Weite vom Meer

Wir genossen vor dem Frühstück bereits einen langen Spaziergang am Meer. Herrlich diese Weite und wilde Natur. Am Rand Sand und bei Ebbe viele Steine, danach kommt blaues, weites Meer.

 

Nur kurz war unsere Weiterfahrt zum nächsten Platz hinter den Dünen. Schön gelegen erhalten wir einen tollen Platz, haben Zeit für Wäsche, Kochen und Ausruhen.

Anderntags gibt es wieder einen km-langen Spaziergang auf dem Sandstrand bis zu einem kleinen Fluss. Feuerwerk zum 1. August brauchen wir hier nicht.

Airlie Beach

Neben Cairns ist Airlie Beach der berühmteste Touristenzugang zum Barrier Riff.

Obwohl es 60 km im Landesinneren ist, waren wir froh an einem ruhigen Stausee – Lake Prosperpine – übernachten zu können. Hier könnte man länger verweilen.

Wir haben jedoch kurzfristig auf den andern Morgen einen Scenic Flight gebucht und müssen früh los. Nachts war es windig und es hatte kurz geregnet. Wird es schön?

Eine Dame empfing uns. Später stellte sich heraus, sie ist auch Pilotin, instruiert, tankt, etc. Alles klappte und kurz darauf fliegen wir mit zwei weiteren Passagieren los (Platz für 6-7). Martin konnte zudem auf Copilotsitz platz nehmen. Herrlich, wir fliegen über den viel besuchten White Heaven Beach (Kapitän Cook landete hier an einem weissen Sonntag). Weiter hinaus ging es zum Heart Riff. Eindrücklich, der Blick von oben..
Trotzdem sind wir zufrieden mit dem Flug, schnorcheln mit nicht ausgeheiltem Husten, wäre zu viel gewesen.

wo übernachten?

Australien ist mit 26 Mio. Einwohnern  22 mal grösser als Deutschland. Für unsere Vorstellungen hat es da überall viel Platz.
Wir lernen, dem ist nicht so. So viele Camper sind unterwegs, überall ist es voll. Zweidrittel haben einen Pickup/SUV mit riesigen Anhängern, ⅓ haben Wohnmobile, teilweise mit Auto im Schlepptau. Auch Tage im Voraus reservieren hilft uns nicht. Viele „Alte“ fahren im Winter vom Süden in den Norden, wo es viel wärmer ist. Dieses Jahr hatten sie jedoch Pech, so viel geregnet wie in den letzten sechs Wochen hatte es hier oben um diese Zeit noch nie. Gewisse Campingplätze sind sogar geschlossen, weil man im Sumpf stecken bleibt.

Bis jetzt haben wir immer wieder etwas gefunden. Letzte Nacht auf einer Farm. Wer kennt Achcha’s? Doppelt so gross wie Lichis, wuchsen diese speziellen Früchte bisher nur in Bolivien. Über viele Umwege kamen Helen und Bruce zur Idee, diese grossflächig in Australien anzubauen. Jetzt mit 82 Jahren haben sie mit 15’000 Bäumen  Erfolg und exportieren sie vorwiegend nach Asien. Aber was jetzt? Wer übernimmt diese Plantage?

Wir geniessen bei Pferden und Wallabies eine herrliche Nacht. Die Wildschweine, Schlangen etc. hatten wir nicht gesehen.

Anderntags fahren wir weiter Richtung Norden in die Wärme. Auch hier wird die Route abhängig von Übernachtungsmöglichkeiten. Hier ein Zwischenhalt mit Ausblick Richtung Barrier Riff.

Schlussendlich landeten wir auf einem Hotelparkplatz, viel besser als sumpfige Campingplätze.

unser Nachbar, riesiger Anhänger, grosses Fahrzeug mit Schiff für junge Eltern mit 2 Kleinkindern

Der Zwischenhalt in Townsville war schön. Bei Sonne und viel Wind genossen wir einen herrlichen Spaziergang dem Strand entlang. Neben Sandkunst gibt es auch weitere Kunstwerke.

Daintree Beach

Hier treffen zwei Weltkulturerbe zusammen – Great Barrier Riff und Daintree Nationalpark.

Unsere Reise ging weiter als geplant zu unserem nördlichsten Punkt an den 140 km langen Daintree River.
Früher unten bei Bundaberg (Beef Town) gab es primär Farmen mit weissen, braunen, schwarzen Rindern, danach wechselte es zu riesigen Zuckerrohrfeldern mit Kilometerlangen 61 cm breiten Zuggleisen für den Transport. Auch kreuzten wir lange Züge an den Hafen von riesigen Kohleabbau (Investition von Indien). Danach kamen viele fruchtbare Felder und Bananenplantagen und jetzt fuhren wir der engen Küstenstrasse entlang mit Strand, Wald und steilen Hügeln.

Als Zwischenstopp wählten wir Port Douglas einer Hafenstadt am Meer, zwischen markantem Berg und langem Beach. Einen langen Spaziergang bei schönem Sonnenschein, überraschendes Mittagessen, was will man noch mehr?

Nach kurzer Fahrt kamen wir zu unserem Campingplatz. Auch hier gibt es Pfützen, aber uns gefällt es und wir marschierten los dem Strand entlang.

Daintree Regenwald

Es war nicht der erste „älteste“ Regenwald, den wir besuchten. Überall wird mit grössten, höchsten, ältesten, … Schlagworten geworben. Aber wir genossen diesen Ausflug, zur Fähre, mit Schifffahrt und Dorfbesuch.

In kurzer Distanz besichtigten wir die Fähre mit Seilantrieb und machten eine kurze Flussfahrt. Dabei konnten wir Krokodile, eine Schlange und Vögel beobachten.

Das Dorf Daintree wurde Ende des 19. JH. von den Engländern gegründet. Holz und Butter wurden von hier bis nach England verschifft. Aber so einfach war das Leben hier nicht. Die Lehrer hatten z.T. nur ein kurzes Leben.

Wir geniessen unseren Platz mit Strandspaziergang.

Kuranda – herrlicher Touristenort

Ursprünglich war die Idee von Cairns mit dem Zug in die Berge nach Kuranda zu fahren und danach retour. Leider war dies an einem Tag nicht möglich und so fuhren wir mit unserem MG-Bobil selber hoch. Martin war überrascht, gegen Abend noch so viele Kurven hoch zu fahren. Aber es lohnte sich.

Trotzdem wollten wir nach dem Parken noch auf Entdeckung gehen und marschierten den Schienen entlang ins Dorf. Herrlicher alter Bahnhof und schöne Häuser erinnern an alte Zeiten. Hier wurden bereits ab 1860 Schienen über Brücken und Tunnels hochgezogen. Ziel war damals die „kostengünstigere“ (wurde teurer) Verbindung zwischen Cairns und Port Douglas. Genutzt wurde die Bahn primär für den Holzexport aus dem Regenwald ans Meer für die weitere Verschiffung bis nach England.
Unser Fussweg retour über die Strassen um den Hügel herum dauerte wesentlich länger, aber kurz nach dem Eindunkeln erreichten wir unser Lager im Wald.

Townsville – Charters Towns

Wir reisten retour südwärts über Townsville und danach auf der Overlander Road westwärts bis Charters Towers.

In Kuranda besuchten wir morgens früh die Barron Falls. Hier wurde bereits sehr früh das Gefälle genutzt und in die Felsen ein Stromkraftwerk gebaut. Wir genossen den Spaziergang durch den Regenwald – ganz alleine auf weiter Flur. Nach der Öffnung des Tierparks besuchten wir Koalas und viele weitere Tiere. Die grosse Schmetterlingsfarm lohnte sich wegen der „Kälte“ nicht. Die Schmetterlinge brauchen mindestens 10 Minuten Sonne, um zu fliegen.

Von den Hügeln führte uns danach der kurvige Weg hinunter nach Cairns. Hier konnten wir ein Ersatzteil für die Toilette an der Post abholen und die Stadt am Meer besichtigen.

Danach fuhren wir der Küste nach bis Cardwell und kamen erst kurz vor dem Eindunkeln an. Wir staunen, überall sind auch ältere Campings sehr gepflegt.

Anderntags gab es 400 km bis Charters Towns. Zwischendurch in der grossen Stadt Townsville gab es Einkäufe und teuren Diesel für die längere Reise ins Outback. Wir staunten über das riesige, moderne Einkaufszentrum mit allem Komfort. Sogar Aldi öffnet hier demnächst eine Filiale.

In Charters Towers, einer ehemaligen Goldgräberstadt übernachteten wir. Hier wurde ab 1870 über hundert Jahre Gold abgebaut. Heute ist die Stadt stark geschrumpft, hat aber noch viel Geschichte und Erinnerungen anzubieten.

Bis Mount Isa

Wir fuhren von Charters Towers in zwei Tagen westwärts ins Landesinnere bis zum geplanten Ziel – Mount Isa – der Stadt mit 36’000 Bewohnern, bekannt für den Bergbau und der grössten jährlichen Rodeo-Feier. Auch haben wir unsere Reisepläne mit dem Norden bis an den Golf Capricorn erweitert.

Am ersten Tag machten wir 500 km in gut 6 Stunden. Gut, dass wir uns  abwechseln konnten. Seit Indien fuhr Gaby kaum noch, hier kommt wieder Freude auf.
Wer  kann sich das vorstellen, 150 km von einem kleinen Dorf ins Nächste? Einfach meist gerade aus über weite Ebenen mit wenigen Hügeln. Über die Hälfte der Fahrt bis Hughenden gab es viele (Eukalyptus-) Bäume und riesige Weiden mit wenigen Rindern, danach folgte fast nur noch eine struppige Steppe.

Wir erreichten frühzeitig unseren geplanten Ort in Julia Creek. Der Campingplatz war ausgebucht, aber ein freier RV-Platz am Wasser gefiel uns viel besser. Jetzt waren wir richtig im Outback angekommen und konnten herrlich schlafen.

Am zweiten Tag war die Fahrt wesentlich kürzer, wobei die Strassen auch nicht mehr ganz so gut waren. In Cloncurry  besuchten wir ein Museum über den Mineralabbau und deren Geschichte. Ab 1870 wurde hier Kupfer und Zinn abgebaut und ab 1920 wechselte der Abbau nach Mount Isa, 120 km westlich im Landesinnern.

Hier in Mount Isa wird auch heute immer noch industriell aus bis 2000 m Tiefe stündlich 1000 Tonnen Erz aus dem Boden geholt. CH-Glencor macht dies möglich, wie auch diese 4 Rodeo-Festtage.

Bei der Ankunft fuhren wir zuerst auf den Aussichtshügel und konnten beim selbst gekochten Mittagessen auf das Festgelände und die Minen hinunterschauen.

Hard Times

Was es alles zu sehen gab. Neben dem Rodeo wollten wir mehr über die Geschichte der Aborigines und den Bergbau erfahren.

Hier leben fast 30 % Aborigines, indigene Menschen, die teilweise mit ihrer Geschichte hadern.

Mit Matthew einem Aboriginal aus dem Norden hatten wir eine eindrückliche Führung. Er zeigte uns ihre Werkzeuge, erklärte uns die verschiedensten Bäume, Sträucher, Kräuter und auf einem Rundgang durch Garten und Teich spürten wir seine Freude an der Natur.
Selber hatte er auch eine lange Geschichte, mit viel Alkohol, Tätlichkeiten mit Frauen und eigener Verletzung am Kopf. Er klagte, dass die Jungen kein Interesse mehr an der ursprünglicher Kultur haben. Ja, der Sprung über Tausende von Jahren in die Neuzeit ist schwierig zu bewältigen.

Wir nutzten diese Zeit, um mehr über die einträgliche Geschichte des Bergbaus zu erfahren. Hier ist eine der weltweit grössten Mine über 1000×5000 m. Um 1923 entdeckt, wurde sie nach diversen Krisen erst ab 1937 profitabel. Hier wird Blei, Kupfer, Zinn und Silber abgebaut und mit dem Zug nach Townsville transportiert, weiter veredelt und verschifft.

Wir erlebten mit Ian eine eindrückliche Führung in einem speziell für Touristen gebauten unterirdischem Bergbaumuseum. Er selber arbeitete  über 30 Jahre hier im technischen Dienst.

Mount Isa Rodeo

Wer hatte schon einmal innerhalb einer Pferderennbahn kampiert?

Unser Vorhaben war schon etwas verrückt, aber warum nicht? Vier Tage am grossen Mount Isa Rodeo teilzunehmen. Frühzeitig gebucht, rechtzeitig kamen wir an, aber eher sehr spät in die Rennbahn hinein. Um 15 Uhr hiess es um  19 Uhr, dann aber um 22 Uhr wäre die Durchfahrt über die Rennbahn in den Innenkreis möglich. Ja, den ganzen Donnerstag Nachmittag und Abend fanden Pferderennen statt. Parallel dazu auch Rodeo, Aborigine Vorführungen, eine grosse Chilbi und zwei Musikbühnen. Hier sind alle chick gekleidet, gilt dies doch als einmalig jährlich grösstes Rodeo Festival in Australien. Von überall kommen 30’000 Teilnehmer angereist – Minister und auch mindestens zwei von Overseas!

Ja, so kann man die Australier life erleben, ihre Art und Lebensfreude – herrlich!

Fotos folgen, bei besserem Internet.