Mesopotamien – vom Tigris bis zum Euphrat

Weiter fuhren wir über dieses sehr früh besiedelte Gebiet nach Sanliurfa, über den Euphrat bis nach Gaziantep. Anfänglich wurde viel Weizen angebaut, danach folgten Maulbeer- und Olivenbäume.

In Sanliurfa besichtigten wir nicht nur das Mosaikmuseum, sondern auch das historische Museum. Schon spannend, was nach über 12‘000 Jahren immer noch zu sehen war, wie sie gelebt hatten und wie früh schon die Spezialisierung im Handwerk begann. Die verschiedenen Zeitalter von Neolith 10’000 BC über Töpfer-, Bronze-, Eisen-Zeit, von Griechen bis Römer wurden gut dargestellt.

Wir reisen weiter, wie früher die Karawane

vor 12‘000 Jahren lebten hier Menschen!!!

Wir fuhren durch sehr früh besiedeltes Gebiet in Nord-Mesopotamien. Bereits vor der Ägyptischen Pyramide und Stone Hedge wurden hier tempelartige bis 3 m hohe Steelen errichtet und mit Figuren verziert.

schönes Gelände mit viel Geschichte

Früh am Morgen verliessen wir die rasch ausgebaute „Kurdenstadt“ (40 % Wachstum seit 2008) und fuhren durch sehr steiniges. leicht hügeliges Gelände. Teilweise wurden die grossen Steine aufgesammelt und zu Mauern aufgetürmt, dass danach Weizen angepflanzt werden konnte. Ansonsten mussten sich die Schafe mit dem heute kargen Boden zufrieden geben.

In Göbeklitepe, einem erst seit 1995 bekannten Ausgrabungsort machten wir einen Halt. Wir lernten, dass nach der letzten Eiszeit bereits Jäger hierher wanderten, dabei ihre Höhlen verliessen und dank den wärmeren Temperaturen zeitweise Sesshaft wurden. Um 9’000 BC entstanden Siedlungen und erste „heilige“ Stätten wurden errichtet. Erstaunlich, wie sie damals bereits drei Meter hohe Steinsteelen mit Tierfiguren bearbeiten und errichten konnten.

Modell, wie es damals hätte aussehen können.

Uns gefiel es hier und so wollten wir in diesem Gebiet übernachten. Mit dem MG-Bobil erklammen wir einen Hügel, genossen die Aussicht, unser Mittagessen und die mit 22 °C angenehmen Temperaturen. So schön kann Reisen sein!

weiter auf der Seidenstrasse westwärts

In zwei Etappen fuhren wir weiter westlich auf der Seidenstrasse Richtung Meer.

Idee unserer Route bis Antalya

Wir fuhren dem See entlang, freuten uns über die schöne Sicht in die Schneeberge und konnten die sehr alte armenische Kirche auf einer kleinen Insel von Ferne sehen. Danach ging es in die Berge und lange ein Tal hinunter bis zur Malabadi Brücke.

Wir übernachteten hier bei der höchsten alten Bogenbrücke aus dem 11. JH.. Fest auf Felsen gebaut, hatte sie einige Erdbeben und Kriege überlebt. Das Erlebnis, direkt am Wahrzeichen Mitten in diesem Dorf zu übernachten ist dank Wohnmobil einfach möglich.

Anderntags fuhren wir über *biblisches Gebiet“ mit sanften Hügeln und sehr viel Weizenanbau bis nach Diyarbakir einer vor Christus erbauten Festungsstadt am Tigris. Die Römer erweiterten 349 AC die Stadtmauern. Durch das Flusstal geschützt und mit riesigen Ringmauern aus Basaltstein umgeben war es ein Bollwerk gegen die Perser.
Neu flüchteten viele Kurden aus Syrien hierher und inzwischen ist die Stadt bis auf eine Mio. Einwohner gewachsen.

Wir schlenderten mehrmals durch diese Altstadt und über die Mauern, welche bei einem Erdbeben 2023 stark beschädigt wurden. Alt und neu, Armenische Kirchen und Moscheen, bunter Basar und unterschiedliche Menschen – hier lebt ein buntes Gemisch miteinander.

Uns gefielen neben der alten Kultur auch die vielen engen Gassen, wo auch Kinder spielten.

Van – grösster „Soda“-See

Von der ersten türkischen Grenzstadt Dogubayaznt fuhren wie weiter südwestlich nach Van. Diese Stadt erlebte 2011 ein grosses Erdbeben und wurde neu aufgebaut. Wir besuchten das neue, riesige Museum. Über die Geschichte Zentralasiens mit Besiedlung von Steinzeitmenschen bereits ab 5‘000 BC bis in die Neuzeit gab es sehr viele gut erhaltene Stücke. Besonders beeindruckend waren die Steinsteelen ab dem 5. JH. BC aus Kalkstein..

Die Stadt wurde bereits im 9. JH. BC auf dem Berg errichtet. Viel Handel, Bronze und Eisenverarbeitung brachte Erfolg. Auch früh wurde bereits über Kanäle bewässert.

Modell: Links Palast, Rechts ummauerte Stadt

Die Stadt liegt am Vansee. Dies ist ein riesiger, 500 m tiefer Binnensee ohne Abfluss, welcher von vulkanischem Gestein beeinflusst wird. Hier fanden wir auf einer Flussmündung einen wunderbaren Platz, wo wir zwei Nächte blieben.

Umgeben von frisch verschneiten Schneebergen (nach intensivem Regen) genossen wir die herrliche Aussicht, schöne Spaziergänge und das bearbeiten von Fotos und der Webseiten.

Zur Grenze bis zum Palast

Morgens früh fuhren wir 20 km bis zur Grenze. Um Schmuggel aus Iran zu unterbinden, mussten wir einen vollen Dieseltank zu Türkischen Preisen verzollen. Ansonsten war die Ausreise recht einfach, die Einreise wurde wegen Schichtwechsel in der Türkei etwas verzögert. Alles wurde kontrolliert, aber verglichen zu den vielen Lastwagen welche auch teilweise drei Tage am Zoll warten müssen, waren unsere gut zwei Stunden sehr erträglich. Erst an solchen Übergängen wird einem bewusst, was die europäische Zollunion für Vorteile bietet.
Iran importiert auch wieder Lastwagen jünger als drei Jahre aus Europa. Wir sahen Hunderte, welche bis 4 Monate für die Verzollung warten müssen.

So kamen wir um die Mittagszeit in die Grenzstadt Dogubayazit und konnten einfach an einer Tankstelle LPG-Gas für die Küche tanken, SIM-Karten lösen und Geld wechseln, normales Brot kaufen etc.. Das Bezahlen mit Kreditkarten war auch wieder möglich – welche Vereinfachungen!

Nach dem Stadtbummel entschieden wir uns zum nahegelegenen Palast aus dem 18. JH. auf dem Hügel zu fahren und später dort einfach zu übernachten. Spannend wieviele Einheimische diesen Aussichtspunkt besuchten.

Ob das den Haremsdamen trotz super Ausblick auch so gefallen hatte wie uns?

lange Fahrt über Berge nach Georgien

Einem herrlichen frühen Frühstück folgt eine sehr lange Fahrt durch eine bergige Landschaft. So viele Tunnels und anfangs eine 4-spurige Autostrasse über 350 km und so lange Stauseen – alles einfach viel grösser.

1-2 h wurden für den Grenzübergang Türkei-Georgien geplant, effektiv wurden es 3 h. Die Grenzpolizisten lieferten dabei eine riesen Debatte, wer wirklich schuld war. Die effektive Abfertigung erfolgte dabei sehr rasch, professionell und problemlos.
Danach folgte noch eine 2-stündige Fahrt durch Batumi für nur 34 km – welches Gewusel – schon fast Indien! Hier ist die Bevölkerung Orthodox und man sieht nur wenige Verhüllte.

Super Abend in der Türkei

Heute ist letzter Abend in der Türkei. Wir übernachten auf über 2100 m in freier Natur mit Blick auf einen schönen blauen Stausee. Es war eine > 6 h Fahrt über 530 km immer zwischen 1000-2300 m ü.M über viele Berge und einige Pässe. Herrlich bei so wenig Verkehr fahren zu können. Den Euphrat überquerten wir und am Murat (Schwarzer Fluss) haben wir gut gegessen.

Beeindruckt sind wir von den vielen vierspurigen guten Strassen mit Brücken, modernen Tunneln und dem riesigen Effort, die letzten Stücke fertigzustellen. Diesen Power kennen wir zu Hause nicht.

Zwischen den 1000-den blauen Disteln ist Martin bis an den See hinunter gewandert und hat ein herrliches Bad genossen – welche Entspannung bei ca. 22° Wasser- und 29° Lufttemperatur.

herrlicher Ausblick

Fast jeden Abend gibt es eine Instruktion für den nächsten Tag und meistens etwas zum Feiern. Eine tolle Reisegruppe. Aber am Morgen reisen wir bereits früh los an die Grenze zu Georgien.

Neues Erlebnis – Doktorfische

Früh nach weiterem Erlebnis Sonnenaufgang in Kappadokien fuhren wir los. 350 anspruchsvolle km standen auf dem Programm.

Erlebnis Sonnenaufgang – Martin von 100 Ballonen umrundet

Kayseri im Hochtal vor dem höchsten Vulkan > 3000 m ist heute eine industrielle Grossstadt mit 2 Mio. Einwohnern, vor 30 Jahren war sie nur einen Drittel so gross. Diese vielen hohen Häuser sind anscheinend in und gebaut wird weiter wie verrückt – fast nicht vorstellbar für wen und wozu.

Wir selber geniessen die Landschaft und lieber kleinere Städte.
Supermärkte sehen sich doch immer ähnlicher.

Diese riesigen Kornfelder auf unserem langen Weg sind ein Thema. Unten ist fertig geerntet, in höheren Lagen sind sie noch intensiv dran. Trotzdem soll die Türkei zusätzlich Getreide importieren.

Ganz speziell wurde es Abends. Wir kamen zu einer grünen Oase – einer Thermalquelle für Hautkrankheiten. Bei der Ankunft Nachmittags noch heiss, wurde es Abends angenehm und wir genossen 1.5 h lang warmes, sauberes weiches Wasser in speziellem Pool für uns (sonst sind Männer/Frauen getrennt) – plus „Doktorfische“. Dass bis zu 50 Fische (Miniwels?) an einem herum knappern, an das muss man sich gewöhnen- wird zur Wohltat. Das Kichern von Gaby zu Beginn vergesse ich nie. Leider gibt es darüber keine Fotos/Film.

Lernen mit der Situation umzugehen

Schon immer lernten Menschen, Tiere und Natur sich der Situation anzupassen. Auch wir werden entsprechend gefordert. Aktuell das Schwierigste ist für uns nur das Internet, praktisch immer fast nicht brauchbar. Somit komme ich mit meiner Fotobearbeitung und dem Festhalten des Wichtigsten gar nicht nach.

Am Dienstag noch in Istanbul, danach zwei unterschiedliche Nächte am Schwarzen Meer und eine lange Fahrt durch waldige Berge, Schluchten bis 1500 m und über die trockene Hochebene von Anatolien mit sehr viel Weizenanbau.

Schon 3000 v. Ch. gab es in Hattuscha Hochkulturen. Sogar einen „Friedens-„Vertrag mit Ramses II von Ägypten wurde abgeschlossen.
Jetzt sind wir in Kappadokien, berühmt wegen seinen Felsenhöhlen. Um die stark schwankenden Temperaturen (So/Wi) besser auszuhalten, haben die Menschen Felsenhöhlen gebaut. An solchen Orten hat es wie in Istanbul viele Touristen, ansonsten waren wir fast allein.