Wüsten sind definiert über tiefen Niederschlag von unter 200 ml/a. Wir haben bisher gesehen: Sand-, Salz-, Kies-, Stein- oder Felswüsten.
Einfach mal 200 km durch eine Wüste ohne Abzweigung, Kreuzung oder Kreisel (gemäss Navigation) meist mit zweispurigen getrennte Strassen, ohne viel Verkehr bei bis 41 ° – wer kann sich das Vorstellen? In den letzten zwei Tagen sind wir so über 600 km gefahren. Wer sich dies todlangweilig vorstellt, irrt sich. Wir sind überrascht über die Vielseitigkeit der Landschaft. Auch eine Steinwüste ist nie tot, bereits bei wenig Wasser entstehen grüne Oasen, Dörfer, Städte.
Flache Wüste Richtung Bam
Es gibt riesige flache Ebenen, aber auch Steigungen bis in farbige, z.T. schroffe Berge auf 2500 m ü.M.
nach seltenem Regen – reissender Fluss – durch farbige Bergewir halten an und suchen den trockenen Fluss – man könnte aktuell durchfahrenmanchmal nur Steine, aber auch Büsche und selten Bäume Richtung Zahedan
Unser Fahrzeug ist bisher immer flott unterwegs und Innen trotz intensiver Sonne kühl. Wenn es sein muss, essen wir Mittags kurz im Fahrzeug. Auch in der Wüste geniessen wir Früchte, Gemüse und haben alles was man so braucht. Billiger Diesel ist ein anderes Thema, aber so lange wie diese Trucks mussten wir nie warten.
Trucks aus Pakistan (?) kaufen hier viel günstigeren Diesel für 1 Rp/Liter
Wir wussten, dass der kontrollierte Anfang – Sicherheit, wegen Unruhen – in Pakistan schwierig sein würde. Was es wirklich heisst, wissen wir erst danach. Bereits der Grenzübergang brauchte mehr als einen Tag. Warum die Iraner zuerst alle Fahrzeuge versammeln, dann mit unseren 18 Fahrzeugen alles verstellt wird und wir zum Ausreisen noch alle 10 Finger scannen mussten?
am einzigen Grenzübergang Iran – Pakistan
Das Gewusel beim Eintritt in Pakistan – wer kommt zuerst daran? Fast eskalierte daraus eine Schlägerei. Beim Eindunkeln konnten wir vorerst einreisen und auf einem kontrollierten Platz übernachten. Anderntags ging es nochmals zurück um das Fahrzeug mit Carnet de Passage zu regeln. Gewisse Länder verlangen Sicherheiten, dass das Fahrzeug auch wieder ausgeführt wird. Ansonsten kann eine Tax vom mehrfachen des Fahrzeugwertes verlangt werden.
Abends durch Grenzdorf zum kontrollierten Standplatz
Danach ging es im Konvoi los. Mit bewaffneter Polizei/Militär fahren wir durch 200 km Wüste. Immer wieder gibt es ungeplante Pausen, Wechsel der Mannschaft und dann Tempo. Es hat wenig Verkehr, aber uns erstaunt, wieviele blaue Pickups hier Benzin/Diesel in einfachen Kunststofffässern schmuggeln! Trotzdem erreichen wir das erste Etappenziel nicht. Mit etwas Glück dürfen wir nach Bewilligung vom Gouverneur wirklich früher in einer umzäunten, stillgelegten Tankstelle übernachten.
wir verlassen den Grenzort200 km Wüste – wir folgen alten Karawanenwegen und der Eisenbahnwenige Dromedare, alle ca. 30 km verfallene KarawanenSanddüne und Berge im Hintergrundmeist sehr gute Strasseseltene Verwehungviele Pickupsunsere ÜbernachtungBesprechung nächster Etappe
Am nächsten Tag starten wir bereits um 6 Uhr und kommen erst um 22 Uhr nach 440 km an, auch hier wieder nach langen Diskussionen auf sehr kurzfristig bewilligten „Technikplatz“. Die Fahrt im Dunkeln wird zur „Kamikazefahrt“, da die Lastwagen richtig blenden, Töffs ohne Licht fahren und die Busse wie die wilden brettern. Hier gilt Linksfahren und wir beide müssen uns sehr konzentrieren. Viele Teilnehmer berichten von extrem gefährlichen Situationen. Tausend Eindrücke und Situationen können nicht einfach verdaut werden.
nach 6 Uhr – Polizisten stehen aufÜberholenund überholt werdenauch grössere LKWbei Gegenverkehrüber PässeNomadenzum Pass hinaufund ins Tal der Stadt Quettaes wird langsam dunkel und immer schwieriger
Der zweite Tag wird gekürzt, damit wir uns etwas regenerieren können. Wir fahren bis zu einem von der Regierung zur Verfügung gestellten Gästehaus.
durch Dörferan allen möglichen Transporten vorbeiGrün – wo es Wasser hat, wird es auch bewirtschaftetFriedhof im Vordergrund – „Krokodil“ im HintergrundKontrollhalteBegrüssung und Entspannung
Am dritten Tag fahren wir bis Islamabad. Wir müssen um 4 Uhr los. Eine Brücke über den grossen Indus wurde extra wegen uns für Bauarbeiten länger offen gehalten und erst danach gesperrt. Die Schäden wegen Überschwemmungen sind vielerorts sichtbar.
wir fahren über eine Notbrücke
Vorerst geht es in die Berge und durch lange Schluchten. Wir kommen erstaunlich flott voran. Beim hinunterfahren treffen wir auf einen riesigen „Alpabzug“ mit sicher tausend Schafen, dazu Ziegen, Esel, Kamele und sehr viele Einheimische. Eine tolle Überraschung. Im Konvoi vorbei fahren und filmen wird zur Herausforderung.
Die Sonne geht auf und wir sind wieder in einem breitem Flusstal auch mit grösseren Überschwemmungsschäden. Die Frauen sind verhüllt und tragen traditionelle Kleider. Die Kinder gehen Morgens zur Schule und die Schafe vom Dorf auf magere Weiden.
Verspätet kommen wir zum grossen Fluss mit der einzigen (Not-) Brücke. Nach kurzer Pause geht es bereits wieder weiter. Einzelne Strassen sind Schotterpisten und alle versuchen auf beiden Fahrbahnen den grössten Löchern auszuweichen. Tanken im Konvoi mit welcher Dieselqualität auch immer braucht viel Zeit.
Endlich ab hier gibt es eine super Autobahn mit sehr wenig Verkehr und für uns sehr günstig (3x 100 Rupien = 3x 40 Rp) für die nächsten 290 km. Wir sind müde, der Magen knurrt und da wir hier nicht mehr Konvoi fahren müssen entscheiden wir uns für eine Pause. Bei einer Ausfahrt werden wir angehalten, die Polizei ist dort und unserer Bitte kommen sie freundlich nach. Wir essen zu Mittag auf einer Autobahneinfahrt beschützt durch die Polizei. Unsere Reisebegleiter bekommen dies mit und holen uns ab auf einen geplanten Stopp 1 km weiter. Wir werden gut betreut!
Nach langer Fahrzeit plus einigen Pausen kommen wir endlich an, geniessen die Ruhe und unser erstes richtiges Essen seit 4 Uhr morgens!
Indus bringt Wasser und grüne Reisfelder tauchen aufüber die Berge hinauf nach IslamabadSicht auf Islamabad
Islamabad ist neue Regierungsstadt, gegründet in den 1960-er Jahren. Ideal mit sehr viel grün und gut mit Ringstrasse erschlossen bietet sie Diplomaten und der Regierungsmitgliedern viel Komfort. Das Wachstum von heute 2 Mio. Einwohnern ist sehr gross. Ob in 20 Jahren der Verkehr auch immer noch so schön fliesst?
Wir besichtigten die 6. grösste Moschee von Faisal aus Saudiarabien gestiftet. Sie wird ausser zu Festtagen nicht mehr genutzt, sondern dient eher dem Tourismus. Für uns war sie geschlossen, ebenso das nachfolgende Historische Museum. Montags sind auch hier die Museen zu.
Als Zentrum – Zeropoint – der Stadt dient das Pakistan National Monument auf einem Hügel mit Bildern aus der noch jungen Geschichte.
Pakistan National Monument am Zeropoint
Pakistan wurde erst 1947 gegründet und hat mit 56 verschiedenen Kulturen sich noch nicht festigen können. Der aktuelle Minister ist aus dem reichsten Familienclan, wohnhaft in London. Die Armut und Korruption ist in Pakistan sehr gross.
Austausch mit pakistanischen Touristen
Wer viel Geld hat findet überall teure Shoppingcenter und feinen Cappuccino.
Von 2500 m ü.M. sind wir auf den Pass mit direkter Verbindung zu China hinauf gefahren. Im Voraus wird vor Gefahren wie schwierige Strasse, Motor-Leistungsreduktion, Militärkontrollen, Atemproblem etc. gewarnt. Wir erlebten einen Traumtag ohne irgendwelche Probleme.
auf der Passhöhe von 4735 m ü.M. angekommen
kurzes Video von Passhöhe
Gaby wollte unten bleiben, so fuhr ich mit Michael als Mitfahrer in einem kleinen, wendigen 4×4 Wohnmobil hoch. Wir sind als Erste losgefahren und konnten beliebig halten und fotografieren. Wir waren überrascht, wie schnell wir trotz div. Kontrollpunkten oben waren, aber auch etwas enttäuscht, da auf dieser Höhe noch kein Schnee lag. Noch vor 10 Tagen war der Pass wegen Schnee gesperrt, aber dieser ist in der Zwischenzeit geschmolzen.
wir fahren losviele herrliche Ausblickeletzte Serpentinenwenige KontrollpunkteMittagessen in Dorfwenige Lastwagenhier erleben wir bereits den Herbst
Für China und Pakistan ist dieser Pass sehr wichtig, auch als beste Verbindung in den arabischen Raum. Offiziell ist er gesperrt, ein Austausch von Containern und Waren sind trotzdem mit Wechsel von Fahrzeugen möglich. Schade ist, dass die Lastwagen von Pakistan leer hochfahren und voll beladen hinunterfahren, d.h. China exportiert viel und importiert nichts.
Auf der Fahrt erleben wir viele verschiedene Schneeberge von 6000-8000 m ü.M.
vom Stellplatz Richtung Hindukuschherrliche Bergwelt bis 8000 m ü.M.auf der Rückfahrtmein „Igelberg“
Von Islamabad sind wir in drei Tagesetappen meist dem Indus entlang enge Täler hinauf gefahren. Am ersten Tag bis Besham zuerst noch ganz ideal über eine Autobahn/-strasse, dann durch enge Schluchten mit sehr lebendigen Dörfern.
schöner StartChin. Autostrassees gibt Kreuzungen, Kühe etc.schöne Autostrasse mit sehr wenig Verkehrlebendige Dörfersehr wichtige Brücke über den Indus zum autonomen Gebiet Gilgit-Baltistanweiter dem Gilgit folgend bis zum „Hilton“ Hotel in Besham
Der zweite Tag bis Chilas im Konvoi war sehr ermüdend – 8.5 Fahrstunden für 230 km ohne richtige Pausen mit z.T. sehr schwierigen Strassenverhältnissen ohne viel Abwechslung! Da tauchen schon Fragen auf, ob sich das Ganze lohnt. Später versteht man mehr: Sie bauen einen riesigen Staudamm. Deswegen werden auf jeder Bergseite hoch oben neue Strassen in den steilen Fels geschlagen.
Dafür konnten wir den dritten Tag bis Gulmit doppelt geniessen – herrliches Wetter im ganz speziellen Hunzatal mit vielen individuellen Stops.
herrlicher Tag – herrliche LandschaftenStopp bei Hot Springsca. 40° C heisses WasserTrocknen von Gras für Wintermehr Holz, mehr Sägereienganz einfache Bandsägeimmer weiter die Flüsse hinaufschöner Seeerste SchneebergeHurra, wir haben Sicht auf den Narga Parbat mit 8126 mWeitere Schneeberge und Gletscheraus dem Grünen in die Berge
Unser MG-Bobil wird in Ali Abad gewaschen und letzte Einkäufe werden vor dem Schlussspurt in das Feriendorf Gulmit getätigt.
Brücke mit Wasserfallletzte Etappeauch Tunnel – alles von ChinaNach einem Felssturz entstand ein natürlicher Stausee
Alexander der Grosse war schon hier und daraus hat sich ein anderer Menschentyp entwickelt. Früher waren sie Buddhisten, heute sind sie Moslems. Sie haben auch spezielle Autonomie wegen der Nähe zu China, z.B. Autos ohne Nummern und Steuern. Hier ist es auch viel sauberer, gepflegter und neben den vielen steilen Bergen gibt es auch grüne Täler und viel (Gletscher-)Wasser. Nach über 7 Wochen haben wir auch wieder einmal Regen erlebt und wir geniessen die Kühle und Frische auf fast 2500 m ü.M..
Hier bleiben wir 5 Tage und verschiedene Ausflüge sind geplant. Hier Eindrücke aus einem Dorfrundgang.
Ziege vor unserem Standplatzschönes neues Haus„Universität“ im BauSägereiSchreinerfarbige Betonsäuleneigener Spaziergang durch unser Dorf Gulmit
Wir besuchen ein 900 jähriges Haus in Gulmit. Über eine kleine Türe mit Vorraum gelangt. man in den Hauptraum, wo bis 20 Personen lebten – Frauen rechts – Männer links. Dahinter Vorratskammer. Toiletten waren draussen.
Kornmühle, Vorratsspeicher, Küche im RaumSpinnrad, traditionelles Hochzeitskleid, Esswaren und Eigentümerin bei Eingangstüre
Am letzten Tag stiegen wir über 1’600 Granittreppen auf den „Dorfberg“ hoch mit einem herrlichem Rundblick. Wir besuchten eine lokale Schule. Hier gibt es staatliche Schulen, besser sind jedoch die lokalen Schulen. Hier treffen sich Mütter mit ihren Kindern (ab einem Monat). Bereits ab 4 Jahren wird die Hauptsprache Englisch (4 Teile), und je 1 Teil in Urdu (gemeinsame pakistanische Sprache) und Arabisch (Religion für Moslems) gelernt. Es folgte ein traditionelles Mittagessen im Haus von Karim, unserem Reisebegleiter. Herzlichen Dank für die Gastfreundschaft.
10 von 35 sind hochgewandert, plus BegleiterSchule ist hoch auf Felsen dem Sturm ausgesetzt, hier Mütter mit KleinkindernKinder singen und tanzen
Unser Abschluss ist im Dorf bei Mädchen-Fussballmatch.
Wir Abenteurer sind schon etwas verrückt. Gut weiss man nicht alles im Voraus. Dieses Mal ging es in ein Seitental mit abenteuerlicher Strasse über 50 km hinauf ins Bergdorf Shimshal mit ca. 1’000 Bewohnern, eigenen Schulen und Spital. Erst seit 2003 ist das meist abgelegene Dorf über eine Strasse erreichbar. Anscheinend können sie vom Alpentourismus über die 4-5 Sommermonate leben. Für die Erschliessung mit Wasser (Quellwasser schwierig), Strom (seit 3 Jahren Wasserkraftwerk) und Strasse (nur schmale schlechte Naturstrasse) müssen sie selber aufkommen. Im Winter fehlt die Sonne 40 Tage lang und wie oft die Strasse von Schnee und Wassermassen gesperrt ist, können wir nur erahnen.
Wir fahren über den Hunza Richtung Seitental Shimshal.
Über schwankende Hängebrücke zum Kontrollpostenin ein wildes enges Tal4h abenteuerliche Fahrt mit Kelim nach obenumrahmt von hohen Bergenmit Zwischenstopp an grüner Oase mit emsigen „Gemsen“immer höher an steilen Bergflanken entlangimmer Richtung SchneebergeDas Dorf ist an breitem Flusstal gelegenKriketspielen auf Heliplatzalles schön mit Steinmauern eingezäunthier arbeiten und leben???
Ich lerne einen Bergführer in seinem Garten kennen, seine Frau wäscht von Hand in einer flachen Schüssel am Boden. Sein Bruder ist Lehrer und hat am Sonntag Zeit für mich. Sie sind Selbstversorger mit Gemüse, Salat, Weizen, Äpfel, Aprikosen etc. Ich geniesse die Sonne und Berge auf ihrem steinigen Gartenstuhl.
Der Rückweg ist etwas kürzer. Obwohl es anscheinend keine Unfälle gab, sind wir froh unten wieder heil anzukommen.
Kinder auf langem AusflugArbeiter bauen Wasserkanalan natürlicher Wasserquelleschwarzer GletscherGletschermühlevor dem Eindunkeln kehren wir zurück
Schon interessant, hier kann man mit dem Landcruiser auf alle „Alpen“ fahren, heute bis 2’800 m ü.M. umrahmt von Bergen bis über 7’000 m. Von da wanderten wir hinauf Richtung Passu-Gletscher. Auch Gaby schafft es auf dieser Höhe zu wandern! Hier unterscheiden sie weisse und schwarze Gletscher (schwarz gestern bedeckt mit Kies und Steinen).
Alpenpanorama mit Passu-Gletscher linksBlick auf Gletscher
Mit Landcruisern hoch, Teepause, Wandern und Mittagessen.
Blick am Vorabend vom Tal – hinten Passu-Peak mit 7’400 mvom Tal zum Bergsee mit Teepausean Schafen, Steinen vorbei bis Endstation (rechts unten)Hinauf zum Gletscher und wieder retour (ganz klein Gaby)