Pound Walk

Früh am andern Tag unternahmen wir eine geplante 3-4-stündige Wanderung – Pound Walk. Einmalig diese Natur, Vielfalt und Farben! Mit der Sonne stiegen wir in die Höhe und genossen auf dem Lookout einen wunderbaren Ausblick.

Danach ging es an Hängen hinunter in das breite Flusstal. Wir wanderten durch verschiedene trockene Flussbette. Langsam wurde es immer enger, zuerst sandig und in der Schlucht hüpften wir im trockenen Bachbett über die Steine. In der Schlucht kam ein kleiner See und oh weh, keine Brücke, kein Weg. Weiter ging es nur durch tiefes Wasser. Wir waren ganz alleine, ohne Empfang und auf dem Beschrieb war nichts davon erwähnt. Nach Organic gab es nur den Weg durch diesen See. Also Schuhe, Hosen ausziehen und ab durch kaltes Wasser.

Gaby war ganz entsetzt, das Wasser stieg bis zum Bauch. Wir Greenhörner versuchten nun via Felsen nicht tiefer ins Wasser zu müssen. Diese waren glitschig und irgendwann rutschten beide aus und unsere Kleider wurden nass. Erleichtert kamen wir ans andere Ufer, aber auch hier war der weitere Weg nicht klar. Die kürzere Route führte nochmals durchs Wasser oder hoch am Felsband entlang??? Martin versuchte diesen schwierigen Weg zu erkunden und musste jedoch umkehren.

Glücklicherweise kamen jetzt andere Wanderer. Ohne Umstände zogen sie sich aus und spazierten ruhig durch das tiefere sandige Flussbett. Später kam eine ganze Gruppe von jungen Frauen und fanden es ganz lustig. Somit folgten wir der Gruppe dem längeren Weg hinauf zum Ghost Gum und genossen den herrlichen Ausblick zurück zu unserem Weg. Ja, wir brauchten mit vielen Pausen, Fotostopps einfach 5 h, aber waren auch mit Abstand die Ältesten. Wir genossen Mittagessen und Erholung und buchten gleich noch eine weiter Übernachtung.

Red Center Way

Von Alice Spring kann man einen 230 km Trail zu Fuss in 12 Tagesetappen dem West MacDonnell Ranges entlang wandern. Wir fuhren lieber diese Strecke und besichtigten schönste Orte in vier Tagen und genossen eine fantastische Natur.

Wir hatten Glück, hatte es diesen Februar etwas geregnet. Jetzt war Frühling und wir genossen das Grün und die vielen Blumen in der Wüste – so abwechslungsreich! Man fährt einem roten Hügelzug entlang auf etwa 600 m und der höchste Berg, Mount Soder, ist 1500 m hoch.

Der erste Halt war der Stanley Chasm. Von der Landstrasse ging es ab in die Hügel und zu Fuss in eine Flussschlucht mit wilder Natur hinauf zwischen roten steilen Felswänden und unten das weisse Dolomit-Flussbett.

Nächster Stopp war der Point Howard Lookout, wo wir das Mittagessen mit schönen Blick in die Bergwelt genossen.

Am Nachmittag besuchten wir Ellery Creek Big Hole, einem Natursee, wo einige im kalten Wasser badeten.

Am Ochre Pits bewunderten wir die verschieden farbigen Steinschichten. Die Aborgines bauten hier Steine ab für ihre farbigen Bemalungen.

Rechtzeitig kamen wir zum Ormiston Gorge, wo wir übernachten wollten und zum Abschluss an die Waterhole spazierten. Wenige genossen das kühle Bad und Kinder vergnügten sich im Sand.

 

Alice Springs

Nach den 1’700 km von Karumba verbrachten wir die nächsten Tage bis zum Heimflug in Alice Springs, einer Wüstenstadt mit 25’000 Einwohnern.

Von Devils Marble fuhren wir weiter Südwärts auf dem Stuart Highway und machten einen Zwischenhalt in der Red Center Farm. Spannend, hier fanden sie im Boden viel Wasser und schwupps gibt es riesige Trauben- und Mangofarmen – in der Wüste.

Unterwegs suchten wir mögliche Übernachtungsplätze, weil uns die „Wüste“ schön vorkam. Trotz allem viele Bäume und blühende Sträucher/Blumen. Aber etwas gepflegtes fanden wir nicht.

Anstelle einem grossen Campingplatz buchten wir über die Webseite Hipcamp einen Platz bei Privaten auf einem grossen Gelände. Hier verwirklicht sich Ashley, ein ehemaliger Inhaber einer Mechanikerwerkstatt, mit vielen eisernen Gegenständen aus Bergbau und geschweissten Kunstwerken. Wir geniessen hier die Ruhe zwischen den Bäumen.

Einige Leute warnten uns vor Alice Springs. Es gibt fast ein drittel Aborigines. Kürzlich gab es Unruhen und sogar die Polizeiautos wurden von Jugendlichen mit gestohlenen Autos gerammt. Also galt für uns Vorsicht; nie Nachts auf die Strasse, aufpassen wo parken; den vielen herumstehenden Schwarzen ausweichen und sie nicht provozieren. Trotzdem fahren wir zuerst in die Stadt zum Einkaufen und ins Informationszentrum. Diese für uns fremden schwarzen Menschen wirken etwas unheimlich. Alkohol ist das Hauptproblem und erst damit werden sie unberechenbar.

Dem Telegraphenamt galt unser erster Besuch. Erstaunlich, wie bereits 1872 eine 3’200 km lange Telegraphenleitung von Süd nach Nord quer durch bisher unbekanntes trockenes Land gelegt wurde. Hier kamen Kamelkarawanen mit afghanischen Kamelführern zum Einsatz. Erst die dritte Entdeckungsreise von Sir Stuart war durchgängig erfolgreich.
Sir Charles Todd wollte zuerst lieber den langen teureren Seeweg bis nach Jakarta verkabeln. Aber nach Variantenanalyse wurde innert zwei Jahren eine Verbindung bis Darwin gebaut und somit wurden erste Morseverbindungen bis nach England möglich.

Auf dem Anzac Hill genossen wir einen herrlichen Überblick über die Stadt zwischen den Hügeln, Flüssen und Bergrücken. In etwa konnten wir nachvollziehen, warum die Telegraphenstation im 1932 geschlossen wurde. Der Standort bot zu wenig Wasser und somit wurde die Stadt Stuart, später Alice Springs genannt, um 4 km in einem anderen Tal gegründet.

Anderntags besuchten wir den Dessert Parc, ein im 1997 errichteten Tier- und Naturpark in der Wüste. Früh Morgens war es noch ruhig und die Vögel pfiffen um die Wette. Verschiedenste Stationen erklärten das Leben, die Fauna in der Wüste. Das Beste war jedoch die Vogelschau. Wie von Zauberhand erschienen im Freien verschiedenste Vögel bis zum Falken mit professioneller Erklärung über deren Lebensart. Für uns gab es sehr viel Neues zu entdecken.

Devils Marble

Über einen Zwischenstopp in Tennants Creek – der Goldgräberstadt – fuhren wir weiter bis Devils Marble, einer Kultstätte der Aborigies mit herrlichen Granitsteinen.

Es gab wenige Roadhouses unterwegs und wir halten jeweils gerne an diesen geschichtsträchtigen Plätzen, trinken einen Kaffee oder essen etwas, sofern es für uns stimmt.

Nach der langen flachen Weite freute man sich auf auf die rotbraunen Steinhügel und wir nahmen uns Zeit das Museum über die Goldgräberstadt zu besuchen. Mühsam mit Pickeln und Eimern wurden Schächte gegraben und erstes Gold geschürft. Es war sehr heiss, Wasser fehlte und musste aufwendig mit Kamelen hergetragen werden. Frauen fehlten ebenso und so wurden 200 Frauen (Reise gratis) eingeladen, die Goldgräber zu besuchen. Viele blieben, aber erst ab 1960 gab es schönere Häuser mit Wasser und Kühlung.

Devils Marble ist ein wunderbare Gegend. Wir staunten, wie durch wahrscheinliche Eruption und Erosion diese Gebilde entstanden. Den Aborigines wurde diese Gegend für 99 Jahre zurückgegeben, da es für sie auch eine Kultstätte ist.

Wir genossen auf der Hinfahrt einen eigenen Platz für unser Mittagessen, machten am Nachmittag einen Spaziergang und konnten auf einem Campingplatz übernachten. Uns half dabei ein australisches Paar bei der elektronischen Reservation.  Wir hatten wieder einmal keinen Empfang.

Auch am andern Morgen wollten wir diese interessanten Gebilde bei Sonnenaufgang erleben.

Barkley Homestead

Wir fuhren weiter Westwärts auf der Overländer Road neu im Staat Northern Territory bis Tablelands.

Man fährt hunderte von Kilometern durch flaches Savannengebiet. Es ist aber keine trostlose Wüste sondern Steppengrass, abwechselnd mit „Wüstenträuchern und -bäumen“.  Es hat wenige Trucks – Roadtrains mit bis 19 Achsen – und erstaunlich vielen Campern. Wir fühlen uns wohl und nicht verloren.

Es gibt gelegentlich Rinder weit verstreut in allen Farben. Hier eine Sammelstelle für den Transport. Alle waren ganz ruhig und haben uns beobachtet.

Eigentlich wollten wir hier nur einen Zwischenstopp mit Tank- und Kaffeehalt machen, aber ein so schönes Roadhouse mit Camping, warum nicht hier übernachten? Nach einem Wirbelsturm letztes Jahr wurde hier vieles verwüstet und sehr rasch neu aufgebaut. Super eine initiative Familie.

Es gibt uns die Gelegenheit früh zu parken und Wäsche zu waschen. In der Sonne, bei starkem Wind und trockener Luft wurde die Wäsche schneller trocken als im Tumbler.

Gegen Abend trafen viele Camper ein und dies gibt immer eine gute Gelegenheit für einen Austausch, dieses Mal mit Neuseeländern.

Camooweal – in der Natur pur

Wir entschieden uns, direkt von Mount Isa noch 170 km weiter westlich nach Camooweal zu fahren. Hier konnten wir frei in der Natur direkt am See/Fluss unter Eukalyptusbäumen parken. So gefällt es uns und wir blieben zwei Nächte.

Einmalig – Abends draussen bei herrlichen Temperaturen beim Nachtessen den Sonnenuntergang zu erleben und morgens bei Sonnenaufgang bereits einen Spaziergang zu machen. Wobei die Kraniche beim Aufstehen direkt vor uns im Fluss nach Futter suchten. Ganz nah zu beobachten!

Alles retour und weiter bis Camooweal

Wir planten die 570 km retour bis Mount Isa zu fahren. Dank einem Tipp übernachteten wir nach 370 km auf einem freien Campingplatz Terry Smith Lookout.

Wir genossen es, frei auf einem Platz in der Nähe der Strasse übernachten zu können. Hier gibt es sehr wenige Fahrzeuge und Nachts ist es sehr ruhig. Wir hatten viel Platz, genossen das Nachtessen bei Sonnenuntergang und den Nachthimmel frei von Lichtverschmutzung und auch Morgens nach Sonnenaufgang wird es schnell wieder warm.

Anderntags fuhren wir frisch gestärkt weiter nach Mount Isa, wo wir Ersatzteile abholen und einkaufen konnten. Nachmittags rollten wir weiter bis nach Caooweal, auch ein Tipp, direkt am Fluss möglichst weit unten. Wir geniessen solche Standorte.

Karumba – am Golf Carpentaria

mehr Fotos später

Schon etwas anspruchsvoll, aber machbar. Wir entschieden uns bis an den Golf von Carpentaria zu fahren. Wir sind zwar keine Fischer aber wilder Barramundi schmeckt sehr gut.

Ja, von Mount Isa wieder 120 km retour, in Cloncurry tanken und weitere 450 km nordwärts durch Savanna an den Golf zu fahren. Wir planten es für zwei Tage, machten es hin  in einem Tag. Für diese 570 km benötigten wir weniger als 7 h. Die Strassen sind gut, meist ist es flach und übersichtlich.  Nur ein Känguru kreuzte einmal die Strasse. dafür viele Tote Kängurus/Wallabis am Strassenrand. Es gibt Ranches, die von der Strasse abgelegen sind, aber Häuser waren keine in Sicht und zwischen zwei Road Houses (Gasthöfen) gab es 200 km nichts. Schön, dies zu erleben.

Enttäuschend für uns waren eher die Campingplätze. Soviel Weite und hier wieder Alles relativ eng zusammen. Es gab viele Plätze, aber alle sind recht voll. Die Australier aus dem Süden suchen hier die Wärme, geniessen das Fischen und einige auch weiter nördlich die Offroadwege.

Wir wechselten die Plätze und konnten so zwei Standorte näher besichtigen. Das Infocenter über die Gegend und ihren Barramundi (männlicher Süsswasserfisch mutiert im Meer zum Weibchen) war super schön und auch die Sunsettour bis hinaus auf eine Sandbank im Meer war sehr eindrücklich.

Am Morgen beim Spaziergang durch diese karge Landschaft sind Vögel und die Kängurus ganz nah.

Danach fahren wir wieder ein grosses Stück zurück und können auf einem Lookout frei übernachten. Solche Situationen sind einmalig. Wir geniessen einen herrlichen Abend bei Sonnenuntergang (kitschige Farben stimmen) und einem klaren Sternenhimmel mit der Milchstrasse.

Mount Isa Rodeo

Wer hatte schon einmal innerhalb einer Pferderennbahn kampiert?

Unser Vorhaben war schon etwas verrückt, aber warum nicht? Vier Tage am grossen Mount Isa Rodeo teilzunehmen. Frühzeitig gebucht, rechtzeitig kamen wir an, aber eher sehr spät in die Rennbahn hinein. Um 15 Uhr hiess es um  19 Uhr, dann aber um 22 Uhr wäre die Durchfahrt über die Rennbahn in den Innenkreis möglich. Ja, den ganzen Donnerstag Nachmittag und Abend fanden Pferderennen statt. Parallel dazu auch Rodeo, Aborigine Vorführungen, eine grosse Chilbi und zwei Musikbühnen. Hier sind alle chick gekleidet, gilt dies doch als einmalig jährlich grösstes Rodeo Festival in Australien. Von überall kommen 30’000 Teilnehmer angereist – Minister und auch mindestens zwei von Overseas!

Ja, so kann man die Australier life erleben, ihre Art und Lebensfreude – herrlich!

Fotos folgen, bei besserem Internet.

Hard Times

Was es alles zu sehen gab. Neben dem Rodeo wollten wir mehr über die Geschichte der Aborigines und den Bergbau erfahren.

Hier leben fast 30 % Aborigines, indigene Menschen, die teilweise mit ihrer Geschichte hadern.

Mit Matthew einem Aboriginal aus dem Norden hatten wir eine eindrückliche Führung. Er zeigte uns ihre Werkzeuge, erklärte uns die verschiedensten Bäume, Sträucher, Kräuter und auf einem Rundgang durch Garten und Teich spürten wir seine Freude an der Natur.
Selber hatte er auch eine lange Geschichte, mit viel Alkohol, Tätlichkeiten mit Frauen und eigener Verletzung am Kopf. Er klagte, dass die Jungen kein Interesse mehr an der ursprünglicher Kultur haben. Ja, der Sprung über Tausende von Jahren in die Neuzeit ist schwierig zu bewältigen.

Wir nutzten diese Zeit, um mehr über die einträgliche Geschichte des Bergbaus zu erfahren. Hier ist eine der weltweit grössten Mine über 1000×5000 m. Um 1923 entdeckt, wurde sie nach diversen Krisen erst ab 1937 profitabel. Hier wird Blei, Kupfer, Zinn und Silber abgebaut und mit dem Zug nach Townsville transportiert, weiter veredelt und verschifft.

Wir erlebten mit Ian eine eindrückliche Führung in einem speziell für Touristen gebauten unterirdischem Bergbaumuseum. Er selber arbeitete  über 30 Jahre hier im technischen Dienst.