Regenwald und Koalas lockten uns in den bimbipark, ein Campingplatz auf dem Rückweg vom Cape Otway an die Great Ocean Road.
Nach den intensiven sechs Stationen an der Ocean Road waren wir froh im nahen bimbipark zu übernachten. Auf unserem abendlichen Rundgang konnten wir bereits Koalas hoch in den Bäumen sichten. Aber man braucht gute Augen und Geduld, bis man sie finden kann.
Interessant war auch das viele Geschnatter der vielen Vögel, speziell das Lachen der Kookaburra. Es hat so viele davon und Kakadus in Schwärmen.
Anderntags wanderten wir bis zur Station Beach. Nach Angaben war es nur ein 2.5 km langer Weg. Durch Buschwerk, im Sand Hügel hinauf und hinunter war es recht anstrengend. Belohnt wurden wir durch herrlichen Sandstrand. Danach brauchten wir eine Stunde retour und wir waren froh heil anzukommen.
Stolz waren wir, dass wir auf dem Rückweg drei wilde Koalas in den Baumwipfeln entdecken konnten.
Dieses Strassenstück bis Geelong wird als Muss in Australien verkauft. Auch die zwölf Apostel, aktuell noch sieben, sind weltbekannt. Ist es der gute Name oder die Tatsache, dass Soldaten nach dem ersten Weltkrieg im 1929 diese Strasse mit Pickel und Schaufel bauten? Man fährt einige Punkte an der Küste an, ansonsten oft im Landesinnern, beim Lavers Hill auf bis 420 m ü.M.
Wir bekamen nie genug von der vulkanische Küste in Südaustralien. Jetzt in Victoria sind es mehrheitlich Sandsteinküsten. Dieses helle Gelb/Braun wirkt im blauen Wasser wunderbar. Gut, wenn man Zeit hat und verschiedene Stationen anfahren kann.
Erster Punkt war Bay of Island mit grossen Buchten.
Der weitläufige Halladale Point war unsere zweite Station. So teilten wir uns auf zwei Spitzen auf.
Bei der London Bridge ist ein Teil abgebrochen.
Der vierte Halt war Loch Ard Gorge mit Island Lookout. Die verschiedenen Finger waren so weitläufig, dass wir uns schlussendlich aufteilten und Martin allein das Fahrzeug abholte. Aber es lohnte sich, dafür Zeit zu nehmen – einfach eindrücklich!
Mittagessen gab es für uns auf dem Lavers Hill, den Kaffee bereits weiter unten am Castle Cove (5. Ausblick), wo wir Wanderer auf dem 100 km Great Ozean Walk begegneten. Die Touristen waren zufrieden, auf die Sandbank zu blicken und wenige wanderten hinunter bis an den Beach.
Bei den zwölf Aposteln gab es so viele Autos/Leute, dass wir lieber weiter fuhren. Alles brauchen wir nicht zu sehen. Für uns schöner war der Abstecher an das Cape Otway. Spannend zu hören, warum diese Enge für die Segelschiffe so wichtig war. Die Reise von London bis Melbourne dauerte im 19. JH. 3-5 Monate. Um schneller zu werden, wurde immer tiefer in die kalte Antarktis gesegelt. Für mehr Wind wurden Kälte, Nebel und Sturm in Kauf genommen. Eine Orientierung war daher sehr schwierig. Das Nadelöhr zwischen Cape Otway und King Island zu erreichen wurde fast zum Lottogewinn. Auf einem Schiff feierten sie bereits die Landsicht (nach so langer Zeit und dieser Enge) und ihre Ankunft am nächsten Tag. Trotzdem strandeten sie im Sturm an den Klippen und selten gab es Überlebende. Von hier wurde auch eine 300 km Telegraphenleitung nach Tasmanien gelegt, welche schlecht funktionierte und nach drei Jahren den Geist aufgab.
Dank einem Tipp fuhren wir der Küste entlang an herrliche fast einsame Buchten. Welcher Genuss bei neu Temperaturen bis 30 °C im kühlen, sauberen Wasser zu schwimmen!
Am Montag klappte alles super und bereits bis zum Mittag hatten wir eine neue auf das MG-Bobil angepasste bessere Matratze. Die erst 2.5 Jahre Alte war durchgelegen und gleichzeitig bot sich uns die Gelegenheit für eine gründliche „Schlafzimmer“-Reinigung.
An diesem kleinen weniger bekannten Küstenabschnitt, abseits der Great Ocean Road passte es für uns. Martin ging Mittags in der ersten Bucht schwimmen und wiederholte es Abends in der nächsten Bucht (blauer Punkt), wo wir ganz allein übernachteten.
Herrlich dieser Ausblick Abends/Morgens vom Wohnmobil.
Die „Engländer“ sind bekannt dafür, dass sie Sorge zur Geschichte tragen. Hier wird auch überall viel Altes abgestellt oder irgendwie präsentiert, z.B. ein alter Traktor mit aktuell einem Weihnachtsmann..
Wir besuchen selten eines der vielen Museen. Heute bot sich bei schönem Wetter die Gelegenheit ein Mini-Beatenberg zu besuchen und sich in die Zeit ab 1850 zu versetzen.
Nachgebautes Dorf, bzw. gezügelte HäuserHafen
Das Spannendste war ein alter, vertonter Film von einer Schifffahrt London nach Australien im 1929. Der Regisseur/Kameramann erzählte dabei, was sie damals auf einem Viermaster von 8 Tonnen (5 t Fracht) erlebten. Welche Arbeitsbedingungen, wie sie auf diese hohen Segelmasten ohne jegliche Sicherung bei Wind und Wetter hochkletterten. Für uns unvorstellbar. Viele Schiffe strandeten auch.
1929-er Film von Schiffsreise bis AustralienSchiffswracks wurden aufgelistet
Aber auch seine Aufnahmen von zuoberst, zuvorderst im Bug bei grösstem Sturm. Im Voraus trainierte er auf Hochrädern und kletterte auf hohe Masten und zuoberst machte er noch einen Kopfstand – ohne jegliche Sicherung!
Passend war zu sehen, was alles von London über Kap Horn nach Australien verschifft wurde.
Feuersicherer Banktresor von LondonDruckerpresse
Somit wurde das Leben hier erträglicher, wenn auch die Überfahrt von 3 -6 Monaten auch für Passagiere oft ein Horror war und sie anschliessend nie mehr eine Schiffsreise unternehmen wollten.
WohnraumSpitalzimmerLeseraumPfarrerzimmerSchneidereiBankschalterSchulzimmerPubFahnen für Austausch Schiff – FestlandShippman AgendFahnen für Austausch Schiff – Festland
Uns war nicht bewusst, wie die Schiffe mit dem Land kommunizieren konnten. Verschiedene Fahnen dienten als Dialog. Also Regeln und Verkaufsangebote gab es schon immer.
Hier schneit es nicht und ist auch nicht so kalt, wie aktuell in der Schweiz. Trotzdem, die Sonne zeigte sich nur zögerlich und 16 ° ist für uns schon etwas kalt. Also nutzten wir die Gelegenheit das Thermalbad in Warrnambool zu besuchen. Hier badeten wir in sehr mineralhaltigem Wasser aus vulkanischem Gestein, eine schöne Anlage mit vielen kleinen verschieden warmen Pools, richtig schön und entspannend.
Bis 1890 wurden hier sehr viele Wale gefangen, 58’000 in 50 Jahren. Fast ausgerottet, hat sich der Bestand langsam wieder auf 2’500 Right Whales regeneriert. Gesehen haben wir keinen. Zwei Flüsse fliessen hier ins Meer und bieten schöne Spaziergänge.
Von Mount Gambier fuhren wir wieder retour an die Küste und genossen mehrere Zwischenhalte.
Küste als Kunstbild
Port Mac Donnell ist südlichster Punkt von Südaustralien und ein einfaches Fischerdorf mit gefährlicher Küste. Manche Schiffe sind an diesen vulkanischen, scharfen Cliffs gestrandet. Bereits 1858 wurde hier ein erster Leuchtturm mit mehrfarbigen Lichtern errichtet.
Wir strandeten wieder für eine Nacht weit draussen an der Küste. Ab da konnten nur noch verrückte 4WD an den Sandstrand hinunterfahren. Wir genossen die Ruhe, den Wind und den herrlichen Ausblick.
Die Weiterfahrt führte durch meist grüne Wiesen mit vielen Rindern. Für Hochleistungskühe wurden die Wiesen sogar intensiv bewässert.
Wir wechselten von Südaustralien nach Victoria, flächenmässig der kleinste Staat, aber mit 6.5 Mio. Einwohner die höchste Bevölkerungsdichte von Australien. Ab hier heisst die Route South Ocean Road. Wir passierten riesige intensiv genutzte Waldpartien und viele Roadtrains mit relativ dünnen Holzstämmen überholten uns.
Intensive WaldnutzungAlles braune ist abgeholzt
Die Industriestadt Portland wollten wir für einen Kaffeehalt geniessen. Aber am Hafen konnten wir uns kaum satt sehen, wie ohne Unterbruch riesige Lastwagen beladen mit Getreide auf eine lange Hebebühne fuhren, Lastwagen und Anhänger hydraulisch zusammenkoppelten und dann ihre Fracht entleerten.
Die meisten Kirchen haben keinen TurmBlick zum Tram und an den Hafen
Jetzt wollten wir noch mehr sehen, das riesige Aluminiumwerk und der Verlad von Holz. Nach Information werden hier auch viele lebende Schafe und Rinder nach Asien und in Arabische Länder verschifft.
Somit gab es Mittagessen und ein Spaziergang am interessanten „Industriestrand“.
Wir hatten Glück. Erst wenige Tage zuvor hat sich das Wasser im Vulkankrater blau gefärbt.
Ohne dieses Wissen sind wir 85 km ins Landesinnere in diese eigenartige Vulkangegend gefahren. In diesem Touristenort gibt es viele Sinkholes. Die erste war geschlossen, das zweite wurde bereits im 19. JH. für schöne Stunden inkl. Bootsfahrt genutzt. Die Dritte überzeugte eher durch den schönen Rosengarten davor.
Viel interessanter waren die Vulkankrater. Erst dank einem super Film wurde uns die Komplexität dieser Entstehung bewusster. Zwei grosse Platten (nach der Trennung mit der Antarktis) stiessen hier aufeinander und es gab mehrere Vulkanausbrüche und auch Explosionen mit Wasser. Unter der Stadt gibt es auch heute noch sehr viele Höhlen, wo die Lava den Weg bis zum Meer suchte.
Intensive Spaziergänge zeigten uns sehr unterschiedliche Entwicklungen auf.
Den Blue Lake besuchten wir bei grauem und blauen Himmel. Das Wasser hatte immer ein ganz intensives blau, wegen seinen Mineralien, welche sich bei kühleren Temperaturen auskristallisieren. Er dient als riesiger Speicher für das Trinkwasser der Stadt.
vor 42 Jahren war er nicht so blaukitschiges Blau auch bei grauem Himmel
In den mittleren kleinen Krater mussten wir hinabsteigen. Er ist heute trocken, hat aber eine sehr urtümliche Bewaldung, fast wie ein Märchenwald.
Den rechten Valley Lake mit grünem Wasser konnten wir mit dem MG-Bobil umrunden und bot gute Gelegenheit für unser Mittagessen unter vielen Enten.
Aber unvergesslich bleibt uns der Blue Lake. Am andern Morgen lohnte sich eine Umrundung zu Fuss. So speziell, zum Staunen.
Wir kriegen nicht genug von der wilden Meeresküste und entschieden uns nach bereits 40 km in Beachport zu bleiben.
Abfahrt in RobeGrüne WiesenAnkunft in Beachport
Wenn man sich informiert, findet man auch den wunderschönen Scenic Drive 2 der Küste entlang mit verschiedenen Spots. Die Tourist Information gab uns auch den Tipp am Blow Hole zu übernachten – eine Nacht wäre für uns schon erlaubt. Wie schön – wir hatten das stürmische Meer ganz für uns und genossen es richtig.
Scenic Drive um Pool of Siloam (sehr salzig)Welches ist der richtige Spot für uns?
Stellt euch vor, man sitzt in der Pampas an einer wilden Küste und geniesst den Komfort wie zu Hause, vom Essen (Saison sind Kirschen, geschmackvolle Erdbeeren, Mangos, etc.) bis zum Internet (Fotos via Cloud synchronisieren, Schweizer Radio oder Film) – Wahnsinn nicht???
Wir genossen lange Strandspaziergänge durch die verschiedenen Buchten, was will man noch mehr?
Wir fuhren weiter der Küste Richtung Melbourne nach und erreichten nach Zwischenstopps Robe, ein schöner Touristenort am Meer.
Nach dem schmalen Küstenstreifen mit dem Nationalpark folgten meist Wiesen mit vielen Angus-Kühen im gelben Gras. Es gab teilweise Kornfelder, Weinanbau und Schafzucht. Von Lobstern wird auch viel geschrieben, kaufen, essen wollten wir morgens noch keine.
Von Kingston zweigten wir ab bis zur Spitze von Cape Jaffa. Neu wurde hier ein Hafen angelegt und viele neue Häuser darum errichtet. Die Bauweise im Ständerbau (ohne Isolation) mit dünnen Holzfaserplatten ist recht einfach. Trotzdem gefällt Martin die weisse „Burg“ auf dem Hügel mit Blick zum Meer..
Von Schiffsteg in Cape Jaffa, Blick zurückIns Wasser? zu kalt?
In Robe können wir uns gut Sommerferien vorstellen. Das Wasser wird zwar nie warm, die Luft hat bereits jetzt eine schöne Temperatur. Wir geniessen es.