Unsere nächste Wanderung war mit drei Stunden kürzer und hatte drei Brücken.
Morgens fuhren wir in ein anderes Tal hinauf nach Guthega. Dies ist ein Miniskiort an einem Stausee. Dieses Mal war es ein richtiger, neu errichteter Wanderweg mit drei grossen Brücken und rund 30 Überbrückungen von vielen kleinen Bächen. Von überall floss hier Wasser in den Snowy River.
Kängurrus um unseren StellplatzLetzte Nebelschwaden steigen vom Fluss aufBlick hinunter zum StauseeBereits erste Brückeschön angelegter Wanderwegviele ÜberbrückungenZweite Brücke über viele geschliffene Steine
Ursprünglich dachten wir, dem Fluss entlang würde es sanft und einfach. So war es nicht, sondern man wanderte hinauf auf Hochebenen und wieder hinunter zu den Flüssen.
Aber es war herrlich, die richtige Länge bei angenehmen Temperaturen und höchstens ein Dutzend Wanderer waren unterwegs. Zum Abschluss gab es ein feines Mittagessen bei schönem Ausblick.
Dritte Brückeaus verbranntem Baum wachsen neue SträucherSchlussaufstiegoben unser RestaurantBaustelle in der NäheHier wird auch gebaut, Riesenkran muss eine Bergstrasse hochwir stören nichtunser Ausblick
Aus einer einfachen Idee, dem wasserreichsten Fluss – Murray River – zu folgen, entstand eine ganze Geschichte über die Nutzung der Wasserkraft aus den Snowy Mountains.
Viele Stationen besuchten wir
Vor Adelaide folgten wir dem Murray River ins Meer. Er ist mit 2’400 km der wasserreichste Fluss Australiens. Wir lernten, dass bereits im 19 Jh. das Wasser für die Landwirtschaft und den Bergbau so intensiv genutzt wurde, dass in trockenen Zeiten das Meer zurück ins Land floss und die Seen versalzte. Viele Massnahmen würden Verbesserungen bringen, wie z.B. Schleusen zum Meer.
Halt in Murray BridgeDer Murray River vor Sandbänken zum Meer
Damals entstand die Idee mehr darüber zu erfahren und dem Fluss hinauf zur Quelle zu folgen. Wir versprachen uns in der Hochsaison weniger Touristen (stimmte, sie waren an der Küste) und eher grüne, kühlere Landschaften (stimmte, da es vorher unüblich viel geregnet hatte).
Auf Google Maps den vielen Schlangenlinien zu folgen und den Quellort zu finden, war eine echte Herausforderung. Verschiedene Zwischenpunkte anzufahren, schien hoffnungslos kompliziert. So folgten wir diesem interessanten Flusslauf und später seinen Zuflüssen.
Strassenweg um den Murray River in etwa zu folgenMurray River bei AlburyMurray River gestaut am Lake HumeHerrlich zum schwimmenMurray River immer als Grenze zwischen Victoria und News South WalesUpper Murray River immer wieder gestautmit herrlicher Flusslandschafthier konnten wir uns hinunter treiben lassenAb Jingelic fahren wir in die Berge
Mit der Zeit erlebten wir den Murrumbeedge River, Tumut, Geehi und Snowy River, welche irgendwann in den in den Murray River fliesen. Immer mehr staunten wir, wie viele Stauseen es gibt, Total 16 Stück!
Murray River in EchucaMurrumbeedge River in Waga WagaTumut River in gleichnamigen OrtTumut im Blowering Reservoirviele weitere Seen und ZuflüsseTumut Bond ReservoirTooma Reservoirwieder Murray River in Towong ShireKancoban Bondage – Ausfluss nach KraftwerkMurray Power Station 1Geehi River in den Bergen
Langsam kriegten wir den Durchblick über die vielen Flüsse, Stauseen und Kraftwerke in Nationalparks! Aber erst am Schluss verstanden wir, dass die vielen km-langen Tunnels mit Wasserleitungen dem ursprünglichen Ziel dienten, Wasser von den Bergen nicht ostwärts sondern westwärts in trockene Gebiete vom Murray und Murrumbeedge River umzuleiten und damit für Leben und Landwirtschaft zu dienen. Der Entscheid dafür fiel nach jahrelangen Diskussionen im 1949, gebaut wurde bis 1970 und aktuell gibt es ein neues Snowy 2.0 Projekt mit Kaverne über 800 m tief im Berg.
Staumauern für StauseenWasserleitungen durch die BergeWasser bedeuted LebenLife-Information über Pumpen und Kraftwerke
Kohlen-, heute vermehrt Gaskraftwerke und viele Solarfarmen ergänzen den Strommix. Doch alle Wassermenge aus den Snowy Mountains würde nur gerade für 30 Tage Produktion reichen und insgesamt decken diese riesigen Bauwerke nur insgesamt 2 % des gesamten Strombedarfs für Australien.
Wo wäre es am Besten den Nationalfeiertag zu erleben? Natürlich in der Hauptstadt Australiens – Canberra.
Canberra – Bild aus National Capital Exhibition
Aus den Bergen fuhren wir direkt nach Canberra. Mitten in der Stadt gab es viel Platz für Camper – einfach ideal.
Bild aus Naional Capital ExhibitionUnser Platz – Bild aus Naional Capital Exhibition
Aus der Notwendigkeit, die verschiedenen Staaten zusammenzuschliessen, entstand der Australische Bund 1901 mit der ersten Hauptstadt Melbourne. Aus der englischen Kronkolonie wurden sie um 1907 entlassen, vollständig effektiv um 1931.
Aus langen Diskussionen und Streitereien entstand 1911 der Konsens, die künftige Hauptstadt in New South Wales mindestens 100 km von Sydney entfernt zu gründen. In einem Architekturwettbewerb mit 130 Eingaben gewann 1912 das Ehepaar Marion und Walter Griffin aus Chicago, auch dank bildlichen Aquarellen von seiner Frau.
Skizzen aus dem Wettbewerb
Die Umsetzung war nicht einfach und wurde wegen viel Bürokratie und Krisen verzögert. Endlich 1927 wurde von Melbourne ins provisorische Parlamentsgebäude umgezogen und damit Canberra die Hauptstadt.
Wir waren einfach erstaunt, dass wir mitten im Geschehen unbehelligt leben durften. Drei Tage wurde gefeiert und die vielen Autokolonnen suchten sich einen Platz, aber unser Camperplatz war kaum belegt. In wenigen Schritten waren wir mitten im Trubel und konnten uns jederzeit wieder zurückziehen. Jeden Abend gab es stündlich 3x 10 Minuten verschiedene Drohnenshows. Dass auch die Aussies nicht wussten, wo die beste Sicht war, tröstete uns. Wir aber hatten die Chance, das nächste Mal besser zu stehen.
Infocenter mit Museum und RestaurantRegattenbühneGentleman mit Wein und VerpflegungUnser Stellplatz
Am offiziellen Tag, gab es zuerst einen Fahnenauftritt mit Helikopter, danach erfolgten viele Kanonenschüsse, eine Ansprache und Happening mit vielen Ständen. Schön, wie frei und friedlich sich diese sehr verschiedenen Leute aus aller Welt verhielten.
Wir nutzten auch die Gelegenheit für den Besuch des Nationalmuseums. Andere waren schon in den 1950-er Jahren mit dem bekannten Holden und Wohnwagen unterwegs.
Eine Führung über Aborigines brachte weitere Erkenntnisse über ihr Leben. Erst jetzt sahen wir, dass sie bewusst keinen Mund malen – (Götter sind so mächtig, dass sie keine Sprache brauchen, mit Mund würde Regen nie aufhören). Ihre Vorfahren waren bereits vor 130’000 aus Afrika nach Asien und vor 50’000 Jahren nach Australien eingewandert. Die Unterschiede der 200-700 verschiedenen Stämme waren riesig.
Draussen genossen viele den schönen freien Tag. Auch wir und die Schweizerfahne waren dabei.
Kurzfristig wurde es doch möglich, nach Neuseeland zu verschiffen. Wir wurden gefordert.
Plötzlich muss alles rasch gehen. Von Canberra nach Sydney sind es keine 300 km, welche wir in zwei Tagesetappen fahren wollen. Dies bot uns die Gelegenheit in Canberra noch alles zu waschen. Abends in Goulburn der ersten Stadt im Inland, früh mit Zugsverbindung, stellten wir fest, dass wir einen iPad im Waschsalon liegen liessen. Eine aufmerksame Dame brachte es auf die Polizeistation und rief uns an (dank Adressangaben).
Also nicht aufregen, wieder umkehren und am Sonntag morgen früh konnten wir den Zurückgebliebenen einfach abholen. Vielen Dank.
Nebel steigt aufBlick in die Snowy Mountainswieder in CanberraDanke der PolizeiNächstes Mal mehr überlegen
Alles verlief bestens und wir nahmen uns auch noch die Zeit den grossen chinesischen Buddhatempel zu besuchen. Er war voll von Besuchern, startet doch bald das neue Chinesische Jahr.
viel Wasser in nicht im tiefen grossen Seein Wollongong besuchen wir einen Tempel
Wir besuchten den Hafen von Kembla und den Abgabeort für unser Fahrzeug. Auch entschieden wir uns im Outer Hafen zu übernachten, um am andern Morgen früh zur Abgabe bereit zu sein. Wollongong ist eine riesige Industriestadt mit Kohle und Stahlproduktion von 500’000 Einwohnern. Wieder am Meer entschädigte ein feines Mittagessen unsere intensiven Vorbereitungen mit Waschen, Reinigen und Vorbereitungen zur Verschiffung. Dazu kam die weitere Reiseplanung..
Nach Abgabe des Fahrzeugs ging es 70 km an den Flughafen, danach in die Stadt zur Abgabe des Carnet de Passage (Ein-/Ausfuhrbestätigung des Fahrzeugs). Nach einem Rundgang in Sydney wieder retour ins Hotel und endlich konnten wir uns auf die Weiterreise auf die Fidschi-Inseln freuen.
Über die Rückreise machten wir uns verschiedene Gedanken.
Einige Mitglieder unserer Reisegruppe haben inzwischen ihr Fahrzeug bereits retour nach Deutschland (um Afrika herum) verschifft, andere wollen noch länger Australien, teilweise Neuseeland bereisen. Unsere ersten Ideen waren nach Neuseeland im Winter (CH-Sommer) zurück an die heisse Westküste in Australien zu verschiffen, diesen Part zu geniessen und danach z.B. via Südafrika durch Afrika bis Marokko zurück zu fahren (orange). Die aktuellste Idee ist, von Neuseeland nach Asien zu verschiffen (Thailand, Vietnam oder China) und danach via China – Tibet – Kirgisistan etc. nach Hause zu fahren (grün). Die Verschiffung ist offen, was wann wirklich möglich ist.
Idee über die China-Reiseroute
Eine erste Hürde ist geschafft, wir durften heute unser Visa im Chinesischen Konsulat von Christchurch abholen. Dies war auch der Grund, dass wir wieder dorthin fuhren. Vor drei Wochen machten wir einen Anlauf für ein Visa. Von uns wurde das Ausfüllen auf der Webseite verlangt und nach einer Kurzkontrolle würde der Antrag nach Abgabe des Passes geprüft. Ja, bereits beim Ausfüllen der vielen Fragen (Alle Angaben der Eltern, alle Arbeitgeber mit Datum und Adresse, Militärische Funktion etc.) kamen uns Zweifel auf. Eine Reiseroute (?) wurde verlangt, wobei nur schon die Städtenamen sehr unterschiedlich geschrieben werden. Wir waren überfordert. Also los auf das Konsulat mit Bitte, um Unterstützung. Dies wurde zu einem wunderbaren Erlebnis. Auch für die Angestellten wurde es schwierig, alle Fragen in unserem nicht gewöhnlichen Falle zu beantworten. Schlussendlich waren mehrere Personen involviert, aber bei grossem Einsatz/ Eifer und grosser Herzlichkeit schafften wir es gemeinsam.
Auch heute wurden wir speziell empfangen und konnten ohne zu warten unsern Pass mit Visa entgegen nehmen.
Miteinander geht es besser!
Ganz, ganz herzlichen Dank. Ein sehr guter Eindruck bleibt!
Anderntags bei unserem Zwischenhalt in Amberley finden wir eine Tafel über einen Neuseeländer, der eine Freundschaft zwischen China und Neuseeland aufbaute – Rewi Alley, der 60 Jahre in China lebte.