Buddhismus

Wir reisten durch verschiedenste Länder und uns wird immer mehr bewusst, wie stark die Religionen über Jahrhunderte Land und Leute prägten. Anbei einige Gedanken von uns im Wissen, dass wir vieles nicht wissen und immer noch nicht verstehen.
Den Hinduismus – stark in Indien – gibt es seit rund 4’000 Jahren. 1’600 vor Christus kamen die Zorastrier, danach entstand das Judentum. Um 600 v. Ch. entwickelte sich der Buddhismus. Später kam das  Christentum. Ab 700 JH. wurde  der Islam stark, und im 16. JH. gab es die Reformation.

Interessant ist, vieles haben die Religionen gemeinsam, wie Rituale, Gebote für anständiges Leben und die Hoffnung auf schönes Leben danach. Immer wird auf wichtige Personen verwiesen, die meist sehr einfach gelebt haben. Trotzdem ist viel Tribut nötig und riesige Gebäude, Figuren mit viel Gold werden erstellt. Oft wird Nächstenliebe, Sanftmut gepredigt, tatsächlich aber viel Macht und Druck auf die Menschen ausgeübt. Der Glauben soll breit gelebt werden.

Klosteranlage in ‎⁨Phra Maha Chedi CHai Mongkol⁩, ⁨Nong Phok⁩, ⁨Thailand⁩

In Bhutan erlebten wir Königtum und Buddhismus als zwei tragende Säulen für eine grosse Zufriedenheit in der Bevölkerung. Tröstlich war, das ein gelehrter Guide uns verriet, dass er nach langem Studium über Buddhismus immer noch vieles nicht weiss. Er versuche danach zu leben, habe aber auch immer wieder seine Zweifel – das irdische (Über-) Leben sei nicht so einfach.

Buddha war ein reicher, grosser, schöner König mit vielen Frauen. Später kam ihm die Erkenntnis, dass dies nicht sein richtiger Weg sei. Er lies alles zurück und machte sich auf seine Wanderschaft. Später wünschte er sich sogar schlecht auszusehen (dicke Figur). Er hatte seine Erleuchtung und gründete danach die Lehre, welche erst viel später aufgeschrieben wurde.

1. Buddha-Fest

Einmal im Jahr findet über drei Tage dieses Fest statt. Keine 100 m von uns entfernt war ein grosser Tempel, den wir mehrfach besuchten. Die Freundlichkeit von Mönchen und den Besuchern ist einmalig. Die Familien wandern tanzend vor einem Musikfahrzeug zum Tempel und überbringen ihre Wünsche und Gaben.

2. Beerdigung

Wir hatten auch die Gelegenheit, einer Beerdigung beizuwohnen. Mit Salven wurde aufgerufen und das halbe Dorf, meist in Schwarz, kam zur Verabschiedung einer Witwe. Es störte nicht, dass wir ganz Ferienlike teilnahmen. Hier war es auch nicht todernst, einige sprachen miteinander, das Handy wurde gezückt und Fotos gehörten dazu.

Sieben Mönche waren anwesend und zwei Söhne kleideten sich für die Zeremonie auch in orange Mönchskleider. Rund eine Stunde dauerte das Beten, intensiv war das Prozedere von Geld und Gaben, z.B. 8’000 CHF auf grossem Plakat von der Firma. Viele kleine Geschenke, Geldscheine gespendet von der Familie überbrachten viele persönlich aufgerufene Personen den Mönchen. Am Schluss schritten alle Personen zum aufgebarten Sarg und legten eine weisse Maislilie darauf. Danach nahmen sie ein kleines Geschenk in Empfang und gingen.
Die Familie verabschiedete sich vom geöffneten Sarg, welcher danach auf einem Wagen gelegt wurde. Benzin diente als Anfeuerungsmittel für die Kohle.
Bei ständigem Gesang wurde eine Rakete gezündet, welche mit viel Lärm am Drahtseil entlang in den Ofen flog und dort explodierte. Gleichzeitig gab es Böllerschüsse und erste Rauchwolken entstiegen dem Krematorium.

Die Familie verharrte davor, währenddessen die Dekoration abgeräumt wurde. Weiter ging es zum Leichenmahl aufgestellt draussen vor dem Wohnhaus. Am andern Morgen um 6 Uhr konnte die Familie die Asche abholen.

3. Tempel

Wir haben hier weitere Tempel besucht und von den verschiedenen Eindrücken kurz zu berichten ist nicht einfach. Zuerst sahen wir den grössten stehenden Buddha mit rund 60 m Höhe plus Sockel in Rio Et.

4. Kloster

In 70 km Entfernung besuchten wir ein Kloster als Wallfahrtsort auf einem Hügel. Ursprünglich war hier Urwald, wo ein Mönch lange lebte und später bis 1949 lehrte. Erst vor 40 Jahren wurde diese riesige, achteckige Tempelanlage gebaut. Wir konnten über mehrere Etagen hoch auf den Turm steigen und den Schrein mit dem Haar von Buddha besuchen. Eindrücklich diese riesigen Dimensionen und das viele Gold. Es gehörte zum guten Ton, dass Personen Beiträge liefern und mit Buddha und Namenszug verewigt werden – in „kilometerlangen“ Arkaden.

5. Buddhistisches „Disneyworld“

Ein Mönch hat erfolgreich versucht, die Geschichte in Figuren, Monumenten darzustellen. Anscheinend war er so kreativ und auch erfolgreich im Geldsammeln, dass er in der Nähe ein riesiges Gelände bebauen konnte und immer viele Besucher auch vom Süden Thailands kamen. Vor zwei Jahren ist er gestorben und die Nachfolger sind nicht in der Lage, die Substanz zu erhalten. So schnell setzt der Verfall bei diesen Temperaturen ein. Schade.

Es gab selbstverständlich auch einen Tempel über mehrere Etagen. Für uns eher makaber, waren die Darstellungen über böse Menschen. Wer lügt, dem wird die Zunge herausgeschnitten etc.

Unsere Nachbarn

Hier auf dem Land kennen sich die Leute, die Familiensippe hat immer noch Tradition wie auch die Religion – Buddhismus. In diesem kleinen Dorf mit ca. 400 Einwohnern gibt es ein Schulhaus, zwei Tempel und in vielen Häusern findet man Hühner, Kühe und Hunde.

In den letzten Jahren wurde viel gebaut. Es gibt auch viele Thailänder, welche im Ausland leben und hier in Häuser investieren. Somit stehen auch einige Häuser (wie unseres) meist leer und werden nur kurzfristig genutzt. Viele Häuser sind umzäunt und haben Hunde. Trotzdem mussten wir unser Haus nie abschliessen, man kennt sich.

Anbei Eindrücke von Bauweise und verschiedenen Häusern. Wegen Termiten wird heute weniger Holz verwendet und mehr mit Stahl, Betonsteinen gebaut.

 

Alle Leute waren sehr offen und gastfreundlich. Wir danken für die vielen herzlichen Empfänge.

In unserer Nähe gibt es auch ein Swiss Village. Gemäss Aussage leben dort rund 300 Schweizer (Pensionierte). Sie haben schöne Häuser gebaut, hatten einen Club und lebendigen Austausch bis es durch Krach (Neid, Missverständnisse) auseinanderging.
Für uns ist diese Multi-Kultur nicht einfach zu verstehen, z.B. ein Schweizer lebte mit einer Thailänderin zusammen. Sie hatte mit Ihrem Freund zwei Kinder und alle lebten im gleichen Haus. Ihr Freund wurde ihrem Mann als Bruder vorgestellt. Thai-Männer und Frauen sind wenig treu. Wir sahen auch einige Stundenressorts primär für Thais auf dem Lande. Dabei wechseln auch viele Ihre Vorlieben zum gleichen/anderen Geschlecht. Darüber wird offen gesprochen und es hat nichts Anrüchiges. Bei der Geburtstagsparty hat uns ein Freund als Ladyboy vorgestellt und schönste Fotos von sich als Dame gezeigt. Auch ein weiterer Gast, der aktuelle Gemeindepräsident, lebt mit einem Mann zusammen.

Geburtstagsparty
Wir konnten hier den 80. Geburtstag eines Schweizers feiern. Er ist seit 37 Jahren mit einer Thailänderin verheiratet und gemeinsam wohnen sie in der Schweiz. Jeweils Monatsweise (Visabedingt) kommen Sie in ihr grosses Haus hierher. Wir haben dieses ruhige schöne Fest mit viel Essen sehr genossen. Vielen Dank.

Reiskammer Thailands

Eine Flugstunde oder 500 km von Bangkok entfernt geniessen wir für eine Woche in Roi Et das Landleben in der Reiskammer Thailands. Für uns ist es eine wunderbare Chance weg vom Tourismus das Leben hier kennen zu lernen.

Wir wohnen in einem neuen „Haus“, das sich die Tochter von Wanphen für sich und ihren Mann aus Deutschland gebaut hatten. Wir werden super umsorgt und erleben sehr vieles; von Geburtstagfeier, Besuch der Verwandtschaft bis zu einer Beerdigung und zu verschiedensten  Ausflügen, Tempeln und Einkaufsmöglichkeiten.

Unsere Gastgeberin ist im Nachbardorf geboren, war als Kind in der Stadt Roi Et und kam später mit ihren Eltern nach Ban Thong Than, einem kleinen Dorf mit ca. 400 Einwohnern. Rechtzeitig hatte sie aus ihren Ersparnissen Land gekauft, welches  ihre Schwester mit Reis bepflanzt. Hier wird der Reis in der Monsunzeit Mai gesät und im Dezember geerntet. Nur diejenigen, welche zusätzliche Wasserrechte haben können danach ein zweites Mal Reis anpflanzen.

 

Malediven-Thailand

Unsere Ferieninsel auf den Malediven bleibt uns in immer in guter Erinnerung – die Sonne, das Meer, feines Essen und das Schnorcheln.

Die Reise nach Thailand war anstrengend, mussten wir bereits um 05.30 bereit sein,  auf das Schnellboot, danach kam ein einstündiger Flug nach Male, warten, weitere 5 h bis Bangkok, eine Stunde Busfahrt bis zum Domestikflughafen, Übernachten und am andern Tag gut eine Stunde Flug bis Roi Et.
Die Abwicklung auf den Malediven war nicht mehr so kompliziert wie in Indien, aber aufwändige Kontrollen und viele Reisende verursachten lange Schlangen. Bangkok war wiederum ganz anders, extrem sauber und bestens organisiert. Wahrscheinlich ist es auch deshalb eine der weltweit meist bereisten Stadt mit 17 Mio. Reisenden pro Jahr oder rund 50’000 pro Tag. Diese Grösse des Flughafens, der Strassen und alles Top. Da können wir noch einiges lernen.

Der Empfang am kleinen Flughafen Roi Et war sehr herzlich und nach kurzer Fahrt kamen wir im Dorf Ban Thong Than an, besichtigten ihr Haus und bezogen unser „Ferienhaus“. Alles so sauber und super ausgerüstet, direkt zum wohnen und leben. Vielen Dank.

Vielfalt der Natur

Wir geniessen jeden Tag diese intensiven Farben (wie auf Fotos), mit weissem, körnigen Muschelsand, grünen Palmen, hell- und dunkelblaues Wasser und meist blauem Himmel mit weissen Kumulus-Wolken.
Die Hotelanlage auf dieser Insel von 800×200 m ist super gepflegt und hat mehr als wir benötigen.

Kurzvideo zum Fischschwarm

Vom Bungalow führt eine Treppe direkt ins warme, saubere Meer als riesiger Pool. Täglich schnorcheln wir Morgens/Spätnachmittags zu nahen Riffen und können kaum aufhören. Diese Ruhe und Vielfalt im Meer – einfach beeindruckend! Wir haben sicher schon Millionen von kleinen Fischen in Armdistanz erlebt, grössere in allen Farben und Formen und ca. 80 cm grosse, harmlose Riffhaie.
Die Natur überrascht uns mit so vielfältigen und unterschiedlichen Corallenriffs. So Bunt wie Riffs auf Fotos dargestellt werden, sind sie nicht, aber immer noch sehr unterschiedliche Farben und unendlich verschiedenen Formen. Dazwischen viele Fische, die zum Teil auch uns neugierig beobachten.

Toll solche Eindrücke selber zu erleben. Leider können wir keine solch schöne Fotos von uns zeigen, da sich unsere Kameras dafür nicht eignen. Oben einige aus dem Internet, in etwa so wie wir es erlebt  haben.

Malediven

Herrlich – richtige Ferien auf Malediven.
Wir waren froh – Indien – Mumbai – zu verlassen. Diese Intensität ist einfach sehr anstrengend.
Das Einchecken verlief gut, trotz  indischen Vielfachkontrollen. Mumbai hat einen schönen grossen Terminal mit allen möglichen auch internationalen Läden.

Das Flugzeug war gefüllt von lebendigen Indern. Selfies gab es in jeder Form, auch Schwergewichtige sassen gemeinsam auf den Boden für ein Foto.
Den einfachen Flughafen Male kannten wir bereits. Ein neues Terminal ist im Bau – gross und schöner soll es werden.

Unterschätzt hatten wir den einstündigen Weiterflug in den Süden, fast an den Äquator. So weit fliegen die Wasserflugzeuge nicht, sondern ein kleineres Turbopropflugzeug mit 46 Plätzen. Es fliegt nur zweimal am Tag und so verbrachten wir den Nachmittag in der Lounge und bei Rundgängen.

Nachher ging es rasch weiter auf einem Speedboot zu unserem Hotel. Herrlich, alles sauber, perfekt zum Geniessen.

 

MG-Bobil verschiffen

Für die Ausfuhr/Verschiffung unseres Fahrzeugs werden von Indien hohe Anforderungen gestellt. Was alles nicht ins Fahrzeug gehört (?) – ist fast wie eine Wohnung leer zu räumen. Wir waren froh dies an unserm Hotelparkplatz einfach machen zu können. Trotzdem, es gab einige Arbeit und so nahmen wir uns  jeden Morgen Zeit aufzuräumen, leer zu räumen etc.

Mittags/Nachmittags wird es heiss und wir nutzten das kühle Zimmer und einen wunderschönen Pool. Spannend auch was alles im und um das Hotel passiert, Veranstaltungen, Events oft ein riesiges Kommen und Gehen von Fahrzeugen und Personen.

Die Fahrt an den Hafen nach dem Mittag war anspruchsvoll, doch wir waren frühzeitig am Ro-Ro-Hafen (Roll on/off). Später stellte sich heraus, hier ist nur ein kurzfristiges Ein-/Ausladen erlaubt und das Militär drohte unsere Fahrzeuge zu zerstören. Rasch umparken, warten, warten …  Erst nach dem Eindunkeln um 19 Uhr kam die Instruktion, in den Zoll einfahren – würde von Indern durchgeführt. Somit kurzfristig Fahrzeug abgeben, Handling erklären und weg war unser MG-Bobil. An den nächsten Tagen sollte die Verzollung und Kontrolle der Fahrzeuge zur Verschiffung erfolgen. Leider wird das Versprechen nicht erfüllt und die Fahrzeuge werden nach unserer Weiterreise  (von wem?) kontrolliert.

Wir nutzten die Tage zur Erholung, für Besuch eines Einkaufcenters mit Coiffeur, Pediküre und Besuch der Altstadt. Allein die Fahrten waren abenteuerlich. Neben den Slums die Hochhäuser und der intensive Verkehr – nicht jedermanns Sache. Eindrücklich ist das bekannte Hotel Taj Mahal – fast Märchenhaft, wo wir einen Kaffee genossen.

Fahrt nach Mumbai

Von Indore sind wir lange bis Nashik gefahren. Es wurde immer heisser, die Städte immer dichter und so entschieden wir uns, in einem gekühlten Hotel zu übernachten. Super auf dem Dachgeschoss gab es einen schönen Pool – herrlich – wie lange sind wir nicht mehr geschwommen?

Von Nashik nach Mumbai war es nur noch ein kurzes Stück, doch vor der 12 Mio. Stadt hatten wir Respekt, mussten wir doch fast bis Mitte Stadt zum Flughafen fahren.
Zuerst war es noch hügelig mit Vulkangestein, danach fuhren wir hinunter Richtung Meer. Diesmal stieg das Thermometer bis 40 °C und somit waren wir vorsichtig wegen Überhitzungsgefahr der Fahrzeugelektronik.

Plötzlich hiess es, wir müssten unser Carnet zur Verschiffung noch an diesem Abend bis 18 Uhr abgeben. Also umdisponieren und andere Route fahren. Zum Glück war diese Firma nah beim Highway und wir kamen frühzeitig an. Beim Parkieren mussten wir sehr hartnäckig bleiben und fanden auf diesem Gelände einen ruhigen Platz. Nach Sicherheitscheck konnten wir wirklich in den oberen Etagen beim Verschiffungsspezialisten vorsprechen und gewünschte Unterlagen abgeben.

Trotz Nachfragen über den besten Weg landeten wir (dank Google) auf einer kleinen, schmalen, verstopften Strasse durch die Slums um den Flughafen. Busse waren auch unterwegs, somit sollte eine Durchfahrt auch für uns möglich werden. Also kühl bleiben. Aber soviel Verkehr in diesen Abendstunden (???) – Incredible India!!!
Spannend, uns schockt so etwas nicht mehr – wir nehmen es mit Humor, das Hotelzimmer ist ja reserviert.

Privileg

Wir können uns sehr glücklich schätzen. Wir sind gesund und alles funktioniert noch. Wir haben Zeit, etwas Geld und dürfen auf Reisen unseren Interessen nachgehen.

Wir sind in Indien, einem Land mit vielen armen, einfachen Leuten und ganz anderer Kultur. Trotzdem können wir uns ohne Angst frei bewegen. Logisch, wir sind Exoten und werden auch von allen Seiten beobachtet und jeder möchte fragen – woher wir kommen, …….. Am liebsten wäre ihnen, wenn sie uns sogar auf der Fahr stoppen könnten und mit uns Selfies machen dürfen.

Anscheinend haben viele Inder einen schönen Film gesehen mit einem Caravan/Wohnmobil. Somit möchten auch alle ins Wohnmobil steigen und vieles darüber Wissen. Wenn aber nur 0.1 % von 1.4 Mia. Einwohnern es besichtigen möchten, wir wären  ein stehendes Museum.

Wir danken Allen, die uns auch immer wieder unterstützen, wie z.B. Herrn Stehle, Mercedes, Bad Waldsee. Heute war es unterwegs heiss bis 36 °C. Eine lange Fahrt, Mittagspause ohne echte Abkühlung des Motors, Autobahn mit vielen Schwellen zur Reduktion praktisch auf 10 kmh und somit hohe Belastung auch des Fahrzeuges durch immer wieder abbremsen/anfahren. Was tun – wenn plötzlich die Warnschrift erscheint „Ohne Gangwechsel nächste Werkstatt anfahren“? Ein Telefon reicht und wir sind erleichtert – abkühlen, allenfalls Batterie abklemmen. Eine Sorge weniger.

Aktuell geniessen wir die volle Freiheit, unseren Weg selber zu finden und Prioritäten selber zu setzen, was wir sehen oder wo wie Übernachten wollen. Somit erleben wir auch das privilegierte Indien, welches noch ganz andere Dimensionen hat. Einfach privilegiert!

Indore mit 400 Hochzeiten an einem Tag!

Inder glauben an den Kosmos und seine Wirkung. Am 22.02. sind Venus und Jupiter in einer Linie und Venus ist grösser – somit wichtigster Hochzeitstag des Jahres. Indore hat 2.8 Mio. Einwohner und an diesem Tag gibt es 400 Hochzeiten – gemäss Aussage des wichtigen Operation Managers. In unserem Hotel feiern Mittags „die Familie“ mit 500 Gästen in einer Halle (Aussen 32 °C) und Abends alle 2’000 welche das Brautpaar kennen. Dass man als Brautpaar von 19-24 Uhr die Kolonne der Gäste auf der Tribüne begrüssen muss??? Dabei gibt es Fotos mit allen Personen, Clans und mit einem Obolus unterstützt man die Hochzeit.

Wie viele Fahrzeuge an diesem Abend auf den Parkplatz rein und raus fahren, trotzdem durften wir gratis dort parken – super Dank. Auch links und rechts von unserem Platz steigen bei andern Hochzeiten auch Feuerwerke und Laserstrahlen in die Luft. Von allen Seiten unglaublich laute Musik – Incredible India.

Auch heute noch wählt die Mutter die richtige Schwiegertochter aus. Dies gilt auch für viele gut ausgebildete und weit gereiste Inder. Das Datum bestimmt der Priester. Ein Duty Manager erzählt uns, er kenne bereits seine Zukünftige und wird am 2. Dezember 2024, Morgens um 6.02 H heiraten.

In zwei Tagen reisten wir 750 km bis Indore einer 2.5 MIo. Stadt. Sie rühmt sich als sauberste Stadt Indiens. Auch bis  in der Altstadt wirkte alles sehr sauber und man erlebte auch deren Anliegen, z.B. mit diversen Hinweisen auf Bahnhoftreppen etc., d.h. Mehr Sauberkeit ist auch in Indien möglich!
Hier erlebten wir auch erstmals, dass Bussen für falsches Parkieren und es ein Abschleppdienst für falsch parkierte Mopeds gibt (nur Polizei durfte ihr Moped abstellen).

Altstadtbesichtigung Indore

Gut, dass wir auf der Umfahrung in einem grossen Hotel parkierten. Mit einem Taxi über eine halbe Stunde in die Stadt kostet keine 4 CHF. So kann man sich viel Stress und Risiken sparen.

Interessant war neben dem Palast aus 17. JH. das Museum über die Geschichte der Stadt. Einen grossen Einfluss hatten die Mongolen, später die Holkar-Dynastie, welche von der Schwiegertochter Devi Ahilyabai Holkar (geboren 1725) sehr erfolgreich bis zur heute noch funktionierenden Khasgi-Stiftung mit Hindutempel und Unterstützung von Armen über ganz Indien weiter entwickelt wurde.

Wir bleiben fasziniert vom Leben in den lärmigen, bunten Strassen mit hunderten von Geschäften und unendlich viel Verkehr, zum Glück zum Grossteil mit Mopeds, ansonsten wäre ein Durchkommen fast nicht mehr möglich.

Ein Besuch mit Pause am Bahnhof gab Einblick auf diese Reisemöglichkeit. Von hier bis Delhi 12 H mit 18 Stopps. Welchen Komfort wir geniessen dürfen!