Alles braucht seine Zeit und wir waren froh, dass uns die Frontscheibe bereits zum zweiten Male (wieder Steinschlag an der Kante) rasch ersetzt wurde. Aber dieses Mal stimmte die Qualität und wir staunten, was alles kalibriert werden musste. Das Warten nutzten wir zur Quartierbesichtigung.
Nach der langen Zeit in Adelaide wollten wir wieder auf’s Land und recht nah sind die verschiedenen Weingebiete. Also los nach Barossa. an die Martin Street. Das man Wein nur von 10 – 17 Uhr testen kann, merkten wir zu spät. Auch kamen Kollegen in Alkoholkontrollen. Wir begnügten uns somit bei einem super Nachtessen mit grossen Rinderrippen, fein weich im Wein gegart. Die Menge reichte noch für weitere zwei Essen!
Wir waren eine Woche in der Hauptstadt von South Australia. Vieles konnten wir erledigen, von Einkauf, Fahrzeugpflege (neue Pneus, Windschutzscheibe, Waschen) bis zu schönen Erlebnissen. Diese Stadt hat grossen englischen Einfluss, aber ist auch multikulturell mit bis 120 Ethnien.
Stadtgründung 1836. Wir können uns fast nicht vorstellen, wie die Menschen aus England nach so einer langen Schiffsreise und engen Verhältnissen sich so herausputzen konnten.
Alles musste erschaffen und erbaut werden.
An der Küste gibt es viel Tourismus. Zum Glück war aktuell keine Hochsaison.
Wir genossen es, durch den Park in die Stadt zu wandern bei guten Temperaturen und starker Sonne. Adelaide wurde ohne Gefangene mit „ehrenwerten englischen Bürgern“ gegründet und die Demokratie bereits 1854 hochgehalten. Somit konnten die Aborigines zu Beginn mitbestimmen und die Frauen erhielten bereits im 1894 Stimmrecht!!!
Dank den tüchtigen Farmern und der Ausbeutung von Minen wurde hier rasch Reichtum möglich.
Die Gründung geht auf Colonel Light zurück, der im 1836 diesen Ort für Südaustralien bestimmte. Geboren in Penang Malaysia, von einem Engländer mit einer Malaysierin; mit sechs Jahren in die Schule nach England geschickt, erfolgreich in Sprachen und in der Armee, wurde als Explorer bestimmt und mit mehreren Schiffen losgeschickt. Dank seinem Kunststudium und den vielen Reisen in Europa hatte er viel Erfahrung und seine Skizze von der Stadt am Fluss zeugte von seinem Weitblick. Die Aufteilung in den Wohnteil Nordwärts und das Geschäftsviertel Südwärts des Flusses mit einem grossen, grünen Ring (heute Park, damals Wiesen für Kühe) blieb bis heute erhalten und ist weltweit einmalig.
Die Stadt wurde nach der Prinzessin Adelaide benannt, einer jungen Prinzessin von Sachsen, die den alten, englischen Prinz Williams von England, heiratete (später König Wilhelm IV). Obwohl sie nie hier war, wird sie dank Ihrer Grosszügigkeit, dem Engagement für Kinder und Ausbildung sehr verehrt.
Wir hatten das Glück, uns bei einem offiziellen Rundgang durch das Stadthaus, kurzfristig anzuschliessen. Der 93-jährige Glen konnte uns viele Geschichten und Stadtinternas erzählen. Aus dem Ballsaal wurde ein Musiksaal. Auch heute noch werden die diversen Räume für Regierungsgeschäfte und Empfänge genutzt, wie auch vom aktuellen Lord Mayor Martin!
Anschliessend schlenderten wir durch die schöne Stadt, besuchten eine von drei bekannten Universitäten und den grossen Botanic Garden.
Wer hat am Tag schon hunderte von Fledermäusen auf Dutzenden von Bäumen geschehen?
Heute am Sonntag war direkt neben unserem Platz der grosse wöchentliche Farmersmarkt. Eine Halle mit Kleidern, Bildern, Keramik etc., andere mit jeglichem Food und draussen ein schöner Früchte-/Gemüsemarkt. Die kulturelle Vielfalt ist gross, von Swiss Bread, Italienische Würste bis chinesische Küche. Uns gefallen solche Situationen, wo Einheimische einkaufen und es geniessen. Alles ist sauber, die Menschen sind freundlich, ohne Stress und wir spüren viel Engagement.
Von Port Augusta planten wir eigentlich noch einen Halt in Port Pirie. Aber es lief so gut und da Anderntags bereits Freitag war und wir Pneus und Frontscheibe wechseln wollten, fuhren wir durch bis Adelaide an eine schönen Stadt-Campingplatz.
Hier in der Nähe vom Meer wächst sehr viel Weizen und aktuell war Erntezeit.
Hier in dieser grossen Stadt gibt es wieder alles, was das Herz begehrt. Wir hatten schon recht viel Spass im Bunnings, einem riesigen Baumarkt. Was brauchen wir für Weihnachten???
Die Stadt behauptet, die einzige Stadt innerhalb eines grossen Parkrings zu sein.
Von der Wüste in Coober Pedy bis nach Port Augusta ans Meer sind es 570 km. Es gibt lange Strecken durch die flache Wüste ohne Bäume.
Strasse und Eisenbahn kreuzen sich
Interessant war der Mittagshalt am Salzsee. Für uns war dieser „See“ schon riesig, aber auf der Karte (orange) kaum ersichtlich, erkannten wir diese riesigen Dimensionen weiterer Salzseegebiete.
Wir haben nach 5 Stunden Fahrt genug und zweigen kurz ab nach Woomera. Hier fanden Nukleartests statt und ab 1947 wurden Raketen in Kooperation von UK und Australien entwickelt und über der Wüste getestet. Australien brachte als vierte Nation Satelliten ins Weltall. Später kam auch die US-NASA für gewisse Zeit hierher und es lebten bis 3’000 Menschen in Woomera. Bei unserem Besuch war das Städtchen fast ausgestorben. Nur der Verkehr zu einer der grössten Gold-, Silber-, Kupfermine – Olympic Dam Mine – brachte eine gewisse Bewegung. So konnten wir in Ruhe das Museum und die Ausstellungstücke studieren und danach in Ruhe übernachten.
Fast noch interessanter war Len Beadell , der in den 1960er Jahren gangbare „Strassen“ durch die Wüste suchte. Ohne Karten, GPS konnten andere dank seinen Wegzeichen sich durchschlagen. Heruntergefallene Raketenteile wurden aber auch erst in den 1990er Jahren gefunden.
Anderntags war es nicht mehr so weit bis Port Augusta. Langsam gab es wieder mehr Bäume und mehr Verkehr. Unser Ziel war Unterstützung für die ausgefallene Klimaanlage zu erhalten. Eigene Versuche zur Reparatur waren fehlgeschlagen.
Riesige Schafherden
Flinders Range Bergkuppen in der Nähe von Port Augusta
Viele Australier sind self made mens, welche immer am Umbauen/Basteln sind. Kommt es daher, weil viele Firmen überlastet sind und man wochenlang warten muss? Mit viel Hartnäckigkeit schafften wir es in Port Augusta bei der siebten Firma, dass wenigstens ein Blick darauf geworfen wurde. Daraus wurde eine mehrstündige Suche und ein anderer Spezialist, der zuvor abgelehnt hatte, kam seinem Kollegen zu Hilfe. Lange Suche, einfache Ursache: Es war eine Steckverbindung hinter der Wand, welche sich durch Rüttelbewegungen löste. Wir sind froh, dass die Klimaanlage wieder funktioniert. Vielen Dank für das persönliche Engagement des Besitzers mit seinem Sohn.
Wir wollten weiter südlich und fuhren 500 km in 6 Stunden bis zu einem Roadhouse in Marla (100 Einwohner) zur Übernachtung. Danach waren es nur noch 270 km bis Coober Pedy, wo erstmals 1915 Opale gefunden wurden.
Spannend, hier gibt es nicht eine oder mehrere grosse Minen, hier gibt es tausende von „Maulwurfshügeln“. Überall wird gebohrt und geschürft nach diesen Edelsteinen, welche hier wichtiger als Diamanten gewertet werden.
Auch hier gibt es Veränderungen, nur noch 100 kleine Mineure existieren. Vorwiegend grosse Ausländische Unternehmen (China) übernehmen das Zepter. Nach Nick Partulis sind die Preise für Diesel, Wasser und Verpflegung so hoch, dass sich die Suche immer weniger lohnt. Seine griechischen Eltern waren hierher ausgereist und haben sich der harten Opalsuche Untertags verschrieben. Ihr Sohn Nick hat neben der Opalsuche, ein Museum in einer Mine eröffnet und verarbeitet selber seine Steine zu Schmuckstücken.
Interessant, da es hier meist sehr heiss und trocken ist, lebten viele Leute im kühleren Untergrund. Dieses galt es auch für uns zu probieren und so verbrachten wir die Nacht im Sandstein-Untergrund-Zimmer. Gut, dass wir vorher ein Bier tranken.
Auf dem Rückweg von Ayers Rock wollten wir doch noch einen 170 km Abstecher zum Kings Canyon unternehmen. Diesmal ohne Wanderung, sondern der Hitze geschuldet, mit einem Helikopterflug am Sonntag Morgen.
Lichtershow an Abendparty
Beim Camping genossen wir erstmals den Pool, herrlich kühl und frisch. Wir staunen, dass in solch trockener Gegend bereits Wasser aus 20 m gepumpt werden kann. Ansonsten blieb es lange heiss, bis es Nachts schön kühl wurde.
Alles war bereit für die ersten Gäste und frühzeitig flogen wir los über den Kings Canyon, Kathleens Springs und über komplett unerschlossene Ebenen.
Kathleens Springs besuchten wir am Vortag zu Fuss. Bevor der Nationalpark im 1987 gegründet wurde, wurden hier Kühe gezüchtet und die Quelle genutzt. Herrlich etwas Wasser und alles ist grün.
Endlich, fünf Tage später, am 26. Oktober fuhren wir wieder los auf dem Stuart Highway Richtung Süden und danach in den Westen nach Yulara, einem bekannten Touristenort (Ayers Rock)..
Mount Connor, Tafelberg unterwegsUluruÜbernachtung für SchülerNachtessen für unsAbendstimmungMorgenstimmung
Martin war etwas skeptisch, wurde aber mehr als positiv überrascht. Einerseits war die Saison vorbei und wir fanden überall viel Platz und konnten unbeschwert auf interessante Entdeckungsreisen gehen. Andererseits war die Wüste nicht trostlos, sondern abwechslungsreich mit vielen Bäumen und die Temperaturen waren immer noch gut, Tags viel Sonne bis heiss aber viel Wind,; Nachts wieder angenehm und recht kühl. Heute Morgen beim Frühstück war draussen 15 °C, aber die Sonne schon stark, also einfach herrlich.
Wanderung im Kata Tjuta
Auf Empfehlung sind wir früh los in den Nationalpark zum Kata Tjuta und machten die grosse Wanderung durch das Valley of the Winds. Einige Touristen, auch Schüler wanderten nur kurze Stücke, wir waren danach ganz alleine unterwegs auch durch sensitive Gebiete, welche für die Ureinwohner heilige Stätten sind. Im Windtal war es wirklich sehr windig, aber diese Gebirgsformationen sind einmalig zu erleben. Heiss wurde es bis zur Rückkehr um 11 Uhr nicht und danach gönnten wir uns ein selbstgekochtes Essen. Wir geniessen diese Freiheit und den Komfort.
Eindrücke vom Uluru
Von Weitem sieht dieser heilige Berg schön gerundet aus, in der Nähe zeigt er erst seine beeindruckende Vielfalt. Vor 42 Jahren durfte Gaby noch ganz hochklettern, jetzt sind dafür Umrundungen zu Fuss, mit Fahrrad oder Fahrzeugen möglich. Nach der grösseren Wanderung vom Vortag genossen wir ein kurzes Stück direkt am Sandfelsen zum Kantju Gorge und der Waterhole. Ja, jetzt können wir nachvollziehen, warum dieser Berg magische Auswirkungen hat!
Die 430 km von Alice Springs nach Yulara in 5.5 h waren problemlos. Die Strassen sind sehr gut und im Durchschnitt fuhren wir 75 km/h. Wir staunten über die Vielfalt der Landschaft. In offizieller Wüste lebt hier noch vieles und die Landschaft ist sehr abwechslungsreich.
Überraschend überholten wir Solarautos auf dem Weg in den Süden. Aktuell findet die World Solar Challenge statt, ein Wettbewerb, um mit Solarautos vom Norden bis in den Süden Australiens zu fahren.
Vor dem Abzweigen machten wir einen Mittagshalt in Ghan, am Erlunda Roadhaus. Hier herrschte ein hektisches Treiben, da es einen 30 minütigen Zwischenstopp gab. Die Fahrer wurden ausgewechselt und die Mannschaften verpflegt. Wir hatten auch die Gelegenheit mit dem ETH-Team zu reden. 25 Personen in vier Fahrzeugen sind mit dem ETH-Fahrzeug unterwegs, um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren. Das Auto sieht super aus, aber trotzdem belegen sie aktuell erst den 11. Rang von 36 Fahrzeugen.