Immer alles klar? – Chancen nutzen!

Burdur ist eine grössere Stadt mit 30’000 Einwohnern und wir konnten endlich wieder einmal den riesigen Markt und ein gutes Restaurant geniessen.

Wir planen gerne unsere eigenen Wege. Manchmal ist es nicht so einfach, den „Richtigen“ zu finden. Gestern noch entschieden wir uns, weiter an den nächsten See zu fahren; heute auf der Fahrt spontan dagegen. Warum?

Der Burdur See ist zwar gross, aber bereits relativ trocken. Auf unserem idyllischen Parkplatz am See wurde bis ein Uhr nachts herumgefahren und Lärm gemacht. Also wollten wir doch lieber in die Berge trotz kurvigen Bergstrassen.

Es hatte sich gelohnt. Die Griechen und Römer wussten einfach, wo es schön war! Ihre Stadt Sagalassos auf 1’500 m hatte einen traumhaften Ausblick und damals wahrscheinlich noch viel mehr Vegetation. Also in Ruhe über das riesige Gelände wandern, die Eindrücke wirken lassen und entspannen.

Das schönste an diesem Ausflug war die Übernachtung. Ganz allein mit fantastischem Ausblick. So etwas findet man nicht alle Tage!

Lange Geschichte und heute?

Wir bewegten uns in geschichtsträchtigen Gebiet (rote Punkte)  und somit lernten wir laufend Neues dazu. Einige Ausgrabungen und Museen hatten wir besichtigt. Folgende Bilder stammten aus dem Museum von Burdur. Sie zeigen schöne Stücke aus einigen von uns besichtigten Ausgrabungen. Einfach eindrücklich, was vor 2’000 Jahren möglich war. Nicht zu vergleichen, wie „primitiv“ heute unterhalten und gebaut wird. Ist soviel handwerkliches Geschick verloren gegangen? Beispiele:

Auch Nachbildungen boten nicht die gleiche Qualität (13 tanzende Frauen)..

Staunen wir deshalb, was früher mit viel einfacheren Mittel möglich wurde?

Und in welcher Grösse mit welchen Mitteln – z.B. tonnenschwere grüne Marmorsäulen aus Griechenland auf diese Hügel transportiert (1’500 m)?

 

Wieviel Aufwand für den Ahnenkult und in lange Lebensdauer investiert wurde?

In den nächsten 2’000 Jahren, was wird man von uns bestaunen können?

An den Salda See

Wir wollten an den Salda See. Vor 2.5 Mio. Jahren verschoben sich die drei Erdplatten und schufen auf 1’200 m ü. M. einen fast runden Talkessel mit einem  180 m tiefen See ohne Abfluss. Mikroben im Wasser verarbeiteten den Lehm zu weissem Kalk und daher wirkt das Weiss-Blau sehr intensiv (nach Tourguide wie in den Malediven).

Am frühen, kalten Morgen sah sich Martin mit der Drohne um.

 

Auf dieser Höhe können auch noch Reben wachsen.

Wir fanden ein schönes Restaurant und einen Übernachtungsplatz mit Ausblick, machten einen langen Strandspaziergang, was will man noch mehr?

Für Fotos sehr eindrücklich, aber uns nachdenklich stimmend, war das Dorf nahe dem See. Viele fast verfallende Häuser und alte Leute lebten noch hier. Mit 78 % leben die meisten (jungen) Türken in den Städten. Weltweit geht diese Entwicklung in diese Richtung. Ist dies wirklich die Verbesserung?

Kibyra – wiederentdeckt.

Wir hatten uns entschieden, von der Küste in das Taurus-Gebirge zu fahren. Von weitem lächelten uns die Berge mit ihrer schönen, weissen Schneekappe zu.

Schnell stieg das Gelände bis auf 1’400 m Höhe an. Über mehrere kleine Pässe kamen wir in ein riesiges, fruchtbares Hochtal von Kibyra an. Hier auf einem Weg-Kreuz von Nord-Süd und Ost-West siedelten sich früh die Menschen an. Erst neueren Datums wurden auf diesem riesigen Hügel Ausgrabungen durchgeführt. Weit verstreut gab es grosse  Stätten von den Griechen und Römern. Im Jahr 23 n. Chr. errichteten z.B. die Römer ein 200 m langes bergseitig gedecktes Stadion mit 10’000 Plätzen. Hier mussten Wagenrennen stattgefunden haben. Wer kann sich dies vorstellen?

Weiter besuchten wir eine Theater-Arena für 8’000 Personen und eine damals überdeckte Musikarena  – eindrücklich. Von den Sitzplätzen aus hatte man im Hintergrund eine fantastische Bergkulisse.
Weiter gab es einen langen zweistöckigen Bazar und selbstverständlich römische Bäder. So viele Tonröhren immer noch intakt, so exakt geformt und gebrannt – dies beeindruckt Martin sehr. Wie lange halten vergleichsweise unsere Materialien? Und die Steinarbeiten, so grosse Quader milimetergenau eingepasst und heutige Mauern, nur Bruchsteine mit viel Mörtel.

Immer noch nicht müde, spazierten wir in die Stadt. Hier ist vieles noch einfacher und auch günstiger als an der Küste.  Wegen früherer Erdbeben gab es auch viele neue Häuser.

Schlussendlich besuchten wir einen grossen Treffpunkt. Hier wurde an über 20 Tischen intensiv verschiedene Spiele gespielt, ohne viele Getränke und Essen. Wir assen zusammen eine türkische Pizza mit ihrer Wurst, hatten 4 übliche Tee’s, spendeten 3 Tees den alten Herren am Nachbartisch, welche friedlich ohne etwas „stundenlang“ am Tische plauderten. Weil es hier so schön warm war? Alles zusammen für 5.95 CHF.

Vier Nächte an einem Ort?

Es war unser Ziel, unsere letzte Etappe auf der Seidenstrasse  langsamer anzugehen, z.B. einen Monat in der Türkei zu geniessen.  Aber vier Nächte am gleichen Ort zu verbringen, war für uns neu. Hier in Ödüleniz fanden wir ein schönes Bungalow-Camp direkt in einer Meereslagune, bei dem wir auch unter Pinien stehen konnten.
Im Moment wird alles vorbereitet für die kommende Saison. Aktuell waren wir zeitweise die einzigen Gäste und genossen diese Ruhe.

Neben Aufräumen, Reinigen hatten wir auch viel Zeit für Erholung, Spaziergänge und Ausflüge in die Nachbarstadt. Das Wetter spielte mit. Es war meist sonnig, aber immer noch etwas kühl. Das Blau auf den Fotos kann man kaum glauben, wenn man es nicht selbst erlebt hat.

Dieser Ort ist als Hotspot für Hängegleiter bekannt. Dank einer Seilbahn kommen sie rasch auf 1’900 m Höhe. Wahnsinnig, wie viele hier flogen. Manchmal hatten wir bis 20 Hängegleiter gleichzeitig in der Luft gezählt. Das viele Landen am schmalen Steg wurde zur Herausforderung.

Am Morgen bevor alle mit ihren Hängegleitern losflogen, waren wir mit unserer Drohne unterwegs. Anbei einige Eindrücke.

Fethiye

Für unseren Einkauf fuhren wir in den nächsten grossen Touristenort Fethiye mit etwa 300’000 Einwohnern. Der Einkauf (ab 10 Uhr) war einfach, danach wurde es kritischer.

Die Altstadt an der Küste war trotz Einbahnverkehr von Autos überflutet. Die Strassen und Parkplätze konnten nicht mit dem Wachstum mithalten.
Weiter ausserhalb parkten wir trotz Parkverbot hinter den Bussen. Zu Fuss ging es an den Hafen und später zu einem feinen Mittagessen in einem Boutique-Hotel. Das ehemals vor 250 Jahren gebaute griechische Haus klebte an steilem Hang über 6 Etagen. Daher bot sich uns als einzige Gäste ein schöner Ausblick. Dank der Foto im Eingang lernten wir, dass Fethiye den Namen vom ersten türkischen Piloten  erhielt.

 

Erinnerungen bleiben

Auch kurze Momente können in langer Erinnerung bleiben, wie das heutige Gesicht eines spanischen Camperfahrers. Etwas mutig wählten wir eine direkte kurvige Route zum nächsten Spot an einem schönen Sandstrand.

Bei der Hochfahrt vom Meer bis 1’100 m waren wir froh, dass alles gut verlief. Kurz nach dem Scheitelpunkt begegnete uns ein Camper aus Spanien. Sie warteten auf uns und die Frau fragte lebhaft, wie die weitere Fahrt wäre? Unsere Antwort, anspruchsvoll, aber okay und schön. Und wie  ihre Fahrt bis hier hierher? Ohoooo…, sehr steil und teilweise schmal. Das verzerrte Gesicht des Mannes, seine rollenden Augen, die Hände die kurvten –  unvergesslich, ein zweites Mal wird er es nicht machen.

Wir genossen in Ruhe die steileren Serpentinen nach unten und fanden einen schönen Platz etwas ausserhalb an einer riesigen Sandbucht mit Lagune. Hier konnten wir uns entspannen. Die vielen Hotels und Liegestühle??? – Gut, dass es erst Vorsaison ist und es wenige Touristen aus Europa, Russland und den arabischen Ländern hat.

Spielende Frauen als Kurzvideo

Xhanthos

Nein, nicht schon wieder einen „alten Steinhaufen“.
Wir wollten eigentlich vorbeifahren. Aber irgendwie lockte uns dieses Xhanthos doch. Auf einem erhabenen Felshügel wurde sehr früh eine Stadt gebaut.  Schon der Parkplatz gefiel uns mit seiner Aussicht in die Talebene.

Nach feinen eigenen Spaghetti wurde aus einem kurzem Rundgang eine zweistündige Entdeckungstour inkl. einer Übernachtung. Unsere  Ehrfurcht ist gross, was bereits vor z.T.  800 BC von den Lykiern gebaut werden konnte. Diese Präzision bei der Steinbehauung, dieser Ahnenkult und diese schöne Lage waren beeindruckend.

In der Nähe vom Meer an einem Fluss gelegen wurde ein grosser Felshügel zur Kult- und Wohnstätte. Neben Theater, Tempel und Stadtmauern gab es auch viele Felsengräber, einfach in den Fels gehauen. Über die Lykier finden wir wenig Informationen. Sie hatten eine eigene Sprache und Schriftzeichen, waren demokratisch organisiert, lebten von der Landwirtschaft und dem Handel über das Meer. Erdbeben und die Eroberung der Perser 545 BC zerstörten vieles, welches später wieder aufgebaut wurde. Die Griechen kamen um 425 BC, später die Römer mit Theater, Thermen und Mosaiken und die Araber mit dem Islam. Xhanthos verfiel und die Engländer begannen im 19. JH. mit Ausgrabungen. Daher findet man die schönsten Stücke im Britisch Museum in London.

Eine Mauer diente zur Befestigung und über den ganzen Felsenhügel waren die Ahnengräber verteilt.

Aber auch die Vielfalt der Natur konnten wir geniessen.

Hafenstadt Kas

Das schöne abgeschiedene Kerkova verliessen wir und fuhren  zum grösseren Touristenort Kas mit kleinen engen Gassen. Hier wurde das Parken zum Problem. Für einen kurzen Einkauf durften wir auf dem Busparkplatz abstellen. Auch fanden wir eine schöne Wäscherei, welche alles bis zum andern Morgen reinigte.

Aber wo übernachten? Enge steile Campings überzeugten uns nicht, wollten wir doch einen schönen Meerblick. So fuhren wir auf die recht überbaute Halbinsel hinaus. Aktuell war es noch sehr ruhig, da die Saison erst langsam beginnt. Nach einigen Anläufen fanden wir einen idealen Hotelparkplatz, wo wir auch stehen durften – herrlich, so stimmt es. Mit Blick nach  Griechenland.

Vogel flieg!

Uns gefiel die steile Südküste mit blauem Meer und die Camping-Idylle. An diesem ruhigen Morgen genossen wir die Aussicht von oben mit der Drohne.
Weiter üben und damit besser werden ist das Ziel. Und was Gaby bereits für Musik mit künstlicher Intelligenz kreieren kann? Viel Spass – wir bleiben dran!

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