Gesund und ohne Sorgen zu leben ist ein Privileg. Wir persönlich empfinden es als Luxus, Zeit zu haben und ohne Druck oder Verpflichtung täglich Neues zu Entdecken. Einfach spontan die nächsten Schritte planen, vor Ort zu entscheiden, was und wie lange. Einfach Wahnsinn! Wie vielen ist dies wirklich möglich?
Klar, wir sind auch immer wieder gefordert. Es gilt das „Haus“ und das Fahrzeug zu versorgen; die tägliche Hausarbeit und der Einkauf ist auch zu erledigen. Wir sind wohl frei, wohin uns der Weg führt, aber auch dies gilt es vorzubereiten, sich zu informieren und offen zu sein, falls es anders kommt.
Wir lernen auch, wie wenig es braucht, um glücklich zu sein. Essen, Trinken, Bewegen, täglich duschen und gut schlafen. Wenn man dazu noch immer neues sehen und kennen lernen darf – ist dies nicht Luxus pur??? Wir wünschen Allen eine gute Zeit!
Wir fuhren weiter der Küste nach in den Süden und besuchten die kleinen Küstenstädte, wie Cowell, Arno Bay, Port Neil und Tumby Bay.
Über Land gibt es karge Wüstenböden und daneben viel Getreideanbau. Bereits zu Beginn des 18. JH. wurden diese Gebiete entdeckt und ab 1840 landwirtschaftlich genutzt. Via die Küstenstädte wird das Getreide in alle Länder verschifft. Jetzt ist Erntezeit und viele Lastwagen waren unterwegs.
Die Temperatur war um 20 °C relativ kühl, oft war es bewölkt, windig und es gab sogar etwas Regen. Schwimmen ging nur Martin. Aber für Wanderungen stimmte es. Es hatte fast keine Touristen und so konnten wir in Ruhe dem Meer entlang, durch einen Mangrovenwald wandern.
Es war auch problemlos schöne Spots in freier Natur zum Übernachten zu finden.
Heute sahen wir unterwegs fünf Kängerus, zwei Hasen davonrennen. Über 100 Wildgänse und hunderte Schafe grasten auf den abgeernteten Weizenfeldern. Es gab auch viele Kormorane und Seemöven. Zwei wollten unbedingt den Ausblick von unserem Dach geniessen.
Whyalla ist nicht nur Touristenort, sondern wurde dank Stahl- und Schiffsproduktion in den 1940-er Jahren eine Stadt mit über 30’000 Eiinwohnern. Zu Beginn musste mit Schiffen Trinkwasser heran transportiert werden, später wurde eine, später eine zweite Trinkwasserleitung über hunderte Kilometer erstellt werden.
Wir fuhren weiter südlich ins Landesinnere durch riesige flache Wüstengebiete, Abbau von Eisenerz, später folgten spärliche Weizenfelder bis nach Cowell. Dieses Städtchen an der Küste hat einen eigenen Charme, aber der Campingplatz entsprach nicht unseren Vorstellungen. Also weiter der Küste nach und Hurra – wir fanden eine wilde Sandküste, so wie es uns gefällt. Hier wollten wir rasten.
Schwimmen und endlos der Küste entlang spazieren – Herrlich!
Heute waren wir durch das Barossa – Valley, die Flinders Range und eine riesige Kornkammer in sechs Stunden ans Meer gefahren.
Wir genossen die Fahrt am Morgen durch das Barossa Valley, der bekannten Gegend für Rotweine. Hier hatten sich die Deutschen niedergelassen und erfolgreich Wein angebaut. Alles ist sehr gepflegt und stattliche Häuser und Weingüter zeugen vom Wohlstand.
Australien ist ein grosser Weizenexporteur, wir sahen jetzt warum. Selten gibt es hier viel Wasser.
Auch am Meer war es extrem heiss. Wie ein Föhn blies der Wind mit 44 °C vom Land her. Wir verkrochen uns ins Fahrzeug mit Klimaanlage, aber auch hier war es noch sehr warm. Das Meer hat nur 16° C und einige Urlauber kühlten sich im Wasser ab. Gegen Abend kam starker Wind auf und es kühlte schnell ab. Wir genossen einen herrlichen Abendspaziergang. Dass mit Windwechsel es am andern Tag nur noch 24 °C hat, konnten wir kaum glauben.
Alles braucht seine Zeit und wir waren froh, dass uns die Frontscheibe bereits zum zweiten Male (wieder Steinschlag an der Kante) rasch ersetzt wurde. Aber dieses Mal stimmte die Qualität und wir staunten, was alles kalibriert werden musste. Das Warten nutzten wir zur Quartierbesichtigung.
Nach der langen Zeit in Adelaide wollten wir wieder auf’s Land und recht nah sind die verschiedenen Weingebiete. Also los nach Barossa. an die Martin Street. Das man Wein nur von 10 – 17 Uhr testen kann, merkten wir zu spät. Auch kamen Kollegen in Alkoholkontrollen. Wir begnügten uns somit bei einem super Nachtessen mit grossen Rinderrippen, fein weich im Wein gegart. Die Menge reichte noch für weitere zwei Essen!
Wir waren eine Woche in der Hauptstadt von South Australia. Vieles konnten wir erledigen, von Einkauf, Fahrzeugpflege (neue Pneus, Windschutzscheibe, Waschen) bis zu schönen Erlebnissen. Diese Stadt hat grossen englischen Einfluss, aber ist auch multikulturell mit bis 120 Ethnien.
Stadtgründung 1836. Wir können uns fast nicht vorstellen, wie die Menschen aus England nach so einer langen Schiffsreise und engen Verhältnissen sich so herausputzen konnten.
Alles musste erschaffen und erbaut werden.
An der Küste gibt es viel Tourismus. Zum Glück war aktuell keine Hochsaison.
Wir genossen es, durch den Park in die Stadt zu wandern bei guten Temperaturen und starker Sonne. Adelaide wurde ohne Gefangene mit „ehrenwerten englischen Bürgern“ gegründet und die Demokratie bereits 1854 hochgehalten. Somit konnten die Aborigines zu Beginn mitbestimmen und die Frauen erhielten bereits im 1894 Stimmrecht!!!
Dank den tüchtigen Farmern und der Ausbeutung von Minen wurde hier rasch Reichtum möglich.
Die Gründung geht auf Colonel Light zurück, der im 1836 diesen Ort für Südaustralien bestimmte. Geboren in Penang Malaysia, von einem Engländer mit einer Malaysierin; mit sechs Jahren in die Schule nach England geschickt, erfolgreich in Sprachen und in der Armee, wurde als Explorer bestimmt und mit mehreren Schiffen losgeschickt. Dank seinem Kunststudium und den vielen Reisen in Europa hatte er viel Erfahrung und seine Skizze von der Stadt am Fluss zeugte von seinem Weitblick. Die Aufteilung in den Wohnteil Nordwärts und das Geschäftsviertel Südwärts des Flusses mit einem grossen, grünen Ring (heute Park, damals Wiesen für Kühe) blieb bis heute erhalten und ist weltweit einmalig.
Die Stadt wurde nach der Prinzessin Adelaide benannt, einer jungen Prinzessin von Sachsen, die den alten, englischen Prinz Williams von England, heiratete (später König Wilhelm IV). Obwohl sie nie hier war, wird sie dank Ihrer Grosszügigkeit, dem Engagement für Kinder und Ausbildung sehr verehrt.
Wir hatten das Glück, uns bei einem offiziellen Rundgang durch das Stadthaus, kurzfristig anzuschliessen. Der 93-jährige Glen konnte uns viele Geschichten und Stadtinternas erzählen. Aus dem Ballsaal wurde ein Musiksaal. Auch heute noch werden die diversen Räume für Regierungsgeschäfte und Empfänge genutzt, wie auch vom aktuellen Lord Mayor Martin!
Anschliessend schlenderten wir durch die schöne Stadt, besuchten eine von drei bekannten Universitäten und den grossen Botanic Garden.
Wer hat am Tag schon hunderte von Fledermäusen auf Dutzenden von Bäumen geschehen?
Heute am Sonntag war direkt neben unserem Platz der grosse wöchentliche Farmersmarkt. Eine Halle mit Kleidern, Bildern, Keramik etc., andere mit jeglichem Food und draussen ein schöner Früchte-/Gemüsemarkt. Die kulturelle Vielfalt ist gross, von Swiss Bread, Italienische Würste bis chinesische Küche. Uns gefallen solche Situationen, wo Einheimische einkaufen und es geniessen. Alles ist sauber, die Menschen sind freundlich, ohne Stress und wir spüren viel Engagement.
Von Port Augusta planten wir eigentlich noch einen Halt in Port Pirie. Aber es lief so gut und da Anderntags bereits Freitag war und wir Pneus und Frontscheibe wechseln wollten, fuhren wir durch bis Adelaide an eine schönen Stadt-Campingplatz.
Hier in der Nähe vom Meer wächst sehr viel Weizen und aktuell war Erntezeit.
Hier in dieser grossen Stadt gibt es wieder alles, was das Herz begehrt. Wir hatten schon recht viel Spass im Bunnings, einem riesigen Baumarkt. Was brauchen wir für Weihnachten???
Die Stadt behauptet, die einzige Stadt innerhalb eines grossen Parkrings zu sein.
Von der Wüste in Coober Pedy bis nach Port Augusta ans Meer sind es 570 km. Es gibt lange Strecken durch die flache Wüste ohne Bäume.
Strasse und Eisenbahn kreuzen sich
Interessant war der Mittagshalt am Salzsee. Für uns war dieser „See“ schon riesig, aber auf der Karte (orange) kaum ersichtlich, erkannten wir diese riesigen Dimensionen weiterer Salzseegebiete.
Wir haben nach 5 Stunden Fahrt genug und zweigen kurz ab nach Woomera. Hier fanden Nukleartests statt und ab 1947 wurden Raketen in Kooperation von UK und Australien entwickelt und über der Wüste getestet. Australien brachte als vierte Nation Satelliten ins Weltall. Später kam auch die US-NASA für gewisse Zeit hierher und es lebten bis 3’000 Menschen in Woomera. Bei unserem Besuch war das Städtchen fast ausgestorben. Nur der Verkehr zu einer der grössten Gold-, Silber-, Kupfermine – Olympic Dam Mine – brachte eine gewisse Bewegung. So konnten wir in Ruhe das Museum und die Ausstellungstücke studieren und danach in Ruhe übernachten.
Fast noch interessanter war Len Beadell , der in den 1960er Jahren gangbare „Strassen“ durch die Wüste suchte. Ohne Karten, GPS konnten andere dank seinen Wegzeichen sich durchschlagen. Heruntergefallene Raketenteile wurden aber auch erst in den 1990er Jahren gefunden.
Anderntags war es nicht mehr so weit bis Port Augusta. Langsam gab es wieder mehr Bäume und mehr Verkehr. Unser Ziel war Unterstützung für die ausgefallene Klimaanlage zu erhalten. Eigene Versuche zur Reparatur waren fehlgeschlagen.
Riesige Schafherden
Flinders Range Bergkuppen in der Nähe von Port Augusta
Viele Australier sind self made mens, welche immer am Umbauen/Basteln sind. Kommt es daher, weil viele Firmen überlastet sind und man wochenlang warten muss? Mit viel Hartnäckigkeit schafften wir es in Port Augusta bei der siebten Firma, dass wenigstens ein Blick darauf geworfen wurde. Daraus wurde eine mehrstündige Suche und ein anderer Spezialist, der zuvor abgelehnt hatte, kam seinem Kollegen zu Hilfe. Lange Suche, einfache Ursache: Es war eine Steckverbindung hinter der Wand, welche sich durch Rüttelbewegungen löste. Wir sind froh, dass die Klimaanlage wieder funktioniert. Vielen Dank für das persönliche Engagement des Besitzers mit seinem Sohn.