Verschiffung in Picton

Über die Zwischenstation Blenheim fuhren wir nach Picton, um retour auf die Nordinsel zu verschiffen.

Wir folgten der langen Küste nach, später über Land; wobei die Lastwagen und Fahrzeuge auf teilweise engen Strassen sehr rasch unterwegs waren. Wir liessen sie lieber vorbei und genossen die schöne Szenen.

Für die nächsten Tage wurde schlechtes Wetter angesagt. So besuchten wir in Picton nur das Museum mit dem einzigen noch erhaltenen Schiff, welches Immigranten hierher brachte. Wir buchten um und konnten so einen Tag früher (vor dem Sturm) verschiffen.

Dieses Schiff wurde aus dem damaligen Wissen in 10 Monaten in Kalkutta, Indien 1853 mit Teakholz gebaut, in London verkauft und erlebte über 130 Jahre verschiedene Phasen, auch den Import von Immigranten – in 100 Tage von England nach Neuseeland). Zuletzt im Hafen als Kohlebunker genutzt, überlebte es die Verschrottung und wurde später im Hafen verschoben, restauriert und ist heute „Museum“. Dank äusseren Kupferplatten war es recht resistent gegen Würmer und Insekten.

Wo Edwin Fox überall hin fuhr (18-19. JH)

Unsere Reise war weniger spektakulär, wir fuhren mit Schafen und Kühen in 3.5 h zur anderen Insel – zum Glück in ruhiger Fahrt.

2’000 Jahre alt

Wir kürzten die Pazifik Route ab und fuhren über 700 m hohe Hügel auf die andere Seite.

Wir machten einen morgendlichen Spaziergang in Gisborne. Dank Palmen wird Ferienfeeling vermittelt. Aber auch hier mit 30 % höchsten Maorianteil waren viele Ladenlokale geschlossen.

An diesem Strand war James Cook zum ersten Mal im 1768 in Neuseeland gelandet. Heute geht das Denkmal an diesem riesigen Hafen fast unter.

Wir staunten, alle 5 Minuten fuhren mit Rundholz beladene Lastwagen an den Hafen, wurden gewogen und danach abgeladen. Riesige Kräne beluden das Schiff, wobei eine ganze Ladung auf einmal hoch gehoben wird.

Die Gegend hier ist sehr fruchtbar mit Anbau von Gemüse, Zitrusfrüchten, Äpfeln und vielen Kiwis. Eine „Kiwifrau“ erklärte Martin den Anbau teilweise unter Hageldecken.
Die Fahrt über die Hügel war sehr abwechslungsreich. Auf der andern Seite gab es wieder einen langen gewundenen Fluss mit Regenwald.

In Opotiki besichtigten wir einen „heiligen zweitausend Jahre alten Baum“. Bereits 1918 wurde ein kleines Waldstück wegen dem Puriri-Baum als ein Naturreservat geschützt. Hier wurden wichtig Personen begraben. Später hatte hier ein Biologe viele verschiedene neuseeländische Planzen gesetzt. Eindrücklich war dieses kleine Biotop in dieser landwirtschaftlich intensiv genutzten Zone.

Die Bäume, vor denen wir stehen haben einen Durchmesser von 2 m, der 2’000 Jahre alte Baum (oben, nicht zugänglich) hat etwa 8 m Durchmesser. Eindrücklich!

Martins Bay

Nach einigen Erledigungen in Auckland fuhren wir nördlich an die Küste.

Tauranga ist tiefster Seehafen Neuseelands. Daher fahren die grössten Schiffe auch hierher – Containerschiffe mit bis 25’000 Containern – unvorstellbar. Monatlich werden 25’000 Autos importiert, davon 10’000 Gebrauchtwagen. Vieles wird via Eisenbahn nach Auckland transportiert.
Einen kleinen Einblick erhielten wir bei der Fahrt am Hafen entlang. So viele Container, fast wie Legoklötzchen.

Wir aber wollten rasch die gut 200 km nach Auckland fahren. Highway kann hier aber auch nur heissen, Autostrasse über Hügel mit viel Verkehr. Somit genossen wir wieder einen Halt in Cambridge, einem schönen Städtchen. Von da an gab es eine super Autobahn und wir kamen trotz viel Verkehr gut durch.
Zuerst besuchten wir eine Mercedes Truckgarage. Wie weit können Sie unser Fahrzeug warten. Interesse war da, aber was wirklich möglich wäre?
Weiter ging es zu einem Agenten für Verschiffungen. Auch hier bleibt noch vieles offen.

Wir wollten rasch wieder weg von dieser Stadt und staunten über diesen Verkehr bereits am frühen Nachmittag aus der Stadt. Herrlich, dieser Gegensatz an der Wenderholm Bay an einer Lagune zwischen zwei Flüssen zum Meer, ruhig friedlich, fast einsam.

Im 1944 kaufte Tim Couldrey dieses schöne Grundstück und Königin Elisabeth II mit Prinz Philip besuchte ihn im 1953, heute gehört es dem Staat. Wir genossen diese Spaziergänge durch Park, am Fluss und Meer.

In Puhoi besuchten wir eine Siedlung von Einwandern aus Böhmen. Nach 124 Tagen Schifffahrt bis Auckland, danach weiter mit Booten kamen 84 Personen/Familien 1863 an und erhielten gratis je 40 Hektaren Land (plus 20 pro Kind). Hier war es steil und voller Busch/Wald. Nur dank Hilfe der Maori konnten sie letztendlich überleben. Dank sehr viel Arbeit, Holzfällen, neuen Ideen, wie Holz mit Winde hochschleppen, Dammbau zum Holz hinunterflössen, Schindeln schneiden konnten sie überleben und ihre Bräuche sind teilweise bis heute erhalten. Wie hart die Arbeit war, kann man an den Bildern erahnen.

Wir wollten wieder an die Küste und an diesem Regentag hier entspannen.

Hundertwasser in NZ?

Hundertwasser kannten wir von Wien, aber hier in Neuseeland?

Model vom Gebäude

Wir fanden ein neues Museum von Hunderwasser in Whangarai direkt am Quai und lernten mehr über diesen speziellen Künstler. Er lebte von 1973-2000 hier in der Nähe in eigenem Wald mit alten Bäumen und machte auch Skizzen für genau diesen Standort. Die Bewilligung und spätere private Finanzierung dauerte jedoch 30 Jahre und so bauten seine Freunde in seinem Stil im 2017 dieses interessante Gebäude.

Er war in verschiedenen Ländern tätig, auch in Japan und es gibt etwa 80 Gebäude weltweit von ihm. Neuseeland war ihm wichtig und auch für Wellington entwickelte er ein Gebäude, welches nie bewilligt wurde. Holland kaufte sich die Rechte und baute damit die Regenbogenspirale von Valkenburg, NL.

Interessant auch, wie weit er voraus dachte, sich für die Natur einsetzte und viele Nonprofit – Organisationen unterstützte. Für was er vor über 30 Jahren kämpfte, kommt erst heute langsam an. Dass Mieter in Gebäuden das Recht haben sollten, Veränderungen selber vorzunehmen und sich das Ganze lebendig entwickelt, bleibt bis heute eine Utopie.

Er lebte zurückgezogen im Wald und setzte sich für den Erhalt der noch übrig gebliebenen Puriri Bäume ein (bis 2’500 Jahre alt).

Ein eindrückliches Erlebnis für uns. Obwohl intensiv gearbeitet und gelebt, starb er mittellos und die Überfahrt von Neuseeland nach England auf der Queen Elisabeth wollte er mit Bildern verdienen. Er verstarb jedoch auf dem Schiff nach Herzversagen.

An die Küste?

Neuseeland ist gesegnet mit wunderbaren Küstenabschnitten, aber die Zugänglichkeit leidet.

Vom Strand einige Kurven hoch fahren und schon ist man auf steilen Hügeln. Wir machten eine kleine Wanderung am Whale Bay. Schöne Natur und sauberes Meer.

Uns gefiel die Ostküste und wir konnten kaum genug bekommen. Schade, dass an der Küste fast kein kampieren mehr möglich ist. Nur dank den Geschichten die wir hörten, können wir es nachvollziehen.

Selfcontained war ein magisches Wort und sollte freie Plätze in der Natur ermöglichen. Die Idee war, dass man damit die Natur nicht belastet und alles wieder mitnimmt. Heute ist das Wort eher ein Fluch und die Anforderungen werden im nächsten Jahr geändert. Praktisch jedes Fahrzeug, auch PW’s, haben die Anforderungen dank einigen Kübeln erfüllt und einen blauen Kleber. Trotzdem gingen die Leute hinter die Büsche und die Sache litt. Als Konsequenz wurde an den meisten Orten kampieren verboten, was sehr schade ist. Da nützt unsere Selfcontained-Prüfung vom Experten mit über zwei Seiten Checkpunkten und Ausweis nicht weiter.

Dafür wurde hier die Nordküste mit Ferienhäusern zugepflastert und wenige Campings hinter Strassen und Hecken sind noch übrig. Ob so der Camping-Tourismus überlebt? Ich denke, das Problem ist erkannt und hoffentlich finden sie eine gute Lösung

Hartnäckig dran bleiben und immer wieder nachfragen hilft oft. Gestern dank dem Touristik-Informationscenter, heute vor Ort gab uns „Dave“ eine Spezialbewilligung und wir durften exklusiv am Helena Bay übernachten..

So zu Bett gehen und so am Morgen aufstehen.

Und jeden Tag an einem andern Ort mit Überraschungen.

Hell hole of the Pacific

Wir genossen den Bay of Islands, den ersten Anlaufpunkt von Kapitän James Cook im November 1769 und der ersten Siedlern ab 1820. Anbei Kartenausschnitt aus dem 18. JH. und heute. Erstaunlich diese Genauigkeit schon damals.

Russel, früher Kororāreka genannt, wurde von Kapitän James Cook für eine Woche besucht und erste Kartographien erstellt. Er wurde von den Maori zuerst bestaunt und mit Ehren begrüsst, gab aber rasch mit Pistolen und Kanonenschüssen seinen Tarif durch. Er stellte fest, dass hier eine grosse Bevölkerung von gutem Fischfang lebte und empfahl auch diesen Ort.

Danach folgten Walfang- und Robbenjäger, welche in kurzer Zeit alles bis fast zur Ausrottung erlegten.
Um 1814 folgten französische Missionare hierher, übersetzten und druckten eine Bibel in Maori, wurden jedoch später von den Engländern vertrieben.
Erste Siedler kamen um 1820. Versuche für Ordnung und Gesetze gab es bereits ab 1817, wurde aber lange nie durchgesetzt und daher war dieser Ort sehr beliebt für Alkohol, Spiele und Prostitution (Hell hole of the Pacific).
Die erste Kirche wurde um 1835 gebaut, welche immer noch erhalten ist. Auf deren Friedhof fanden wir einen Gedenkstein an die erste in Neuseeland 1816 geborene weisse Frau.

Heute lebt Russel von den Touristen, welche dieses schöne Dorf im viktorianischem Stil gerne besuchen. Uns gefiel es hier, aktuell ruhig, friedlich mit schönen Häusern am Meer und einer interessanten Geschichte.

St. Pauls Rock

Hier an der Küste gibt es viele steile Felsen, diesmal einen Vulkanhügel, den wir erklommen.

Dank einer kurzen Fährfahrt setzten wir auf der anderen Seite unsere Reise weiter nördlich fort. Hier gab es in kurzen Distanzen viel Abwechslung: Küste, steile Hügel, Plantagen für Zitrusfrüchte und Kiwis und sogar Austernzucht.

Wir besuchten eine Schokoladenfabrik, einen Schreiner für Kauriholz (ist heute geschützt) bis zum alten hölzigen Missions- und Stein-Handelsgebäude.

Ja, dieser St. Paul war gar nicht so einfach zu besteigen, zumal es am Vortag geregnet hatte und es recht rutschig war. Dafür gab es einen herrlichen 360 ° Rundblick über eine zerklüftete Insellandschaft.

Die gleichnamige Kapelle und Kirche unter dem steilen Berg.

Tauranga Bay

Direkt am rauschenden Meer stehen und einfach geniessen.

Warum weit fahren, wenn es hier so schön ist? Aktuell ist eine gute Zeit, die Saison geht zu Ende und wir bekamen überall ohne Voranmeldung einen guten Platz. Wir entschieden uns, zwei Nächte zu bleiben an diesem Beach mit rosigem Sand zu spazieren und kurz zu schwimmen.

Das unermüdliche Meer formt immer wieder neu.

Helen und Sam – schöne Kontakte

Immer wieder treffen wir interessante Personen und erfahren viel über Ihr Leben.

Wer ist älter?

Schön, wenn am Morgen die Sonne wieder lacht und wir frohen Mutes weiter reisen können. Wir verliessen den schönen Strand, fuhren nochmals am St. Paul Rock vorbei und unternahmen eine Morgenwanderung auf eine Landzunge (Rangikapiti Pa) über teilweise steile, schmale Wege mit immer wieder neuen herrlichen Ausblicken. In diesem subtropischen Klima wachsen verschiedenste Planzen, Bäume und uns gefallen auch die „weissen Pinsel“ und Flechten.

Auf dem Ausblick trafen wir einen alten Mann – Sam – und kamen ins Gespräch über Land und Leute. Er kam mit zwei Jahren von Fidschi hierher, hatte viel in der Landwirtschaft gearbeitet und musste einen Tumor von seiner Wirbelsäule entfernen lassen.
Später stieg er nochmals zu uns hoch und wollte unbedingt ein Bild seines alten Fords Jahrgang 1930 zeigen. Schlussendlich landeten wir bei ihm zu Hause und er führte uns diesen noch fahrtüchtigen Ford vor. Auf der Ladebrücke den Benzinkanister mit Schlauch zum Motor verbinden , die Batterie anschliessen, vorne beim Motor den Anlasser starten und schon tuckerte der alte Motor los. Aktuell will er eine noch älteren Ford 1927 wieder flott machen, den er in der Nähe auf einem Bauernhof fand. Dieser rostete die letzten 20 Jahre vor sich hin und bekommt so ein neues Leben. Danach genossen wir ein gemeinsames Mittagessen in einem sehr bekannten Fisch & Chips Restaurant.

Weiter genossen wir dieses kleine Fischerdorf mit vielen kleinen Läden und besuchten auch eine Galerie, wo sieben Künstler ihre Werke zum Verkauf anboten. Wir staunen immer wieder über die vielen kreativen Werke, die dabei entstehen. Kunst ist hier sehr wichtig. Helen hatte einen Tag Dienst und so kamen wir ins Gespräch und konnten viel und herzlich Lachen. Sie lebt zurückgezogen im Busch, baut sich ihr Haus und macht ganz verschiedene Kunst, oft mit viel Humor. Es wurde richtig warm und persönlich.