Die Abgabe des Fahrzeugs in Heraklion nach den ersten 500 km und der Flug nach Thessaloniki verlief problemlos, ebenso der Wiederbezug unseres MG-Bobils. Schön, wieder in der eigenen Stube mit allem Komfort zu sein.
Abschied von Heraklion
Ankunft in Thessaloniki
Am Meer übernachten
Am andern Tag wurden die Vorderreifen ersetzt. Toll, wie der Familienbetrieb arbeitete.
Wegen regnerischer Wettervorhersage fuhren wir nicht mehr südlich auf die mittlere Halbinsel von Thessaloniki, sondern direkt um die grosse Stadt rund 300 km Richtung Peloponnes. Die Fahrt über grüne, bewaldete z.T. steile bis 2’000 m hohe Berge erinnerte uns an den Tessin. Die Autobahn war super mit extrem vielen Tunnels. So kamen wir nach Ioannina am grossen Pamvotida See. Hier trafen wir einige Westschweizer.
Wir erlebten eine wechselhafte Woche auf Kreta. Das Wetter änderte sich sehr schnell, von kühl mit Böen bis zu sehr heiss mit Saharawind. Das griechische Wetter mit Sonne und blauem Meer fehlte zeitweise.
Trotzdem war es erholsam und abwechslungsreich. Wir fuhren auch der Küste nach und in die Berge. Anbei einige Eindrücke, inkl. Videos von oben.
Terminlich günstig, flogen wir von Thessaloniki zu Gaby’s Freundin auf die Insel Kreta. Am Flughafen nahmen wir ein nigelnagelneues Fahrzeug in Empfang und fuhren in fast zwei Stunden östlich nach Mochlos. Hier bekamen wir im „Adlerhorst“ ein wunderbares Appartement und konnten uns richtig auf eine Woche Ferien umstellen. Herrlich, jeden Morgen baden und Land und Leute mit Insidern kennen lernen.
Am Sonntag Morgen verschifften wir mit der Fähre von der Insel Thassos retour auf das Festland. Herrlich, den Möwen bei ihren Flugkünsten zuzuschauen.
Abschied am Abend
Fährenfart am Morgen
Abschide von Thassos
Möwen beobachten
Ankunft in Keramoti
Blick zurück
Nach einem Zwischenhalt am Meer fuhren wir weiter bis Thessaloniki. Hier galt es zwei Wasserhahnen, eine Pumpe, unsere Schuhe zu ersetzen und uns für den Flug nach Kreta vorzubereiten.
Hier auf dieser Insel Thassos gefiel es uns sehr. Und so planten wir eine Rundreise um die Insel in vierTagen.
von Türkischer Grenze bis Thassos, Rundreise in orange.
Aktuell ist noch Vorsaison, aber bereits viele Bulgaren und Rumänen mit super Autos fuhren hierher! Auch sie geniessen die Wärme, viel Sonne, alles ist noch grün und dieses herrliche blaue Meer! An der Sonne war es warm, aber noch nicht heiss. Im sauberen, klaren Wasser mit 16-18 °C schwamm bisher nur Martin. Die Campings waren noch geschlossen und starten ab Mitte Mai. Dafür konnte man noch überall stehen bleiben und dies genossen wir sehr. Immer direkt am Meer ganz für uns.
2 x Standplatz Prinou
Standplatz Golden Beach
Standplatz Pefkari
Anbei einige Eindrücke.
Orthodoxe Mönche von der Insel mit Berg Athos kamen früh hierher und die bis 800 jährigen, eindrücklichen Olivenbäume werden immer noch gepflegt und tragen Früchte.
Bei derLagune von Giola Lagune oder das Auge der Aphrodite genossen wir auch die Sicht von oben.
Wir kamen relativ spät mit der Fähre auf der Insel Thassos an. Verschiedene Campingplätze waren auf der Karte eingetragen, aber sie hatten noch nicht geöffnet. Nach einer Fahrt durch sehr alte Olivenhaine kamen wir zu einem Beach, wo wir stehen konnten – einfach herrlich.
mit Meeresrauschen einschlafen
Spazieren am Strand
Am andern Morgen spazierten wir in die kleine Hafenstadt Prinou. Nach einigen Umfragen fanden wir gutes Wasser und alles war gut. Wir starteten unsere Rundreise um die Insel, assen fein griechisch in Thassos und landeten am Golden Beach mit feinem Sand.
Auch die Griechen feiern den 1. Mai, wir auf unsere Art.
Uns überraschte der Kulturwechsel von der Türkei nach Griechenland. Noch ähnlichen Landschaften, aber andere Menschen, anderer Glauben bis andere Strassen, Läden (sogar Lidl) und viel sauberer. Hier fühlten wir uns rasch viel wohler und willkommener.
Blick von der Fähre auf Kalava
Vom Hotel in Alexandroupoli fuhren wir an den Vistonida See mit dem St. Nikolaus Kloster. Welche Ruhe, welcher Frieden und ein so ein freundlicher Mönch. Es machte richtig Freude auch ein Bild von Saint George zu kaufen.
Abschied vom Hotel
via Stege verbunden
zwei Inseln im See
Wir machten einen Zwischenhalt in der Altstadt von Xanthi am Berg und fuhren um die Seelagune nach Kavala. Vorher besichtigten wir ein Camping am Meer, das und nicht zusagte. Was nun? Spontan und etwas unvorbereitet, entschieden wir uns mit der Fähre auf die Insel Thassos zu verschiffen. Ein guter Entscheid, wie sich später herausstellte.
Auf die Fähre nach Thassos
Ankunft in Prinou
Und das Beste, wir hatten mit Starlink endlich wieder problemlosen Empfang via Satelliten. Seit Neuseeland kämpften wir mit dem Internet, mal mehr mal weniger. Es brauchte immer wieder viel Geduld. Schön, dass auch auf das Internet ohne Einschränkungen zugegriffen werden kann.
Wir fuhren dem Marmarameer nördlich entlang bis zur Brücke 1915 und danach westlich 120 km bis zur Grenze nach Griechenland.
Diese Brücke mit der „grössten“ Spannweite von 2023m nimmt Bezug auf die Hundertjahrfeier zur Gründung der Türkei von 1923. Sie wurde in einem Konsortium mit Südkorea in fünf Jahren gebaut und am 18.3. 2022 eröffnet (318 m Pylonen). Also mit viel Symbolik, wurden hier 1915 erste Schiffe der Briten und Franzosen versenkt und am 25.3. starteten die Alliierten einen Angriff auf Gallipoli.
aus südlicher Richtung
aus nördlicher Richtung
Wir genossen diesen windigen Tag mit schönen Ausblicken.
Das Bauwerk ist insgesamt 5169 Meter lang und besteht aus einer 3869 Meter langen Hängebrücke in der Mitte und zwei 525 und 775 Meter langen Balkenbrücken als Rampen an den Seiten. Die Hängebrücke besitzt eine Spannweite von 2023 Metern zwischen den 318 Meter hohen Pylonen und jeweils 923 Metern außen. Der Fahrbahnträger der Brücke ist 36 Meter breit und bietet Platz für drei Fahrstreifen pro Richtung.
Wir waren früh dran und entschieden uns doch den Grenzübertritt zu wagen. Wegen zu langer Anwesenheit des Fahrzeugs (3 Mt. erlaubt, am Zoll unsere CH-Ausreise gemeldet) und „nicht bezahlter 6 CHF Autobahngebühr (es gab keine Zahlstelle) dauerte die Ausreise 2 h. Soviel Bürokratie???
Der Empfang in Griechenland war ganz anders und wir wollten uns in einem Hotel entspannen. Dies war eine gute Idee.
Wir erlebten verschiedene Stürme auf der Halbinsel Gallipoli, einmal natürlich mit Wind und Böen und andererseits mit grossen geschichtlichen Auswirkungen.
Marmara-Meer mit zwei Übergängen, Fähre und in der Ferne die neue Hängebrücke
Von Canakkale wählten wir die halbstündige Fahrt mit der Fähre, um vom Asiatischen auf den Europäischen Kontinent zu wechseln. Windig war es schon eine längere Zeit, trotzdem verlief die Fahrt problemlos. Der Sturm mit Böen kam erst später und die Wellen schlugen am Kai empor.
Wir sind auf der Fähre
verlassen Canakkale
kreuzen mit Transportschiffen
Ade asiat. Kontinent
und schon kommt der Europ. Kontinent
wir kommen in Ecebat an
Halt, Entscheid südlich zu fahren
Blick zurück
Wellen schlagen am Kai empor
Wir entschieden uns, auf dieser Halbinsel zu verweilen und Richtung Südspitze zu fahren. Es gab viele Burgen, Monumente, Besucher und uns wurde der Geschichtsträchtige Gedenkort bewusst. Zitat:
Die alliierten Streitkräfte (vor allem Grossbritannien, Frankreich, Australien und Neuseeland – die sogenannten ANZAC-Truppen) landeten auf der Gallipoli-Halbinsel, um die Dardanellen zu erobern und einen Seeweg nach Russland freizumachen.
Das Osmanische Reich, unter anderem mit Kommandanten wie Mustafa Kemal (später Atatürk), leistete heftigen Widerstand.
Die Schlacht wurde für die Alliierten ein katastrophaler Fehlschlag.
Für die Türkei und besonders für Mustafa Kemal war es ein entscheidender Moment, der später seine Rolle bei der Gründung der modernen Türkei stärkte.
Heute wird der 25. April als ANZAC Day in Australien und Neuseeland sowie als ein wichtiger Gedenktag in der Türkei begangen.
Interessant, von diesem Verlust an Menschen (200’000 über 8 Monate Grabenkrieg) hatten wir in AUS und NZ auch einiges gesehen und den Wendepunkt in ihrer Politik wahrgenommen. Unter Winston Churchill fand ein Umdenken in der Führung statt und die Türken zelebrieren intensiv diesen Sieg. Auch nach dem 25. April sahen wir viele Busse auch mit Schülern, die zweite Brücken-Verbindung der Kontinente wurde mit 1915 benannt und an diesem Gedanktag eröffnet etc.
Mit welcher Grösse und Prunk dies zelebriert wird?
Riesig – Martin ist ganz klein
Denkmal der anderen Seite
Wir genossen eher die schönen, recht windigen Ausblicke und einen wunderbaren Standplatz mit Blick auf die rege Schifffahrt durch diese zwei Kontinente.
Diese geschichtsträchtige Ecke zwischen Vorderasien und dem Europäischen Kontinent mit der Schiffsverbindung zwischen Mittelmeer – Marmarameer – Schwarzes Meer wollten wir näher kennen lernen.
Es ist ein riesiges meist flaches und fruchtbares Gebiet, heute mit viel Bewässerung und jahrtausendealter Geschichte (erste Besiedlung 6’000 BC).
Nach dem Besuch von Troja wollten wir wieder nah ans Meer. Dank einem Tipp vom „Österreichischen Kurt“ suchten wir den „super Platz“. Unser erster Versuch endete am Meer vor einem Gittertor mit millitärischer Bewachung. Klar, diese Meerenge ist strategisch wichtig. Der zweite Anlauf endete vor einem Hafen mit nicht sehr anmachendem Restaurant. Erst der dritte Anlauf endete auf einer Anhöhe mit herrlichem Ausblick und unten einen verwilderten Strand, der auch zum Schwimmen einlud. Abends bei dieser Ruhe dieses Farbenspiel beim Sonnenuntergang zu geniessen, ist einfach unvergesslich!
Anderntags fuhren wir an verschiedenen Orten vorbei zur Meeresenge, kauften ein und spazierten durch die Altstadt.
Archilles und Hektor kämpften um Helena
Windfarmen
Milchfarmen
Meeresenge
mit viel Schifffahrt
am Hafen
Einkauf
das Trojanische Pferd
in der Altstadt
Etwas überraschend spazierten wir an einer glasierten Tontafel vorbei, welche vom Seidenweg mit Kamelen im Jahr 1996-1997 Xian, China bis Canakkale, Türkei berichtete. Wir hatten diesen Weg wesentlich konfortabler in fünf Monaten geschafft. Vielen Dank!