9 h für Grenzübertritt

Vorausgesagt wurde 1 h Austritt aus Armenien und „ganzer“ Tag für Eintritt in den Iran.
Wir erlebten je 4.5 h pro Land in heisser Sonne, recht unfreundlich beim Austritt und richtig herzlich im Iran.
In Armenien wurden wir mehrfach kontrolliert, auch 2 Autokontrollen, im Iran dauerte Pass mit Fahrzeugausweis (keine Fahrzeugkontrolle – Alkohol?) nur eine halbe Stunde. Uns tun die vielen Lastwagenfahrer leid, die teilweise tagelang warten müssen.

Die Administration für Carnet de Passage erledigte unser Guide Sirous und wir konnten für uns etwas kochen und erholen. Immer gut, dass man alles im Fahrzeug hat.
Erst Abends fuhren wir eine herrliche Strecke dem Fluss Aras entlang zum Stellplatz.

Wir parken bei einem schönen Hotel im zollfreien Gebiet. Riesige Einkaufszentren bieten alles an – von Cola, über Waschmittel bis zu westlichen Kleidern – Importverbot???
Das Beste war ein feines Nachtessen, endlich wieder einmal Reis und wunderbaren Tee.

Tägliche Abenteuer

Heute war die letzte Etappe mit 130 km in Armenien. Dafür darf man ruhig mehrere Stunden einrechnen. Es geht über einige Pässe bis 2535 m ü. M. Eine Strasse entlang der Grenze zu Aserbaidschan ist wegen Krieg gesperrt. So wurde kurzfristig ein „Alpweg“ ausgebaut und viele Lastwagen mit Diesel aus Iran fahren diese „abenteuerlichen Serpentinen“.
Wir sind frühmorgens mit den Kühen los und frühstückten auf dem ersten Pass.

Eigenes Foto vom Kloster – dieses Mal nach 40 Min. Serpentinen

Die Strassen sind meist gut, aber Achtung plötzlich Löcher, Einbrüche

Letzte Vorbereitungen auf dem Sportplatz für den Grenzübertritt morgen Sonntag.

weiter Richtung Iran

Auf dem Weg nach Südosten besuchen wir eine weitere Klosteranlage in den Bergen. Die Klöster waren zu damaligen Zeiten primär Bildungsstätten an sicheren Orten.
Bilder von Jesus oder Gott wurden nur in Ausnahmen erstellt.

Über Pässe und Hochtäler kommen wir in immer unbewohntere Gebiete nach Tatev. Langsam wird einkaufen, Wasser und Diesel zu finden immer schwieriger.

Mit der weltweit längsten Seilbahn ohne Stützen fahren wir über zwei Schluchten, schon schwindelerregend. Gut, dass die Seilbahn neu und von Firmen aus Schweiz/Österreich erbaut wurde.

Heute darüber mit der Seilbahn morgen bis ins Tal und wieder hoch mit dem Fahrzeug
Bild von Kloster aus früheren Zeiten

Wer möchte mit der Seilbahn anstelle in 12 Min. digital in 2 Min. im 360°-Modus fahren?

Rückfahrt von Tatev-Kloster

Karawanserei aus 13 JH. mit mountain view

Wir fahren ein kurzes Stück dem See entlang zur Klosteranlage auf einer ehemaligen Insel. Bereits im 5. JH. wurde hier ein Tempel errichtet und später im 9 JH. von Königin Maria ein Kloster Sevanawak gegründet. Bis 1980 durften keine andern Frauen das Möchkloster besuchen.

Wasser ist um 20°, die Luft dito, aber Nachts um 12°- wir waren nicht schwimmen

Wir übernachten an der best erhaltenen Orbelian Caravanserei aus 13 JH. auf 2300 m ü.M. Ein herrlicher Blick über Berge und Täler aus komfortablen Wohnmobil – einfach herrlich.

herrlicher Ausblick Richtung Iran

Leben in Eriwan

Eriwan ist rasch gewachsen. Obwohl ein Architekt eine Stadtentwicklung von 30’000 im 1920 auf 150’000 Einwohner plante, sind es heute 1.5. Mio. Einwohner. Trotzdem hat die Altstadt noch ihren Reiz und ihre Häuser erzählen viel über die lebhafte Geschichte.

Uns gefällt das vielfältige Leben mit Brandy-Verkostung und üppigem Nachtessen, diverse Vorspeisen, zwei Hauptgerichte, Früchte und Schnaps.

man kann geniessen
Austausch mit Armeniern – Musik und Tanz

200 km bis Eriwan

Der Stellplatz in Eriwan in Nähe von Hotel und Strasse wäre weniger attraktiv. So genossen wir den bergigen Platz bis nach dem Mittagessen und fuhren erst danach los.
Es brauchte über 4 h für diese 200 km. Meist sind die Strassen gut, aber es gibt auch „ruppige“ Stellen und wir kletterten bis auf eine Passhöhe von 2100 m.

Vom Hochplateau geht es wieder ins Tal an einer riesigen Industrieruine vorbei

Vom Tal in Serpentinen auf die fruchtbaren Plateaus und über diverse Pässe.

Zum Schluss noch um die Stadt mit 1.2 Mio. Einwohnern zu fahren – es brauchte gute Nerven und die Aufmerksamkeit von uns Beiden.

Armenien – Wiege des Christentums

Kreuzkirche aus dem 10 JH.

Heute Sonntag fuhren wir von Georgien über die Grenze nach Armenien, ein kleines bergiges Land mit 3 Mio. Einwohnern auf durchschnittlich 1800 m ü.M. Die Armenier gelten als Urchristen. Es gab und soll auch nie eine Anpassung/Reform der Religion erfolgen.
Eingezwängt zwischen Türkei, Georgien, Aserbaidschan, Iran und den verschiedenen Interessen zwischen Ost und West leiden sie auch unter unter aktuellem Krieg. Daher führt uns unser späterer Weg über drei Pässe in den Iran anstelle über eine flache Hochebene, heute Enklave von Aserbaidschan.

Diese Kreuzkirche wurde stabil gegen Erdbeben mit Einbuchtung und Verzahnung gebaut und hat über 1000 Jahre überlebt. Eine Symmetrie gibt es nicht auf Erden, daher Asymmetrie auch in der Bauweise. Bis 500 Mönche haben hier gelebt.

Altstadt von Tiflis

Altstadt mit Burg

Seit langen gab es hier den Austausch an dieser Seidenstrasse. Perser, Römer, die Zaren und Sowjetzeit prägten diese Multi-Kultur. Die Sympathien geniessen hier die Ukrainer, da die Georgier sich im 2009 abtrennten und auch Angst vor den Russen haben.

Viel Armut erzeugte eine Flucht ins Ausland. Min. 2 Mio. sind Richtung EU/USA, eine Mio. nach Russland ausgewandert. Somit ist die Bevölkerung von ca. 5 auf 3 Mio. geschrumpft und lebt primär in Städten, wie Tiflis, Batumi. Dies erklärt uns die vielen verfallenen Häuser

Aktuell hat es hier viele Touristen aus arabischen und russischen Gebieten. Nur in orthodoxen Kirchen gibt es strenge Regeln, aber sonst ist es recht offen und ungezwungen (Bars, Night Club, Casino). Neben Kultur bietet feines Essen und viel Wein auch viel Abwechslung.

Tiflis von Oben – schöner Abschied

in die Hauptstadt Tiflis

Gestern sind wir über eine lange 1600 m H. Passstrasse nach Tiflis gefahren. Es ist eine gute Strasse mit vielen Ränken, die Fan’s von Töffahrern, Oldtimern würden es lieben.
Tiflis selber ist eine 1 Mio. E. Stadt am Fluss und viel Verkehr.

Zuerst peilten wir einen super Waschsalon an – alles ist wieder sauber. Danach ging es den Berg hoch zum Ausflugsziel Turtle Lake mit Zip Line und einem guten Stellplatz.

Heute sind wir mit der Seilbahn hinunter gefahren und haben den neueren Stadtteil erkundet. Auch hier gibt es viel Extremes von Armut bis Reichtum. Warum aber gibt es bald in allen Städten gleiche Geschäfte – von Mac Donald bis zu Montblanc?

Stadt der Liebe – Telavi

Heute machten wir einen Ausflug nach Telavi. Interessant war die 900-jährige Platane und das wiederaufgebaute Kloster. Viel von Liebe und freundlichen Georgier fanden wir nicht, auch wenig Erbauliches, bei viel Armut, Erneuerungsbedarf und bis 37°. Ausfahren im gekühlten Auto macht Besichtigungen erträglicher.

900 jährige Platane – was hat diese bereits alles erlebt?