Die Händler waren stolz auf ihre Schafe. Wir litten eher mit den Schafen.
Hyderabad mit Schafs-/Ziegenmarkt
Die Fahrt am Vortag war lange, aber wir hatten uns kurzfristig entschieden durchzufahren um wieder zur Gruppe zu stossen. Die Strassenverhältnisse waren gut; Resultat 11 Fahrstunden für 613 km. Die Pausen waren nur kurz und trotzdem wurde es dunkel, aber wir kamen doch rechtzeitig zu einer weiteren Geburtstagsparty.
Unser Fahren ist nicht ohne Risiko. Unterwegs trafen wir einen Kollegen, der mit einem Wasserbüffel auf einer 4 vierspurigen Autostrasse kollidierte. Er musste die letzten 70 km an der Stange abgeschleppt werden. Vorne ist alles demoliert von Stossstange, über 2 Kühler, Scheinwerfer und gestauchtes Blech bis mit Türe. Zahlen muss hier der Fahrer, nicht der Bauer, für Wasserbüffel 600 Euro, für Autoschaden mehrere 10 Tausende und ein kurzer Unterbruch der Reise. Doch sofort wurden Ersatzteile in Deutschland geordert und sie werden kurzfristig mit Person per Flugzeug geliefert.
Anderntags besuchten wir mit einem Fahrer Hyderabad City. Schön war die Altstadt mit einem lebendigen Markt, vielbesuchter Moschee (es ist Freitag), herrlich der Tempel auf dem Berg mit Aussicht auf die Stadt, die riesigen alten Mausoleen ab 14 JH., aber für uns das Highlight war der tägliche Schafs-/und Ziegenmarkt.
Wahrscheinlich über 1’000 Tiere werden täglich heran transportiert und zum Verkauf angeboten. Die Händler waren stolz uns ihre Tiere zu zeigen.
Tollywood
Mit dem Bus ging es zum „weltweit grössten“ Filmstudio. Nach Eintritt fuhren wir mit internen Bussen mehrere Stationen an. Obwohl eine Besichtigung ca. 5 h dauert, waren nur drei Stunden geplant und so brachten wir die Tollywood-Organisation richtig durcheinander. – Verhalten sich diese CH-D-Touristen bereits echt indisch!!!?
Wie wenig es braucht um Fantasien, Illusionen zu erzeugen? Vieles besteht aus einfachen Materialien (Holzplatten) und wird schön bemalt.
Interessant war die Vorführung, wie mit einfachen Mitteln ein Film entsteht, zuerst Personen auf Objekt mit grünem Hintergrund, danach Sound und schlussendlich kombiniert mit Hintergrund.
Danach folgte eine lange Fahrt in die Stadt zum Automuseum mit einfach nachgebauten Fake-Verkehrsmitteln.
Nördlich nach Pench Nationalpark
Unsere Gruppe fährt nordöstlich dem Meer entlang, um in Puri Weihnachten zu feiern. Wir und drei andere Fahrzeuge fahren direkt nördlich in die Tiger-Nationalparks. Einige haben im Kahna-Nationalpark im Voraus zu horrenden Preisen gebucht. Für uns stimmt dies nicht und so fahren wir in Richtung Varanasi mit Zwischenhalt im Pench Nationalpark.
Um nicht eine zu lange Etappe zu fahren planen wir einen Tag bis nach Adilabad. Diesmal kochen wir selber kurz in herrlicher Landschaft. Ein Affe kommt uns besuchen, macht aber nichts.
Anderntags um 15 Uhr suchen wir nach einem Stellplatz. Da Hotels nicht attraktiv sind, suchen wir einen Platz um einen riesigen Park mitten in der Stadt und finden einen Eingang zu einer in Renovation befindlichen Überbauung mit Wohnungen für Gerichtsoffiziere. Auf unsere Rufe bei einem Rundgang reagiert niemand und so platzieren wir uns in dieser ruhigen, sicheren Anlage ohne zu stören.
Um 21 Uhr klopft jemand an unsere Fenster. Zuerst eine, dann zwei am Schluss ca. 10 Personen inkl. Polizei erklären uns, dass hier nicht geparkt werden kann (wichtiges staatliches Gelände). Erst nachdem eine englisch sprechende, verständnisvolle Dame kommt, können wir uns wirklich austauschen. Jetzt kehrt sich auch der Stil und sie wollen uns eine Alternative im Government Guest House oder bei der Polizei anbieten. Zudem würden sie uns gerne verpflegen. So zügeln wir unter Polizeischutz 1 km weiter und ein freundlicher Gerichtsoffizier kontrolliert, ob wirklich alles zu unserer Zufriedenheit ist.
PS. Der vorausfahrende Mopedoffizier hält beim Kreisel den Verkehr auf und wird leicht gerammt – nicht tragisch!!!
Gut ausgeruht fahren wir die nächste Etappe bis zum Nationalpark Pench. Beim Eingang um die späte Mittagszeit ist niemand anzusprechen. So suchen wir unser nächstes Nachtlager. Google hilft diesmal wenig, weil die Ressorts teilweise nur über Sandpisten mit tiefhängenden Bäumen zu erreichen sind. Unterwegs kommt ein Fahrzeug und will Kontakt aufnehmen. Alle wollen immer eine Foto machen und wenn möglich hineingucken – wir sind solche Exoten. Diesmal ist es ein junger freundlicher Inder, der uns sein neu bald eröffnendes Hotel anbieten will. Herrlich solche Kontakte.
Er organisiert uns auch den Eintritt in den Nationalpark für den nächsten Tag mit Jeep, Fahrer und etwas englisch sprechendem Guide.
Wir fahren früh Morgens in einem gutem Jeep fünf Stunden durch lichten Wald mit Teakholzbäumen, Bambus und weiterem Gewächs. Es sind echt indische Naturstrassen mit vielen Löchern. Wir finden Spuren von Tigern, zwei schöne Sambahirsche, Gazelle und wenige Affen.
Herzlichen Dank für die Gastfreundschaft.
Tiger Resort (Film)
Wer möchte nicht Bengalische Tiger life erleben? Anbei über unsere Erfahrung aus diesem Nationalpark
Tiger Resort, Bandhavgarh
Wir geniessen eine herrliche Fahrt von der grünen Tiefebene in eine trockenere Hochebene. Aber auch hier auf 700 m ü.M. finden wir noch kleinere Reisfelder.
Die Strassen sind gut, zu Beginn 4-spurig, später 2-spurig und im Tiger Park muss man beim Kreuzen jeweils mit 2 Rädern runter in den Sand.
Wir folgen Pilgern auf ihrem langen Fussweg nach Varanasi, dem heiligen Ort für Hindu (analog Rom für die Christen). Mit wenig Gepäck, einer Matte zum Schlafen sind sie auch bei viel Sonne und Hitze unterwegs.
Beim Fahren durch den Park sehen wir recht nah einen grossen Bengaltiger über die Strasse laufen. Herrlich!!! Wir werden überrascht und sind mit der Kamera spät.
Obwohl wir nicht buchen konnten finden wir im Gespräch mit Einheimischen den richtigen Standplatz, 3 km von der Strasse auf Sandpisten erreichen wir das schöneTiger Resort, wo wir kostenlos parken und ein feines Nachtessen geniessen.
Offiziell sind Safaris ausgebucht (Weihnachten), auch wollten wir nicht dafür Schlange stehen. Dank Australiern wird noch Nachts ein Eintritt am andern Tag früh Morgens möglich.
UFO landet am Ganges
Heute Morgen waren wir aus dem Nationalpark über Landstrassen durch kleine Dörfer gefahren. Wir kamen uns vor wie in einem UFO mit Landung auf einem alten Planeten. So einfache Häuser, mit ihren Tieren. Es war noch kalt, beim Start 8 °C und die Leute machten ein kleines Feuer vor den Häusern um sich zu wärmen. Überall die erstaunten Gesichter wer da, wie daherkommt. Wir sahen die Leute vor ihren Häusern beim Zähneputzen, Waschen mit einem Wassereimer, beim Wasserpumpen, Eimer tragen, wie die Tiere versorgt werden etc. – es war fast wie in biblischen Zeiten.
Unser Ziel war hinauf bis zum Ganges zur Stadt Alahabad, heute Prayagraj genannt und anderntags bis nach Varanasi um in der heiligen Hindustadt Weihnachten zu feiern. Von den grünen Hügeln fuhren wir hinunter in teilweise recht trockene Gebiete. Wir sind immer wieder froh, wenn wir heil ankommen.
Beim Ganges zur Stadt auf 100 m ü. M. – kommen wir von der Ruhe in den Trubel, so intensiv, dicht und lärmig. Der geplante Standort in dieser 2 Mio. Stadt war nichts, das Neruh-Museum war zu weit in der Stadt und so flüchteten wir rasch wieder hinaus. Die LPG-Autogastankstelle (für Kühlschrank, Warmwasser, Heizung) entpuppte sich als Gasfabrik, unbezwingbar für uns.
Dank Fragen löste sich der Knoten: Einkauf, Gas tanken und Mittagessen wurden möglich. Leider entpuppte sich die weitereAutostrasse als Gross-Baustelle, Hotels fanden wir nicht und Martin wollte unbedingt am Ganges übernachten. Eine nicht einfache Herausforderung vor dem Eindunkeln.
Wir nahmen den nächst möglichen Abzweiger an den Ganges mit Brücke nach Sirsa. Eine kleine Strasse sollte uns nicht hindern. Dass uns aber 10 km mit so schmaler, schlechter Strasse durch ein stark genutztes/gelebtes Gebiet erwartete, war die Überraschung. Neben vielen Motorrädern fuhr auch ein Lastwagen, also sollte es auch für uns passierbar bleiben, war unsere Schlussfolgerung. Wie am Morgen wurden wir von allen Seiten bestaunt, allenfalls wurde auf die Seite gerückt, sodass wir weiter fahren konnten.
Gerne fragen wir Leute, welche Englisch verstehen. Dies ist nicht einfach. Erst ein junger Herr auf Moped erklärte fast am Schluss, dass kein Durchkommen sei, die Brücke sei gesperrt, in Reparatur. Hurra, aber wenigstens bis zum Fluss??? – die Strasse tauchte ab in Sand, also stop – was nun – wo übernachten?
Zwei junge Inder kamen und erklärten, dass wir problemlos hier am Rand parken oder im Tempel übernachten könnten. Also umdrehen, gut parken und zu Fuss an den Ganges. Aus versprochenen 30 m (zum Tempel?) wurden es min. 500 m durch den Sand an den Ganges. Aber es hatte sich gelohnt, Sonnenuntergang am Ganges mit vielen Stellen wo Tote verbrannt wurden!!!
Indische Weihnachtsfeier
Heute Morgen fuhren wir vom Ganges retour an die Hauptstrasse. Es war viel schöner, am Morgen entspannt durch diese Gegend zu fahren.
Schulbusse mit Kindern überholten uns und strahlten. So kam uns spontan der Gedanke neben einer Schule zu parken. Wir wurden angesprochen, unser Wunsch entgegengenommen, geprüft und i.O. befunden. So durften wir hinein, lernten uns kennen und wurden über den Ablauf informiert. Es war eine Privatschule mit 500 Kindern vom Kindergarten bis zur 10. Klasse. Hier wurde auch Weihnachten gefeiert und wie. Es entspricht der indischen Kultur, jedes mögliche Fest zu feiern. So wird aus Weihnachten eine Hinduistische Zeremonie.
Zuerst gab es eine halbe Stunde Appell, stramm stehen, zuhören, singen der Nationalhymne, sowie Erklärungen über Weihnachten. Später gab es Vorbereitungen mit schmücken eines Bäumchens im Park und zum Schluss waren alle im Park und hörten mit uns bekannte Weihnachtslieder.
Selbstverständlich wurden x Fotos und Filme gemacht, ein Junge sollte uns sein selbst gebasteltes Weihnachten inkl. Leuchten schenken und zum Schluss wurden wir zum Essen bei der Familie eingeladen, welcher die Schule gehört. Schön, soviel Wärme und Freude zu erleben.
Herzlichen Dank an die Schulleitung, Lehrer und Schüler, dass wir an Eurer Weihnachtsfeier teilnehmen durften.
Herzlichen Dank auch für das anschliessende Mittagessen zu Hause bei der Familie, inkl. Grossmutter.
Incredible India – Varanassi
Varanasi ist die wichtigste Stadt für Hindus. Aber auch andere Religionen sind hier vertreten. Im Ganges badet man und die Sünden werden vergeben. Am Ganges wird man eingeäschert und die Asche wird im Ganges verstreut. So kommt man ins nächste Leben. Wer in Varanasi – Kashi geboren wurde, habe das Endstadium erreicht. Hier unser erster Eindruck beim Fussweg an den Ganges
Incredible India – Varanassi
Wir fahren mit dem Tuk-Tuk in die Stadt Varanasi, den letzten Kilometer gehen wir zu Fuss, da in der Altstadt viele Fahrzeuge gesperrt sind. Trotzdem es hat noch von allem genug – so viele Mopeds, Ritschkas, auch wichtige Fahrzeuge, ein Gedränge der Leute und ein riesiger Lärm – man wird von Eindrücken erschlagen.
Auf halbem Weg verhilft uns eine WC-Pause in einem Hotel wieder klarer zu denken und die nächste Etappe aufzunehmen. Anbei eine Filmaufnahme ab Hotel bis zum Ganges Gate Dashashwamedh.
Es gibt über 80 Ghats – Wege mit steilen Treppen hinunter zum Fluss. An zwei finden Verbrennungen statt, die andern dienen zum Waschen und Beten. Schön, wenn man sich Zeit nehmen kann und einfach mal zuschaut, beim Baden, beim Einäschern etc.
Wir benötigten keinen Tempel (langes Anstehen), kein Essen am Ganges, keine Hindu-Massage, keine Christmas-Party, keine Schifffahrt, kein Kamelreiten, etc., sondern schlenderten dem Ganges entlang und suchten danach einen Weg durch die Innenstadt zurück zu „unserem“ Hotel, bei dem wir Essen wollten.
Die Wahl war richtig inkl. Ausblick vom 1. OG hinunter auf die Strassen. Die grosse Überraschung folgte, als Sikhs einen grossen Umzug durchführten, mit Kostümen, Musik, hoch zu Pferd und mit Showkämpfen mit Stecken, Dolch, Schwertern. Schade, dass die Fenster zu wenig sauber waren und spiegelten. Uns bleiben jedoch viele schöne Erinnerungen, ohne den riesigen Lärm und das Gedränge. An diese indische Nähe zu Menschen, Fahrzeugen können wir uns nicht gewöhnen.
Wir spazieren retour bei der St. Thomas-Kirche vorbei und mit Tuk-Tuk durch kleinste Strassen retour.
Wir beobachten eine Mutter, welche einen behinderten Sohn auf dem Schoss pflegt, Ballone mit einer Handpumpe aufbläst und deren drei weitere Kinder die Ballone auf der Strasse verkaufen müssen.



Ja, der indische Slogan – incredible India – können wir nachvollziehen!
