Coorong Nationalpark

Wir fuhren dem Murrayfluss entlang an die Küste und die Sonne war wieder mit uns. Herrlich, wenn man so campen kann.

Am Vorabend stoppten wir an der Murray Bridge, ein schöner Ort mit hier noch süssem Wasser. Warum nicht hier übernachten?

Der Murray River ist mit 2’400 km wasserreichster Fluss Australiens und fliesst in die Seen Alexandrina und Lake Albert bei Meningie. Hier machten wir halt und beobachteten das Sonntagmorgen-Vergnügen: Bowling.
Schon im 19. JH. wurde innert 20 Jahren mehr Wasser bezogen, als der Fluss zuführte. So floss Meerwasser zurück und heute ist das Wasser salziger als das Meer. Grosse Anstrengungen zur Verbesserung werden unternommen.

Richtung Meer hatte es immer mehr Wasser, Seen und unten am Meer gab es hinter hohen Sanddünen lange Lagunen vermischt mit Flusswasser. Sehr wenig Menschen leben hier. Richtig interessant.

Hier fanden wir unsern Standplatz und genossen einen langen Spaziergang durch die Sanddünen ans Meer.

Gaby kannte als mein Guide nichts und stieg auch steilste Sanddünen hoch.

Für die Aussies gehört Beach Driving über lange Distanzen dazu – Wahnsinn.

Natürlich?

Unser Anliegen sind möglichst freie, ungekünstelte Erlebnisse, möglichst wenig touristisch Aufgeblasenes. Dies ist nicht immer so einfach. Aber kommt Zeit, kommt Rat.

In Campings hat man Komfort, wie Duschen, Toiletten, Grill, etc., meist in guter Qualität, welche wir trotzdem selten benutzen. Dafür lebt man hinter Zäunen und oft nah beieinander. Noch ist keine Saison, und man findet immer Platz. Aber ist dies unser Ziel?

Wir suchen immer wieder direkten Bezug zur Natur möglichst mit Ausblick. Dafür gibt es viele Nationalparks, wo man für wenig Geld oft sehr schön übernachten kann. Man muss die Plätze aber finden.
Manchmal behelfen wir uns auch einfach mit Parkplätzen in Parks, am Strand etc. Oft steht Camping Verbot, aber wir übernachten ja nur. Ist dies Okay?

Wir lieben es, dort aufzutauchen, wo auch die normalen Australier hingehen, z. B. an Samstagen an einen Farmers Markt. Hier gehen viele mit der Familie hin und kaufen frische Waren. Die Preise sind eher hoch, aber die Abwechslung zu den Supermärkten einfach toll.

Dank Internet kann man sich recht gut informieren und immer wieder neu orientieren. Mittels Broschüren und im Dialog mit Mitarbeitern von den Informationscentern kommt man der Sache noch näher. Spannend ist es auch, über spontane Kontakte Tipps zu erhalten.
In Willunga fanden wir den Farmers Market nicht und landeten in einer Sackgasse im Wohnquartier. Ein Hausbesitzer kam uns entgegen und empfahl uns auch die alte Strasse auf den Aussichtshügel zu fahren. Gesagt, getan, aber wo sieht man hinunter? Auch oben beim Weinbauer ging es nicht weiter. Er kratzte sich den Kopf und traute uns eine schlechte Strasse zum Lookout zu. Dies wollten wir uns nicht antun. Also google Lookout … nur um sieben Ecken. Das Problem war, der Lookout war nur von einer Seite der Autobahn erreichbar. Beim dritten Mal hat es geklappt: Weitblick beim Mittagessen in die Reben bis ans Meer.

Vom offiziellen Outlook

Mc Laren Vale

Das Barossa-Weingebiet ist bekannter, aber dieses Weingebiet genossen wir mehr. Man muss sich halt dafür auch Zeit nehmen.

Die Weindörfer sind immer sehr gepflegt und recht wohlhabend. Die vielen Weingüter versuchen sich im Auftritt und mit Ideen zu übertrumpfen.

Wir entschieden uns für Kultur, Essen, Trinken auf dem Weingut d’Arenberg, auf einem Hügel gelegen mit herrlichem Ausblick.

Ein erfolgreiches Winzerpaar hat auch Kunst gesammelt und aktuell gab es eine Dali-Ausstellung.

Gut, wenn man auch über gewisse Kunst schmunzeln kann. Aber schon die Idee mit dem Cube war interessant.

Das allerbeste war jedoch einspontanes feines Mittagessen. Vier Wochen im Voraus anmelden galt für Andere.

500 km stürmische Fahrt

Ja, wenn die Fähre nicht fährt, fahren wir selber.; ist die logische Konsequenz. Dass es auch beim Fahren dabei stürmisch sein kann, war uns zu wenig bewusst.

Zum Trost fuhren wir nochmals für eine Nacht an den White Sand Beach, wo es uns so gefallen hatte. Uns störte es nicht, wenn Meer und Wind miteinander kämpfen. Wir können trotzdem (oder manchmal sogar besser) schlafen.

Anderntags fuhren wir früh los und kamen zügig voran. Gegen Seitenwind reagiert unser MG-Bobil stark und Böen sind nicht voraus berechenbar. Also mussten wir vorsichtiger fahren. Aber dieses Wolkenspiel war herrlich zu beobachten.

In Port Augusta gab es nur Diesel-/Kaffeehalt und weiter ging es bis Port Pirie. Hier wollten wir doch Zeit nehmen für eine Besichtigung mit Mittagsessen. Port Pirie war um 1900 der grösste internationale Hafen von Australien. Von hier wurden Schafe, Weizen, Wolle, Holz, Gold, Kohle, Metalle etc. verschifft. Auch heute wird noch Zink verarbeitet. So hohe Kamine gibt es selten (Schwefel?).

Wir fuhren nicht über die Autobahn, sondern viel über Land und kamen trotzdem rechtzeitig nach Adelaide. Hier konnten wir einkaufen und unseren Standplatz geniessen.

Schade, aber jetzt begann es intensiv Tag/Nacht zu regnen. Wir hatten auf der ganzen Reise zusammen noch nie soviel Regen erlebt. Eine Abwechslung.
Wäsche waschen, Zeit zum Lesen, und so nutzten wir Regenpausen für Einkäufe. Alles gut. Schön, dass es grün und frisch wird.

Schneller mit der Fähre?

Wir fuhren quer durch die Kornkammer bis nach Cowell. Nach diesen 250 km wollten wir auf die Fähre verschiffen, um den Umweg via Port Augusta abzukürzen.

Quer durch das Land gab es unendlich viele Kornfelder; dutzende beladene Lastwagen fuhren an uns vorbei; die Ernte kommt in die Schlussphase. Wir erfuhren, dass die Speicher schon recht voll sind. Daher wurden riesige Hügel in Wannen angelegt und zugedeckt. Wo früher per Zug der Weizen an verschiedene Häfen verschifft wurde, geht heute alles per Lastwagen meist nach Port Lincoln, wo riesige Frachtschiffe beladen werden. 66 Tonnen gehen nach China, nächstes Schiff nach Bali etc. Aber die Kapazitäten reichen nicht für diese riesige Erntemenge. Daher gibt es überall riesige Siloanlagen.

Wir genossen die Pausen für Rundgänge und kurze Besichtigungen. Im „Bauerndorf“ Lock gab es Kaffee und Kontakte, in Cowell Mittagessen mit Rundgang ans Meer.

Frühzeitig Fähre gebucht, erhielten wir Nachmittags eine Meldung: Wegen Sturm fällt die Fähre aus. Also geht nur der 500 km lange Umweg, den wir bereits kennen.

Streaky Bay

Wir machten einen Tagesausflug weiter der Küste nach in den Norden bis Streaky Beach. Diese Stadt hat 1’000 Einwohner, mehrere Einkaufsläden und Kaffee’s an einem schönen Strand. Eine schöne Abwechslung.

Zum Mittagessen fahren wir an einen riesigen Sandstrand. Die Gravelroad ist auch hier super zu fahren.

Retour an der Venus Bay knipst Gaby mit Inbrunst Pelikane.

Venus Bay

Welche Vorstellungen löst diese Wortwahl aus?
Wer kommt auf so einen Namen?
Wir wollten bis dorthin hochfahren. Es ist ein riesiger Salzsee (fast Grösse des Bodensees) mit Meeranschluss. Hier fuhr das Schiff Venus 1821 auf ein Riff.

Die Nacht war auf unserem Ausblick recht stürmisch. Trotzdem schliefen wir gut. Wir geniessen diese Atmosphäre; ganz allein in freier Natur. Das Meer mit seiner Kraft lässt einen fast nicht los. Uns erstaunten die vielen korallenartigen Steine mit einem Loch.

Erst nach dem herrlichen Spaziergang fuhren wir Richtung Venus Bay. Es hatte sehr wenig Verkehr bei langen geraden Strassen und trotzdem fuhren wir zum ersten Mal in Australien an einem Unfall mit zwei PW-Totalschäden vorbei.
Vorher hüpfte uns ein Känguru über die Strasse – wir haben bisher immer viel Glück gehabt.

Hier genossen wir den Ausblick und einen Rundgang zum Meer der Felsenküste entlang. Diese vielen Buchten, Höhlen und Felsabbrüche – aber Achtung!

Wilde Steilküsten

Wir fuhren der Westküste hinauf bis Elliston und machten verschiedene Abzweiger. Es war windig und rauh am indischen Ozean – richtig herrlich – unsere Übernachtung.

Erster Halt war am Cummings Lookout. Wir sind die letzten 500 m hochgestiegen, wollten wir doch nicht das Fahrzeug stressen. Dafür konnten wir den Ausblick richtig geniessen.

Beim Locks Well gab es den Weitblick ins Meer zum Mittagessen. Danach ging es weiter durch Weizenfelder, Wüste, an Salzseen vorbei bis Elliston, einer kleinen Hafenstadt. Hier entschieden wir uns, nicht im Dorfcamping, sondern auf einer Felsenkuppe zu übernachten. Ganz allein für uns mit schaukeln im Wind!!!

Oysters in Coffin Bay

Von Port Lincoln, einer grösseren Hafenstadt auf der Ostseite sind es nur wenige Kilometer an die Westküste mit Coffin Bay, einem Oysters- und Touristenort mit 600 Einwohnern. Hier gibt es viele schöne Wohn- und Ferienhäuser an der Meeresbucht, mit weiteren grossen Buchten bis zum offenen Meer.

Um 1802 von Flinders entdeckt wurden hier später Schafe gezüchtet und sehr intensiv gefischt, daher der Name auch fisherman’s paradise. Erst viel später in den 1950-er Jahren kam die Oyster-Goldgräberstimmung auf. In wenigen Jahren wurden tonnenweise langjährige Austern vom Meer leergefischt und nach Adelaide (in alle Welt) verschifft. Es brauchte mehrere Jahre und viele Versuche bis 1969 pazifische Austern von Tasmanien und Japan hier erfolgreich gezüchtet werden konnten. Zuerst in der ersten Bucht rechts, später in der Mitte und heute viel weiter draussen (Pfeil), wo die Meeresströmung intensiver ist.

Wir machten den Oysters Walk der Küste entlang, genossen den Besuch von zehn Kängurus vor unserm Wohnmobil Abends.

Anderntags unternahmen wir eine Bootstour 15 km hinaus zur Oysternzucht. Spannend, was es alles braucht bis nach 18 Monaten erste Ernten eingefahren werden können.

Gaby wollte immer frische Oystern essen. Geht es noch frischer, Oystern direkt aus dem Meer, vor Ort zubereitet zu geniessen?

Auf der Rückfahrt konnten wir Delfine und Seehunde ganz nah beobachten – eindrücklich!

Lincoln Nationalpark

Im südlichsten Teil von Eyre Peninsula ist Port Lincoln mit dem ältesten Nationalpark von Südaustralien (seit 1941).

Wir informierten und versorgten uns in dieser wohlsituierten Stadt mit 15’000 Einwohnern (Getreideexport, Fischfang, Tourismus) und entschieden uns für zwei Tage auf die NP-Halbinsel hinaus zu fahren. Erstaunlich, wie gut die Strassen sind. Erst ganz draussen folgt eine breite Gravelroad.

Die erste Nacht verbrachten wir in einer Bucht Surfleet Cove. Dieser Campground bot uns Wanderungen entlang der Küste und hinauf auf den Stamford Hill. Herrlich, bei guten Temperaturen ganz alleine zu wandern. Die 8 km auf den Hügel und retour trafen wir keine anderen Wanderer.

Unser Nachmittagsspaziergang an den Spalding Cove

Am zweiten Tag fuhren wir ganz hinaus bis zum Leuchtturm Cape Donington Lighthouse. Die Granitfelsen haben den Meeresstürmen getrotzt. In der Nähe ist der September Beach, ein Traum. Ganz für uns ein herrlicher Strand. Martin hat schon lange nicht mehr so schönes, sauberes Meerwasser erlebt – unbeschreiblich, dieses Blau und diese Klarheit.