Camooweal – in der Natur pur

Wir entschieden uns, direkt von Mount Isa noch 170 km weiter westlich nach Camooweal zu fahren. Hier konnten wir frei in der Natur direkt am See/Fluss unter Eukalyptusbäumen parken. So gefällt es uns und wir blieben zwei Nächte.

Einmalig – Abends draussen bei herrlichen Temperaturen beim Nachtessen den Sonnenuntergang zu erleben und morgens bei Sonnenaufgang bereits einen Spaziergang zu machen. Wobei die Kraniche beim Aufstehen direkt vor uns im Fluss nach Futter suchten. Ganz nah zu beobachten!

Alles retour und weiter bis Camooweal

Wir planten die 570 km retour bis Mount Isa zu fahren. Dank einem Tipp übernachteten wir nach 370 km auf einem freien Campingplatz Terry Smith Lookout.

Wir genossen es, frei auf einem Platz in der Nähe der Strasse übernachten zu können. Hier gibt es sehr wenige Fahrzeuge und Nachts ist es sehr ruhig. Wir hatten viel Platz, genossen das Nachtessen bei Sonnenuntergang und den Nachthimmel frei von Lichtverschmutzung und auch Morgens nach Sonnenaufgang wird es schnell wieder warm.

Anderntags fuhren wir frisch gestärkt weiter nach Mount Isa, wo wir Ersatzteile abholen und einkaufen konnten. Nachmittags rollten wir weiter bis nach Caooweal, auch ein Tipp, direkt am Fluss möglichst weit unten. Wir geniessen solche Standorte.

Karumba – am Golf Carpentaria

mehr Fotos später

Schon etwas anspruchsvoll, aber machbar. Wir entschieden uns bis an den Golf von Carpentaria zu fahren. Wir sind zwar keine Fischer aber wilder Barramundi schmeckt sehr gut.

Ja, von Mount Isa wieder 120 km retour, in Cloncurry tanken und weitere 450 km nordwärts durch Savanna an den Golf zu fahren. Wir planten es für zwei Tage, machten es hin  in einem Tag. Für diese 570 km benötigten wir weniger als 7 h. Die Strassen sind gut, meist ist es flach und übersichtlich.  Nur ein Känguru kreuzte einmal die Strasse. dafür viele Tote Kängurus/Wallabis am Strassenrand. Es gibt Ranches, die von der Strasse abgelegen sind, aber Häuser waren keine in Sicht und zwischen zwei Road Houses (Gasthöfen) gab es 200 km nichts. Schön, dies zu erleben.

Enttäuschend für uns waren eher die Campingplätze. Soviel Weite und hier wieder Alles relativ eng zusammen. Es gab viele Plätze, aber alle sind recht voll. Die Australier aus dem Süden suchen hier die Wärme, geniessen das Fischen und einige auch weiter nördlich die Offroadwege.

Wir wechselten die Plätze und konnten so zwei Standorte näher besichtigen. Das Infocenter über die Gegend und ihren Barramundi (männlicher Süsswasserfisch mutiert im Meer zum Weibchen) war super schön und auch die Sunsettour bis hinaus auf eine Sandbank im Meer war sehr eindrücklich.

Am Morgen beim Spaziergang durch diese karge Landschaft sind Vögel und die Kängurus ganz nah.

Danach fahren wir wieder ein grosses Stück zurück und können auf einem Lookout frei übernachten. Solche Situationen sind einmalig. Wir geniessen einen herrlichen Abend bei Sonnenuntergang (kitschige Farben stimmen) und einem klaren Sternenhimmel mit der Milchstrasse.

Mount Isa Rodeo

Wer hatte schon einmal innerhalb einer Pferderennbahn kampiert?

Unser Vorhaben war schon etwas verrückt, aber warum nicht? Vier Tage am grossen Mount Isa Rodeo teilzunehmen. Frühzeitig gebucht, rechtzeitig kamen wir an, aber eher sehr spät in die Rennbahn hinein. Um 15 Uhr hiess es um  19 Uhr, dann aber um 22 Uhr wäre die Durchfahrt über die Rennbahn in den Innenkreis möglich. Ja, den ganzen Donnerstag Nachmittag und Abend fanden Pferderennen statt. Parallel dazu auch Rodeo, Aborigine Vorführungen, eine grosse Chilbi und zwei Musikbühnen. Hier sind alle chick gekleidet, gilt dies doch als einmalig jährlich grösstes Rodeo Festival in Australien. Von überall kommen 30’000 Teilnehmer angereist – Minister und auch mindestens zwei von Overseas!

Ja, so kann man die Australier life erleben, ihre Art und Lebensfreude – herrlich!

Fotos folgen, bei besserem Internet.

Hard Times

Was es alles zu sehen gab. Neben dem Rodeo wollten wir mehr über die Geschichte der Aborigines und den Bergbau erfahren.

Hier leben fast 30 % Aborigines, indigene Menschen, die teilweise mit ihrer Geschichte hadern.

Mit Matthew einem Aboriginal aus dem Norden hatten wir eine eindrückliche Führung. Er zeigte uns ihre Werkzeuge, erklärte uns die verschiedensten Bäume, Sträucher, Kräuter und auf einem Rundgang durch Garten und Teich spürten wir seine Freude an der Natur.
Selber hatte er auch eine lange Geschichte, mit viel Alkohol, Tätlichkeiten mit Frauen und eigener Verletzung am Kopf. Er klagte, dass die Jungen kein Interesse mehr an der ursprünglicher Kultur haben. Ja, der Sprung über Tausende von Jahren in die Neuzeit ist schwierig zu bewältigen.

Wir nutzten diese Zeit, um mehr über die einträgliche Geschichte des Bergbaus zu erfahren. Hier ist eine der weltweit grössten Mine über 1000×5000 m. Um 1923 entdeckt, wurde sie nach diversen Krisen erst ab 1937 profitabel. Hier wird Blei, Kupfer, Zinn und Silber abgebaut und mit dem Zug nach Townsville transportiert, weiter veredelt und verschifft.

Wir erlebten mit Ian eine eindrückliche Führung in einem speziell für Touristen gebauten unterirdischem Bergbaumuseum. Er selber arbeitete  über 30 Jahre hier im technischen Dienst.

Bis Mount Isa

Wir fuhren von Charters Towers in zwei Tagen westwärts ins Landesinnere bis zum geplanten Ziel – Mount Isa – der Stadt mit 36’000 Bewohnern, bekannt für den Bergbau und der grössten jährlichen Rodeo-Feier. Auch haben wir unsere Reisepläne mit dem Norden bis an den Golf Capricorn erweitert.

Am ersten Tag machten wir 500 km in gut 6 Stunden. Gut, dass wir uns  abwechseln konnten. Seit Indien fuhr Gaby kaum noch, hier kommt wieder Freude auf.
Wer  kann sich das vorstellen, 150 km von einem kleinen Dorf ins Nächste? Einfach meist gerade aus über weite Ebenen mit wenigen Hügeln. Über die Hälfte der Fahrt bis Hughenden gab es viele (Eukalyptus-) Bäume und riesige Weiden mit wenigen Rindern, danach folgte fast nur noch eine struppige Steppe.

Wir erreichten frühzeitig unseren geplanten Ort in Julia Creek. Der Campingplatz war ausgebucht, aber ein freier RV-Platz am Wasser gefiel uns viel besser. Jetzt waren wir richtig im Outback angekommen und konnten herrlich schlafen.

Am zweiten Tag war die Fahrt wesentlich kürzer, wobei die Strassen auch nicht mehr ganz so gut waren. In Cloncurry  besuchten wir ein Museum über den Mineralabbau und deren Geschichte. Ab 1870 wurde hier Kupfer und Zinn abgebaut und ab 1920 wechselte der Abbau nach Mount Isa, 120 km westlich im Landesinnern.

Hier in Mount Isa wird auch heute immer noch industriell aus bis 2000 m Tiefe stündlich 1000 Tonnen Erz aus dem Boden geholt. CH-Glencor macht dies möglich, wie auch diese 4 Rodeo-Festtage.

Bei der Ankunft fuhren wir zuerst auf den Aussichtshügel und konnten beim selbst gekochten Mittagessen auf das Festgelände und die Minen hinunterschauen.

Townsville – Charters Towns

Wir reisten retour südwärts über Townsville und danach auf der Overlander Road westwärts bis Charters Towers.

In Kuranda besuchten wir morgens früh die Barron Falls. Hier wurde bereits sehr früh das Gefälle genutzt und in die Felsen ein Stromkraftwerk gebaut. Wir genossen den Spaziergang durch den Regenwald – ganz alleine auf weiter Flur. Nach der Öffnung des Tierparks besuchten wir Koalas und viele weitere Tiere. Die grosse Schmetterlingsfarm lohnte sich wegen der „Kälte“ nicht. Die Schmetterlinge brauchen mindestens 10 Minuten Sonne, um zu fliegen.

Von den Hügeln führte uns danach der kurvige Weg hinunter nach Cairns. Hier konnten wir ein Ersatzteil für die Toilette an der Post abholen und die Stadt am Meer besichtigen.

Danach fuhren wir der Küste nach bis Cardwell und kamen erst kurz vor dem Eindunkeln an. Wir staunen, überall sind auch ältere Campings sehr gepflegt.

Anderntags gab es 400 km bis Charters Towns. Zwischendurch in der grossen Stadt Townsville gab es Einkäufe und teuren Diesel für die längere Reise ins Outback. Wir staunten über das riesige, moderne Einkaufszentrum mit allem Komfort. Sogar Aldi öffnet hier demnächst eine Filiale.

In Charters Towers, einer ehemaligen Goldgräberstadt übernachteten wir. Hier wurde ab 1870 über hundert Jahre Gold abgebaut. Heute ist die Stadt stark geschrumpft, hat aber noch viel Geschichte und Erinnerungen anzubieten.

Kuranda – herrlicher Touristenort

Ursprünglich war die Idee von Cairns mit dem Zug in die Berge nach Kuranda zu fahren und danach retour. Leider war dies an einem Tag nicht möglich und so fuhren wir mit unserem MG-Bobil selber hoch. Martin war überrascht, gegen Abend noch so viele Kurven hoch zu fahren. Aber es lohnte sich.

Trotzdem wollten wir nach dem Parken noch auf Entdeckung gehen und marschierten den Schienen entlang ins Dorf. Herrlicher alter Bahnhof und schöne Häuser erinnern an alte Zeiten. Hier wurden bereits ab 1860 Schienen über Brücken und Tunnels hochgezogen. Ziel war damals die „kostengünstigere“ (wurde teurer) Verbindung zwischen Cairns und Port Douglas. Genutzt wurde die Bahn primär für den Holzexport aus dem Regenwald ans Meer für die weitere Verschiffung bis nach England.
Unser Fussweg retour über die Strassen um den Hügel herum dauerte wesentlich länger, aber kurz nach dem Eindunkeln erreichten wir unser Lager im Wald.

Daintree Regenwald

Es war nicht der erste „älteste“ Regenwald, den wir besuchten. Überall wird mit grössten, höchsten, ältesten, … Schlagworten geworben. Aber wir genossen diesen Ausflug, zur Fähre, mit Schifffahrt und Dorfbesuch.

In kurzer Distanz besichtigten wir die Fähre mit Seilantrieb und machten eine kurze Flussfahrt. Dabei konnten wir Krokodile, eine Schlange und Vögel beobachten.

Das Dorf Daintree wurde Ende des 19. JH. von den Engländern gegründet. Holz und Butter wurden von hier bis nach England verschifft. Aber so einfach war das Leben hier nicht. Die Lehrer hatten z.T. nur ein kurzes Leben.

Wir geniessen unseren Platz mit Strandspaziergang.

Daintree Beach

Hier treffen zwei Weltkulturerbe zusammen – Great Barrier Riff und Daintree Nationalpark.

Unsere Reise ging weiter als geplant zu unserem nördlichsten Punkt an den 140 km langen Daintree River.
Früher unten bei Bundaberg (Beef Town) gab es primär Farmen mit weissen, braunen, schwarzen Rindern, danach wechselte es zu riesigen Zuckerrohrfeldern mit Kilometerlangen 61 cm breiten Zuggleisen für den Transport. Auch kreuzten wir lange Züge an den Hafen von riesigen Kohleabbau (Investition von Indien). Danach kamen viele fruchtbare Felder und Bananenplantagen und jetzt fuhren wir der engen Küstenstrasse entlang mit Strand, Wald und steilen Hügeln.

Als Zwischenstopp wählten wir Port Douglas einer Hafenstadt am Meer, zwischen markantem Berg und langem Beach. Einen langen Spaziergang bei schönem Sonnenschein, überraschendes Mittagessen, was will man noch mehr?

Nach kurzer Fahrt kamen wir zu unserem Campingplatz. Auch hier gibt es Pfützen, aber uns gefällt es und wir marschierten los dem Strand entlang.