Apulien – Südspitze

Von Lecce war die Fahrt nicht mehr weit bis an die Südspitze Apulien’s. Santa Maria di Leuca ist eine schöne Hafenstadt und der Blick vom Leuchtturm war sehr eindrucksvoll.

Wir fuhren weiter zu einen weissen Sandstrand an die Westküste. Dabei wurden wir überrascht mit dem „grössten Camping Europas“. In Spitzenzeiten gibt es hier  bis 5’000 Gäste und über 1’000 Camperplätze, plus Bungalows etc. Wie in einem Dorf ist alles vorhanden und sehr gut organisiert. Hier lernten wir  auch Mara kennen, eine Schweizerin, die schon sechs Jahre hier arbeitet.
Dank alten Pinien gibt es viel Schatten und die Zugänge gehen über die Dünen ans flache Meer mit einem riesigem Sandstrand. Herrlich, ruhig und interessant genug, hier drei Tage das Strandfeeling zu leben. Die riesigen Distanzen erlebten wir erst, als wir den grossen Waschsalon in 1 km Distanz suchten – in Mittagshitze bei 28 °C und viel Sonne. Gut, so nutzten wir wieder einmal unser Fahrrad.

So eine riesige Anlage haben wir noch nie erlebt. Wer findet uns im Sektor 2 auf Platz 114?

Barockes Lecce

Nach einem Strandtag fuhren wir südlich nach der barocken Stadt Lecce. Herrlich, was nach dem dunklen Mittelalter für überschwengliche Kirchenkunst entstand.

Für eine Nacht war unser Camping kombiniert mit einem Hotel am Meer für 2’000 Personen und 90 Standplätzen! Viel Komfort wurde geboten. Wir waren jedoch froh, dass die richtige Saison erst ab Mitte Juni beginnt und es somit noch sehr leer und ruhig war.

In der Stadt Lecce übernachteten wir in einem Hotel in Spazierdistanz zur Altstadt. Dies war eine gute Idee, wurde es doch bis 33 °C heiss. Diese Stadt bereits BC gegründet hatte ihre Hochblüte im 17. JH. Herrlich diese vielen alten Sandsteinhäuser an engen Gassen. Interessant, dass Sie auch noch nach 3 JH. immer noch lebt, wenn auch schwierig für die vielen Fahrzeuge.

Uns gefiel dieses Ambiente hier, sei es beim Kaffee, Essen, bei Einkauf oder Kunst. Zeit haben/nehmen und einige der vielen Kirchen zu besuchen war unser „Luxus“. Lecce, eine Stadt mit vielen Eindrücken.

Trulli – Steinhäuser

Ein cleverer Graf fand im 17. JH. eine Lösung, wie er mit 40 Familien die aufwändige Steuer umgehen konnte: Sie bauten „mobile“ runde Steinhäuser – Trulli. Es sind dicke aufgeschichtete Wände und Decken ohne Mörtel, im Sommer kühl und im Winter mit Abgabe der Wärme.

Heute ist Alberobello Weltkulturerbe und entsprechend sehr stark besucht. Wir waren überrascht, wieviele Besucher es gab. Da wir vor Ort übernachten konnten, waren wir froh, diese Altstadt auch am späteren Abend und frühen Morgen in Ruhe geniessen zu können.

So wurde auch ein Überflug möglich.

Italien – lebendiges Bari

Wir erlebten immer wieder, wie Grenzen andere Kulturen ermöglichen. Hier in Italien ist es noch reicher, organisierter und mit anderem Ambiente als in Griechenland.
Uns war nicht bewusst, dass wir den Ankunftstermin  auf ihren Nationalfeiertag fixierten. Parkieren auch nah bei der Altstadt wurde gratis und selbstverständlich genossen viele Italiener das verlängerte Wochenende auch in Bari. So eine  lebendige Altstadt bis zur Hochzeit in der Kathedrale!

Auf unserer Fähre erkannten wir bereits den orthodoxen Priester. Zum zweiten Mal trafen wir ihn bei Gesang und Gebet mit einer Reisegruppe aus dem Osten in der Krypta, später Draussen und beim Mittagessen. Sie verehren den Sankt Nikolas.

Spannend fanden wir auch die geplante Hochzeit neben den vielen Touristen in der Kathedrale. Der Bräutigam mit Familie musste lange auf die Braut warten, bis sie aus einem weissen Maserati ausstieg. Mit stolzem Vater schritten sie den langen Weg zum Altar.

Selbstverständlich hatten wir uns auch bei Sankt Nikolas bedankt.

Es gab genügend weitere Kirchen und Museen, aber alles kann man nicht aufnehmen.

Wir fuhren frühzeitig aus der Stadt und staunten, wieviele Italiener überall auf den Felsen am Meer „lagerten“. Wo sie irgendwie parken konnten, stiegen sie aus und gingen ans Meer. Viva Italia.

17 h Fährfahrt bis Bari

Patras besuchten wir bereits vor einer Woche und so wurde das Parken und der Fussweg in die Stadt einfach. Nach gutem Mittagessen und Packen kamen wir problemlos auf die riesige Fähre. Wir staunten, mit welcher Präzision die Fahrzeuge auf den zwei Schiffsdecks parkiert wurden. Bei den Lastwagen ging es um Zentimeter (Spiegel einklappen) und vor dem nächsten Lastwagen musste der Chauffeur bereits aussteigen, da sonst nicht mehr möglich.

Wir waren sehr zufrieden mit unserer Eckkabine; zuvorderst unter der Steuerzentrale mit Blick nach vorne und verbrachten eine ruhige Nacht.
Dafür begrüssten wir Italien bereits wieder munter und nicht so verschlafen wie „die Jungen“ auf ihren Sesseln. Dank EU kamen wir ohne Zollkontrolle rasch in die Stadt Bari.

Korinth bis Patras

Wir fuhren der steilen Meeresküste entlang bis zu der fruchtbaren Ebene von Korinth. Hier gab es nicht nur den Kanal, sondern auch schöne Ausgrabungen zu besichtigen.

Von unserem Camperstop konnten wir zu Fuss ins Antike Korinth hochsteigen. Die Römer besiegten hier die Griechen und zerstörten alles. Erst später unter Cäsar entstand eine neue Hochblüte an dieser wunderbaren Lage zwischen Berg, fruchtbarer Ebene und Meer.

Am andern Tag besuchten wir den Kanal von Korinth, welcher bereits Ende des 19. JH. mit einfachsten Mitteln gegraben wurde. Heute nur noch genutzt für Touristen-, Motor- und Segelbote ist der Blick von der Brücke eine grosse Touristenattraktion.

Die Fahrt bis Patras auf einer neuen Autobahn war sehr eindrücklich. Im Bau ist auch eine Eisenbahn. Zwischen Bergen und Meer gab es viele Dörfer und fruchtbare Felder.

ans Myrtoische Meer

Von Monomvasia fuhren wir zuerst der steilen Küste entlang, danach in vielen Kurven bis 900 m und wieder in Serpentinen hinunter an die Ostküste, genannt Myrtoisches Meer.

Ein lohnender Zwischenstop mit langem Drohnenflug.

Ostwärts bis Monemvasia

Dank einem Tipp wollten wir weiter südostwärts bis Gefyra mit der 200 m hohen Insel Monemvasia. Zuerst fuhren wir der Küste nach, dann über eine flache sehr fruchtbare Ebene mit vielen Orangenbäumen, dann über Hügel an die Küste.

Anstelle einer Morgenwanderung auf die 198 m hohe Halbinsel zu unternehmen, genügt uns ein Drohnenflug auf die schöne Halbinsel.

Sparta – Mystras

Wunderbar, wenn man ausgeruht die schöne Bergstrecke nach Sparta fahren kann. Dann wird die Fahrt über den 1’300 m Pass zum Genuss.

Sparta ursprünglich sehr alt wurde im Mittelalter verlassen und Mystras auf einem sehr steilen Hügel zur höheren Sicherheit besiedelt.  Von der Burg geht es 300 Höhenmeter in steilen Wegen hinunter (und wieder hinauf). Wir verzichteten um die Mittagszeit auf diesen Besuch und waren zufrieden, einen guten Eindruck in deren Nähe zu erhalten.

So konnten wir wieder an die Küste fahren und den Strand geniessen.

Alles einfach?

Alles fix zu planen ist nicht nötig. Klar, die Fähre von Patras nach Bari, Italien buchten wir im Voraus auf kommenden Sonntag. Ansonsten zeichnen wir uns den Weg mit Stationen ein, wissen aber nicht immer genau, ob es dann passt.

unsere Reise auf dem Peloponnes

Den heutigen Morgen genossen wir noch am Meer und fuhren später als üblich los Richtung Kalamata mit Flughafen und 40’000 Einwohnern. Bereits am Zwischenstopp im kleinen Koroni genossen wir den Fischerhafen und das Mittagessen am Meer.

Nach dem Einkauf wollten wir den einzigen Campingplatz in Kalamata aufsuchen.  Welche Enttäuschung, nur noch ein Platz mitten im Gewusel  war frei – Nein – da machen wir nicht mit!
Aktuell herrscht eine grosse Verunsicherung, wo man noch stehen darf. Immer noch gilt das Gesetz von 1976, welches ganz neu interpretiert wird und „wildes Campen“ mit Bussen von 300-500 CHF geahndet wird.  Auch wir probierten schon an verschiedenen Standorten und fragten nach. Weder Tavernenwirt, noch Polizei können klare Aussagen machen, ob wirklich erlaubt oder ob man es drauf abkommen lassen will. Schade, so macht es keinen Spass. Die nächsten Campingplätze wären 40-60 Minuten weiter weg!

Wir entschieden unseren Weg Richtung Sparta weiter zu fahren und parkten in den Bergen. Richtig schön und erholsam.