An die trockenere Ostküste

Im Herbst kann es auf dieser Regenseite rasch ändern und dem Wetterbericht folgend, wechselten wir wieder an die Ostküste.

Bei Greymouth endete unsere Reise an der Westküste. Wir genossen den Abschluss direkt an der wilden Küste.

Abends begann es zu Regnen und Nachts wurde es intensiv mit viel Wind. Wir wurden geschüttelt Ja, auch das gehört dazu. Regen wurde vorausgesagt, aber so intensiv?
Frühmorgens wurde es wieder ruhig, wir standen auf und fuhren los, diesmal über den Lewis Pass wieder zurück an die Ostküste. Es blieb feucht über lange Strecken durch sehr viel Regenwald und trüb bis auf die andere Seite. Mit einem Regenbogen wurden wir in den Herbst begrüsst.

Wir unternahmen einen Abstecher nach Hanmer Springs, bekannt durch sein grosses Thermalbad mit über 20 verschiedenen Pools, das wir zwei Tage genossen.
Eine Wanderung auf den Hausberg mit dem Ausblick gehörte dazu. So unscheinbar wie er aussieht, war er nicht. Es ging im Zickzack durch den Wald hoch und steil im Gebüsch hinunter an einen kleinen See – Herrlich.

Abschluss Westküste

Diese gewundene Strasse an der Westküste ist lang, hügelig und wir fuhren an vielen Seen entlang, durch wilden Regenwald und über unendlich viele Brücken. Die Flüsse fliessen oft durch riesige Deltas zum Meer.

Graswirtschaft gab es auf flachen Ebenen, aber eher mit magerer Ernte und dadurch sind die Höfe eher klein, teilweise auch verfallen. Schon bei der Entdeckung im 18. JH. wurde die Frage gestellt, ob hier jemals Kulturland gewonnen werden kann. Die Suche nach Gold zog Menschen hierher, welche nach dem kurzen Rausch danach Holz schlugen und später Landwirtschaft betrieb.

Diese Gegend unter diesen steilen zerklüfteten Bergen mit ihren Gletschern hat etwas wildes magisches und zieht daher auch viele Touristen an. Die Fox- und Franz Josef Gletscher waren bis 15 km lang und ziehen sich zurück. Wegen Ihrer Steilheit bewegen sie sich viel rascher als normale Gletscher 0.5 bis 4 m pro Tag. (Bilder von Infocenter)

Mit etwas Geduld bei diesem wechselhaften Wetter konnten wir vom Aussichtspunkt einen Blick erhaschen.

Interessant waren immer auch die Geschichte der Menschen, die hier lebten wie Alice May Parkinson, welche 1889 – 1949 teilweise hier lebte. Als junge Frau verliebte sie sich in einen jüngeren Mann, wurde Schwanger und Vorbereitungen zur Hochzeit wurden bereits getroffen. Die Schwiegermutter hatte aber keine Freude und so zog sich der 20 Jährige zurück. Alice war sehr enttäuscht und erschoss ihn. Nach 8 Jahren im Gefängnis kam sie frei, da sich viele für sie einsetzten und Unterschriften sammelten (75’000 in Neuseeland und 100’000 aus England)! Sie heiratete einen andern Mann und hatte 6 Kinder.

Uns zog es immer wieder Richtung Meer.

Und an die vielen Flüsse, Seen mit grünlichem, blauem, auch moorig braunem Wasser..

Brücken und Wasserfälle

Wir fuhren über den Haastpass auf die wilde Westseite.

Unsere Fahrt führte an Seen und an Bergen entlang, die wir drei Tage zuvor überflogen. Der Nebel lichtete sich und bot herrliche Ausblicke.

Wild, Schafe und ein Stier grasen friedlich auf gleicher Weide.

Wir fuhren dem Fluss entlang hinauf zum Haastpass auf 540 m. Toll dass die Kanadierinnen dies problemlos auf dem Fahrrad schafften und wohlgemut je zwei Monate in Neuseeland und Japan unterwegs sein wollen.

Dafür wanderten wir fast als Einzige die 150 Höhenmeter zum Lookout hinauf durch einen „Märli“-Regenwald mit sehr viel Moos und Flechten.

Wenn es viel regnet, gibt es auch sehr viele ganz unterschiedliche Bäche, Flüsse, Wasserfälle und entsprechend viele Brücken. Wasserfälle besuchten wir davon drei und wir fuhren wahrscheinlich an diesem Tag über mehr als 50 Brücken, dabei die längste einspurige Brücke Neuseelands mit 750 m.
Die Strasse an der Westseite wurde erst 1965 erstellt und wird hauptsächlich von Touristen mit Mietautos, Anhängern/Booten und Wohnmobilen benutzt.

Wir geniessen diese „World Heritage Route“ am Meer entlang.