Jodhpur – Udaipur

In zwei Tagen fahren wir 280 km teilweise über einfache Strassen mit teilweise grossen Schlaglöchern.
Ziel war der grösste Jain-Tempel mit 420 Säulen, erbaut im 15 JH. mit herrlichen, immer noch gut erhaltenen Marmorarbeiten. Es gibt keine Götter; als Inkarnation werden die Figuren verehrt. Zur Begehung darf man kein Geld, Leder, Alkohol, Zigaretten dabei haben, da sie völlig vegetarisch leben.

Das Gelände wurde hügelig, grün und wir übernachten auf 900 m ü.M. schon fast alpartig.

War es die Luft in Jodhpur, die Enge bei der Palastbesichtigung oder das Mangolassi – die Hälfte von uns leidet plötzlich unter starken Magen-Darm-Problemen. Einige können nicht einmal weiterfahren. Bei uns fährt Gaby tapfer die erste Strecke, am zweiten Tag geht es Martin wieder besser. Neben dem Fahren gilt es auch immer wieder zu beobachten. Die Landschaft ist herrlich, die Dörfer weniger.

Frauen tragen „Gras“ für die Wasserbüffel
Frauen waschen im Wasser – Mann „kontrolliert“

Jodhpur – erfolgreiche Wüstenstadt

Unser Weg führt südlich nach Jodhpur, einer Wüstenstadt heute mit 1 Mio. Einwohnern. Im 15. JH. boten die roten Sandsteinhügel ideale Bedingungen für die Befestigungsanlagen. Von der Natur nicht verwöhnt, entwickelten die Bewohner viel handwerkliches Geschick. Wir staunen über schöne Miniaturen und feine Tücher, welche in alle Welt auch für teure Marken entwickelt werden.

Zuerst besuchen wir das Mausoleum Jaswant Thada aus 18. JH. für die Maharadschas. Sie wurden hier verbrannt und die Asche im Ganges verstreut. Der weisse Marmor und die edlen Maharadschas beeindrucken.

Danach fahren wir hinauf zur Festung Meherangarh Fort mit ihren Palästen.

Diese vielen Besucher und dieser Lärm – für uns fast verstören. Anbei fröhlicher Tanz.
Wir selber geniessen die Ruhe und Unterhaltung beim Hotel.

90 Tage unterwegs

Vor 90 Tagen sind wir mit 18 Fahrzeugen, 31 Teilnehmern und 5 Begleitern plus verschiedene Lokale Reiseleiter von Istanbul los und sind bereits über 13’000 km fast unfallfrei gefahren. Wieviel Neues durften wir auf dieser Reise schon erleben!
Ausser einem Begleiter sind noch alle dabei, gesund und zufrieden. Erst ein Auto musste heute wegen Getriebeschaden abgeschleppt werden. Dazu kamen einige kleinere und grössere Schäden. Hoffen wir das Glück bleibt uns weiterhin hold.

in 90 Tagen 13’000 km von Istanbul bis Jodhpur Indien.
Reisegruppe am 30.10. vor dem Mausoleum in Jodhpur
Reiseroute in Indien

Wir bleiben weitere 100 Tage in Indien, dazu kommen Nepal und Bhutan.
Schwieriger wird es danach, wegen Wirren in Myanmar müssen wir allenfalls nach Thailand verschiffen. Hoffen wir das Beste und geniessen lieber jeden Tag auf’s Neue.

Indisches Leben

Für uns ist dieses indische Leben schwierig zu verstehen. Gut wenn man verschiedene Einblicke erhält. Aktuell sind wir bei unserem Reiseleiter „Sumy“zu Hause. Seine Grosseltern sind hierher gezogen und haben dank viel Fleiss grosse Landstücke erworben. Heute leben Sie sehr komfortabel und haben Hirse-, Granatäpfel und Oelsamen-Plantagen. Aber auch hier hängt das Leben von immer mehr fehlendem Regen ab, das Grundwasser ist von 20 auf 200 m abgesunken und gutes Wasser wird über mehrere Kilometer Leitungen herangeführt.

Gestern wurde eine Ziege geschlachtet und wir haben mit dem halben Dorf zu Nacht gegessen. Das Interesse und die Freundlichkeit ist sehr gross. Einander verstehen wird schon schwieriger, da eher die jungen Leute englisch sprechen können. Die Frauen bleiben in den Häusern und auf nachfragen darf Gaby sie besuchen

Wir essen Frühstück, Yoghurt mit Reis, Reis, Bananen, Kekse, Tee

Wir geniessen Gastfreundschaft beim Onkel.

Abends wird gemeinsam gekocht und gegessen.

Jaisalmer – Gaby’s Geburtstag

Wir fahren nach Jaisalmer und übernachten bei einem schönen Hotel, gebaut aus einer Karawanserei. Beste Gelegenheit, Gaby’s Geburtstagsfest zu feiern. Es wird ein wunderbarer Abend mit feinem Nachtessen am Pool bei indischer Musik.

kurzer Videoausschnitt

Anderntags geht es in die Altstadt als Festung auf dem Hügel mit herrlichen Sandsteingebäuden und einem künstlichen See.

Es ist sehr touristisch mit vielen Einheimischen.

Der Kot der Kühe wird geschmückt und mit Kerze, Räucherstäbchen versehen. Martin kommt auf das Sammeln von Kotschmuck.

Abends fahren wir in die Sanddünen zu einem Minikamelritt. Es hat „mehr“ Menschen und Kamele als Sanddünen. Riesige Zeltstädte sind entlang der Strasse.

Unser Nachtessen mit Musik geniessen wir in nachgebauter Karawanserei.

(Ratten-)Tempel – Abschluss Lichterfest

Auf dieser Reise erleben wir hautnah den Einfluss der Religionen. Die Sikhs haben uns beeindruckt durch ihren Fleiss, streben zum Erfolg und sind praktisch ohne Bettler, da auch Arme ernährt und umsorgt werden.

Der Hinduismus als dritte Weltreligion hat uns mit Ihren 33 Mio. Göttern noch nicht überzeugt. Der Gleichmut – Karma – zu allen Geschöpfen ist interessant, aber dafür fehlt jegliches Engagement. Kommt Indien so wirklich weiter?

In Pushkar besuchten wir den einzigen Tempel von Brahma aus dem 14. Jh., daher ein wichtiger Pilgerort, wo auch im heiligen See ein Teil von Gandhi’s Asche verstreut wurde. Aber weder Ort noch Tempel bieten Glück und Freude, sondern eher Mitleid und Abscheu. Barfuss und soviel Dreck und Abfall ist für uns schwierig nachvollziehbar.

Heiliger See von Pushkar

Zum Glück hatten wir einen schönen Standplatz und einen herrlichen Empfang im Hotel.

Weiter ging es ins Wüstengebiet nach Deshnok zum Rattentempel. 20’000 „heilige“ Ratten leben im Tempel weil ein Prinz der Sage nach als Ratte wieder geboren wurde.
Eine weisse Ratte, welche einem über den Weg läuft bringt Glück. Gute Pilger trinken/essen auch aus den Schälchen mit den Ratten. Bilder ersparen wir uns und Allen.

Zum Glück folgte zum Abschluss des Tages und des fünf tägigen Lichterfestes dank Felix, ein richtig langes schönes eigenes Feuerwerk – herrlich im Wüstensand für Gaby’s Geburtstag. Leider wurde es bis zum Morgen nie ruhig, da die Inder die ganze Nacht feiern und Knaller ablassen. Anscheinend haben auch sie dafür genügend Geld.

Jaipur – Lichterfest

Jaipur wurde erst im 17. JH. vom damaligen Maharaja gegründet, da Amber zu klein wurde. Im Jahr 1876 wurde für den fürstlichen Besuch des englischen Prince of Wales Albert Edward die Stadt pink angestrichen und gilt seitdem als Pink City.

Heute hat es auch hier über drei Mio. Einwohner und die Fahrten in die Stadt dauern locker eine gute Stunde. Die damalig gute Stadtplanung auf einer Hochebene, umrahmt von Bergen, genügt für so viele Fahrzeuge nicht mehr. Was man dabei alles sehen und erleben kann ist schwierig zu beschreiben. Folgendes Video haben wir aus einem Taxi gemacht, wobei wir diese Strecke vorher auch im Wohnmobil zurückgelegt haben.

1 Min. Video-Ausschnitt aus Fahrt mit Taxi

In der Stadt besuchten wir den berühmten roten Hawa Palast, bei dem die Haremsdamen durch kleine Luken das Leben auf der Strasse beobachten konnten.

Palastansicht auf Strasse mit Luken für die Damen
Innenansicht vom Hawa Palast

Der City Palast war Sitz des Königs und wird teilweise heute noch vom Maharaja bewohnt.

Empfangshalle für. normale Gäste – rechts Königspalast

Weiter zum Besuch der weltweit grössten (genauesten) Sonnenuhr und Basar.

Sonnenuhr

Auf den Hügeln der Stadt hat es diverse Burgen/Festungen aus damaliger Zeit. Über einem See thront ein riesiger weisser Marmorpalast. Interessanterweise konnten wir ihn spät Abends besuchen. Schön beleuchtete Gebäude und wenige Besucher boten spektakuläre Bilder. Auch der Spiegelsaal für spezielle Gäste wirkte Abends viel attraktiver.

Empfangs-Pavillon für spezielle Gäste aus weissem Marmor
Empfangs-Pavillon im Harem
Festung mit Palast auf dem Hügel

Auf der Rückfahrt konnten wir durch die Stadt fahren und erlebten direkt die bunte Beleuchtung für das Lichterfest. Dieses wichtigste Fest des Jahres dauert in ganz Indien fünf Tage und vieles wird dafür investiert.
Unsere Weihnachtsbeleuchtung ist nicht so bunt und die Trommeln fehlen.

Waterpalast von 1799
Albert Hall Museum von 1876
kurzes Video von abendlicher Fahrt durch beleuchtete Altstadt

situativ anpassen

Eine solche Reise verlangt laufend eine hohe Anpassungsfähigkeit:
– beim Fahren gibt es täglich immer wieder neue Situationen
– beim Essen, Einkaufen gibt es nicht immer das Gewünschte
– beim Schlafen wird es hier in Indien nie ruhig
– Kultur und Menschen sind ganz verschieden – lächeln hilft
– Kreditkarten und Geldbezug funktionieren eher selten – probieren
– fast alle haben Mobilphone, trotzdem ist Internet teilweise schwach

Die Eindrücke sind so vielfältig, manchmal kann man lachen, manche Situationen kann man schwierig verarbeiten. Aktuell übernachten wir um ein abgetrenntes Gästehaus direkt neben einer Nomaden-Zeltstadt.

Wir sind stets gefordert, einerseits wohin geht die Fahrt, wo Parken, Einkaufen, andrerseits alle Eindrücke aufzunehmen und zu verarbeiten. Dazu kommen Einkauf/Verpflegung, Unterhalt Fahrzeug (Diesel, Reinigung, Wasserver-/entsorgung, Gas, Strom), Wäsche, Kleider etc.

Ältester Treppenbrunnen mit über 3000 Treppen

Auch ist man gegen Unbill nicht gefeit. Von Corona wurden einige aus der Reisegruppe nach Istanbul (auch wir – nicht schlimm) und jetzt andere nach Delhi betroffen. Viele Fahrzeuge hatten ihre „Problemchen“, wir einen Steinschlag in der Frontscheibe und eine Heckleuchte beschädigt, andere defekte Pneus oder Seitenspiegel, Schramme auf Seite, Wechsel Bremsscheiben, Oelwechsel, neue Solarpanels, Batterien bis Dachschäden und Klimagerät weggerissen. Trotzdem bleiben wir munter unterwegs und wirklich Schlimmes ist bisher nicht passiert, auch kein Diebstahl oder Bedrohung.

An die vielen Begegnungen, die einfachen Verhältnisse gewöhnt man sich, hupen haben wir auch gelernt und rasch lernt man aus jeder Situation das Beste zu machen.

Vogelparadies

Unweit unseres Stellplatzes gibt es den Keoladeo-Nationalpark als Vogelparadies. Früher nutzte man dieses Gelände als Jagdgebiet – letzter Leopard 1963. Später wurde es überflutet und zum Vogelschutzgebiet erklärt. Im Mai-Juni ist es ganz trocken, ab August folgt der Monsun. So können Störche etc. hier Pause machen oder überwintern.

Um 7 Uhr fahren wir mit den Tuk-Tuks los, im Park sind wir mit Fahrrad oder -Rikschas unterwegs. Es ist herrlich ruhig, grün und frisch, richtig erholsam.

immer bewusster sieht man verschiedene Vögel

Die Störche ziehen Junge auf.

Taj Mahal – bei Sonnenaufgang

Ja das „weltweit schönste“ Mausoleum Taj Mahal in Agra bei Sonnenaufgang bei bester Gesundheit zu besuchen ist schon ein Glück. Im 17. JH. hat der Mogul für seine Geliebte in 22 Jahren diesen weissen, berühmten und viel besuchten Marmorbau für Ihre „Ewigkeit“ errichtet. Auf der andern Seite des Flusses plante er für sich einen schwarze Marmorbau. Sein Leben nahm einen andern Lauf, da sein Sohn dies unnötig fand und seinen „verwirrten“ Vater im Fort Agra in einem weissen Marmorpalast einsperrte.

Wir mussten um 04.30 im Bus bei Dunkelheit los und konnten ab 6 Uhr den bereits gut besuchten Ort besichtigen. Aktuell sind es sehr viele Inder und wenige Ausländer.

Nach Frühstück folgt der Besuch im Fort Agra

Uns stellen sich schon Fragen: Wie schön vor 400 Jahren gebaut werden konnte und wie knapp es heute Unterhalten werden kann (keine Fontänen, Blumen, keine farbigen Wände mehr, etc.)? Mit Hammer, Meissel und einfachsten Gerüsten/Geräten wird erhalten.


Anreise am Vortag

Vom Vorort in Delhi sind es 200 km bis Bharatpur. Man muss man schon wach sein, wenn man Morgens losfährt: Dieses emsige Leben, diese bunte Lebendigkeit, diese vielen Menschen, Töffs, Fahrzeuge, Tiere und diese vielen kleinen Geschäfte, diese Löcher und „Sauerei“!!! Es ist schwierig diese Eindrücke weiterzugeben, manchmal auch besser wenn ihr nicht alle Gerüche mitbekommt.
Aber es ist interessant, obwohl es fast keine Strassenregeln gibt, funktioniert es einfach und gut, nach dem Motto: Alles fliesst. Jeder Zentimeter wird genutzt und doch wird Rücksicht auf den Andern genommen. Man kann auf der linken oder rechten Seite um die Löcher herum fahren und obwohl Zeit zum Blinken fehlt, berücksichtigt dies der Überholende im Voraus. Keiner stört sich am Gegenverkehr auf einer „Einbahnstrasse“, sondern man weicht geschickt aus und vielleicht ergibt sich daraus die Chance, den Vordermann zu überholen.
Wird zu Hause nicht viel rücksichtsloser gefahren nach dem Motto: Ich habe Recht?

Für Alle hat es Platz
kurzer Video aus Fahrt durch ein Dorf

Während des Monsuns bis September hat es anscheinend viel geregnet. Hier auf 170 m ist alles sehr flach und überall steht das Wasser. Wir lernen, wie wir den Mücken entkommen.

Abends in Bharatpur