Auf den Spuren der Lykier

Anstelle der Grabstätte von Nikolaus in Myra  (für Orthodoxe Russen ein Muss) erklommen wir den nahen Hügel, wo sich schon vor Christus die Lykier aus Kreta ansiedelten. Hier gab es wilde Gebiete mit alten, verfallenen Ruinen, viel Natur auf vulkanischem Gestein. Die steilen Spitzen zu besteigen war jedoch fast nicht möglich. Martin versuchte verschiedene Aufstiege um einen schönen Ausblick zu erhalten und mit der Drohne los zu fliegen.

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Rechtzeitig vor einem kurzen Schauer waren wir wieder zurück und fuhren ein kurzes Stück weiter nach Kekova, einem kleinen Hafen vor vielen kleinen Inseln. Wir hatten Glück mit einem paradiesischem Minicamping und einem feinen Fischrestaurant am Hafen.

Hartnäckig versuchten wir den nächsten Aufstieg über kleine Pfade zu alten Gräbern der Lykier. Eindrücklich diese riesige Särge mit sehr schweren Deckeln, welche über 2’000 Jahre alt sind.

Schöne Meeresküste

Wir genossen die Fahrt der Küste entlang, zuerst noch auf der Autobahn, später über eine schöne Küstenstrasse um die Berge herum. Sobald es flacher wurde, gab es sehr viele Treibhäuser und speziell Tomaten werden hier angebaut.

Die weissen Flächen sind Treibhäuser

Wir verbrachten hier eine Nacht am Hafen von Andriake, welcher schon früh als Umschlagplatz für Ägyptischen Weizen diente.  Hier werden viele Boote instand gehalten.

 

Altstadt von Antalya

Ein herrlicher Tag begrüsste uns und nach kurzem Spaziergang fuhren wir 40 km zurück nach Antalya.

Dass wir hier Schneeberge vom Taurus-Gebirge sehen würden, überraschte uns.

Zuerst galt es das Fahrzeug zu Mercedes zu bringen und die etwas chaotische Organisation zu verstehen.

Die Altstadt von Antalya war ursprünglich nicht auf unserem Programm, wurde jedoch eine Chance. Im  E-Smart wurden wir in die Altstadt an das bekannte Hadrianstor gefahren und unternahmen einen Tages-Ausflug durch die schöne Hafenstadt der 2.5 Mio. Metropole.

Schön herausgeputzte alte Strassen mit unendlich vielen Restaurants und Souvenierläden konnten wir bereits Morgens vor den vielen Besuchern durchstreifen.

Abends durften wir unser Fahrzeug mit fast allen erledigten Servicearbeiten wieder entgegennehmen. Ja, hartnäckig dran bleiben, vielfach wiederholen, lohnt sich. Alle haben sich echt engagiert. Vielen Dank.

Der Bayran hat Auswirkungen

Nach dem Ramadan wird drei Tage der Bayram als Fest mit Familie, Freunden gefeiert. Uns war dies vorher nicht bewusst. Wir hatten sogar mit der Mercedes-Garage einen Service-Termin am 1. April vereinbart. Daraus wurde unser Aprilscherz.

Gut hatte uns Namik darauf hingewiesen, als wir uns bei ihm und Marion für die sichere Fahrzeugaufbewahrung bedankten. So blieb uns nichts anderes als weiter in Manavgat auf einem schönen Campingplatz zu bleiben. Leider regnete es oft und so entspannten wir uns in unserem MG-Bobil.

Am ersten Werktag fuhren wir früh zum Flughafen und wollten die Verlängerung unseres Fahrzeugaufenthalts abholen. Nach zwei Stunden warten – am „Montag“ startet man nicht so früh – kam Bescheid,  Aufenthalts-Erlaubnis ist bis Ende April und einer Busse(?).

Erst um die Mittagszeit waren wir bei der Garage und der Service wurde erst auf den nächsten Tag versprochen. So fuhren wir weiter der Küste nach und erholten uns am rauhen Meer.

 

Side – an schönster Lage

Wir besuchten auf einer Landzunge das antike Side.  Herrlich am Meer gelegen gab es viele Ausgrabungen. Hier florierte einst eine Handelsstadt der Griechen und später die Römer mit bis 40’000 Einwohnern. Um 900 n. Chr. übersiedelte die Bevölkerung nach dem sicheren Antalya und erst im 19. JH. kehrten wieder Menschen aus Kreta hierher zurück. Daher blieben viele Ruinen, ein Römisches Amphitheater aus 2. JH. und verschiedene Tempel aus Marmor erhalten. Diese riesigen Marmorblöcke wurden mit Schiffen hierher geschleppt.

Gut war für uns, dass noch keine Hochsaison ist und wir in Ruhe herumschlendern konnten. Direkt mit Meerblick genossen wir ein feines Mahl.

Rascher Wechsel

Die Schweiz verliessen wir bei kaltem, regnerischem Wetter. Der Flug verlief problemlos und rasch brachte uns ein Taxi zu unserem Fahrzeug nach Manavgat-Side. Toll, einfach „Fahrzeug öffnen, auspacken“ und schon fuhren wir los zum Einkaufen und vor dem Eindunkeln ins schöne Camping.
Warum hatte es so viele Leute!? – Aha letzter Tag des Ramadans – morgen ist die grosse Feier.

Abends schon etwas müde, funktionierte die Wasserpumpe einfach nicht. Das Wasser war aufgefüllt und Strom war da aber kein Wasser aus unsern Hähnen – Oho.
Am andern Morgen folgte ein  AHA – die Lösung – es gibt ja noch einen Schalter, um die Pumpe ein-/auszuschalten. Fröhliches Lachen – sind wir schon so alt? Für nächstes Mal machten wir eine Checkliste – Für den Neustart es gilt über 20 Punkte zu beachten.

Hier ist es wärmer, häufig wechseln sich Regen mit Sonne ab und erste Spaziergänge am Strand wurden möglich.
Wichtiger war jedoch, die Koffer sind ausgepackt und wir wieder eingerichtet. Ans kleinere Häuschen gewöhnen wir uns rasch wieder.

Letzte Tage am Meer

Unser geplanter Abflug war rasch gebucht und so galt es, die letzten Aufgaben zu erfüllen. Beim dritten Anlauf fanden wir einen privaten Stellplatz für unser MG-Bobil in Manavgat, in der Nähe von unserem Stellplatz am Meer und in einer Stunde Entfernung bis zum Flugplatz von Antalya.
Wie schon öfters mussten wir packen, das Fahrzeug reinigen und neu für die Überwinterung vorbereiten. Daneben genossen wir auch die Spaziergänge am Meer und die letzten warme Tage.

Hurra Partikelfilter funktioniert wieder!

Wir waren extra zügig Richtung nach Antalya gefahren, um Probleme beim Fahrzeug noch am Freitag zu besprechen. Klar, passende Ersatzteile, wie die defekte Elektronik für den Scheibenwischer gibt es erst nach Lieferung aus Deutschland. Aber endlich war das Wissen da, um unseren verstopften Partikelfilter zu reinigen. In Asien hatten sie auch bei Mercedes-Garagen keine Erlaubnis für den elektronischen Zugriff auf dieses westliche Fahrzeug und das Wissen für Fahrzeuge mit Partikelfiltern fehlte.
Während den 10 Tagen über 4‘000 m in Tibet, konnte der Partikelfilter nicht mehr automatisch ausbrennen (muss unter 2‘000 m Höhe sein). Zu verstopft verlor der Motor viel Leistung und musste immer hochtourig gefahren werden. Über 300 % geladen, benötigte der Partikelfilter fünf elektronische Restart bis es gewaltig rauchte. Ob diese Filter-Reinigung wirklich der Umwelt dient?

Dank Helmut mit seinem 20-jährigen Wohnmobil und Çem, sein deutsch-türikisch-sprachiger Freund konnten wir uns auch besser verständigen. Allen ganz herzlichen Dank. Die Angestellten von der riesigen Mercedes-Garage waren extrem nett und luden uns zudem zu Ihrem Mittagessen ein. Ein super Service, der uns immer in Erinnerung bleiben wird.

Am Vortag fuhren wir zügig der Küste entlang. Intensiv bewohnt und mit extrem vielen Treibhäusern (kleine süsse Bananen). Teilweise erlebten wir eine super neue Autobahn mit Tunnels quer durch die Berge, aber es gab auch noch einen Teil mit richtiger Bergstrecke. Für uns viel einfacher als für die grossen Lastwagen, aber irgendwie müssen die Produkte geholt und die Leute versorgt werden..

ans Mittelmeer!

Es gab soviel Geschichtliches zu besichtigen, aber so viele „Steine“ konnten wir nicht verdauen. So fuhren wir zügig in Etappen weiter mit Ziel ans Meer. Hier war es herrlich warm, fast wie im normalen Schweizer Sommer.

Auf diesem Weg wurde es immer einfacher einen Campingplatz zu finden, welche auch von Türken und wenigen Ausländern genutzt wurden. Ausserhalb der Saison waren wir immer willkommen. In Gaziantep übernachteten wir ausserhalb an einem halb vollen Stausee und konnten unseren Haushalt auf Vordermann bringen (Wäsche).

Auf unserer Fahrt erkannten wir auch Auswirkungen vom Erdbeben letztes Jahr. Viel wurde inzwischen gebaut, aber wir sahen auch Zelte oder Containerdörfer (oben).
Die Städte wachsen enorm und wir fuhren durch viele Satellitenstädte und auch intensiv genutzte Landwirtschaft.

Die Stadt Tarsus ist seit Jahrtausenden besiedelt. Die Altstadt wirkte fast etwas verlassen, da Erneuerungen schwierig und Sanierungen sehr teuer sind. Wenn man etwas tiefer gräbt, kommt viel Geschichte hoch – nicht einfach. Ob Apostel Paulus und Prophet Daniel wirklich hier begraben sind, wollten wir nicht überprüfen.

Wir fuhren weiter dem Meer entlang nach einer Grossstadt Mersin zu einem Zwischenstop. Glück gehabt, direkt am Yachthafen konnten wir parken und unseren Kaffee trinken. Auch weiter suchten wir schöne Strandplätze, nicht einfach war doch die ganze Strandmeile überbaut.

Römische Mosaike

In zwei Städten besuchten wir zwei neue, riesige Museen mit römischen Mosaiken aus 2.-4. JH. n. Chr. Hier musste es den Römern sehr gut gegangen sein, konnten sie doch riesige Villen bauen.

Viele Mosaiken auch in Gaziantep sind sehr gut erhalten und das Grösste ist 70 m2 gross. Dank Notexplorationen vor dem Auffüllen eines Stausees konnten viele noch gerettet und ins Museen gebracht werden. Interessant, dass der Stausee dank dem Wasser weitere Mosaiken freilegte und nach dem Absenken weitere ausgegraben werden konnten.