Nach dem Guide sind die Männer sehr faul und trinken viel Reisschnapps. Daher ziehen die hübsche Frauen in die Stadt oder heiraten Ausländer.

Mit dem Schiff tuckerten wir auf Inseln, besuchten verschiedene Farmen und Degustationen von Tee, Kaffee mit Musik, Kokosartikeln und Mittagessen.
Dank einer Brücke gebaut von Australiern (Entschädigung als Teilnehmer am Krieg) ist das Delta nun auch für Fahrzeuge erschlossen.

Saigon

Jetzt sind wir Millionäre. Eine Million Dong sind 40 CHF wert.

Wir besuchten Saigon – offiziell heute Ho-Chi-Minh-City – auf unserem kurzen Besuch das Kriegs-Museum, den Präsidentenpalast und das von Mr. Eiffel (Paris) geplante Postoffice. Diese Stadt ist in grossem Umbruch und verändert sich rasch in eine moderne Grossstadt mit Hochhäusern und 6-12 Mio. Einwohnern. Die Fahrräder sind verschwunden, dafür gibt es über 8 Mio. Motorräder und entsprechend viel Verkehr.

Nach einer 2 h Busfahrt erreichten wir nördlich Cu Chi am Mekong, wo sehr heftige Kämpfe stattfanden. Der lange Ho-Chi-Minh-Pfad vom Norden in den Süden endete hier vor Saigon. Bis 10’000 Guerillakämpfer lebten hier bis 10 Jahre unter dem Boden und konnten in einem 250 km langen Tunnelsystem das Bombardement überleben und den Amerikanern das Leben schwer machen. Dank einfachen Fallen, Gräben, schnellem Auf-/Abtauchen durch die Tunnel und Einkreisen von ganzen Armeestützpunkten konnten sie eine mehrfach überlegene Armee zermürben und schlussendlich im 1975 gewinnen. Gut dokumentiert wurden die Schäden an der Bevölkerung wegen der eingesetzten Chemie – Agent Orange -, welches bis in die vierte Generation noch Schäden verursacht.
Heute ist dies ein meist besuchtes Schlachtfeld auch für Junge. Uns erstaunte, wieviele Gewehrschüsse für je 1 $ abgefeuert wurden.