Passu-Gletscher

Schon interessant, hier kann man mit dem Landcruiser auf alle „Alpen“ fahren, heute bis 2’800 m ü.M. umrahmt von Bergen bis über 7’000 m. Von da wanderten wir hinauf Richtung Passu-Gletscher. Auch Gaby schafft es auf dieser Höhe zu wandern!
Hier unterscheiden sie weisse und schwarze Gletscher (schwarz gestern bedeckt mit Kies und Steinen).

Alpenpanorama mit Passu-Gletscher links

Mit Landcruisern hoch, Teepause, Wandern und Mittagessen.

Blick am Vorabend vom Tal – hinten Passu-Peak mit 7’400 m

Shimshal Valley

Wir Abenteurer sind schon etwas verrückt. Gut weiss man nicht alles im Voraus.
Dieses Mal ging es in ein Seitental mit abenteuerlicher Strasse über 50 km hinauf ins Bergdorf Shimshal mit ca. 1’000 Bewohnern, eigenen Schulen und Spital. Erst seit 2003 ist das meist abgelegene Dorf über eine Strasse erreichbar.
Anscheinend können sie vom Alpentourismus über die 4-5 Sommermonate leben. Für die Erschliessung mit Wasser (Quellwasser schwierig), Strom (seit 3 Jahren Wasserkraftwerk) und Strasse (nur schmale schlechte Naturstrasse) müssen sie selber aufkommen. Im Winter fehlt die Sonne 40 Tage lang und wie oft die Strasse von Schnee und Wassermassen gesperrt ist, können wir nur erahnen.

Wir fahren über den Hunza Richtung Seitental Shimshal.

4h abenteuerliche Fahrt mit Kelim nach oben
Das Dorf ist an breitem Flusstal gelegen

Ich lerne einen Bergführer in seinem Garten kennen, seine Frau wäscht von Hand in einer flachen Schüssel am Boden. Sein Bruder ist Lehrer und hat am Sonntag Zeit für mich. Sie sind Selbstversorger mit Gemüse, Salat, Weizen, Äpfel, Aprikosen etc. Ich geniesse die Sonne und Berge auf ihrem steinigen Gartenstuhl.

Der Rückweg ist etwas kürzer. Obwohl es anscheinend keine Unfälle gab, sind wir froh unten wieder heil anzukommen.

an natürlicher Wasserquelle
vor dem Eindunkeln kehren wir zurück

Hunza Valley

Von Islamabad sind wir in drei Tagesetappen meist dem Indus entlang enge Täler hinauf gefahren. Am ersten Tag bis Besham zuerst noch ganz ideal über eine Autobahn/-strasse, dann durch enge Schluchten mit sehr lebendigen Dörfern.

sehr wichtige Brücke über den Indus zum autonomen Gebiet Gilgit-Baltistan

Der zweite Tag bis Chilas im Konvoi war sehr ermüdend – 8.5 Fahrstunden für 230 km ohne richtige Pausen mit z.T. sehr schwierigen Strassenverhältnissen ohne viel Abwechslung!
Da tauchen schon Fragen auf, ob sich das Ganze lohnt. Später versteht man mehr: Sie bauen einen riesigen Staudamm. Deswegen werden auf jeder Bergseite hoch oben neue Strassen in den steilen Fels geschlagen.

Dafür konnten wir den dritten Tag bis Gulmit doppelt geniessen – herrliches Wetter im ganz speziellen Hunzatal mit vielen individuellen Stops.

Hurra, wir haben Sicht auf den Narga Parbat mit 8126 m

Unser MG-Bobil wird in Ali Abad gewaschen und letzte Einkäufe werden vor dem Schlussspurt in das Feriendorf Gulmit getätigt.

Nach einem Felssturz entstand ein natürlicher Stausee

Alexander der Grosse war schon hier und daraus hat sich ein anderer Menschentyp entwickelt. Früher waren sie Buddhisten, heute sind sie Moslems. Sie haben auch spezielle Autonomie wegen der Nähe zu China, z.B. Autos ohne Nummern und Steuern. Hier ist es auch viel sauberer, gepflegter und neben den vielen steilen Bergen gibt es auch grüne Täler und viel (Gletscher-)Wasser. Nach über 7 Wochen haben wir auch wieder einmal Regen erlebt und wir geniessen die Kühle und Frische auf fast 2500 m ü.M..

Hier bleiben wir 5 Tage und verschiedene Ausflüge sind geplant. Hier Eindrücke aus einem Dorfrundgang.

Wir besuchen ein 900 jähriges Haus in Gulmit. Über eine kleine Türe mit Vorraum gelangt. man in den Hauptraum, wo bis 20 Personen lebten – Frauen rechts – Männer links. Dahinter Vorratskammer. Toiletten waren draussen.

Am letzten Tag stiegen wir über 1’600 Granittreppen auf den „Dorfberg“ hoch mit einem herrlichem Rundblick. Wir besuchten eine lokale Schule. Hier gibt es staatliche Schulen, besser sind jedoch die lokalen Schulen. Hier treffen sich Mütter mit ihren Kindern (ab einem Monat). Bereits ab 4 Jahren wird die Hauptsprache Englisch (4 Teile), und je 1 Teil in Urdu (gemeinsame pakistanische Sprache) und Arabisch (Religion für Moslems) gelernt.
Es folgte ein traditionelles Mittagessen im Haus von Karim, unserem Reisebegleiter. Herzlichen Dank für die Gastfreundschaft.

Kinder singen und tanzen

Unser Abschluss ist im Dorf bei Mädchen-Fussballmatch.

Hunza Valley

In Pakistan auf dem Weg nach China fuhren wir im Konvoi das das Hunza Tal hinauf bis auf rund 2’500 m ü.M.

Dauer 8 Min. –  über holprige Fahrt Richtung Hunza-Tal


 

Dauer 8 Min. –  über holprige Fahrt Richtung Hunza-Tal

 

Kunjirap Daban Pass auf 4735 m ü.M.

Von 2500 m ü.M. sind wir auf den Pass mit direkter Verbindung zu China hinauf gefahren. Im Voraus wird vor Gefahren wie schwierige Strasse, Motor-Leistungsreduktion, Militärkontrollen, Atemproblem etc. gewarnt. Wir erlebten einen Traumtag ohne irgendwelche Probleme.

auf der Passhöhe von 4735 m ü.M. angekommen
kurzes Video von Passhöhe

Gaby wollte unten bleiben, so fuhr ich mit Michael als Mitfahrer in einem kleinen, wendigen 4×4 Wohnmobil hoch. Wir sind als Erste losgefahren und konnten beliebig halten und fotografieren. Wir waren überrascht, wie schnell wir trotz div. Kontrollpunkten oben waren, aber auch etwas enttäuscht, da auf dieser Höhe noch kein Schnee lag. Noch vor 10 Tagen war der Pass wegen Schnee gesperrt, aber dieser ist in der Zwischenzeit geschmolzen.

Für China und Pakistan ist dieser Pass sehr wichtig, auch als beste Verbindung in den arabischen Raum. Offiziell ist er gesperrt, ein Austausch von Containern und Waren sind trotzdem mit Wechsel von Fahrzeugen möglich. Schade ist, dass die Lastwagen von Pakistan leer hochfahren und voll beladen hinunterfahren, d.h. China exportiert viel und importiert nichts.

Auf der Fahrt erleben wir viele verschiedene Schneeberge von 6000-8000 m ü.M.

vom Stellplatz Richtung Hindukusch
herrliche Bergwelt bis 8000 m ü.M.
auf der Rückfahrt
mein „Igelberg“

Islamabad

Islamabad ist neue Regierungsstadt, gegründet in den 1960-er Jahren. Ideal mit sehr viel grün und gut mit Ringstrasse erschlossen bietet sie Diplomaten und der Regierungsmitgliedern viel Komfort. Das Wachstum von heute 2 Mio. Einwohnern ist sehr gross. Ob in 20 Jahren der Verkehr auch immer noch so schön fliesst?

Wir besichtigten die 6. grösste Moschee von Faisal aus Saudiarabien gestiftet. Sie wird ausser zu Festtagen nicht mehr genutzt, sondern dient eher dem Tourismus. Für uns war sie geschlossen, ebenso das nachfolgende Historische Museum. Montags sind auch hier die Museen zu.

Als Zentrum – Zeropoint – der Stadt dient das Pakistan National Monument auf einem Hügel mit Bildern aus der noch jungen Geschichte.

Pakistan wurde erst 1947 gegründet und hat mit 56 verschiedenen Kulturen sich noch nicht festigen können. Der aktuelle Minister ist aus dem reichsten Familienclan, wohnhaft in London. Die Armut und Korruption ist in Pakistan sehr gross.

Austausch mit pakistanischen Touristen

Wer viel Geld hat findet überall teure Shoppingcenter und feinen Cappuccino.

Durch ein enges Tal

Am dritten Tag fahren wir bis Islamabad. Wir müssen um 4 Uhr los. Eine Brücke über den grossen Indus wurde extra wegen uns für Bauarbeiten länger offen gehalten und erst danach gesperrt. Die Schäden wegen Überschwemmungen sind vielerorts sichtbar.

wir fahren über eine Notbrücke

Vorerst geht es in die Berge und durch lange Schluchten. Wir kommen erstaunlich flott voran. Beim hinunterfahren treffen wir auf einen riesigen „Alpabzug“ mit sicher tausend Schafen, dazu Ziegen, Esel, Kamele und sehr viele Einheimische. Eine tolle Überraschung. Im Konvoi vorbei fahren und filmen wird zur Herausforderung.

Die Sonne geht auf und wir sind wieder in einem breitem Flusstal auch mit grösseren Überschwemmungsschäden. Die Frauen sind verhüllt und tragen traditionelle Kleider. Die Kinder gehen Morgens zur Schule und die Schafe vom Dorf auf magere Weiden.

Verspätet kommen wir zum grossen Fluss mit der einzigen (Not-) Brücke. Nach kurzer Pause geht es bereits wieder weiter. Einzelne Strassen sind Schotterpisten und alle versuchen auf beiden Fahrbahnen den grössten Löchern auszuweichen. Tanken im Konvoi mit welcher Dieselqualität auch immer braucht viel Zeit.

Endlich ab hier gibt es eine super Autobahn mit sehr wenig Verkehr und für uns sehr günstig (3x 100 Rupien = 3x 40 Rp) für die nächsten 290 km. Wir sind müde, der Magen knurrt und da wir hier nicht mehr Konvoi fahren müssen entscheiden wir uns für eine Pause. Bei einer Ausfahrt werden wir angehalten, die Polizei ist dort und unserer Bitte kommen sie freundlich nach. Wir essen zu Mittag auf einer Autobahneinfahrt beschützt durch die Polizei. Unsere Reisebegleiter bekommen dies mit und holen uns ab auf einen geplanten Stopp 1 km weiter. Wir werden gut betreut!

Nach langer Fahrzeit plus einigen Pausen kommen wir endlich an, geniessen die Ruhe und unser erstes richtiges Essen seit 4 Uhr morgens!

Sicht auf Islamabad

Grenzwertig

Wir wussten, dass der kontrollierte Anfang – Sicherheit, wegen Unruhen – in Pakistan schwierig sein würde. Was es wirklich heisst, wissen wir erst danach.
Bereits der Grenzübergang brauchte mehr als einen Tag. Warum die Iraner zuerst alle Fahrzeuge versammeln, dann mit unseren 18 Fahrzeugen alles verstellt wird und wir zum Ausreisen noch alle 10 Finger scannen mussten?

Das Gewusel beim Eintritt in Pakistan – wer kommt zuerst daran? Fast eskalierte daraus eine Schlägerei. Beim Eindunkeln konnten wir vorerst einreisen und auf einem kontrollierten Platz übernachten. Anderntags ging es nochmals zurück um das Fahrzeug mit Carnet de Passage zu regeln. Gewisse Länder verlangen Sicherheiten, dass das Fahrzeug auch wieder ausgeführt wird. Ansonsten kann eine Tax vom mehrfachen des Fahrzeugwertes verlangt werden.

Danach ging es im Konvoi los. Mit bewaffneter Polizei/Militär fahren wir durch 200 km Wüste. Immer wieder gibt es ungeplante Pausen, Wechsel der Mannschaft und dann Tempo. Es hat wenig Verkehr, aber uns erstaunt, wieviele blaue Pickups hier Benzin/Diesel in einfachen Kunststofffässern schmuggeln! Trotzdem erreichen wir das erste Etappenziel nicht. Mit etwas Glück dürfen wir nach Bewilligung vom Gouverneur wirklich früher in einer umzäunten, stillgelegten Tankstelle übernachten.

wir verlassen den Grenzort
200 km Wüste – wir folgen alten Karawanenwegen und der Eisenbahn
Sanddüne und Berge im Hintergrund

Am nächsten Tag starten wir bereits um 6 Uhr und kommen erst um 22 Uhr nach 440 km an, auch hier wieder nach langen Diskussionen auf sehr kurzfristig bewilligten „Technikplatz“. Die Fahrt im Dunkeln wird zur „Kamikazefahrt“, da die Lastwagen richtig blenden, Töffs ohne Licht fahren und die Busse wie die wilden brettern. Hier gilt Linksfahren und wir beide müssen uns sehr konzentrieren. Viele Teilnehmer berichten von extrem gefährlichen Situationen.
Tausend Eindrücke und Situationen können nicht einfach verdaut werden.

es wird langsam dunkel und immer schwieriger

Der zweite Tag wird gekürzt, damit wir uns etwas regenerieren können. Wir fahren bis zu einem von der Regierung zur Verfügung gestellten Gästehaus.

Grün – wo es Wasser hat, wird es auch bewirtschaftet
Friedhof im Vordergrund – „Krokodil“ im Hintergrund