Durch eine Oase wandern

Heute wollten wir mit Abdulah in die alte Stadt hinauf wandern. Doch die Bewohner eines langen Flusstales reklamierten. Der junge Weizen brauchte Wasser. So öffnete die Regierung für einige Tage die Schleusen des Stausees und es floss soviel Wasser im Fluss, dass wir die kleine Brücke nicht mehr überqueren konnten.
Seit zwei Jahren hatte es hier nicht mehr geregnet. Dank den Bergen mit Schnee und Regen gab es im Januar für ca. 10 Tage viel Wasser, sonst mangelt es an genügend Wasser für die übliche  Felderbewirtschaftung. Weiter oben gibt es grosse Plantagen für Melonen, Avocados, welche (zu-)viel Wasser benötigen.

Unsere morgendliche Wanderung wurde sehr interessant. Wir begegneten den erntenden Frauen, den Männern für die Bewässerung und lernten mehr über das Leben hier.

Französische Legionäre lebten früher auch über dem Dorf und bauten für sich das Blue Eye, ist heute verfallen. Wegen fehlendem Quellwasser wird heute mit Solarstrom aus über 100 m Tiefe Grundwasser herausgepumpt. Dies funktioniert automatisch am Tag mit der Sonne.

Im grüneren oberen Teil des Wadis kann dank Grundwasser noch vieles angepflanzt werden. Es gibt einen gemeinsamen Bereich, wo die Familien einzelne kleine Parzellen pflegen und grössere Felder von reicheren Personen, welche mit eigenen Dieselpumpen Wasser auf die Felder pumpen.

Das Alfa-Alfagrass wird meist von den Freuen von Hand gerupft, in Säcke gepackt und mit den Eseln, Maultieren nach Hause gebracht zur Fütterung der Tiere (Ziegen, Kühe). Kleine Esel werden bevorzugt, da sie einfacher zum aufsteigen sind.

Alle Leute – Berber – waren sehr freundlich und man konnte mit ihnen lachen, sollte sie aber nicht fotografieren, nur in Absprache.

Wir wurden hier mit feinem Essen, viel Tee, einem Nachtessen nach dem Ramadan mit der Familie, plus Wäsche waschen sehr verwöhnt. Ganz herzlichen Dank!